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KLee - Kompetenzerwerb durch Lernaufgaben

KLee: Kompetenzerwerb durch Lernaufgaben – fachdidaktische Perspektiven

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Das vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) von Juli bis Dezember 2009 ge-förderte Projekt setzte sich zum Ziel, die Zusammenarbeit der Fachdidaktiken und der Allge-meinen Didaktik zu stärken. Am Projekt beteiligt waren die Didaktiker der Fächer Biologie, Chemie, Politische Bildung, Physik, Informatik in der Bildung, Ökonomische Bildung, Wirt-schaftsdidaktik, Sachunterricht, Textiles Gestalten, Philosophie, Religionspädagogik, Anglis-tik sowie das Didaktische Zentrum.

Schulbücher sind nach wie vor das wichtigste Medium bei der Planung und Durchführung von Wirtschaftsunterricht. Sie stellen eine Lehrplaninterpretation dar, eine Operationalisie-rung von Lernzielen und -inhalten. Sie sind häufig das einzige Lernmaterial, mit dem Lernen-de eine gewisse Unabhängigkeit von der Lehrkraft erreichen können. Die in Schulbüchern enthaltenen Lernaufgaben dienen im Allgemeinen dazu, Leistungen zu kontrollieren, Inhalte zu vertiefen und zu wiederholen, neue Inhalte einzuführen und bestimmte Verfahren sowie Methodiken einzuüben.

Wenn Schulbücher und Lernaufgaben in großem Ausmaß den Unterricht und den Verlauf von Lehr-Lernprozessen beeinflussen, so ist für die Wirtschaftsdidaktik zu klären, ob und inwie-weit diese und vor allem die darin enthaltenen Lernaufgaben der Beförderung des Leitziels der beruflichen Bildung dienen. Konkret ging das Teilprojekt Berufs- und Wirtschaftspädago-gik daher den Fragestellungen nach:

1.    Befördern Lernaufgaben berufliche Handlungskompetenz?

2.    Fokussieren Lernaufgaben spezifische Teilkompetenzen (Fach-, Methoden-, Gestaltungs-, moralisch-ethische, Sozial-, Abstraktionskompetenz) von beruflicher Handlungskompe-tenz? Und wenn ja, auf welche Niveaustufe zielen die Lernaufgaben ab?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde das zufällig ausgewählte Schulbuch für den Ausbil-dungsberuf „Industriekaufmann/-frau“ mittels kategorialer Inhaltsanalyse untersucht: Kaiser, Franz-Josef (Hrsg.) (2006). Grundlagen und Prozesse des Wirtschaftens (3. Auflage). Berlin: Cornelsen.

Als Ergebnis der Untersuchung zeigte sich, dass berufliche Handlungskompetenz in 21 von 242 Aufgaben in all ihren Teilkompetenzen angesprochen wird (9 %). Fast immer wird auf Fachkompetenz abgezielt (96 %). 50 % aller entsprechenden Aufgaben sprechen die Stufe 1 an, d. h. Wissen muss abgerufen werden. In ca.1/3 der Aufgaben müssen Lernende neues Wissen erzeugen, in 16 % müssen sie ihr Wissen in Handlungen überprüfen. Abstraktions- und Methodenkompetenz werden in 50 % der Aufgaben thematisiert. Bei der Abstraktions-kompetenz müssen die Lernenden zumeist ihre Wissensbasis strukturieren (Stufe 1). Bei der Methodenkompetenz müssen Lernende Verfahren der Erkenntnisgewinnung erinnern, mit aktuellen Anwendungsbedingungen verknüpfen und konkret anwenden. Sozial-, Gestaltungs- und moralisch-ethische Kompetenz werden insgesamt überaus selten durch Aufgaben ange-strebt (< 20 %).

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage zum Projekt KLee.

Weptqrbmaster/3nq (stuht6mmidek@w0ueuo8al.de) (Stand: 17.09.2018)