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Juli / 07 (spezial)

uni-aktuell - spezial - / Juli 07

IBIT – ein Projekt ist gescheitert

Der Juni wurde von einem Thema geprägt:
Die Fusion von Rechenzentrum und Bibliothek ist gescheitert.

Wir veröffentlichen Meinungen von Mitgliedern der Universität zum Thema:

IbIT: service-orientiert, effizient und vor allem effektiv organisiert sollte es sein.
Wie ein Unternehmen sollte die Zentrale Einrichtung für Informations-, Bibliotheks- und IT-Dienste geleitet werden, von einem Vorstand, der sich als "Chief Information Officer" verstanden wissen wollte.

Der Vorstand ist jetzt an sich selbst gescheitert, hat sich aufgelöst. Es wird entgegen dem Leitbild der Universität in dieser Sache leider keine offene und transparente Kommunikationskultur gepflegt. Das IBIT wird weiterhin schillernd auf den Internetseiten der Universität beschrieben – als wäre gar nichts geschehen.

Integration vor die Wand gefahren, Partizipation nicht erfolgt, was kommt jetzt?

Wie soll eine Einrichtung mit zwei Leitern, die nicht zusammen arbeiten können, nach außen einheitlich auftreten?

Die MitarbeiterInnen sitzen zwischen den Stühlen, z.B. IT-Beratung, Helpdesk…

Eine konsequente Teilung mit Kooperation wäre sinnvoller – und zurück zu den alten Namen.

Leid bild im IBIT

¨        Das moderne Universitätsmanagement zeichnet sich durch unfruchtbares Zusammen-spiel der Führungskreise aus.

¨        Die Zusammenarbeit orientiert sich leider nicht an gemeinsamen Zielen.
Die Führungsstrukturen sind  weder  kooperativ sein  noch  fördern sie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

¨        Eine hohe Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde nicht mehr angestrebt.

¨        Es wird eine offene und transparente Kommunikationskultur unterbunden.

¨        Darf man vielleicht darauf hoffen, dass wenigstens die Verteilung der Mittel sich konsequent an Aufgaben und Leistung.orientiert? Vermutlich nicht. Denn das IBIT wurde ja "wie ein Unternehmen von einem Vorstand geleitet". Die Kooperationsunfähigen werden am Ende noch belohnt.

Froh machen die Nachrichten aus dem IBIT nicht. Sofern man überhaupt von Nachrichten sprechen kann. Denn eigentlich gibt es keine Nachrichten. Laut Internet unter dem Stichwort "Über IBIT" ist alles beim Alten. IBIT hat einen vierköpfigen Vorstand. Und sogar noch ein lebendiges DFG Projekt I 3 sic, mit dem ein "integriertes Informationsmanagement aufgebaut werden soll, das strategisch und operational an dem Bedarf der Nutzer ausgerichtet ist und serviceorientiert, effizient und effektiv organisiert ist". (Originalzitat der aktuellen Webseite des IBIT).

Nun hat der Nutzer längst auf anderem Wege gehört, dass es schon lange kein I3sic Projekt und aktuell auch keinen Vorstand mehr gibt. Es gibt einen Leiter für die Bibliothek und einen für die IT Dienste. Wie früher. Das angestrebte "integrierte Informationsmanagement" ist gründlich gescheitert.

Schaut man die veralteten Webseiten dieser großen Einrichtung an, die sich mit dem Namen "Informationsdienste" schmückt, kommen einem die Tränen.Was ist das für ein Management, das die Nutzer an der Nase herumführt und mit veralteten Informationen abspeist? Was ist das für ein Management, das seine Entscheidungen nicht begründet und öffentlich vertritt? Was ist das für ein Management, das hinter verschlossenen Türen Entscheidungen ausbrütet und die eigenen Beschäftigten draußen stehen lässt? Was ist das für ein Management, das keine Rechenschaft über die eigene Arbeit und verausgabte Steuergelder abgibt?           Viele Fragen, keine Antworten.

Nach dem Scheitern der integrierten Einrichtung „IBIT“,  gibt es vielfältige Möglichkeiten, die freigesetzten Energien für eine Verbesserung der Ist-Situtation einzusetzen. Hier  ein paar Stichpunkte, die schon oft diskutierte Themen beschreiben, die aber dennoch hier im Hause ein trauriges Schattendasein führen:

Transparenz der neuen Ziele und  Konzepte (falls vorhanden)

Entscheidungen kommunizieren

MitarbeiterInnen motivieren

Potential der MitarbeiterInnen nutzen (Verbesserungsvorschläge, Problemlösungen)

Personalentwicklungsplanung

Innerbetriebliche Kommunikation

Betriebsklima (nicht nur die Klimaanlage betreffend)

Qualitätssicherung 

Führungsstil überprüfen/verbessern

Beachtung und Anerkennung von Leistungen

Qualifizierungsmaßnahmen

Dies ist sicher eine unvollständige Liste, die aber zeigt, dass es auch jenseits von Integrationsmodellen viel zu tun gibt. 

Der Prozess bei IBIT ist beispielhaft für die Durchsetzung von Organisationsänderungen an der Universität und sollte Anlass geben, daraus zu lernen. Mittelpunkt der notwendigen Diskussion sollte die mangelnde Mitarbeiterbeteiligung sein. Hierauf zielende Bedenken des Personalrates und der MitarbeiterInnen, schon zu Beginn des Prozesses, wurden abgetan und nicht ernst genommen.
Gibt es Lehren, die für die noch anstehenden Zusammenlegungen z.B. der Fakultäten oder C3L/ZWW von Seiten des Präsidiums gezogen werden?

Bibliotheken und Rechenzentren haben unterschiedliche Kulturen. Bibliotheken nutzen zwar IT und sind moderne Dienstleister, aber sie haben auch traditionelle Geschäftsfelder. Und der hohe Stellenwert den Bibliothekare einer gut funktionierenden Erwerbung, Katalogisierung und Ausleihe beimessen ist für ITler eher unverständlich. Deshalb entscheiden sich die meisten Universitäten für eine Kooperation und vermeiden eine Fusion, die letztlich beide Aktuere daran hindert ihre Aufgaben wie von der Universtität vorgesehen zu erfüllen.Wir sollten auch die letzte gemeinsame Außenvertretung aufgeben und die Einzelteile des IBIT wieder Universitätsbibliothek und Hochschulrechenzentrum nennen. Back to the roots=back to the future

IBIT, was hat's gebracht? Der Bibliotheksleiter darf sich jetzt Chief Information Officer nennen und hat vier Stellen weniger.

Ist der Ansatz denn überhaupt richtig gewesen:  Integration statt Kooperation?

Was sagt das Präsidium zu diesen Meinungen und Vorschlägen?

Vezt36rdi-eugssWezmpybmaufibster (veasrdi@uol.de) (Stand: 07.11.2019)