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uni-aktuell / Februar 08

 

uni-aktuell 02 / 08

Projekt Finanzmanagement

Die Hochschulleitung hat ein Projekt „Finanzmanagement“ aufgelegt. An der Universität Oldenburg sollen neue Steuerungsinstrumente zur besseren Finanzplanung  eingeführt  werden.         
Kernstück des Projekts Finanzmanagement ist die Personalkostenbudgetie- rung, die bereits ab 2009 beginnen soll. Da dieses Projekt erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Universität und die Beschäftigungs- verhältnisse haben wird, regen wir eine  Diskussion dazu in der Uni an.


Mangelverwaltung ein internes Hochschulproblem?

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Seit Jahren erhalten die Hochschulen keine ausreichende Finanzausstattung zur Erfüllung der wachsenden Aufgaben.  Die Studienstrukturen werden mit dem Ziel der verbesserten Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsorientierung verändert - das für die Umsetzung erforderliche zusätzliche Personal wird jedoch nicht finanziert.

Es werden qualitative Verbesserungen angekündigt, ohne dass die dafür notwendigen Mittel verfügbar sind.

Stattdessen wird bei den Lehrenden die Lehrverpflichtung erhöht, die Qualität der Lehre leidet, die Lehrenden sind überlastet. Stellen für MitarbeiterInnen in Technik und Verwaltung, werden reduziert oder gestrichen. Immer mehr Beschäftigte erkranken durch zunehmenden Druck und Arbeitsverdichtung.

Die Hochschulen haben zudem keine Sicherheit, dass zusätzliche Mittel für Tarif- oder Energiepreiserhöhungen, Instandhaltun-gen oder Gebäude- investitionen vom Land zur Verfügung gestellt werden. Diese Kosten müssen dann aus dem gleich bleibenden Budget der Hochschulen finanziert werden.

In vielen Bereichen steigt deshalb der Druck zur Drittmittelfinanzierung von grundlegenden Aufgaben - damit steigt der Einfluss Dritter auf die internen Ausrichtungen der Hochschule. Auch die Studiengebühren werden vielfach für die Grundausstattung verwendet, obwohl sie ausschließlich zur Verbesserung von Studium und Lehre eingesetzt werden sollen.

Mit der sogenannten Autonomie wurde der Hochschule vom Staat die Verantwortung für die Verwaltung des Mangels übertragen.  
Die Konflikte, die aus der mangelnden Finanzausstattung resultieren, werden als 'Management-Problem' in der Hochschule ausgetragen. Die Verteilungskämpfe sind härter geworden und die Stimmung hat sich verschlechtert.

Mit dem Instrument des Finanzmanagements und vor allem der Personalkosten-budgetierung verschärft sich die Verwaltung des Mangels und wird als internes Problem in der Hochschule ausgetragen. Die Hochschulleitung verschiebt damit nur die Konflikte um Personal und Geld auf andere Einheiten in der Hochschule.       

So droht immer mehr, dass der Blick für die grundsätzliche mangelhafte Finanzaus-stattung verloren geht und ersetzt wird durch einen internen Streit der verschiedenen Institute, Fakultäten, Verwaltungseinrichtungen und technischen Dienste um das gleichbleibende oder sogar reduzierte staatliche Budget.           

Gefördert werden nur noch sogenannte starke Bereiche, die zudem noch drittmittelgesponsert werden, während kleinen Fächer oder Einheiten das Überleben schwer gemacht wird.

Um eine öffentliche Diskussion in der Universität anzuregen, haben wir zur Einführung der Personalkostenbudgetierung die folgenden

 

Fragen an die Hochschulleitung

 

  • Welche konkreten Verbesserungen bringt die Personalkostenbudgetierung für die Beschäftigten?

  • Welche Bereiche und welche Personalkategorien sollen einbezogen werden?
    ALLE Stellen der Beschäftigten mit Ausnahme der BeamtInnen, Professorinnen und Professoren?        
    Sollen Stellen dezentral budgetiert werden oder sollen bestimmte Geldsummen auf der Basis von Stellen zugewiesen werden? Wie sieht die Berechnungsgrundlage aus ?  (Ist-Kosten oder Durchschnittswerte ?)
     
  • Wer entscheidet über die Einrichtung neuer Arbeitsplätze, über die Vernichtung von Arbeitsplätzen, über tarifgerechte Eingruppierungen und Höhergruppierungen, über die Verlängerung befristeter Stellen oder über andere Personalmaßnahmen?

  • Wie viele neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden, die mit der Unterstützung des Finanzmanagements und den neuen Aufgaben in den dezentralen Einrichtungen beauftragt werden?

  • Wer finanziert strukturelle Veränderungen der Personalkosten, wie beispielsweise  Tariferhöhungen, Reduktionen der Landeszuschüsse usw.?  

  

Wir werden die Einführung der Personalkosten-
budgetierung nicht mittragen, wenn diese Fragen von der Hochschulleitung nicht zufriedenstellend im Interesse der Beschäftigten beantwortet werden.

 

Verdi-Webm18asa2rter (verdi@543uolbsn/.de) (Stand: 07.11.2019)