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Dissertation

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Thema

Rolle und Mehrwert IT-basierter Systeme im generationenübergreifenden Wissensmanagement

Kurzbeschreibung

Vor allem die deutsche Wirtschaft muss sich in den kommenden Jahren den Herausforderungen einer schrumpfenden und immer älter werdenden Erwerbsbevölkerung und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel stellen. Dabei treten zwei Problem immer deutlicher zu Tage:

  • Die im Ausland so hoch angesehene deutsche Ingenieurskunst (Stichwort: "Made in Germany") basiert nur zum Teil auf in der (universitären) Ausbildung erworbenem Wissen. Der andere und vermutlich wichtigere Teil ist das in Jahren praktischer Tätigkeit erworbene Erfahrungswissen der Mitarbeiter. Dieses Erfahrungswissen geht oft mit der Verabschiedung von erfahrenen Mitarbeitern in den Ruhestand dem Unternehmen verloren.
  • Da die technische Entwicklung nicht stillsteht, muss es auch für ältere Mitarbeiter mehr Möglichkeiten geben, ihr Wissen auf dem Stand der Technik zu halten, sich kreativ in den Produktentwicklungs- und Produktherstellungsprozess einzubringen. Nur dadurch können Unternehmen die „employability“ ihrer Mitarbeiter sicherstellen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Potentiale zu entfalten.

Damit wird deutlich, dass der Schlüssel zum Erhalt der Wettbewerbsfähig deutscher Unternehmen darin liegt, einerseits das Erfahrungswissen von älteren Mitarbeiter noch stärker als bisher zu nutzen und es schneller und zielgerichteter an die nächste Generation zu übertragen sowie gleichzeitig die Wissensbasis älterer Mitarbeiter kontinuierlich zu erweitern.

Dahinter steht die Erkenntnis, dass das über Jahrzehnte angesammelte Wissen von Unternehmen (und ihren Mitarbeitern als dessen Träger) ein weiterer Produktionsfaktor (neben den klassischen Faktoren: Arbeit, Kapital und Boden) von entscheidender Bedeutung für Unternehmen zur Differenzierung im wirtschaftlichen Wettbewerb ist. Die Ressource "Wissen" bedarf, wie andere Ressourcen auch, eines strukturierten Ansatzes zu deren Erhalt, Ausweitung und Nutzbarmachung für das Unternehmen. Diese Aufgabe übernimmt das "Wissensmanagement" als die methodische Einflussnahme auf die Wissensbasis eines Unternehmens.

Bei der Bewältigung der genannten Herausforderungen des demographischen Wandels hinsichtlich des Erhalts und der Ausweitung der bestehenden Wissensbasis können IT-Systeme als Teil eines "generationsübergreifenden Wissensmanagementsystems" eine herausgehobene Rolle spielen. Daher sollen im Rahmen dieser Arbeit sollen vor allem vier Fragen geklärt werden:

  1. Inwieweit unterscheidet sich ein "generationsübergreifendes" Wissensmanagement von "klassischen" Ansätzen und Frameworks des Wissensmanagements?
  2. Durch welche technischen und nicht-technischen Mittel können Unternehmen das wettbewerbskritische Wissen älterer Mitarbeiter in der generationenübergreifenden Zusammenarbeit besser als bisher nutzen und vor dem Renteneintritt erhalten?
  3. Durch welche technischen und nicht-technischen Mittel können Unternehmen unter Berücksichtigung einer längeren Lebensarbeitszeit ältere Mitarbeiter dabei unterstützen, ihre (Wissens-)Potenziale bestmöglich im Sinne des Unternehmens zu entfalten?
  4. Wie können diese technischen und nicht-technischen Mittel in ein IT-gestütztes, generationsübergreifendes Wissensmanagementsystem integriert werden?

Es ist zu erwarten, dass die Vielfalt an Prozessen und Softwarelösungen, die ein solches Referenzmodell integrieren wird, kaum in Gänze in einem einzigen technischen System abzubilden sein wird. Daher soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Erstellung eines Referenzmodells liegen, das von Unternehmen eingesetzt werden kann, um vorhandene Wissensmanagementsysteme und -prozesse hinsichtlich ihrer Eignung zur Bewältigung der Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewerten. Ähnlich zu existierenden Ansätzen zur Bewertung des Reifegrades von Softwareentwicklungsprozessen (z.B. CMMI – Capability Maturity Model Integration) soll das zu entwickelnde Referenzmodell von Unternehmen eingesetzt werden können, um genau, systematisch und nachvollziehbar zu bestimmen, ob es aus Sicht des Wissensmanagements für den demographischen Wandel gewappnet ist und wenn nicht, wo es konkrete Ansatzpunkte zur Verbesserungen gibt.

Dazu soll nach der Literaturstudie und Abgrenzung von bestehenden Forschungsansätzen durch eine empirische Studie Anforderungen an ein generationsübergreifendes Wissensmanagementsystem erhoben und in ein Referenzmodell transformiert werden. Zur Validierung und Verfeinerung dieses Referenzmodells soll es dann in einer Reihe von Fallbeispielen prototypisch angewendet werden.

 

 

VLBAvjdu-Webmvccastet1jr (vlba-adypmix5dsn@uol.pxydehyfj) (Stand: 07.11.2019)