Navigation

Kontakt

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Wissenschaftliches Zentrum
Genealogie der Gegenwart
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg

Direktor

Prof. Dr. Thomas Alkemeyer

+49 441/798-4622

Geschäftsführung

Dr. Nikolaus Buschmann

+49 441/798-4849

Veranstaltungsarchiv

Veranstaltungen 2020

Workshop: Das Design des Sozialen, das gesellschaftliche Imaginäre und das Politische (PD Dr. Heike Delitz)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 23.01.2020

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019_20 organisiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

Dass die Zukunft problematisch geworden ist, gilt selbstverständlich nicht erst heute. Reinhart Koselleck nennt dies die moderne Erfahrung schlechthin: Seit ca. 1800 sei die Erwartung an die Stelle der Erfahrung getreten. Und doch stellen sich gegenwärtig täglich neue, ernsthafte gesellschaftliche Probleme - vom Klimawandel über Kriege und Migration bis zu neuen Begehren kollektiver Identität und Vertiefungen sozialer Ungleichheit. Nicht zuletzt die Demokratie scheint neu gefährdet: Dies ist das Problem, dem sich das Public Interest Design stellt. Davon ausgehend, dass die moderne Demokratie die einzige Form des Politischen ist, in der Probleme als gemeinsame, eigene Probleme verstanden und gemeinsam angegangen werden, ist es der Versuch, das Interesse am Öffentlichen zu gestalten. Anders als beim Social Design geht es PID weder um ein gemeinsames Gestalten als solches, noch um Design im öffentlichen Interesse (z.B. das 'Design for the other 90 %'), als vielmehr um die Gestaltung des Politischen - entlang der Form, die 'das Politische' in der modernen Demokratie erhält. Der Workshop dreht sich um die Aufgabe von Public Interest Design ebenso, wie um die gesellschaftlichen Hintergründe und die Klärung dessen, was eine 'moderne Demokratie' eigentlich für eine politische Form ist.

Der Workshop findet am 23. Januar 2020 von 9:00 bis 13:00 Uhr in Raum A03 1-109 statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur auf Anmeldung möglich. Folgende Texte, die in Stud.IP zur Verfügung gestellt werden, dienen als Grundlage:

Design und Gesellschaft: Anspruch und gesellschaftliche Verortung 

  • J. Busmann, Salus Publica Suprema Lex. Über den Wert des Öffentlichen, in: Chr. Rodatz, P. Smolarski (Hg.), Was ist Public Interest Design? Beiträge zur Gestaltung öffentlicher Interessen. Bielefeld 2018, daraus 203-206; 
  • A. Reckwitz, Die Erfindung der KreativitätZum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung, Berlin 2012, daraus 182-195

Das "Imaginäre" 

  • C. Castoriadis, Gesellschaft als imaginäre Institution, Frankfurt/M. 1984, daraus 241-255

Das "Politische"

  • Ch. Mouffe, Die Politik und das Politische, in: Dies., Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion, Frankfurt/M. 2007, daraus 16-31;
  • Cl. Lefort, Fortdauer des Theologisch-Politischen? Wien 1999, daraus 49-61  


Die Anmeldung bitte über Stud.IP vornehmen.
PD Dr. Heike Delitz forscht in dem DFG-Projekt „Architektonische Modi der kollektiven Existenz“ an der Universität Bamberg und lehrt im Fachbereich Mediendesign und Raumgestaltung an der Universität Wuppertal.

http://www.heike-delitz.de

 

Vortrag: Das Politische gestalten (oder: Was ist Public Interest Design?) (PD. Dr. Heike Delitz)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 22.01.2020

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019/2020 organsiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

Im Zentrum der interdisziplinär angelegten Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem Umgang der Gegenwartsgesellschaft mit einer Zukunft, die zum Problem geworden zu sein scheint. So legen Diagnosen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit oder des wirtschaftlichen Niedergangs Eingriffe in die Gegenwart nahe, um befürchtete Fehlentwicklungen zu korrigieren oder ungenutzte Zukunftspotenziale zu heben. Diese Verschränkung von Krisenbestimmung und Interventionspostulat treibt unter dem Stichwort „Social Design“ weltweit eine Vielzahl von lokalen Initiativen zur gezielten Gestaltung von Körpern, Dingen, Architekturen, Landschaften bis hin zu ganzen Lebensformen hervor. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet die historische Genese und Gestaltungsmacht dieser Initiativen und fragt nach dem politischen Moment, das der gegenwärtigen Ästhetisierung des Sozialen innewohnt.

Der Vortrag findet hochschulöffentlich in Raum A06 0-001 statt.

PD Dr. Heike Delitz forscht in dem DFG-Projekt „Architektonische Modi der kollektiven Existenz“ an der Universität Bamberg und lehrt im Fachbereich Mediendesign und Raumgestaltung an der Universität Wuppertal.

http://www.heike-delitz.de

Veranstaltungen 2019

Workshop: Was heißt: Das Soziale designen? (Prof. Dr. Thomas Etzemüller)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 05.12.2019

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019/2020 organisiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

 „Social Design“ hat einen positiven Anspruch: Der Mensch soll an der architektonischen Gestaltung der Umwelt partizipieren und die eigenen Bedürfnisse einbringen. Doch nach wie vor sind es Experten, die Planungsprozesse und Design kontrollieren. Der Mensch steht gewiss im Mittelpunkt ihrer Arbeit – nur wie? Im Vortrag und im Workshop soll die Genealogie einer Praxis untersucht werden, die im 20. und 21. Jahrhundert wahlweise als „Social Engineering“, „Nudging“ oder eben als „Social Design“ firmierte. Diese Ansätze bauen darauf, dass die Gesellschaft nicht nach schematischen und ideologischen Vorgaben reguliert wird, sondern durch die Orientierung am „menschlichen Maß“, wie eine maßgebliche Formulierung der Architekturtheorie lautete. Welche Machtverhältnisse sind in diese Formen partizipativer Praktiken eingebaut? Schließen sich Übermächtigungsverhältnisse und Gemeinwohlorientierung aus oder sind sie auf eine höchst ambivalente Weise miteinander gekoppelt?

Der Workshop findet am 5. Dezember 2019 von 9:00 bis 13:00 Uhr in Raum A03 1-109 statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur auf Anmeldung möglich.

Die Anmeldung bitte über Stud.IP vornehmen.

Zur Vorbereitung lesen Sie bitte folgende Texte, die für Sie zum Download in Stud.IP bereitgestellt sind:

Thomas Etzemüller, "Brasilia als Experimentalraum und Gesamtkunstwerk", in: Stefan Böschen/Matthias Groß/Wolfgang Krohn (Hg.), Experimentelle Gesellschaft. Das Experiment als wissensgesellschaftliches Dispositiv, Baden-Baden: Nomos 2017, S. 269-289.

Siegfried Giedion, Die Herrschaft der Mechanisierung. Ein Beitrag zur anonymen Geschichte. Frankfurt am Main: Europäische Verlagsanstalt 1982 (Auszüge).

Prof. Dr. Thomas Etzemüller lehrt als Professor für Kulturgeschichte der Moderne am Institut für Geschichte der Universität Oldenburg.

https://uol.de/thomas-etzemueller

Vortrag: Der Mensch im Mittelpunkt? Das Soziale designen – eine Idee des 20. Jahrhunderts (Prof. Dr. Thomas Etzemüller)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 04.12.2019

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019/2020 organisiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

Im Zentrum der interdisziplinär angelegten Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem Umgang der Gegenwartsgesellschaft mit einer Zukunft, die zum Problem geworden zu sein scheint. So legen Diagnosen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit oder des wirtschaftlichen Niedergangs Eingriffe in die Gegenwart nahe, um befürchtete Fehlentwicklungen zu korrigieren oder ungenutzte Zukunftspotenziale zu heben. Diese Verschränkung von Krisenbestimmung und Interventionspostulat treibt unter dem Stichwort „Social Design“ weltweit eine Vielzahl von lokalen Initiativen zur gezielten Gestaltung von Körpern, Dingen, Architekturen, Landschaften bis hin zu ganzen Lebensformen hervor. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet die historische Genese und Gestaltungsmacht dieser Initiativen und fragt nach dem politischen Moment, das der gegenwärtigen Ästhetisierung des Sozialen innewohnt.

Der Vortrag findet hochschulöffentlich am 4. Dezember 2019 von 18:00 bis 19:30 Uhr in Raum A06 0-001 statt.

Prof. Dr. Thomas Etzemüller lehrt als Professor für Kulturgeschichte der Moderne am Institut für Geschichte der Universität Oldenburg.

https://uol.de/thomas-etzemueller

Workshop: Designphilosophie als kritische Theorie des Designs (Prof. Dr. Daniel Martin Feige)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 26.11.2019

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019_20 organisiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

Die Praktiken und Diskurse des „Social Designs“ werden von den meisten Designer*innen als politisch und ethisch emanzipatorische Projekte begriffen. Entsprechende Praktiken und Diskurse aus der Perspektive einer kritischen Theorie des Designs in den Blick zu nehmen heißt hingegen, ihre Ambivalenz zu betonen: Sie sind weder einfach Ideologie, noch Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit, aber tragen doch potentiell Züge von beidem. Im Rahmen des Workshops soll (vor dem Hintergrund der klassischen Texte von Adorno und Wellmer sowie einem Seitenblick auf Burckhardt und Flusser) die Frage gestellt werden, ob „Social Design“ Teil der Lösung oder Teil des Problems ist – und inwieweit es sich bei dieser Alternative um eine falsche Alternative handeln könnte.

Der Workshop findet am 26. November 2019 von 9:00 bis 13:00 Uhr in Raum A03 1-109 statt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nur auf Anmeldung möglich.

Die Anmeldung bitte über Stud.IP vornehmen.

Zur Vorbereitung lesen Sie bitte folgende Texte, die für Sie zum Download in Stud.IP bereitgestellt sind:

Theodor W. Adorno, „Funktionalismus heute“, in: Theodor W. Adorno, Kulturkritik und Gesellschaft I. Prismen. Ohne Leitbild, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1977, S. 375-395.

Lucius Burckhardt, „Design ist unsichtbar“, in: Klaus T. Edelmann und Gerrit Terstiege (Hg.), Gestaltung Denken. Grundlagentexte zu Architektur und Design, Basel: Birkhäuser 2010, S. 211-217.

Vilém Flusser, „Der Krieg und der Stand der Dinge“, in: Ders., Vom Stand der Dinge. Eine kleine Philosophie des Designs, Göttingen: Steidl 1997, S. 35-39.

Albrecht Wellmer, „Kultur und industrielle Produktion. Zur Dialektik von Moderne und Postmoderne“, in: Merkur 37 (1983), S. 133-145.

Prof. Dr. Daniel Martin Feige lehrt als Professor für Philosophie und Ästhetik in der Fachgruppe Design an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

http://www.abk-stuttgart.de/personen/daniel-martin-feige.html
https://abk-stuttgart.academia.edu/DanielMartinFeige

Vortrag: Die Form der Dinge als Formgebung unserer Praxis. Zur Ästhetik und Kritik des Designs (Prof. Dr. Daniel Martin Feige)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 25.11.2019

Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Schöne neue Welt. Wie die Gegenwart ihre Zukunft gestaltet“, die das Wissenschaftliche Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG) in Kooperation mit der Graduiertenschule für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) im WiSe 2019_20 organisiert. Die Veranstaltungsreihe besteht aus insgesamt vier Einheiten, die jeweils eine Vorlesung und einen Workshop umfassen.

Im Zentrum der interdisziplinär angelegten Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem Umgang der Gegenwartsgesellschaft mit einer Zukunft, die zum Problem geworden zu sein scheint. So legen Diagnosen des Klimawandels, der sozialen Ungleichheit oder des wirtschaftlichen Niedergangs Eingriffe in die Gegenwart nahe, um befürchtete Fehlentwicklungen zu korrigieren oder ungenutzte Zukunftspotenziale zu heben. Diese Verschränkung von Krisenbestimmung und Interventionspostulat treibt unter dem Stichwort „Social Design“ weltweit eine Vielzahl von lokalen Initiativen zur gezielten Gestaltung von Körpern, Dingen, Architekturen, Landschaften bis hin zu ganzen Lebensformen hervor. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet die historische Genese und Gestaltungsmacht dieser Initiativen und fragt nach dem politischen Moment, das der gegenwärtigen Ästhetisierung des Sozialen innewohnt.

Der Vortrag findet hochschulöffentlich am 25. November 2019 von 18:00 bis 19:30 Uhr in Raum V03 0-C003 statt.

Prof. Dr. Daniel Martin Feige lehrt als Professor für Philosophie und Ästhetik in der Fachgruppe Design an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

http://www.abk-stuttgart.de/personen/daniel-martin-feige.html
https://abk-stuttgart.academia.edu/DanielMartinFeige

Unsere gemeinsame Zukunft(sfähigkeit)?

Ein langer Feierabend der Diskussion im Polyester, 07.06.2019

Vorträge von und Diskussion mit Dr. Daniela Gottschlich (Universität Flensburg; diversu e.V., Lüneburg) und Dr. Björn Wendt (Universität Münster).

Angesichts knapper Rohstoffe, wachsender sozialer Ungleichheit und des Klimawandels scheint die Zukunft kein Gestaltungsraum für eine bessere Welt mehr zu sein. Vielmehr wird es immer wahrscheinlicher, dass sich krisenhafte Entwicklungen weiter zuspitzen. Kann es für die modernen pluralen Gesellschaften überhaupt eine „gemeinsame Zukunft“ geben, wie der Titel eines der bedeutendsten Dokumente zum Konzept der Nachhaltigkeit verkündet? Und wie gestaltungsoffen müsste die anvisierte Zukunft sein, um den divergierenden Interessen und Bedürfnislagen pluraler Gesellschaften zu genügen? Oder ist die Utopie der einen zugleich eine Dystopie der anderen?

Wege aus der Gegenwart.

Migrationsgesellschaft 2040 in der Exerzierhalle, 06.06.2019

Performance von Fatih Çevikkollu (Kabarettist und Schauspieler) und Podiumsdiskussion mit Fatih Çevikkollu, Dr. Max Czollek (Lyriker; Essayist; Kurator und Mitglied des Lyrikkollektivs G13), Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Fachhochschule Münster; Abteilungsleiter im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Düsseldorf), Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu (Universität Bremen; Vorstand des Rats für Migration) und Sheila Mysorekar (Journalistin und Vorsitzende des Vereins Neue deutsche Medienmacher).

Wie wird, wie kann und wie soll die „Migrationsgesellschaft 2040“ aussehen? Wird es dann noch Nationalstaaten geben? Wie selbstverständlich wird es sein, sich über Grenzen hinweg zu bewegen? Und welche Wirkung haben Antworten auf solche Fragen auf die Gestaltung der Gegenwart? Fragen dieser und ähnlicher Art werden in der Veranstaltung kabarettistisch, journalistisch, künstlerisch und wissenschaftlich betrachtet, geprüft, belächelt und ernstgenommen.

Das Imaginäre des Algorithmus.

Szenarien einer digitalisierten Zukunft im Edith-Russ-Haus, 05.06.2019

Lecture-Performance von Zach Blas (Residenzkünstler im Edith-Russ-Haus) und Podiumsdiskussion mit Nele Heise (Medienwissenschaftlerin; Projektmitarbeiterin bei iRights e.V., Otherwise Network), Dr. Robert Seyfert (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Tilo Wesche (Universität Oldenburg).

Die Gestaltung der digitalen Zukunft gehört zu den drängendsten Herausforderungen der Gegenwart. Wie diese Zukunft aussehen wird, ist jedoch umstritten. Die Veranstaltung thematisiert das im Schlagwort des Algorithmus verdichtete Geflecht aus Erwartungen und Sorgen angesichts des digitalen Wandels auf den Ebenen von Kunst und Wissenschaft: Welche Wirkmacht haben Algorithmen in unserem Alltag? Wie beeinflusst die digitale Transformation die Kommunikation, die sozialen Beziehungen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Wie verändert sie schon heute unser Welt- und Selbstbild und damit unsere Identität?

Veranstaltungen 2018

Zukunftswerkstätten "Nachhaltigkeit - Digitalisierung - Migration"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 06.-07.09.2018

Die Aussage, dass auch die Zukunft früher besser gewesen sei als heute, ist eine durchaus verbreitete Gegenwartsdiagnose. Ob sie zutrifft, ist wohl kaum zu entscheiden, aber sie provoziert Fragen: Was ist mit der Zukunft passiert? Wie denken wir mit Blick auf Nachhaltigkeit, Migration oder Digitalisierung darüber nach, wie wir in 20 oder 30 Jahren zusammenleben wollen? Wer ‚macht’ die Zukunft? Und wie wirken sich Zukunftsentwürfe auf das Hier und Jetzt aus?

Weitere Informationen.

Ringvorlesung "Musikalische Wissensordnungen"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Sommersemester 2018

Wie wird Wissen hergestellt? Wie wird es anerkannt, gespeichert und verbreitet? Diese Fragen stehen im Zentrum der Ringvorlesung „Musikalische Wissensordnungen“. Neben konkreten Bezügen zwischen Musik und Wissen geht es in den Vorträgen auch allgemein um künstlerisches, populäres und akademisches Wissen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Kategorien, nach denen musikalisches Wissen geordnet wird – beispielsweise Geschlecht, Geschichte, kulturelle Identität oder Genre – und der Funktion dieser Ordnung. 

Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom Fachbereich Kulturgeschichte der Musik und der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Musikgeschichte auf der Bühne“ des Instituts für Musik in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen“, dem Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und dem Wissenschaftlichen Zentrum „Genealogie der Gegenwart“. Die öffentlichen Vorträge finden jeweils montags ab 18.00 Uhr im Bibliothekssaal statt (Campus Haarentor, Uhlhornsweg 49-55).

Weitere Informationen.

Veranstaltungen 2017

AutorInnenworkshop "Gegenwartsdiagnosen"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 04.–07.04.2017

Der Workshop diskutiert Beiträge zu einer Publikation, die systematisch ein Forschungsfeld für empirische Studien und theoretische Überlegungen öffnet. Im Kontrast zu (soziologischen, philosophischen und geschichtswissenschaftlichen) Forschungsansätzen, die selbst Diagnosen von zeitgenössischen oder vergangenen Gegenwarten erstellen, besteht das Anliegen des hier gewählten Zugangs in der Analyse dieser Diagnosen, ihrer Herstellung und gesellschaftlichen Ermöglichungsbedingungen. Neben dem Genre der Diagnose sollen dabei auch die weniger expliziten diagnostischen Implikationen anderer Repräsentationen des Sozialen kontextspezifisch in den Blick genommen werden. Eine solche Analyse unterschiedlicher ‚Konstellationen des Diagnostischen’ berücksichtigt also sowohl Formate, die sich den Status der Diagnose selbst zuschreiben oder explizit als Diagnosen identifiziert werden, als auch Artikulationsformen, deren diagnostisches Moment sich eher implizit entfaltet und als solches wahrgenommen wird.

Veranstaltungen 2015

Deutsch-Japanischer Workshop "Genealogie des Subjekts"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 01.-03.12.2015

Subjektivität aus genealogischer Perspektive zu betrachten, bedeutet seine Entstehung aus sozialen, geistesgeschichtlichen und vor allem auch kulturellen Konstellationen heraus zu untersuchen. Diesem Verständnis folgend soll in dem Workshop nach dem Wechselverhältnis europäischer und japanischer Perspektiven auf Subjektivierungsverständnisse gefragt werden. Die philosophische Geschichte und der Begriff von Subjektivität werden vorgestellt und an empirischen Themen wie dem jeweiligen Kultur- und Körperverständnis ausgeführt. Auch die Veränderung des japanischen Selbstverständnis nach der Katastrophe von Fukushima wird hinterfragt.

Es wird um Anmeldung unter wizegg@uol.de gebeten.

Workshop "Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe
zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 25.11.2015

Mit Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung) und PD. Dr. Christian Schneider (Universität Kassel, Institut für Psychoanalyse)

Generationenforschung konnte in den letzten zehn Jahren vor allem durch den interdisziplinären Austausch in theoretischer wie konzeptioneller Hinsicht an Substanz gewinnen. Ungeachtet gravierender fachlicher Unterschiede ist der Generationenbegriff mittlerweile ein wissenschaftlicher Grundbegriff, auf den trotz einer gewissen Unschärfe immer wieder gern zurückgegriffen wird. Hinsichtlich der theoretischen Grundannahmen kommt der Vorstellung transgenerationeller Prozesse und ihrem Transfer in andere Fachdisziplinen und Forschungskontexte eine besondere Relevanz zu. Analytisch war und ist das nicht nur vorteilhaft. Die Komplexität eines transgenerationellen Konzeptes, das im »Drama des Ödipus« eine konflikthafte generationelle Verstrickung mit Wiederholungszwang identifiziert, verkümmert regelmäßig zu einer Prägungstheorie, die sich zudem aus ihrem therapeutischen Setting kaum zu lösen vermag. Zu fragen wäre, ob in der Differenz zwischen der Analyse von Eltern-Kind-Interaktionen und einer kulturgeschichtlich orientierten Generationentheorie ein gesellschaftstheoretischer Mehrwert liegt, der auch fachübergreifend von Interesse wäre. Hiervon könnten auch die doch weitgehend ausgereizten Ansätze zur kulturellen Gedächtnistheorie und zur intergenerationellen Tradierung von Geschichtsbewusstsein profitieren. Aufschlussreich scheint zudem die Frage, warum Transgenerationalität als kulturelles Transferkonzept vor allem im Kontext der Holocaustforschung seine enorme Attraktivität entfaltete.
 
Textgrundlage: Schneider, Christian (2004): Der Holocaust als Generationsobjekt. Generationengeschichtliche Anmerkungen zu einer deutschen Identitätsproblematik. Mittelweg 36 (13), 56-73.


Am Vorabend des Workshops trägt PD Dr. Christian Schneider im Rahmen der Ringvorlesung “Prozesse der Anerkennung” des DFG-GRK "Selbst-Bildungen" vor.

 

Workshop „Gegenwartsdiagnosen. Modellierungen
der Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive“

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 08.-10.10.2015

Unter den Schlagworten der „Kontrollgesellschaft“, der „Normalisierungsgesellschaft“, der „Kreativgesellschaft“ oder der „Kontingenzgesellschaft“ – um nur einige zu nennen – ringen derzeit eine Fülle von Gegenwartsdiagnosen um Deutungsmacht in der Aufmerksamkeitsarena der „reflexiven Moderne“ (Beck), die wiederum selbst eine solche Diagnose darstellt. Indem Gegenwartsdiagnosen paradigmatische Aussagen über die Wirklichkeit treffen, geben sie diese nicht nur als Wirklichkeit, sondern auch als eine bestimmte Wirklichkeit zu erkennen. Beglaubigt durch die wissenschaftliche Autorität, mit der sie aufgeladen sind, prägen sie als symbolische Repräsentationen des „gesellschaftlich Imaginären“ (Castoriadis) die soziale Praxis immer schon mit.
Gegenwartsdiagnosen lassen sich in mehrfacher Hinsicht als performative Elemente der Praxis begreifen, indem sie a) die Praxis (implizit) anleiten, b) als ein auf Wandel zielender Appell fungieren oder c) selbst als (Elemente oder Entwürfe der) Praxis wirksam werden können – und so als Organon der kulturellen Selbsttransformation fassbar werden. Beispielsweise formt sich seit den 1970er Jahren die gesellschaftliche Sensibilisierung für ökologische Fragen in Transformationsszenarien aus, die das menschliche Zusammenleben im Zeichen ökonomischer wie ökologischer „Nachhaltigkeit“ (bspw. in alternativen Versorgungsgemeinschaften) projektieren. In vergleichbarerer Weise etablieren sich unter dem Leitbegriff der „Resilienz“ in der Entwicklungspsychologie, der Pädagogik und den Gesundheitswissenschaften Konzepte, die darauf abgestellt sind, die Widerstandsfähigkeit des Einzelnen in einer aus dem Ruder laufenden „Risikogesellschaft“ zu trainieren und diese wiederum als „Präventionsgesellschaft“ zu rekonfigurieren. Demgegenüber beschwört die Rede von der „Herrschaft des Algorithmus“ die Vorstellung einer vollständigen Berechenbarkeit menschlichen Verhaltens in einer scheinbar von Maschinen kontrollierten Welt, in der die Kontingenz gesellschaftlicher Prozesse durch formalisierte Verfahren aufgefangen wird.
Unter bestimmten Bedingungen erweisen sich Gegenwartsdiagnosen also selbst als schöpferische Akte, die über das Bestehende hinausweisen und die Bedeutungsgrenzen einer Kultur auszudehnen in der Lage sind. Sie können dazu anleiten, intervenierend in die Wirklichkeit einzugreifen, die sie zugleich diagnostisch fest-stellen. Diese schöpferischen Vorwegnahmen (anderer gesellschaftlicher Verhältnisse, Institutionen, Lebensweisen etc.) sind ihrerseits durch die medial produzierten und verbreiteten Bilder beeinflusst, in denen Menschen leben. Bei der Analyse gesellschaftlicher Selbstentwürfe geraten dementsprechend unterschiedliche Medien in den Blick: Sie reichen von soziologischen Analysen, die versuchen, die Gesellschaft als Ganzes zu durchleuchten, über Detailstudien, die sich mit öffentlich diskutierten Entwicklungen (wie Jugendkriminalität, Konsum, Demographie etc.) auseinandersetzen, bis hin zu Enqueten, die politikfähige Lösungsvorschläge entwickeln, und Statistiken, die verborgene Entwicklungen und Zustände sichtbar zu machen beanspruchen. In ähnlicher Weise bringen etwa die Lebenswissenschaften, die Kulturwissenschaften oder die Psychologie ihre eigenen epistemologischen Grundlagen für die Wahrnehmung des Menschen und die Konzeptualisierung sozialen Handelns hervor. Die Programmatik dieser Reflexionen findet sich in den Praktiken sozialer Bewegungen und erlangt in Bildern sowie in kulturellen Aufführungen (des Körpers, des Sports usw.) eine sinnlich-sinnhafte Form. Ähnliche Entwicklungen sind in der Architektur zu beobachten, die aus der Diagnose der eigenen Gegenwart heraus das Habitat der Menschen und damit die Sozialbeziehungen ganzer Gesellschaften neu zu gestalten versucht. In diesem Sinne lassen sich Landschaften als gestaltete Imaginationen von Gesellschaft analysieren, Sportspiele als performative Darstellungen sozialer Ordnungsbildung, Identitäten als „Gestaltungen“ kultureller Unterscheidungen, Krisenimaginationen als Aufführungen gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen oder auch Präventionsprogramme als Entwürfe sozialpolitischer Kontingenzbewältigung.
Der Workshop interessiert sich dafür, wie (gesellschaftliche) Wirklichkeit in aktuell kursierenden Gegenwartsdiagnosen modelliert wird. Wie beschreiben unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen die Gegenwart? In welcher Weise (und medialen Form) gestalten diese Beschreibungen die Wirklichkeit und deren Wahrnehmung mit? Welche wissenschaftlichen Grundannahmen und gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen liegen den Modellbildungen zugrunde? Das Interesse gilt dabei auch den Schnittstellen von Fach- und Allgemeinwissen, an denen Gegenwartsdiagnosen verhandelt werden: Wie entstehen Gegenwartsdiagnosen in alltäglichen Praktiken, und inwiefern laufen sie diesen Praktiken im Sinne einer „performativen Rückkopplung“ (Koschorke) zugleich voraus? Inwiefern also lassen sich Praktiken als Vollzugsordnungen begreifen, denen Gegenwartsdiagnosen (implizit) eingeschrieben sind? Ziel des Workshops ist es, das gesellschaftliche Imaginäre, das in gegenwartsdiagnostischen Modellbildungen steckt, sowie die Art und Weise ihrer Herstellung auch in dem Sinne in den Blick zu bringen, dass die geläufige Entgegensetzung von Fakt und Fiktion unterlaufen wird:
1. Es soll danach gefragt werden, welche (epistemischen, anthropologischen, gesellschaftstheoreti-schen etc.) Grundannahmen über die Wirklichkeit und deren Gestaltung in die verschiedenen Gegenwartsdiagnosen einfließen, inwiefern sie sich dabei zu gesellschaftlich konventionalisiertem Wissen verfestigen (oder sich umgekehrt Wissen in diesem Prozess auflöst) und welche (alternativen) Dimensionen und Möglichkeiten des Sozialen sie dabei unsichtbar machen.
2. Untersucht werden sollen dabei insbesondere die spezifischen Herstellungsformen von und der jeweilige Umgang mit Gegenwartsdiagnosen in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Im Zentrum stehen a) die methodologische Konstruktion und die implizite Empirie von Gegenwartsdiagnosen, b) die sozio-materiellen Arrangements (Labore, Schulräume, Konferenzsäle etc.) und Techniken (Algorithmen, Statistiken, Testverfahren etc.) der Wissensproduktion sowie c) die Positionierungen der Beobachter im wissenschaftlichen Feld, die ihrerseits zurückgebunden sind an die materiellen Bedingungen dieses Feldes.
3. Vor diesem Hintergrund sollen das Phänomen der Gegenwartsdiagnostik und deren Konzeptuali-sierung (als Modelle, Diagnosen, Analysen etc.) reflektiert werden. Der Versuch, Gegenwartsdiagnostik interdisziplinär einzufangen, erwiese sich dann selbst als ein Verfahren, sich der Gegenwart im Sinne einer Beobachtung zweiter Ordnung zu vergewissern.
Format und Ablauf
Der Workshop ist interdisziplinär angelegt, um einerseits den Wechselwirkungen, Übersetzungen und Wanderungsbewegungen in und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Wissensbezirken nachgehen zu können, sowie andererseits die Verschränkung von Modellhaftigkeit und Praxis dieser kollektiven Selbstentwürfe aus der jeweiligen fachlichen Perspektive zu diskutieren. Gefragt werden soll auch danach, warum und unter welchen Bedingungen bestimmte Gegenwartsdiagnosen in welchen Fächern auf einen Resonanzboden treffen. Im Austausch zwischen Sozial-, Geistes-, Kultur- und Naturwissenschaften sollen weniger fertige Forschungsergebnisse als vielmehr innovative Fragestellungen und Forschungsansätze erörtert werden, um interdisziplinäre Schneisen in ein bislang kaum bzw. nur von einzelnen Fächern bearbeitetes Forschungsfeld zu schlagen.

Referentinnen und Referenten
Prof. Dr. Elke Bippus (Zürcher Hochschule der Künste)
Prof. Dr. Tilman Borsche (Universität Hildesheim)
Prof. Dr. Thomas Etzemüller (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Prof. Dr. Antonia Grunenberg (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)
Prof. Dr. Frank Hillebrandt (Fernuniversität Hagen)
Dr. David Kuchenbuch (Justus-Liebig-Universität Gießen)
Dr. Ariane Leendertz (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln)
Prof. Dr. Herbert Mehrtens (TU Braunschweig)
Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe (Ruhr-Universität Bochum)
Dr. Hanno Pahl (Universität Luzern)
Dr. Tobias Peter (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger (MPI für Wissenschaftsgeschichte Berlin)

Mit freundlicher Unterstüzung der

Workshop "Prävention, Intervention und Responsibilisierung. Zur Genealogie und kulturellen Wirksamkeit von Gegenwartsdiagnosen"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 01.-02.07.2015

Der Workshop befasst sich aus geschichtswissenschaftlicher, soziologischer, kulturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive mit der „Genealogie“ (Foucault) und „kulturellen Wirksamkeit“ (Koschorke) von Gegenwartsdiagnosen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungszusammenhängen wie dem Gesundheitswesen, dem Arbeitsmarkt oder der Umweltpolitik – nimmt also Fragen auf, wie wir sie im Rahmen des WiZeGG entwickelt haben. Entsprechend begreifen wir Gegenwartsdiagnosen als performative Elemente der Praxis in dem Sinne, als sie a) die Praxis (implizit) anleiten, b) als ein auf Wandel zielender Appell fungieren oder c) selbst als (Elemente oder Entwürfe) der Praxis wirksam werden können – und so als Organon der kulturellen Selbsttransformation fassbar werden. So drückt sich etwa am menschlichen Umgang mit „Naturgefahren“ seit dem 18. Jahrhundert eine spezifische Haltung gegenüber der Zukunft aus, die man nicht mehr passiv auf sich zukommen ließ, sondern aktiv – als präventive Herstellung von Sicherheit – zu bearbeiten versuchte. Vor diesem Hintergrund formte sich seit den 1970er Jahren die gesellschaftliche Sensibilisierung für ökologische Fragen in Transformationsszenarien aus, die das menschliche Zusammenleben im Zeichen ökonomischer wie ökologischer „Nachhaltigkeit“ projektieren. In vergleichbarerer Weise etablierten sich in der Arbeitswelt und dem Gesundheitswesen Konzepte, die darauf abgestellt sind, den Einzelnen als „selbstverantwortliches“ Subjekt einer zur „Präventionsgesellschaft“ rekonfigfurierten „Risikogesellschaft“ zu konstitutieren.

In dem Workshop soll es weniger darum gehen, elaborierte Forschungsergebnisse vorzustellen, als vielmehr Forschungsansätze (insbesondere den „Mehrwert“ eines genealogischen bzw. praxeologischen Zugangs) zu diskutieren und aus der eigenen Forschungswerkstatt zu berichten. Das Format sieht einen kurzen Input z.B. auf der Grundlage eines zuvor eingereichten Textes mit anschließender Diskussion entlang der oben skizzierten Fragestellung (insbesondere hinsichtlich der performativen Dimension von Gegenwartsdiagnosen unter den Aspekten der Prävention, Intervention und Responsibilisierung) vor.

OrganisatorInnen Nikolaus Buschmann, Malte Thießen, Rea Kodalle in Kooperation mit Nicolai Hannig (Ludwig-Maximilians-Universität München),


TeilnehmerInnen Matthias Leanza (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Frieder Vogelmann (Universität Bremen), Yen Sulmowski (Leuphana Universität Lüneburg) sowie aus Oldenburg Maxi Berger, Tomke Hinrichs, Christoph Haker, Nico Lüdke, Isabel Schnieder

Termin 1. Juli 2015, ab 19 Uhr: GET TOGETHER in der Caldero Bar, Am Markt 2326122 Oldenburg, Telefon: 0441-36137080
2. Juli, 10 – 18 Uhr: Workshop, Raum A03 1-109

Ringvorlesung und Workshops "Genealogie der Gegenwart"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Wintersemester 2014/15

Der Umgang mit der Kontingenz gesellschaftlicher Entwicklungen zählt zu den größten Herausforderungen, vor denen Individuen, Organisationen und Gesellschaften heute stehen. Sozialwissenschaftliche Interpretationen der Moderne als „Risikogesellschaft“ reagieren auf diese historische Erfahrung – und tragen zugleich zu ihrer Verankerung im modernen Selbstverständnis bei. Das WiZeGG nimmt dieses Selbstverständnis zum Anlass, in einer Ringvorlesung nach der Gewordenheit der Kontingenzgesellschaft aus ihren disparaten Anfängen zu fragen. Aus der Perspektive unterschiedlicher Fachdisziplinen wird diskutiert: Was ist unter einer „Genealogie der Gegenwart“ zu verstehen und welcher Erkenntnisgewinn ist mit diesem Zugang verbunden? Wie lässt sich der Begriff der „Moderne im Rahmen eines genealogischen Forschungsprogramms “ konzeptualisieren? Inwiefern stellt die Erfahrung von und der Umgang mit Kontingenz ein spezifisches Merkmal der als „Moderne“ bezeichneten Epoche dar? Wie kann vor diesem Hintergrund der Zusammenhang von Subjektbildung und Kontingenzbewältigung neu beschrieben werden?

In den an die Ringvorlesung anschließenden Workshops wurden in erster Linie methodische Fragen erörtert und eine gemeinsame Begriffsarbeit (beispielsweise anhand aktueller Forschungsprojekte, Materialien oder Texte) vorgenommen. Die Workshops richteten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums.

Frank Hentschel "Was hat die neuere Musikgeschichte mit Kontingenz zu tun?"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 10.02.2015

In dem Vortrag wird die These vertreten, dass sich seit dem späten 18. Jahrhundert Komponisten und Musikschriftsteller darum bemühten, musikalische Werke als nicht-kontingente Artefakte bzw. Musikgeschichte als nicht-kontingenten Prozess zu begreifen. Vermutlich nicht zuletzt, um die Dignität dieser akustischen Kunst als Gegenstand einer (neuen) Wissenschaft zu legitimieren und um die praktizierenden Personen in den Stand des Bildungsbürgertums zu erheben, wurden "Entkontingentierungsstrategien" entwickelt, die jenen Anspruch einlösen sollten. Der Vortrag betrachtet in diesem Sinne den Musikbegriff, die Idee der musikalischen Logik, die Idee der musikalischen Wahrheit, Entwicklungsmodelle der kompositorischen Praxis sowie den Kanonbegriff - samt und sonders Begriffe und Ideen, die erst in der "Moderne" erfunden wurden - als Entkontingentierungsstrategien.

Frank Hentschel "Was hat die neuere Musikgeschichte mit Kontingenz zu tun?"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 11.02.2015

10.00–13.00 Uhr, A3 1-109


Diskussionsgrundlage:
Im WiZeGG-Kolloquium wurde zur Vorbereitung auf die Sitzung mit dem Musikwissenschaftler Frank Hentschel sein Text „Neue Musik in soziologischer Perspektive: Fragen, Methoden, Probleme“, in: NZfM 5 / 2010 gelesen. Vollversion des Textes unter:(http://www.musikderzeit.de/de_DE/journal/current/showarticle,31287.html)
 

In dem Workshop wird anhand von ausgewählten Zitaten und Stücken weiter über Kontingenz diskutiert. Durch die Ergänzung der Hörproben um mittelalterliche Dokumente soll insbesondere eine komparatistische Perspektive angeregt werden.

Zielgruppe:
Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums. Freie Plätze werden an interessierte KollegInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben.

TEXT und ANMELDUNG über wizegg@uol.de

Niels Åkerstrøm Andersen "Welfare management between steering and potentialisation. Six diagnostics of the present"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 27.01.2015

Die moderne Gesellschaft beschreibt sich selbst als Wissensgesellschaft, Innovationsgesellschaft oder reflexive Moderne, die ihre Selbstbeobachtung zur Grundlage weiteren Operierens macht. Diese Konstellation stellt nicht nur vor theoretische Herausforderungen sozialwissenschaftlicher Gegenwartsanalyse. Vielmehr sind es gerade Politik und Management, Bürger und Mitarbeiter, die unter Bedingung wachsender Komplexität und Selbstreferentialität vor der Herausforderung stehen, sich selbst neu zu erfinden. Aus der Spannung zwischen dem alten Imperativ der Steuerung und dem neuen Imperativ, Wandel und neue Möglichkeiten zu schaffen, entstehen paradoxale Anforderungen an die Möglichkeiten des Handelns in der modernen Gesellschaft. Sechs kritische Diagnosen der Gegenwart zeigen auf, wie Potentialisierung zum neuen Leitkonzept in einem widersprüchlichen Terrain wird.

Niels Åkerstrøm Andersen "Welfare management between steering and potentialisation. Six diagnostics of the present"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 28.01.2015

10.00–13.00 Uhr, A3 1-109 (ANMELDUNG ERFORDERLICH)

Diskussionsgrundlage:
1.    Der bereits im WiZeGG diskutierte Auszug aus Niels Niels Åkerstrøm Andersen (2003): Discursive analytical strategies. Understanding Foucault, Koselleck, Laclau, Luhmann (Introduction, Chapter 5)
2.    Ein weiterer Text über die analysierte Kampagne der Dänischen Gesundheitspolitik: Wer ist Yum-Yum?. Ein Cartoon-Staat im Werden. / Åkerstrøm Andersen, Niels. Organisation mulimedial: Zum polyphonen Programm der nächsten Organisation. ed. / Steffen Roth; Lukas Schreiber; Ralf Wetzel. Heidelberg : Carl-Auer Verlag, 2010. p. 245-280.


Gegenstand des Workshops ist die Verbindung von Theorie, Methodologie und Empirie einer Genealogie der Gegenwart. Anhand empirischen Materials aus dem Bereich des public managements wird gemeinsam diskutiert, wie theoretische Konzepte auf unterschiedliche Weise für eine Untersuchung von gesellschaftlichen Wandlungsprozessen fruchtbar gemacht werden können. Im ersten Teil des Workshops wird auf Basis des im WiZeGG bereits diskutierten Textes aus den "discursive analytical strategies" sowie eines kurzen input-Referates diskutiert, welche theoretischen und methodologischen Möglichkeiten einer Erforschung einer Genealogie der Gegenwart eröffnen. Im zweiten Teil des Workshops wird exemplarisch an Material aus einer bereits abgeschlossenen Untersuchung über die Dänische Gesundheitspolitik gearbeitet. Es geht um eine Kampagne, die durch Einführung von Gesundheitsspielen das Gesundheitsbewusstsein der Bürger fördern will. Dieser Fall wird kritisch im Hinblick auf seine Implikationen für Politik, Bürger und Gesellschaft reflektiert.

Zielgruppe:
Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums. Freie Plätze werden an interessierte KollegInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben (bitte mit Rea Kodalle Rücksprache halten).

TEXT und ANMELDUNG über wizegg@uol.de

 

 

Albrecht Koschorke "Selbsterzählungen der Moderne"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 13.01.2015

Man übertreibt nur wenig, wenn man sagt, dass Genealogien das Gegenteil von dem tun, was sie zu tun behaupten. Ihrem Anspruch nach verankern sie die Gegenwart in der Tiefe einer Vergangenheit, die unbestreitbar und unvordenklich sein soll. Faktisch aber werden Genea­logien von der jeweiligen Jetztzeit her konstruiert, so dass die Vergangenheit, nicht die Gegen­wart als abhängige Variable zu gelten hat. In diesem Sinn hat sich auch die Moderne mit genealogischen Selbsterzählungen versehen. Sie porträtiert sich darin wahlweise als eine Epoche, die von ihren Ursprüngen wegstrebt und mit ihnen bricht, oder als eine ursprungs­vergessene, des Ursprünglichen verlustig gegangene Phase der Menschheitsentwicklung. Die letztere, pessimistischere Version ist durch Begriffe der Krise, der Entzauberung und – neuerdings – der Kontingenz gekennzeichnet. Anders als Genealogien dies gemeinhin tun, scheint sie weniger auf Geltungssicherung als auf die Delegitimation der eigenen Zeit ab­zuzielen.

Das Anliegen des Vortrags wird darin bestehen, der Eigenlogik solcher genealogischer Kon­struktionen nachzuspüren. Dabei wird insbesondere die Frage zu stellen sein, warum es für die Modernen unserer Tage so wichtig ist, ihre Lebensverhältnisse als „kontingent“ zu be­schreiben.

Albrecht Koschorke "Hegel und wir"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 14.01.2015

09.00–12.00 Uhr, A3 1-109

Diskussionsgrundlage: Auszüge aus dem Manuskript „Hegel und wir“ (erscheint 2015 bei Suhrkamp: http://www.suhrkamp.de/buecher/hegel_und_wir-albrecht_koschorke_58620.html).

Gegenstand des Workshops sind Überlegungen zu einer von Hegel her gedachten "Genealogie der Gegenwart“, die Albrecht Koschorke in seinen Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2013 formuliert hat. Unter dem Titel „Hegel und wir“ erscheint im kommenden Frühjahr bei Suhrkamp eine darauf aufbauende Monographie, deren Auszüge als Grundlage des Workshops dienen.

Zielgruppe: Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums. Freie Plätze werden an interessierte KollegInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben (bitte mit Rea Kodalle Rücksprache halten).

Veranstaltungen 2014

Nicolai Hannig "Bilder des Unheils. Zum Umgang mit Naturgefahren seit 1800"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 02.12.2014

Naturgefahren und Risiken sind ein fester Bestandteil der gesamten Menschheitsgeschichte. Der Schutz vor diesen Extremsituationen, deren Bewältigung, aber auch Überwältigung gehören seit jeher zu den Bedingungen gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Zulauf auf die Gegenwart vermag der Mensch jedoch immer weniger selbst für seinen Schutz zu sorgen, sondern überantwortet dies entsprechenden Einrichtungen. Der menschliche Wunsch nach Vorsorge veränderte sich und mit ihm die Ansprüche an staatliche Maßnahmen und Garantien. Gleichsam richtete sich die gesellschaftliche und individuelle Beziehung zur Natur neu aus: Neue Formen der Bewirtschaftung von Ängsten entstanden, die sich in immer neuen technischen Vorkehrungen, Schutzkommissionen, Versicherungsprodukten und Notfallreserven niederschlugen.
Die Herstellung von Sicherheit, die Suche nach Schutz und das präventive Handeln sind dabei als Variationen ein und derselben Haltung gegenüber der Zukunft zu denken, die man nicht mehr passiv auf sich zukommen ließ, sondern aktiv zu bearbeiten versuchte. Der Vortrag spürt den menschlichen Umgangsformen mit Naturgefahren nach und rückt dabei zeitgenössische Bildwelten seit 1800 in den Vordergrund.

Zum Audiomitschnitt des Vortrags von Dr. Nicolai Hannig

 

Nicolai Hannig "Vorsorgen als Kontingenzbewältigung. Perspektiven und Probleme einer Genealogie der Prävention"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 03.12.2014

10.00–13.00 Uhr, A3 1-109
Diskussionsgrundlage: Nicolai Hannig: Die Suche nach Prävention. Naturgefahren im 19. und 20. Jahrhundert, erscheint in: Historische Zeitschrift 298 (2014).

Die Teilnehmer erwartet eine Auseinandersetzung über Formen moderner Prävention und Vorsorge, diskutiert am Beispiel des Umgangs mit Naturgefahren im 19. und 20. Jahrhundert. Und dabei wird sich zeigen, dass Prävention nicht immer das Allheilmittel, sondern häufig umstritten war. Damit verbunden war ein Wandel in der Sicht auf die Zukunft, die man eben nicht mehr passiv auf sich zukommen, sondern aktiv bearbeiten zu versuchte.

Zielgruppe: Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums. Freie Plätze werden an interessierte KollegInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben (bitte mit Rea Kodalle Rücksprache halten).

TEXT und ANMELDUNG über wizegg@uol.de

Teresa Koloma Beck "Paradoxien des Pazifismus. Gewalt und Gewaltverbote in der Weltgesellschaft"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 18.11.2014

Gewaltlosigkeit gilt als Distinktionsmerkmal moderner aufgeklärter Gesellschaften. Diese Idee formuliert sich in der politischen Philosophie des 17./18. Jahrhunderts und gewinnt ab dem späten 19. Jahrhundert auch in der Praxis der Politik an Bedeutung. Inzwischen ist das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu einer universale Gültigkeit beanspruchenden Norm geworden. Offensichtlich jedoch hat die Institutionalisierung dieser Norm die Anwendung physischer Zwangsmittel in Konflikten nicht zum Verschwinden gebracht. Allerdings hat sie die Bedingungen der Entstehung und Reproduktion von Gewaltkonflikten verändert. Denn die universalistische Norm der Gewaltlosigkeit macht die Gewalt selbst zu Skandal und führt dazu, dass Konflikte, in denen Gewalt beobachtet wird, in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erregen. Der Vortrag rekonstruiert diese Dynamiken in theoretischer und empirischer Perspektive und diskutiert deren bisweilen paradoxen Effekte.

Zum Audiomitschnitt des Vortrags von Dr. Teresa Koloma Beck

Teresa Koloma Beck "Jenseits des methodologischen Pazifismus. Zum Gewaltverhältnis der Gesellschaftswissenschaften"

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 19.11.2014

9.00–13.00 Uhr, A3 1-109
Diskussionsgrundlage:
Teresa Koloma Beck: Jenseits des Ausnahmezustands: Veralltäglichungsprozesse im Bürgerkrieg (Manuskript eines Vortrags auf dem 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Plenum 1 »Krieg und Gewalt«, 7. Oktober 2014 in Trier)

Gewaltlosigkeit gilt als Distinktionsmerkmal moderner aufgeklärter Gesellschaften. Diese Idee formuliert sich in der politischen Philosophie des 17./18. Jahrhunderts und gewinnt ab dem späten 19. Jahrhundert auch in der Praxis der Politik an Bedeutung. Inzwischen ist das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu einer universale Gültigkeit beanspruchenden Norm geworden. Offensichtlich jedoch hat die Institutionalisierung dieser Norm die Anwendung physischer Zwangsmittel in Konflikten nicht zum Verschwinden gebracht. Allerdings hat sie die Bedingungen der Entstehung und Reproduktion von Gewaltkonflikten verändert. Denn die universalistische Norm der Gewaltlosigkeit macht die Gewalt selbst zu Skandal und führt dazu, dass Konflikte, in denen Gewalt beobachtet wird, in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erregen. Der Vortrag rekonstruiert diese Dynamiken in theoretischer und empirischer Perspektive und diskutiert deren bisweilen paradoxen Effekte.

Webmastervbqf (mawdrta.e5mueller@uol.dead) (Stand: 06.09.2020)