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    Die Förderung von Diversität „ist eine Voraussetzung dafür, dass Studierende und Mitarbeitende ihr Potential entfalten können, dass Denkprozesse jenseits etablierter Pfade angestoßen werden", sagt Vizepräsidentin Annett Thiele. Foto: Adobe Stock/freshidea

  • Porträtfoto von Annett Thiele

    Annett Thiele ist seit Januar 2020 Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Foto: Universität Oldenburg/Daniel Schmidt

Vielfalt gestalten

Die Universität Oldenburg nimmt derzeit am Diversity Audit des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft teil. Ziel ist es, Vielfalt und Chancengerechtigkeit noch stärker zu fördern als bisher, so Vizepräsidentin Annett Thiele im Interview.

Die Universität Oldenburg nimmt derzeit am Diversity Audit des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft teil. Ziel ist es, Vielfalt und Chancengerechtigkeit noch stärker zu fördern als bisher, so Vizepräsidentin Annett Thiele im Interview.

Frau  Thiele, Diversität ist ein Begriff, über den derzeit viel gesprochen wird. Was verstehen Sie darunter?

Diversität bedeutet Vielfalt, gemeint ist die Vielfalt der Persönlichkeiten und Lebensumstände an einer Institution wie der Universität. Teil dieser Vielfalt sind beispielsweise Migrationshintergründe, Beeinträchtigungen, geschlechtliche Identitäten ebenso wie unterschiedliche soziale Herkünfte. Diese sozialen Dimensionen bereichern die Gemeinschaft, erfordern manchmal einen bestimmten Unterstützungsbedarf, aber vor allem erfordern sie die Veränderung von Strukturen dahingehend, dass gleiche Teilhabemöglichkeiten geschaffen werden.

Wie vielfältig ist die Universität Oldenburg denn?

Die Universität ist von großer gesellschaftlicher Vielfalt gekennzeichnet. Wir haben rund 2.500 Beschäftigte und 16.000 Studierende, darunter zum Beispiel mehr als 1.000 internationale Studierende und viele mit Berufserfahrung. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte, ihre persönlichen Erfahrungen und Perspektiven mit ein. In Vorlesungen, Laboren, Seminaren und Büros kommen Personen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen – Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, unterschiedlicher Nationalität oder Bildungsherkunft. Diese Vielfalt wollen wir in den Blick nehmen, um so beispielsweise sozialen Ungleichheiten im Studien- und Arbeitsalltag entgegenzuwirken.

Welche Rolle spielt das Diversitätsaudit dabei?

Vom Diversity Audit des Stifterverbands verspreche ich mir zwei grundlegende Dinge: Zum einen mehr Sensibilität für das Thema Diversität an der Universität. Zum zweiten erwarte ich, dass durch das Audit strukturelle Veränderungen auf den Weg gebracht werden, um Diversität langfristig und nachhaltig zu fördern und Benachteiligungen entgegenzuwirken.

Wie läuft das Audit ab?

Zum Auftakt des Audits gab es im Oktober ein Forum des Stifterverbands, bei dem die Auditorin für die Universität Oldenburg ausgewählt wurde. Unsere Auditorin Dr. Daniela de Ridder ist sehr erfahren, sie hat schon 21 Auditierungsprozesse begleitet. Bei diesem ersten Treffen haben wir außerdem andere Universitäten und Fachhochschulen und deren Themen kennengelernt, was sehr interessant war. Im Februar wollen wir gemeinsam mit Daniela de Ridder erste Prioritäten setzen, um eine an den Bedarfen der Universität Oldenburg ausgerichtete Diversitätsstrategie zu entwickeln. Mitte März findet dann eine Kick-Off-Veranstaltung statt. Daran nehmen Hochschulmitglieder aus unterschiedlichen Statusgruppen sowie Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Diversitätsbereichen teil, also beispielsweise Schwerbehindertenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte und Mitglieder des Personalrats. Gemeinsam arbeiten dann alle daran, Diversitätsziele festzulegen, die Strategie zu entwickeln und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Schließlich bilden sich Projektgruppen, die in den einzelnen Themenfeldern weiterarbeiten. Mitte 2022 soll die Diversitätsstrategie beschlossen werden.

Warum ist für eine Hochschule wie die Universität Oldenburg wichtig, Diversität zu fördern?

Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Studierende und Mitarbeitende ihr Potential entfalten können, dass Denkprozesse jenseits etablierter Pfade angestoßen werden. Nur wenn es uns gelingt, die Bedarfe möglichst vieler Universitätsmitglieder zu berücksichtigen, eine umfassende Teilhabe zu ermöglichen und eine Kultur des Respekts und der Akzeptanz zu schaffen, können wir ideale Bedingungen zum Lehren, Lernen und Arbeiten gewährleisten. Dabei stehen wir natürlich nicht ganz am Anfang: Die Universität ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits viele Schritte in diese Richtung gegangen.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Im Bereich Service und Beratung verfügen wir über ein breites Erfahrungsspektrum, das unterschiedliche Diversitätsdimensionen und unterschiedliche Statusgruppen adressiert. Es gibt etwa die zentralen und dezentralen Gleichstellungsbeauftragten, den Familienservice, die Schwerbehindertenvertretung, entsprechende Vertreterinnen und Vertreter des Asta und des International Office, die conTakt Beratungsstelle bei Fragen zu sexualisierter Diskriminierung und Gewalt, es gibt studentische Hochschulgruppen und natürlich den Personalrat. Seit kurzem hat die Universität auch eine Inklusionsbeauftragte. Ich sehe eine wichtige Aufgabe darin, diese Beteiligten künftig besser zu vernetzen, damit zusätzliche Synergien entstehen.

Gibt es weitere Entwicklungen, auf die das Audit aufbauen kann?

Diversität ist bereits seit 2016 im Hochschulentwicklungsplan als strategisches Thema verankert. Auch der zentrale Gleichstellungsplan aus dem Jahr 2020 – also ganz frisch – unterstützt die Entwicklung zu einer universitätsweiten Diversitätsstrategie. Unser Leitbild für die Lehre aus dem Jahr 2019 begrüßt die Diversität der Mitglieder der Hochschule von der Studierendenschaft bis hin zu externen Gästen ebenfalls. Das alles bildet eine gute Grundlage für die Zukunft.

 

(Changed: 2021-04-22)