The dates and events shown here are dynamically displayed from Stud.IP.

Therefore, if you have any questions, please contact the person listed under the item Lehrende/DozentIn (Lecturersdirectly.

Event

4.03.9998 Ringvorlesung Philosophie: Wohin treibt die Bundesrepublik? Philosophieren in Deutschland seit 1945 -  


Event date(s) | room

  • Montag, 12.10.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 19.10.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 26.10.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 2.11.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 9.11.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 16.11.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 23.11.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 30.11.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 7.12.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 14.12.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 4.1.2027 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 11.1.2027 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 18.1.2027 14:00 - 16:00 | BIS - Saal
  • Montag, 25.1.2027 14:00 - 16:00 | BIS - Saal

Description

Mit Die Schuldfrage eröffnete Karl Jaspers existenzphilosophisch 1945 die mannigfaltigen Zeitdiagnosen der Nachkriegszeit. Nach diesen entwickelten sich verschiedene Denkschulen in der jungen Bundesrepublik, die jeweils Antwort auf die moderne Katastrophe suchten.
Martin Heidegger fasste erst verzögert wieder Fuß im akademischen Leben, wusste aber anzuziehen mit seiner esoterisch aufgeladenen Philosophie. Seine politische Haltung kritisierte Jürgen Habermas politisch scharf, als er sein intellektuelles Profil auszubilden begann. Der junge Habermas suchte bald die Nähe zur kommenden Frankfurter Schule, die mit der Dialektik der Aufklärung aus dem Exil zurückgekehrt war und mit ihrem sozialphilosophischen Denken den öffentlichen Diskurs prägen sollte. Auch Ernst Bloch gewann nach seinem Wechsel vom Osten in den Westen Deutschlands enorme Bedeutung für die 1968er Zeit.
Dagegen fand Hannah Arendt von New York aus mit ihrem antitotalitären Denken bis 1989 nur begrenzt Widerhall, zumal sie sich schulisch unabhängig hielt. Parallel provozierte Karl Popper von England her die utopistischen Bewegungen mit seinem kritischen Rationalismus, den seine Schüler bisweilen dogmatisch vertraten. Mit dem auratischen Erbe Ludwig Wittgensteins wuchs vom angelsächsischen Raum her auch der Einfluss der Analytischen Philosophie.
In Deutschland bildete Joachim Ritter eine liberalkonservative Tradition. Anders als Helmuth Plessner in seiner Philosophischen Anthropologie fragt sie nach dem Menschen, der mit seinem exzeptionellen Bewusstsein der vielfach determinierten Lebenswelt begegnen muss. In der Nachfolge der hermeneutischen Tradition Hans-Georg Gadamers suchte Dieter Henrich das Philosophieren im Anschluss an den Idealismus in eine Konstellationsforschung zu überführen, um den Einzelnen ins Denken zu ziehen.

Lecturers

Study fields

  • Studium generale / Gasthörstudium

SWS
--

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Mit Die Schuldfrage eröffnete Karl Jaspers existenzphilosophisch 1945 die mannigfaltigen Zeitdiagnosen der Nachkriegszeit. Nach diesen entwickelten sich verschiedene Denkschulen in der jungen Bundesrepublik, die jeweils Antwort auf die moderne Katastrophe suchten. Martin Heidegger fasste erst verzögert wieder Fuß im akademischen Leben, wusste aber anzuziehen mit seiner esoterisch aufgeladenen Philosophie. Seine politische Haltung kritisierte Jürgen Habermas politisch scharf, als er sein intellektuelles Profil auszubilden begann. Der junge Habermas suchte bald die Nähe zur kommenden Frankfurter Schule, die mit der Dialektik der Aufklärung aus dem Exil zurückgekehrt war und mit ihrem sozialphilosophischen Denken den öffentlichen Diskurs prägen sollte. Auch Ernst Bloch gewann nach seinem Wechsel vom Osten in den Westen Deutschlands enorme Bedeutung für die 1968er Zeit. Dagegen fand Hannah Arendt von New York aus mit ihrem antitotalitären Denken bis 1989 nur begrenzt Widerhall, zumal sie sich schulisch unabhängig hielt. Parallel provozierte Karl Popper von England her die utopistischen Bewegungen mit seinem kritischen Rationalismus, den seine Schüler bisweilen dogmatisch vertraten. Mit dem auratischen Erbe Ludwig Wittgensteins wuchs vom angelsächsischen Raum her auch der Einfluss der Analytischen Philosophie. In Deutschland bildete Joachim Ritter eine liberalkonservative Tradition. Anders als Helmuth Plessner in seiner Philosophischen Anthropologie fragt sie nach dem Menschen, der mit seinem exzeptionellen Bewusstsein der vielfach determinierten Lebenswelt begegnen muss. In der Nachfolge der hermeneutischen Tradition Hans-Georg Gadamers suchte Dieter Henrich das Philosophieren im Anschluss an den Idealismus in eine Konstellationsforschung zu überführen, um den Einzelnen ins Denken zu ziehen.

Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Der Ablaufplan ist abrufbar unter: https://uol.de/gasthoerstudium/veranstaltungsangebote-fuer-gasthoerende/ringvorlesung-philosophie

(Changed: 24 Jun 2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p28463en
Zum Seitananfang scrollen Scroll to the top of the page