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4.03.9998 Ringvorlesung Philosophie: "Größeres wolltest auch du" - Kreativität und Krankheit seit Hölderlin -

Event date(s) | room
- Montag, 13.4.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 20.4.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 27.4.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 4.5.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 11.5.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 18.5.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 1.6.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 8.6.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 15.6.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 22.6.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 29.6.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
- Montag, 6.7.2026 14:00 - 16:00 | BIS - Saal Bibliothek
Lecturers
Tutor
Study fields
- Studium generale / Gasthörstudium
SWS
2
Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja
Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Die modernen Versuche, Kreativität und Krankheit zusammen zu denken, sah Karl Jaspers als Herausforderung: „Die Pathographie ist eine heikle Sache.“ Der Philosoph hat selbst mit Strindberg und van Gogh vor hundert Jahren Fallgeschichten zwischen Psychiatrie, Literatur und Kunst vorgelegt, die Friedrich Hölderlin zur legendären Gestalt erhoben. Das psychische Leiden hatte seine Verse noch tiefgründiger werden lassen. Fünfzig Jahre später wurde der Dichter zur Ikone der Antipsychiatrie, die in seinem Wahnsinn der Gesellschaft den Spiegel vorhielt.
Sigmund Freud entwickelte exemplarisch am Moses des Michelangelo psychoanalytische Ideen zur Kreativität. Friedrich Nietzsche war sein genialer Vorgänger im psychodynamischen Denken, der zuletzt selbst als Autor des Antichrist dem Wahnsinn verfiel. Thomas Mann folgte bis zuletzt seinen Spuren in der deutschen Geschichte, ergriffen von Melancholie. Von daher erscheint Rainer Maria Rilke heute als zeitdiagnostisch sensibler Dichter der Angst. Psychosomatisch erkundete Viktor von Weizsäcker den Schmerz, ihm nahe auch der Schriftsteller Ernst Jünger.
Wie die Entstehung bleibender Worte und Ideen bei seelisch Kranken pragmatisch zu denken ist, skizzierte klassisch William James, beeindruckt von Tolstoi und Nietzsche. Franz Kafka umriss dies Rätsel nicht nur im Tagebuch luzide. Unica Zürn lebte und starb an den Abgründen literarischer und bildender Kunst. Ingeborg Bachmann blieb am Rande der europäischen Gesellschaft eine widerspenstige Künstlerin, deren Werk bis zur Selbstzerstörung reichte. Dass die kreativen Kräfte durch den Zufall der Krankheit enorm stimuliert werden, ist das Erbe der klassischen Moderne in Roman, Essay und Poesie. Dies wusste auch Virginia Woolf, die heute repräsentativ für Dichterinnen steht, welche auf wunderbare Weise den unglücklichen Verlust von Gesundheit in literarisches Glück zu verwandeln vermögen.
Hinweise zur Teilnahme für Gasthörende
Wenn Sie die Vortragsreihe gerne vor Ort besuchen möchten, wählen Sie bei der Anmeldung bitte die Veranstaltungsnummer 4.03.9998, damit wir für Sie einen Platz reservieren können und die maximale Teilnehmerzahl nicht überschreiten. Für die digitale Variante wählen Sie bitte die Veranstaltungsnummer 4.03.9998-online.
Info-Link
https://uol.de/gasthoerstudium/veranstaltungsangebote-fuer-gasthoerende/ringvorlesung-philosophie