Beratung & Kontakt

Can Eroglu
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Wissenschaftliche Koordination
Prof. Dr. Matthias Bormuth
Professur für Vergleichende Ideengeschichte am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Leitung der Karl Jaspers-Gesellschaft
Karl Jaspers-Haus
Unter den Eichen 22
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Ringvorlesung Philosophie
Die Ringvorlesung Philosophie ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Philosophie, dem C3L – Center für lebenslanges Lernen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Karl Jaspers-Gesellschaft.
Die Vorträge werden in der Universität gehalten und parallel online übertragen. Sie können sich somit aussuchen, ob Sie zur Universität kommen oder die Vorträge ganz bequem von zu Hause aus verfolgen. Mit diesem Format ermöglichen wir eine individuelle und ortsunabhängige Teilnahme.
Anmeldung: Für die Teilnahme ist eine Gasthörerschaft erforderlich. Wenn Sie die Vortragsreihe gerne vor Ort besuchen möchten, wählen Sie bei der Anmeldung bitte die Veranstaltungsnummer 4.03.9998, damit wir für Sie einen Platz reservieren können und die maximale Teilnehmerzahl nicht überschreiten. Für die digitale Variante wählen Sie bitte die Veranstaltungsnummer 4.03.9998-online.
Für die digitale Teilnahme benötigen Sie lediglich ein internetfähiges Endgerät. Die Veranstaltung wird über das Videokonferenzprogramm „BigBlueButton“ übertragen. Damit Sie teilnehmen können, erhalten Sie einige Tage vorher die Zugangsdaten sowie einen kurzen Leitfaden für die Nutzung des Systems per E-Mail. Eine spezielle Software ist für die Nutzung nicht erforderlich.
Sie haben an einem Termin keine Zeit? Kein Problem! Wir zeichnen alle Vorträge auf und stellen diese im Laufe der jeweiligen Woche per E-Mail bzw. über Stud.IP zur Verfügung. Somit verpassen Sie keinen Vortrag.
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Wintersemester 2026/27
Wohin treibt die Bundesrepublik?
Philosophieren in Deutschland seit 1945
Mit Die Schuldfrage eröffnete Karl Jaspers existenzphilosophisch 1945 die mannigfaltigen Zeitdiagnosen der Nachkriegszeit. Nach diesen entwickelten sich verschiedene Denkschulen in der jungen Bundesrepublik, die jeweils Antwort auf die moderne Katastrophe suchten.
Martin Heidegger fasste erst verzögert wieder Fuß im akademischen Leben, wusste aber anzuziehen mit seiner esoterisch aufgeladenen Philosophie. Seine politische Haltung kritisierte Jürgen Habermas politisch scharf, als er sein intellektuelles Profil auszubilden begann. Der junge Habermas suchte bald die Nähe zur kommenden Frankfurter Schule, die mit der Dialektik der Aufklärung aus dem Exil zurückgekehrt war und mit ihrem sozialphilosophischen Denken den öffentlichen Diskurs prägen sollte. Auch Ernst Bloch gewann nach seinem Wechsel vom Osten in den Westen Deutschlands enorme Bedeutung für die 1968er Zeit.
Dagegen fand Hannah Arendt von New York aus mit ihrem antitotalitären Denken bis 1989 nur begrenzt Widerhall, zumal sie sich schulisch unabhängig hielt. Parallel provozierte Karl Popper von England her die utopistischen Bewegungen mit seinem kritischen Rationalismus, den seine Schüler bisweilen dogmatisch vertraten. Mit dem auratischen Erbe Ludwig Wittgensteins wuchs vom angelsächsischen Raum her auch der Einfluss der Analytischen Philosophie.
In Deutschland bildete Joachim Ritter eine liberalkonservative Tradition. Anders als Helmuth Plessner in seiner Philosophischen Anthropologie fragt sie nach dem Menschen, der mit seinem exzeptionellen Bewusstsein der vielfach determinierten Lebenswelt begegnen muss. In der Nachfolge der hermeneutischen Tradition Hans-Georg Gadamers suchte Dieter Henrich das Philosophieren im Anschluss an den Idealismus in eine Konstellationsforschung zu überführen, um den Einzelnen ins Denken zu ziehen.
Vortragsplan
Montags, 14:15 – 15:45 Uhr
Bibliothekssaal der Universität
| 12. Oktober 2026 Deutsche Schuld und moderne Katastrophe Zeitdiagnosen nach Karl Jaspers Prof. Dr. Matthias Bormuth (Oldenburg) |
| 19. Oktober 2026 Seinsverlassenheit und Machenschaften Martin Heidegger kehrt zurück Prof. Dr. Manfred Geier (Hamburg) |
| 26. Oktober 2026 Ein beunruhigender Geist im Diskurs Der junge Habermast Dr. Roman Yos (Leipzig) |
| 02. November 2026 Eine kritische Theorie der Gesellschaft Gibt es eine Frankfurter Schule? Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm (Oldenburg) |
| 09. November 2026 Totalitarismus und politische Theorie Hannah Arendt als Denkerin Prof. Dr. Grit Straßenberger (Bonn) |
| 16. November 2026 Eine liberalkonservative Bundesrepublik Joachim Ritter und seine Schüler Prof. Dr. Mark Schweda (Oldenburg) |
| 23. November 2026 Das Prinzip Hoffnung Ernst Bloch zwischen Ost und West Dr. Ulrich von Bülow (Marbach) |
| 30. November 2026 Der Positivismusstreit in der Philosophie Karl Popper kontrovers Prof. Dr. Manfred Geier (Hamburg) |
| 07. Dezember 2026 Wohin treibt die Bundesrepublik? Karl Jaspers um 1968 Dr. Bernd Weidmann (Heidelberg) |
| 14. Dezember 2026 Aufklärung und dialektisches Denken Theodor W. Adorno im Kontext Prof. Dr. Gesa Wellmann (Oldenburg) |
| 04. Januar 2027 Ins Denken ziehen Dieter Henrich und die Konstellationsforschung Prof. Dr. Manfred Frank (Tübingen) |
| 11. Januar 2027 Wovon man nicht sprechen kann Ludwig Wittgenstein und die Analytische Philosophie Prof. Dr. Manfred Geier (Hamburg) |
| 18. Januar 2027 Philosophische Anthropologie Helmuth Plessners Vermächtnis Prof. Dr. Carola Dietze (Jena) |
| 25. Januar 2027 Es musste etwas besser werden... Ein letztes Gespräch mit Jürgen Habermas Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm (Oldenburg) |