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Administrative Staff

Rita Bartels
Kurt-Simon Eggert
Christina Melon
Keti Antadze-Tamminga (EMMIR)
Martina Henschel-Roth (EMMIR)
Heike Hillmer (currently on leave)
Stefanie Lefherz (currently deputised to the staff council)

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Institute for English and American Studies

Our department offers a diverse range of degree programmes that enable our students to follow their own interests in both research and teaching and to go on to be successful in a wide variety of academic careers and professions. In addition, the department also coordinates the EMMIR programme - European Master in Migration and Intercultural Relations.

Students enrolling in our Bachelor and Master programmes have the opportunity to study the languages, literatures and cultures of the Anglophone world and to acquire the didactic methods and language competence required to teach these subjects.

In addition to instruction in the basic linguistic, literary and cultural theories, the various sections of our department specialize in a number of topical issues from different academic subfields.

With approximately 1000 students and a current staff of 20 permanent professors and lecturers, our department provides a close-knit atmosphere and the opportunity for individual mentoring and supervision. Its compact size encourages an active student life, with the student union organizing socials, both on and off campus.

Nachruf für Dr. Richard Stinshoff

Dr. Richard Stinshoff ist am 20. Dezember 2025 im Alter von 81 Jahren verstorben. 

Richard Stinshoff war ein tragendes Mitglied des Instituts für Anglistik und Amerikanistik. Er hat das Institut, dem er von 1982 bis 2009 zunächst als Akademischer Rat und Oberrat und dann als Akademischer Direktor angehörte, über lange Zeit mitgestaltet. Dabei hatte er auch großen Anteil an der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Oldenburger Anglistik und Amerikanistik. 

Nach seinem Studium an den Universitäten Münster und Wien und seiner Promotion im Jahr 1974 an der Universität Bremen war er zunächst Studiengangsplaner für Literatur- und Sprachwissenschaften an der Universität Oldenburg, wechselte 1982 in das Institut für Anglistik und Amerikanistik und leitete das Sprachenzentrum der Universität seit dessen Gründung im Jahr 1995 bis 2009.

Im Institut für Anglistik und Amerikanistik hat Richard Stinshoff vor allem den Bereich der Cultural Studies geprägt. In einer Vielzahl von Forschungsbeiträgen publizierte er zur Kultur- und Sozialgeschichte Englands und teilweise auch der USA sowie zu dem schon immer komplexen Verhältnis Englands bzw. Großbritanniens zum europäischen Kontinent; er begleitete die aktuellen politischen und sozialen Entwicklungen und Problemlagen in Großbritannien von den Thatcher-Jahren und dem Aufstieg von „New Labour“ bis zu den vielfältigen Verschiebungen im Verhältnis der vier Nationen, die das Vereinigte Königreich bilden. Neun von ihm herausgegebene oder mitherausgegebene Bücher sowie zahlreiche Buchbeiträge und Zeitschriftenaufsätze hat er diesen Themen gewidmet. Mehrfach hatte er Gastprofessuren an der University of South Dakota in den USA inne und forschte in diesem Zusammenhang auch zur Geschichte der Beziehungen zwischen Native Americans und der US-amerikanischen Expansion nach Westen. 

In der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Großbritannienforschung (German Association for the Study of British History and Politics) war Stinshoff aktives Mitglied und Beiträger. In der German Association for the Study of British Cultures (kurz: „BritCult“), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für British Studies in Deutschland, arbeitete er seit ihrer Gründung mit, und war von 2004 bis 2007 deren Vorsitzender. In den Jahren 1994 und 2008 holte er als Mitorganisator die Jahrestagung der BritCult nach Oldenburg und trug wesentlich zu den daraus resultierenden Publikationen bei. 

Von den je aktuellen Schnittstellen britischer Politik und Kultur über das britische Kanalnetzwerk in seinen Bezügen zu Industrielandschaften und Industrialisierung bis hin zu den „Casino Indians“ – im Kern von Stinshoffs kulturwissenschaftlichen Forschungen stand häufig die Beschäftigung mit praktischen und materiellen Aspekten, mit den Mechanismen und Funktionszusammenhängen kultureller Prozesse, verbunden mit den kulturellen Dimensionen von Strukturen und Infrastrukturen. The Workings of the Anglosphere ist nicht zuletzt aus diesem Grund der Titel einer Festschrift, die von seinen Oldenburger Kolleg*innen 2009 aus Anlass seines 65. Geburtstags und Versetzung in den Ruhestand veröffentlicht wurde, und in der sich zu dieser Thematik Beiträge von 25 Weggefährt*innen und Kooperationspartner*innen aus den Oldenburger, den deutschen, sowie den britischen und US-amerikanischen British and American Studies versammeln. 

Sein Interesse an kulturellen Praxisformen und Funktionszusammenhängen war nicht nur in der Forschung spürbar, sondern auch in seinem Engagement in der Lehre und in der akademischen Selbstverwaltung am Institut und in der Universität. Richard Stinshoff stellte seine Kraft unermüdlich in den Dienst des Instituts, das er zeitweise auch als Direktor leitete. Er war lange Mitglied im Fakultätsrat, zeitweise auch im Senat der Universität, und stellte in seiner Gremienarbeit immer die Sache und das Gesamtwohl über die eigenen Interessen. Richard Stinshoff war immer da, wenn es darauf ankam. So konnte er während des Generationenwechsels, den das Institut im letzten Jahrzehnt seiner Berufstätigkeit erlebte, als integrative und konstruktive Präsenz wirken, die Erneuerung von Strukturen ermöglichen und begleiten, und auf diese Weise dazu beitragen, den Grundstein für die erfolgreiche Arbeit des Instituts in den vergangenen Jahrzehnten zu legen. 

Als 1995 die Fremdsprachenkurse der Universität zentral organisiert und strukturiert werden sollten, wurde Richard Stinshoff als erfahrender Planer in der Fakultät zum Leiter des Sprachenzentrums. Er hat das Sprachenzentrum bis zu seiner Pensionierung 2009 geleitet und das Angebot der Deutschkurse mit den Fremdsprachenkursen zusammen durch die Einführung des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen geführt, die Angebote im Zuge der Umstellung auf BA/MA im Rahmen des Bologna-Prozesses modularisiert und standardisiert, und hat sich um die kontinuierliche Akquise von Lehrkräften für die Fremdsprachen und für Deutsch als Fremdsprache gekümmert. Es ist ihm dabei gelungen, die Qualität der Lehre am Sprachenzentrum kontinuierlich zu verbessern, die Prüfungen über die Sprachen hinweg transparent zu standardisieren und allen Mitgliedern der Universität Zugang zu einem breiten Sprachangebot zu sichern, welches ihnen bis heute Mobilitäten in die ganze Welt ermöglicht. 

Als zugewandter, fairer und beliebter Lehrender begeisterte Richard Stinshoff Generationen von Studierenden für die British Studies und auch die American Cultural Studies. Er warb finanzielle Unterstützung ein, um mit Studierenden Exkursionen z.B. auf dem nordenglischen Kanalsystem oder über die Rocky Mountains auf den Spuren der berühmten Lewis & Clarke Expedition zu unternehmen – die wissenschaftlichen und künstlerischen Erträge einiger dieser Reisen führten schließlich auch zu kleineren Publikationen, an denen auch Studierende beteiligt waren. Bis zu seinem Tod war Richard Stinshoff noch aktiv in der Forschung und blieb dem Institut noch bis 2024 auch als Lehrbeauftragter verbunden, der Studierende mit immer aktuellen Themen zu begeistern wusste. 

Mit Richard Stinshoff verliert die Universität eine für die Gestaltung der Universität seit ihren Anfängen bedeutende Persönlichkeit. Er war seiner Universität 50 Jahre lang zugewandt, hat unzähligen Studierenden die anglophone Welt nahegebracht und durch seine Forschung an der Ausprägung der Cultural Studies in politisch-historischer Ausprägung nicht nur in Oldenburg, sondern in deutschlandweitem und internationalem Kontext mitgewirkt. Er war vielen Kolleg*innen, sowohl im Institut für Anglistik und Amerikanistik als auch am Sprachenzentrum, Vorbild, Mentor und vor allem Freund. Er wird uns fehlen.

Für das Institut für Anglistik und Amerikanistik und für das Sprachenzentrum,

Martin Butler, Maike Engelhardt, Anton Kirchhofer

Nachruf für Dr. Jens-Ulrich Davids

Dr. Jens-Ulrich Davids, bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2006 akademischer Oberrat und Anglist am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Oldenburg, ist nach langer Krankheit im März 2023 verstorben.

Davids studierte Anglistik, Germanistik und empirische Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen, wo er 1969 promovierte. Danach arbeitete er für drei Jahre als Professor of German am Indian Institute of Technology im damaligen Madras (heute Chennai).

1974 übernahm Davids eine akademische Ratsstelle für Landeskunde und Literaturwissenschaft und prägte das kulturwissenschaftliche Profil der Oldenburger Anglistik von Anfang an mit. Durch seine Publikationen und Projekte beeinflusste er den „cultural turn“ in der Landeskunde hin zu den British Studies in Forschung und Lehre auch weit über Oldenburg hinaus. In der Oldenburger Anglistik schlug sich dies nicht zuletzt in einem vom British Council über nahezu ein Jahrzehnt finanziell geförderten exemplarischen British Studies Teilcurriculum nieder, das er gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Richard Stinshoff entwickelte und das zahlreichen Instituten bzw. Seminaren für Anglistik in Deutschland beispielgebend wurde. So konnte Studierenden des Fachs regelmäßig Workshops mit britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie themenbezogen vorbereitete Exkursionen in unterschiedliche Regionen des United Kingdom angeboten werden. Darüber hinaus konnten sogar mehrwöchige studentische Forschungsaufenthalte im United Kingdom für einschlägige Examensarbeiten beratend und finanziell unterstützt werden.

Daneben beschäftigte Davids sich am Beispiel der Literatur postkolonialer anglophoner Minoritäten im United Kingdom mit Fragen von Identität und Orientierung unter den Bedingungen kultureller Globalisierung. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine vielfältige Theaterarbeit: Unter seiner Regie begeisterte die studentische Sideways Theatre Company seit 1990 ein wachsendes Publikum innerhalb und außerhalb der Universität mit ihren Produktionen neuerer und neuester britischer Stücke.

Nach seinem Eintritt in den Ruhestand widmete sich Davids seinen literarischen und künstlerischen Interessen: Er malte, schrieb Romane, Kurzgeschichten und Gedichte und wurde mit vielen Lesungen und öffentlichen Auftritten in der Kulturszene Bremens und darüber hinaus ein bis zuletzt bekannter und geschätzter Autor. 

 

Richard Stinshoff

(Changed: 23 Mar 2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p396en
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