Am Freitag, 18.09.2026 um 14:30 Uhr hält
Lorenz Gillner, Universität Wismar
im Rahmen seiner beabsichtigten Dissertation einen Vortrag mit dem Titel
Verlässliche Methoden auf Grafikprozessoren im Kontext energietechnischer Systeme
Der Vortrag findet hybrid statt.
IQON, Industriestr. 11, Raum 1-Meet und https://us02web.zoom.us/j/2972318676?pwd=dmVIZjBOM2ltYjRNYkduS2JXYUJaUT09
Der Vortrag erfolgt in deutscher Sprache.
Abstract:
Unsicherheiten sind im wissenschaftlichen Rechnen allgegenwärtig. Von Messungenauigkeiten über
Modellunsicherheit bis zum Diskretisierungsfehler durch den Einsatz von Computern mit endlicher
Präzision beeinflusst die Unsicherheit die Verlässlichkeit computergestützter Berechnungen. Eine höhere
Verlässlichkeit kann erreicht werden, indem Unsicherheiten als Teil des Systems betrachtet werden.
Mengenbasierte Techniken, wie Intervallmethoden, ermöglichen Berechnungen mit unsicherheitsbehafteten
Größen, die dennoch verifiziert sind. Gleichzeitig fördern wachsende Anforderungen an Computersysteme
einen Wandel der traditionellen Rechnerarchitektur und ermöglichen damit neue Lösungsansätze zur
Problembewältigung. Grafikprozessoren (GPUs) beispielsweise finden längst nicht mehr ausschließlich im
Bereich der Computergrafik Anwendung. Dank ihrer Fähigkeit zur hardwaregestützten Beschleunigung
parallelisierbarer Arbeitsschritte haben sie sich zu einem festen Bestandteil moderner heterogener
Hochleistungsrechnersysteme weiterentwickelt. Allerdings sind Berechnungen auf Co-Prozessoren wie
GPUs weitestgehend nicht verifiziert. Dabei müssen etablierte Software und Algorithmen unter einem neuen
Blickwinkel betrachtet werden, um einen rechnerischen Vorteil zu erzielen—sowohl hinsichtlich der
Problemkomplexität als auch der Effizienz der Lösung. Ziel dieses Promotionsvorhabens ist die Anwendung
GPU-beschleunigter Intervallmethoden zur verlässlichen Simulation und Optimierung dynamischer
Systeme. Dieser Vortrag widmet sich der Weiterentwicklung herkömmlicher Intervall-Software für
heterogene Rechnersysteme und zeigt, wie der Einsatz der GPU den praktischen Hürden der
Intervallmethoden entgegenwirken kann. Die entwickelten Methoden werden am Beispiel der
Parameterschätzung einer Batteriezelle auf ihre Praxistauglichkeit getestet.
Betreuer*innen: Prof. Dr.-Ing. habil. Andreas Rauh (UOL) und Prof. Dr. rer. nat. habil. Ekaterina Auer (HS Wismar)