Dr. Piero Bellanova ist auf die Professur „Küste im Anthropozän“ am Standort Wilhelmshaven des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) berufen worden. Zuvor lehrte und forschte er an der RWTH Aachen.
Bellanova studierte Geowissenschaften an der Universität Münster und promovierte 2019 in Aachen über organisch-geochemische Spuren von Tsunami-Ablagerungen. Seine Forschung an der Schnittstelle zwischen Land und Meer führte ihn seither unter anderem nach Japan, Hawaii, Spanien, Portugal, Chile und Griechenland.
Um heutige Küstenveränderungen zu verstehen und künftige prognostizieren zu können, untersucht Bellanova nacheiszeitliche Sedimentschichten – also Schichten kleinster Ablagerungen –, die ihm quasi als Archiv dienen. Dabei verbindet er eine hochauflösende Sedimentanalyse mit organischer und anorganischer Geochemie. Zudem stehen drei weitere Forschungsfelder im Mittelpunkt: die Naturgefahren- und Klimafolgenforschung, die komplexen Wechselwirkungen von Sedimenten mit der Umgebung sowie die Ausbreitung sedimentgebundener Schadstoffe und deren Folgen für Ökosysteme.