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Neue Großgeräte als Core Facilities für die Fakultät

Dermatologin Ulrike Raap und Anatomin Anja Bräuer haben erfolgreich DFG-Gelder eingeworben.

Dermatologin Ulrike Raap und Anatomin Anja Bräuer haben erfolgreich DFG-Gelder eingeworben.

Der medizinischen Forschung an der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften stehen zwei neue Geräte zur Verfügung: Es handelt sich um ein „Olympus FV3000 Konfokal Mikroskop mit FLIM/FCS Upgrade Kit“ und um ein zentrales Durchflusszytometer „Miltenyi Biotec, Typ: MACSQuant Tyto“ – ein spezielles Messgerät zur Analyse und Sortierung von Zellen. Das neue Mikroskop im Gesamtwert von 720.000 Euro ist speziell für die Bildgebung molekularer Prozesse an Membranen, wie zum Beispiel Protein-Protein oder auch Protein-Lipid-Interaktion von lebenden Zellen, sowie für Beobachtungen im tiefen Gewebe geeignet. Das Durchflusszytometer im Wert von 345.000 Euro ermöglicht nicht nur die Analyse von verschiedenen Zelltypen, sondern auch die Sortierung der Zellen, so dass diese anschließend genauer analysiert und funktionell charakterisiert werden können.

Das neue Mikroskop wird Prof. Dr. Anja Bräuer für verschiedene Forschungsprojekte in der Abteilung für Anatomie nutzen. Bräuer untersucht seit mehreren Jahren, wie Nervenfasern im Gehirn wachsen und welchen Einfluss die Fettstoffwechselvorgänge, der Lipidmetabolismus, und die Wechselwirkungen zwischen Fetten und Proteinen auf die Protein-Lipid-Interaktionen haben. In diesem Zusammenhang untersucht sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Abteilung für Anatomie eine noch wenig erforschte Klasse von Proteinen, die beim Entstehen von neuen Synapsen an den Nervenzellen im Gehirn, der Synaptogenese, eine wichtige Rolle spielen. Ein besseres Verständnis dieser molekularen Vorgänge könnte helfen, künftig neurodegenerative Krankheiten, wie beispielsweise Demenz, besser zu verstehen und zu behandeln.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulrike Raap untersucht unter anderem, eosinophile und basophile Granulozyten bei entzündlichen und mit Juckreiz assoizierten Hauterkrankungen, wie zum Beispiel der Neurodermitis. Für die funktionelle Charakterisierung dieser Zellen ist eine schonende Sortierung unter Beibehaltung der vollen Funktionalität entscheidend. Dies wird durch den neuen Zellsortierer ermöglicht, da dieser die Zellen in einer sterilen, geschlossenen Kartusche über ein Magnetventil auf einem Mikrochip mit einem nur sehr geringen Druck (3 PSI) sortiert. Genauere Einblicke in Eigenschaften und Interaktionen dieser Ziel-Effektorzellen werden helfen, neue Therapiestrategien für die Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen zu entwickeln.

Beide Geräte konnten dank der Förderung durch die DFG angeschafft werden und stehen weiteren interessierten Nutzerinnen und Nutzern der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, aber auch der anderen Fakultäten als Core Facility zur Verfügung.

Kontakt:

https://uol.de/cellsorting

(Stand: 09.06.2021)