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18. Juni 2026 062/26 Forschung
Science Slam und Open Science: Preisträger stehen fest
David Onnen gewinnt Science Slam/ Kinder zu Zugvogel-Expert*innen machen: Projekt „kids4kids“ ausgezeichnet
Oldenburg. Ein Projekt zur Zugvogelforschung ist am Mittwoch an der Universität Oldenburg mit dem Open Science Preis ausgezeichnet worden – und im selben Rahmen haben beim 14. Science Slam der Universität Oldenburg fünf Forschende ihre komplexe wissenschaftliche Arbeit unterhaltsam auf die Bühne gebracht.
Vom Publikum mit Applaus zum Sieger gekürt wurde David Onnen, Doktorand am Institut für Physik und am Zentrum für Windenergieforschung - ForWind. Der Slammer erhielt den Preis „Das Goldene Gehirn“, dotiert mit 500 Euro und gestiftet von der Graduiertenakademie der Universität. Mit seinem Thema „Das Sozialleben der Windräder. Eine literarische Spurensuche“ überzeugte Onnen die Menge auf besonders unterhaltsame und kreative Weise: etwa, indem er rappte und selbst verfasste Gedichte vortrug.
Zehn Minuten Zeit hatten die Slam-Teilnehmenden für ihre Kurzvorträge. Die 320 Gäste bewerteten diese mit Applaus in unterschiedlicher Intensität. Auch die anderen Beiträge waren auf sehr hohem Niveau und lagen bei der Wertung nah beieinander. So erfuhr das Publikum von Kristin Ohlmann, Doktorandin am Department für Medizinische Physik und Akustik, etwas darüber, wie lange ein Hörgerät rechnen darf. Simon Jacobsen, ebenfalls dort Doktorand, beschäftigte sich damit, wie sich Musikinstrumente heraushören lassen. Biologiestudent Gregor Wöhle berichtete davon, wie man mit Lego Leuchten erzeugt. Und Dr. Maximilian Pérez Prada, Physiker am Deutschen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt, ging der Frage nach, wie man kosmische Strahlung dafür nutzen kann, Container in Häfen zu durchleuchten.
Ein Highlight im Rahmenprogramm war das „Power-Point-Karaoke“. Dabei präsentierten zwei Professorinnen der Uni Oldenburg den Vortrag der jeweils anderen – ohne Vorbereitung und ohne vorab das Thema zu kennen. Prof. Dr. Stefanie Samida, eigentlich am Institut für Materielle Kultur zuhause, wagte sich in das Themenfeld moderner Sturzprävention bei älteren Menschen von Prof. Dr. Tanja Zieschang vom Department für Versorgungsforschung. Diese wiederum referierte gekonnt „Zur Alltäglichkeit des Materiellen. Von sichtbar-unsichtbaren Dauerbegleitern“.
Der Science Slam wurde organisiert vom Forschungszentrum Neurosensorik, der Graduiertenakademie und den Graduiertenschulen für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) sowie für Naturwissenschaft, Medizin und Technik (OLTECH). Die Preisverleihung haben zudem die Klaus Tschira Stiftung und die Universitätsgesellschaft (UGO) unterstützt.
Open Science-Preis für Pilotprojekt „kids4kids“
Die Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) verlieh im Rahmen der Veranstaltung außerdem den Open-Science-Preis, der mit 1.000 Euro dotiert ist. Damit ehrt die UGO seit 2023 Projekte und Initiativen an der Universität Oldenburg, die sich in ihrer Arbeit aktiv für eine transparente und öffentlich zugängliche Kommunikation von Forschungsergebnissen einsetzen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an das partizipative Pilotprojekt „kids4kids“ und einem interdisziplinären Team um die Zugvogelexpertin Prof. Dr. Miriam Liedvogel.
Schüler*innen aus Wilhelmshaven entwickeln in „kids4kids“ gemeinsam mit Forschenden eigene Wege, das Thema Vogelzug verständlich und kreativ an die Öffentlichkeit zu vermitteln. „Wir sprechen Kinder nicht nur als Zielgruppe an, sondern beziehen sie aktiv in die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte ein“, sagt Liedvogel. „Sie setzen sich dabei mit aktuellen Forschungsthemen auseinander, entwickeln ihren eigenen Fokus, stellen eigene Fragen und kommunizieren ihre Erkenntnisse in ihrer eigenen Sprache an andere Kinder weiter.“ Entstanden sind bereits eine mobile Ausstellung und ein Podcast, wofür die Kinder selbst Interviews führten und Inhalte gestalteten.
Die UGO-Jury lobte den vorbildlichen Ansatz des Projekts. „kids4kids“ zeige, „dass Wissenschaftskommunikation auch anders funktionieren kann: offen, partizipativ und nah an den Interessen junger Menschen“, begründete UGO-Vorsitzende Stefanie Abke die Entscheidung. „Kinder werden auf originelle Weise in hochrelevante Forschung aus Oldenburg eingebunden und selbst zu überzeugenden Vermittler*innen von Wissenschaft.“
Projektidee und Umsetzung stammen von der Evolutionsbiologin Dr. Miriam Liedvogel, Ornithologie-Professorin am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) der Universität Oldenburg und Direktorin des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“. Sie entwickelte „kids4kids“ in Zusammenarbeit mit Dr. Wiebke Endres, Studiendirektorin am Neuen Gymnasium in Wilhelmshaven mit Lehrauftrag an der Uni Oldenburg, und Wissenschaftskommunikatorin Dr. Sabrina Satzinger vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven. Gefördert wurde das Projekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Die daraus entstandene Ausstellung zum Vogelzug wird am Freitag, 19. Juni, 16.00 Uhr, am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven eröffnet, ehe Museen, andere Schulen oder Bildungsorte sie als Wanderausstellung buchen können – so auch in Oldenburg, wo die Ausstellung vom 5. bis 17. Oktober im Schlauen Haus (Schlossplatz 16) gastiert.
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Windräder, Hörakustik, leuchtendes Lego: Fünf Forschende traten beim Science Slam der Universität Oldenburg mit vielfältigen Themen aus der Wissenschaft gegeneinander an. Geslammt haben Kristin Ohlmann, Simon Jacobsen, David Onnen, Gregor Wöhle und Maximilian Pérez Prada. |
Doktorand David Onnen setzte sich durch und erhielt den Preis „Das Goldene Gehirn". Zum Sieg gratulierten ihm Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder und UGO-Vorsitzende Stefanie Abke. |
Erhielten für ihr Projekt „kids4kids“ den Open-Science-Preis: Prof. Dr. Miriam Liedvogel (v.r.), Dr. Sabrina Satzinger, Dr. Wiebke Endres (l.). UGO-Vorsitzende Stefanie Abke (2.v.l.) würdigte den vorbildlichen Ansatz in der Wissenschaftskommunikation. |
Kontakt
Dr. Nina Gaßmann, E-Mail: ; Prof. Dr. Miriam Liedvogel, E-Mail: