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Marc Wilken

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V04 1-133

Die Digitalisierung im Bereich der Medizin in Deutschland gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Die Akteure des Gesundheitswesens erheben für die Versorgung der Patienten routinemäßig große Datenmengen in digitaler Form. Die sekundäre Nutzung dieser Daten kann Vorteile für Forschung, Wissenschaft und Lehre bieten, z. B. durch beschleunigte Identifizierung von Patienten für Machbarkeitsanalysen oder Studienrekrutierung. Im Krankenhaus werden Routinedaten jedoch meist in einer Vielzahl von Subsystemen gespeichert, wodurch die Nutzung der Daten häufig einen hohen Ressourceneinsatz erfordert. Das Potenzial dieses Bereichs wurde erkannt und es werden viele Projekte in diesem Bereich politisch gefördert. Beispielweise wurde die gematik vom BMG mit der Entwicklung der elektronischen Patientenakte beauftragt, die Medizininformatik-Initiative (MI-I) vom BMBF gestartet und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) mit den spezialisierten Konsortien für NFDI4Health und NFDI4Medicine von der DFG ins Leben gerufen. Auch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ist mit dem Masterplan Digitalisierung in diesem Gebiet sehr aktiv.

An der medizinischen Fakultät der Universität Oldenburg wurde ein Projekt initiiert, um den Anforderungen durch diese Veränderungen zu begegnen und die Potentiale für die Forscher der medizinischen Fakultät nutzbar zu machen. Das Projekt „Oldenburger MeDIC“ nach Vorbild der Medizininformatik-Initiative soll die lokale Forschung am Standort Oldenburg unterstützen. Aufgebaut werden soll ein gemeinsames medizinisches Datenintegrationszentrum (MeDIC) für die Universität Oldenburg mit lokalen Komponenten in den vier beteiligten Krankenhäusern. Das Hauptziel dieses Projektes ist die Unterstützung von klinischer Forschung und Versorgung in Oldenburg basierend auf der Vereinfachung des Zugangs zu medizinischen Routinedaten. In diesem gemeinsamen Datenintegrationszentrum werden Strukturen zur Integration der Daten aller Oldenburger Universitätskliniken bereitgestellt. Diese werden zusammen mit den beteiligten Krankenhäusern organisatorisch und technisch abgestimmt.

Die Servicestelle Forschungsdatenmanagement koordiniert das Projekt und ist der zentrale Ansprechpartner für Forschungsanfragen der klinischen Forscher. Im Rahmen des Projekts werden an der UOL gemeinsame Infrastrukturkomponenten, wie z. B. ein Pseudonymisierungsdienst, für die klinische Forschung etabliert. In den einzelnen Krankenhäusern wird es lokale Komponenten geben, in welchen die Daten aller Patienten der verschiedenen medizinischen Systeme einheitlich und strukturiert erschlossen werden. Die Daten verbleiben dabei im jeweiligen Krankenhaus, wodurch die Datensouveränität, u. a. aus datenschutzrechtlichen Belangen, gewährleistet ist.

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