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  • Nur ein Bruchteil des Plastikmülls landet an den Küsten, wie hier in der hawaiianischen Unalau Bay. Mit Hilfe von Fernerkundungsverfahren sollen seine Ausbreitung beobachtet und Aufräumaktionen geplant werden [Foto: Sarah-Jeanne Royer].

    Nur ein Bruchteil des Plastikmülls im Meer landet an den Küsten, wie hier in der hawaiianischen Unalau Bay. Mit Hilfe von Fernerkundungsverfahren sollen die Ausbreitung des Mülls beobachtet und Aufräumaktionen geplant werden [Foto: Sarah-Jeanne Royer].

Internationale Taskforce zur Fernerkundung von Meeresmüll gegründet

Wie können Instrumente der Fernerkundung wie Satelliten, Flugzeuge oder Drohnen eingesetzt werden, um die Ausbreitung von Plastikmüll im Meer zu beobachten?  Mit dieser Frage befasst sich eine Taskforce der International Ocean Colour Coordinating Group (IOCCG), die Dr. Shungudzemwoyo Garaba vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg gemeinsam mit anderen Experten derzeit gründet.

Oldenburg. Wie können Instrumente der Fernerkundung wie Satelliten, Flugzeuge oder Drohnen eingesetzt werden, um die Ausbreitung von Plastikmüll im Meer zu beobachten?  Mit dieser Frage befasst sich eine Taskforce der International Ocean Colour Coordinating Group (IOCCG), die Dr. Shungudzemwoyo Garaba vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg gemeinsam mit anderen Experten derzeit gründet. Neben Garaba als wissenschaftlichem Vorsitzenden stehen der Taskforce mit dem Titel „Remote Sensing of Marine Litter and Debris“ vier Vertreterinnen und Vertreter nationaler Weltraumorganisationen vor.

Das Team der neuen Taskforce plant, gemeinsam mit internationalen Experten Fernerkundungstechnologien weiterzuentwickeln, mit denen sich Plastikabfälle in Gewässern beobachten lassen. Zunächst wollen Garaba und seine Kollegen bewerten, wie gut von Drohnen, Flugzeugen oder Satelliten gesammelte Daten dafür geeignet sind, Plastikmüll im Wasser zu erkennen, zu charakterisieren und zu verfolgen. Ziel ist es, neue Algorithmen und Sensoren zu entwickeln, um Meeresmüll leichter aufspüren und seine Verbreitung genauer beobachten zu können.

Ein Forschungsteam um Garaba hatte bereits 2018 in einer Studie in der Zeitschrift Environmental Science and Technology berichtet, dass sich Plastikmüll anhand von Fernerkundung eindeutig identifizieren lässt: Das infrarote Licht, das an der Oberfläche schwimmende Plastikpartikel zurückwerfen, unterscheidet sich seinen Untersuchungen zufolge deutlich von anderen Reflexionen, die beispielsweise von Algen oder brechenden Wellen ausgehen. Er schloss daraus, dass die Fernerkundung von Meeresmüll grundsätzlich möglich ist und dabei helfen könnte, dessen Ausbreitung zu beobachten und Aufräumaktionen zu planen. Eine Folgestudie von Garaba und Kollegen, die von der European Space Agency (ESA) finanziert wurde, untersuchte, wie gut sich die Konzentration von Kunststoffen in einer Zielregion vom Weltraum aus erfassen lässt. Die neuen Erkenntnisse wurden kürzlich im Journal of Hazardous Materials veröffentlicht.

Garaba ist zudem Jurymitglied der „AI Moonshot Challenge“, eines internationalen Forschungsaufrufs der portugiesischen Weltraumorganisation und der ESA. Hier werden innovative Ansätze gesucht, um Plastikmüll in Gewässern mithilfe von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz zu untersuchen.

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Kontakt: Dr. Shungudzemwoyo Garaba, E-Mail: shungu.garaba@uol.de

 

(Stand: 29.09.2020)