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Max Berg

 

15. November 2001   339/01

Deutsch-polnisches Kulturerbe: Ausstellung über "Magier der Moderne"

Oldenburg. Oldenburg/Regensburg. Hans Poelzig (1869 - 1936), einer der großen Architekten des 20. Jahrhunderts, steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die das Museum Ostdeutsche Galerie in Regensburg vom 9. Dezember 2001 bis 27. Januar 2002 zeigt ("Hans Poelzig in Breslau. Architektur und Kunst 1900-1916"). Die Präsentation ist ein Gemeinschaftsprojekt des Oldenburger Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), einem An-Institut der Universität Oldenburg, und des Architekturmuseums Breslau (Muzeum Architektury we Wroclawiu). Die Ausstellung, die eindrucksvolle Aspekte des gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbes erschließt, widmet sich insbesondere dem Frühwerk des "Magiers der Moderne". Sie wurde in Breslau/Wroclaw bereits gezeigt und von der dortigen Kritik begeistert aufgenommen und überdies mit mehreren Preisen bedacht.

Hans Poelzig begann seine Karriere in Breslau. Im Jahr 1900 erhielt er den Ruf an die dortige "Königliche Kunst- und Kunstgewerbeschule", die sich unter seiner Leitung (1903 - 1916) zu einer der fortschrittlichsten ihrer Art in Deutschland entwickelte. Als Architekt, Lehrer und Organisator von Initiativen wie dem "Künstlerbund Schlesien" spielte er eine wichtige Rolle innerhalb des kulturellen Lebens dieser Stadt. Die jetzige Ausstellung stellt sein Werk erstmals im Kontext der facettenreichen Breslauer Kulturszene der Zeit vor.

Im Mittelpunkt stehen Poelzigs Projekte in Schlesien und im Raum Posen, die - was hierzulande weitgehend unbekannt ist - zu einem großen Teil erhalten geblieben sind. Präsentiert werden Originalentwürfe und -zeichnungen aus den Beständen des Breslauer Architekturmuseums, historische und aktuelle Fotos der Bauten und Architekturmodelle. In Regensburg sind erstmals auch Poelzigs Skizzenbücher zu sehen, die das Museum Ostdeutsche Galerie unlängst erwerben konnte. Darüber hinaus lassen Gemälde, Plastiken, Graphiken und kunsthandwerkliche Objekte, unter anderem von Max Wislicenus, Theodor von Gosen, Wanda Bibrowicz oder Fryderyk Pautsch die Breslauer Szene um 1900 lebendig werden. Die intensive Zusammenarbeit der Künstler kulminierte in der Breslauer Jahrhundertausstellung von 1913, deren Konzept Hans Poelzig und Max Berg als kongeniale Partner entwickelten. Gerhart Hauptmann und Max Reinhardt "bespielten" den gigantischen Raum der Jahrhunderthalle, Max Reger und Richard Strauss, die ebenfalls zum Breslauer Freundeskreis gehörten, komponierten die Festmusik.

Das Bewusstsein, einer Umbruchzeit anzugehören, prägte Poelzig ebenso wie seine Kollegen. Das Verlangen nach Monumentalität, gepaart mit der Suche nach neuen Ausdrucksformen sowie der Erprobung neuer Materialien und -techniken, charakterisieren die "Schöpfungsbauten einer neuen Art" (Poelzig), die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden. Der Breslauer Künstlerkreis um Hans Poelzig hatte an den Reformen, die sich im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in Architektur, bildender Kunst, Theater und Musik vollzogen, einen entscheidenden Anteil.

Die Präsentation wird von einem 600 Seiten starken, reich illustrierten Katalog mit Beiträgen von polnischen und deutschen Autoren begleitet, der auch ein Verzeichnis der Werke Poelzigs aus der Breslauer Zeit enthält. Der in der Ausstellung oder über das Bundesinstitut erhältliche Katalog kostet 72,00 DM (im Buchhandel 128,00 DM).


Kontakt:
Dr. Beate Störtkuhl,
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE),
Johann-Justus-Weg 147a,
26127 Oldenburg, Tel.: 0441/996195-14,
E-Mail:

(Stand: 29.05.2024)  | 
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