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Sebastian Schnettler

30. April 2026   043/26    Forschung

Gemeinsam forschen zur Demokratie

Forschende aus den Niederlanden, Italien und Argentinien an der Universität Oldenburg zu Gast

Oldenburg. Das Thema Demokratie beschäftigt drei herausragende internationale Forschende, die in den kommenden Monaten an der Universität Oldenburg zu Gast sind. Gemeinsam mit Oldenburger Forschenden aus der Germanistik, Philosophie und den Sozialwissenschaften gehen sie bis Ende September unterschiedlichen Fragen nach. In ihren Vorhaben geht es etwa darum, wie sich Grenzkontrollen auf die deutsch-niederländischen Beziehungen auswirken, welche Rolle Kunst und Kultur in demokratischen Gesellschaften spielt, und wie kulturelle Codes in Deutschland und den USA unter Druck geraten. Als sogenannte Hannah Arendt Fellows erhalten die Forschenden Stipendien aus einem neu eingerichteten niedersächsischen Programm für die Geistes- und Sozialwissenschaften.

„Die Hannah Arendt Fellows und ihre Gastgeberinnen und Gastgeber widmen sich dem Thema Demokratie auf ganz unterschiedliche Weise und tragen im Sinne des Selbstverständnisses unserer Universität dazu bei, Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung zu betreiben“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. „Wir freuen uns, gleich drei von landesweit zehn Fellows bei uns zu begrüßen.“ Mit dem neuen Stipendienprogramm stärke das Land Niedersachsen den internationalen wissenschaftlichen Austausch. „Als Universität, die ein Hannah Arendt-Archiv beherbergt, sind wir stolz, diesen Austausch mitzugestalten.“

Über die Fellows:

Prof. Dr. Marije Michel, Hochschullehrerin für Zweitsprachenerwerb an der Universität Groningen, richtet ihren Blick auf die deutsch-niederländische Grenzregion. Gemeinsam mit ihrer Oldenburger Gastgeberin Prof. Dr. Juliana Goschler vom Institut für Germanistik untersucht sie in den kommenden Monaten, wie sich das Wiedereinführen von Grenzkontrollen zwischen Deutschland und den Niederlanden auf die Interessen und Haltung der Menschen zueinander auswirkt und was dies für die demokratischen Werte in Europa bedeutet. Dafür wollen die Forschenden unter anderem Menschen interviewen, die regelmäßig die Grenze zwischen der Region Groningen und Ostfriesland überqueren.

Um die Rolle von Kunst und Kultur in demokratischen Gesellschaften geht es in dem Vorhaben von Dr. Mateo Belgrano, Philosoph an der Pontificia Universidad Católica, Argentinien. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gesa Wellmann, Juniorprofessorin für Geschichte der Philosophie in Oldenburg, vergleicht Belgrano unter anderem die Positionen von der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und der belgischen Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe mit Blick auf die Bedeutung von Kunst und Kultur für Demokratien. Zudem analysiert der Forscher die Rolle der Vorstellungskraft als Grundlage für das Verständnis von Kunst in einer Demokratie.

Der Soziologe Dr. Jason Mast, ehemals Universität Trient, Italien, befasst sich mit der Zukunft der Demokratie. Mast und der Oldenburger Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Schnettler gehen von der These aus, dass derzeit in den USA und in Deutschland kulturelle Annahmen über Demokratie auf den Kopf gestellt werden. Sie wollen in den kommenden Monaten untersuchen, wie groß die damit einhergehenden Herausforderungen in beiden Ländern sind. Dabei beschäftigen sich mit sogenannten kulturellen Codes, also unsichtbaren Regeln oder Werten, die das Handeln und Denken von gesellschaftlichen Gruppen in beiden Ländern prägen.  

Über die Hannah Arendt Fellowships

Die Hannah Arendt Fellowships werden von der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen koordiniert. Das Stipendienprogramm ermöglicht jährlich bis zu zehn herausragenden internationalen Forschenden aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften ein eigenes wissenschaftlichen Projekt während eines sechsmonatigen Aufenthalts an einer niedersächsischen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung durchzuführen. Die Fellows forschen jeweils im Tandem mit einer wissenschaftlichen Ansprechperson vor Ort und sind aktiv in das akademische Umfeld der aufnehmenden Institution eingebunden. Die Auswahl der Fellows erfolgte durch ein unabhängiges, international besetztes Expertengremium. Die Förderung erfolgt im Rahmen von zukunft.niedersachsen, einem gemeinsamen Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.

Weblinks

Kontakt

Prof. Dr. Juliana Goschler, E-Mail:

Prof. Dr. Gesa Wellmann, E-Mail:  

Prof. Dr. Sebastian Schnettler, E-Mail:

(Stand: 11.02.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p34471
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