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„Nanochemie in der Krebsmedizin” Studentin Pia Wolken stellt ihre Forschung im Bundestag vor
Bachelor-Studierende aller Fächer von deutschen Universitäten und Hochschulen waren eingeladen, sich mit ihrem Forschungsprojekt um die Teilnahme zu bewerben. Unter allen Bewerbungen hat eine unabhängige Jury 44 Beiträge ausgewählt. Die ausgewählten Studierenden haben ein wissenschaftliches Poster sowie ein Video zu ihrem Forschungsprojekt gestaltet, das bis zum 17. Juli 2026 im Deutschen Bundestag ausgestellt wird. Das Highlight: Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 25. Juni 2026 präsentierten alle Studierenden ihre Forschung Abgeordneten des Deutschen Bundestags, anderen Studierenden und interessierten Gästen.
Pia Wolken, Lehramtsstudentin für Biologie und Chemie. Über die Betreuerin ihrer Bachelorarbeit, Elisabeth Dietel aus der Arbeitsgruppe Didaktik der Chemie (AG-Leitung: Prof. Dr. Timm Wilke), ist Pia schließlich auf das Projekt „Poster im Bundestag“ aufmerksam geworden. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit hat sie ein Schüler*innenlabor zum Thema „Nanochemie in der Krebsmedizin“ entwickelt.
Das Labor ist in das Promotionsprojekt von Elisabeth Dietel eingebettet und Pia war schon beim ersten Lesen von diesem Thema begeistert: „Es verbindet ein hochaktuelles Forschungsthema mit einer Fragestellung, die viele Menschen persönlich berührt. Bei der Konzeption des Lernangebots ging es mir nicht einfach darum, Nanochemie zu erklären. Die Schüler*innen übernehmen selbst die Rolle von Ärzt*innen, analysieren reale Patient*innenfälle und entscheiden, welche Patient*innen für eine neuartige Krebstherapie infrage kommen. So erleben sie Chemie nicht nur als Unterrichtsfach, sondern als Werkzeug, um reale medizinische Fragestellungen zu verstehen und begründete Entscheidungen zu treffen. Nanochemie wirkt auf den ersten Blick oft abstrakt. Durch den Kontext der Krebsdiagnostik und -therapie wird sie jedoch greifbar und bekommt eine unmittelbare Bedeutung. Ich wollte erreichen, dass sich die Schüler*innen mit den chemischen Grundlagen beschäftigen, weil sie wirklich verstehen möchten, wie moderne Forschung funktioniert und welchen Beitrag Chemie zu Medizin leisten kann.“
Ihr Laborkonzept hat Pia mit Schüler*innen ausprobiert. „Ich wusste gar nicht, dass Chemie so viel Spaß machen kann“ war die Reaktion eines Schülers. Für Pia sind solche Momente wichtig da sie zeigen, welches Potenzial lebensnahe und forschungsorientierte Lernangebote haben. So ist aus der ersten Idee ein Projekt entstanden, dass im Laufe der Zeit zu Pias echtem Herzensprojekt geworden ist, welches Pia auch im Rahmen des Projekts „Poster im Bundestag“ vorgestellt hat.
Pia berichtet: „Für mich war es etwas ganz Besonderes, dieses Projekt im Bundestag präsentieren und pitchen zu dürfen. Ich habe mich sehr darauf gefreut, mit Politiker*innen, Studierenden sowie Dozierenden ins Gespräch zu kommen und gemeinsam darüber zu diskutieren, welches Potenzial moderner Chemieunterricht bietet. Viele Lehrkräfte würden gerne lebensnahe und forschungsorientierte Lernformate in ihren Unterricht integrieren. Im Schulalltag fehlen dafür jedoch häufig Zeit, Materialien oder die nötigen Freiräume im Curriculum. Ich hoffe, dass mein Poster darauf aufmerksam macht. Persönlich nehme ich aus diesem Projekt vor allem viele wertvolle Erfahrungen mit. Schon die Workshops in der Vorbereitungsphase waren bereichernd. Es war inspirierend zu erleben, mit wie viel Leidenschaft alle Beteiligten an ihren Projekten gearbeitet haben. Trotz der unterschiedlichen Themen hat man schnell gemerkt, dass alle dieselbe Begeisterung teilen. Auch die Gespräche während der Veranstaltung haben mich sehr inspiriert. Viele Besucher*innen erzählten, dass sie ihren eigenen Chemieunterricht eher als trocken erlebt hätten und sich selbst ein solches Schüler*innenlabor gewünscht hätten. So wurde sich auch nach Schüler*innenlaboren in ihrer Nähe erkundigt. Darüber hinaus haben sich aus den Gesprächen interessante Ansätze ergeben. Gemeinsam wurde sich darüber ausgetauscht, welchen langfristigen Einfluss Schüler*innenlabore auf die Studienwahl haben könnten, wie mehr Schulen solche Projekte umsetzen können oder wie komplexe Forschungsthemen didaktisch so aufbereitet werden können, dass sie für Schüler*innen verständlich und motivierend werden. Besonders spannend fand ich, dass auch einige Dozierende darüber nachdachten, wie sich ihre eigenen Forschungsthemen für die Schule zugänglicher machen lassen. Das Projekt hat mir vor allem gezeigt, wie viel Freude mir die Entwicklung solcher Lernangebote bereitet. Gleichzeitig hat es mein Interesse an der Chemiedidaktik und an der Vermittlung aktueller Forschung noch einmal verstärkt. Vor allem aber nehme ich die vielen inspirierenden Begegnungen, spannenden Gespräche und die Wertschätzung mit, die ich im Rahmen dieses Projekts erfahren durfte.“
Das Projekt unterstreicht auch die herausragende Betreuung durch Elisabeth Dietel: Sie hat nicht nur die wissenschaftliche Basis geliefert, sondern Pia auch erfolgreich bei der Entwicklung des Schüler*innenlabors und der anschließenden Posterpräsentation begleitet.
Ein großartiges Beispiel dafür, wie aktuelle Promotionsforschung den Weg in die Praxis findet.
mehr über Elisabeth Dietel und ihre Forschung: Elisabeth Dietel // Universität Oldenburg
mehr über die Arbeit der AG Didaktik der Chemie: Didaktik der Chemie // Universität Oldenburg
Bericht der Stabstelle Presse und Kommunikation der C.v.O. Universität Oldenburg: Studentische Forschung im Bundestag // Universität Oldenburg
Beitrag auf dem Instagram-Kanal der C.v.O. Universität Oldenburg: Instagram