Zwischen steigenden Energiepreisen, ambitionierten Klimazielen und geopolitischen Spannungen steht unsere Energiezukunft auf dem Prüfstand. Gerade Niedersachsen als Energieland Nr. 1 spielt dabei eine Schlüsselrolle: Mit seiner starken Position bei erneuerbaren Energien und als zentraler Standort für Infrastruktur entscheidet sich hier mit, wie die Energiewende gelingt. Doch wer trägt am Ende die Kosten dieser Transformation - Wirtschaft, Staat oder Gesellschaft? Und wie lässt sich die besondere Verantwortung Niedersachsens mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit in Einklang bringen?
Die Veranstaltung zeigt im Stil einer geregelten Debatte Pro- und Contra-Argumente für zentrale Fragen und ermöglicht dem Publikum in integrierten Master Classes Fakten zur Energiewende zu vertiefen.
Programm

Grußworte von
- Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, Universität Oldenburg, OFFIS e.V., Vorsitzender TEN.efzn-Lenkungskreis
Roland Hentschel, Stadt Oldenburg, OLEC e.V.
Masterclass 1:
Strom auf Abruf: Was Versorgungssicherheit im Zeitalter der Erneuerbaren wirklich bedeutet
Dr. Marius Buchmann, EERA consulting GmbH
Die Energiewende verändert das Stromsystem fundamental. Dunkelflauten und Hellflauten machen deutlich, dass erneuerbare Energien allein keine Versorgungssicherheit garantieren. Die Master Class beleuchtet die vier zentralen Bausteine eines resilienten Systems: Erstens das Stromnetz als physikalisches Rückgrat, das mit mehreren hundert Milliarden Euro Investitionsbedarf vor seiner größten Erneuerung steht. Zweitens steuerbare Kraftwerke – insbesondere H2-fähige Gaskraftwerke – als unverzichtbarer Backup in einem von Erneuerbaren dominierten System. Drittens Batteriespeicher, deren rasanter Preisverfall neue Möglichkeiten eröffnet, ohne die physikalischen Grenzen saisonaler Speicherung aufzuheben. Viertens Nachfrageflexibilität durch smarte Verbraucher, variable Tarife und dynamische Netzentgelte als schlafender Riese der Energiewende. Märkte verbinden diese Bausteine als Koordinations- und Investitionsmechanismus. Versorgungssicherheit ist machbar – aber kein Selbstläufer.
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Masterclass 2:
Wasserstoff als Baustein eines resilienten Energiesystems
Dr.-Ing. Geert Tjarks, EWE HYDROGEN GmbH
Die Debatte zum Wasserstoffmarkt hat in Deutschland ihren Ursprung in der Klimapolitik – seine Bedeutung für die Versorgungssicherheit wird jedoch oft unterschätzt. In einem Energiesystem, das zunehmend von volatilen erneuerbaren Energien geprägt ist, übernimmt Wasserstoff eine zentrale Rolle bei der Speicherung, dem Transport und der zeitlichen Entkopplung von Energieangebot und -nachfrage. Insbesondere Wasserstoffspeicher ermöglichen die saisonale Speicherung großer Energiemengen und können Versorgungslücken während sogenannter Dunkelflauten schließen. Gleichzeitig stärken Wasserstoffinfrastruktur und heimische Produktion die Resilienz des Energiesystems und reduzieren geopolitische Abhängigkeiten. Die Master Class beleuchtet die systemische Rolle von Wasserstoff entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Elektrolyse und Importen über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung in Industrie und Kraftwerken – und diskutiert, welchen Beitrag Wasserstoff zur Versorgungssicherheit der Energiewende leisten kann. |
Masterclass 3:
Energiesystem der Zukunft: Zwischen Fortschritt und politischem Handlungsbedarf
Dr. Alexander Bedrunka, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
Ein Leitbild für das Energiesystem der Zukunft ist wichtig, weil es Orientierung für alle Beteiligten schafft. Es definiert Ziele und Werte und bietet einen Rahmen für eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung. Zudem fördert es die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und sorgt für eine ausgewogene Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht. Im Rahmen der Master Class wird ein solches Leitbild anhand von Thesen vorgestellt. Projektbeispiele zeigen, dass die Transformation bereits läuft und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. |
Masterclass 4:
Energiegerechtigkeit gestalten
Dr. Sophie Berg, Universität Oldenburg
Die Master Class beschäftigt sich mit der Vision eines gerechten Energiesystems. Am Beispiel des Offshore Wind Ausbaus als Teil der Energiewende werden die Perspektiven und Vorstellungen verschiedener gesellschaftlicher Akteure diskutiert. Wie können gute Lösungen im Sinne von Verteilungsgerechtigkeit, Verfahrensgerechtigkeit und Anerkennungsgerechtigkeit für die Energiewende gestaltet werden? Offshore Wind bietet hierfür ein gutes Beispiel, um die Komplexität der Energiewende darzustellen. Der Großteil des Offshore Wind Ausbaus findet weit vor der Küste auf See statt und ist von Land aus wenig bis gar nicht sichtbar. Dennoch sind die Regionen der Nordseeküste von den Auswirkungen betroffen. Die Kabelanlandung, der Netzausbau aber auch Hafenerweiterungen und infrastrukturelle Veränderungen greifen in natürliche und soziale Lebensräume ein, die es aus unterschiedlichsten Ziel- und Wertvorstellungen heraus zu verhandeln gilt. Nicht selten stehen sich vor allem Klima- und Naturschutz hierbei konfliktbehaftet gegenüber. In der Master Class lernen die Teilnehmenden verschiedene Aspekte von Energiegerechtigkeit kennen und entwickeln und diskutieren gemeinsam unterschiedliche Zukunftsbilder für eine gerechte Energiewende. |
- Dr. Alexander Bedrunka, Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
- Dr. Sophie Berg, Universität Oldenburg
- Dr. Marius Buchmann, EERA consulting GmbH
- Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands Windenergie
- Roland Hentschel, Stadt Oldenburg, OLEC e.V
Dr. Geert Tjarks, EWE HYDROGEN GmbH
moderiert durch Greta Stangner, freie Journalistin und Moderatorin
An wen richtet sich die Veranstaltung?
Die Veranstaltung wendet sich an
- Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die die Energietransformation aktiv mitgestalten
- Alumni & Teilnehmende früherer C3L‑Weiterbildungen im Bereich Energie & Nachhaltigkeit
- Interessierte Personen, die sich über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven informieren möchten.
Unsere Partner und Förderer
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