Digital Social Sciences and Humanities
Ansprechpersonen DSSH
Beauftragter Digital Humanities Fk III
Prof. Dr. Kristian Berg
Beauftragter Digital Humanities Fk III
Prof. Dr. Thomas Boyken
Sprecher Digital Humanities Strategie Fk IV
Prof. Dr. Benedikt Hensel
Beauftragte Digital Humanities Fk III
Prof. Dr. Esther Ruigendijk
Sprecher Digital Humanities Strategie Fk IV
Prof. Dr. Mark Siebel
Projekt-Kontakt
Timm Wöltjen M.A.
Referat Forschung und Transfer (» Postanschrift)
Kontakt-Email
Gefördert mit Mitteln aus zukunft.niedersachsen, dem gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.
Digital Social Sciences and Humanities
Analyzing and Critiquing Contextual Encodings in New and Emerging Technologies
Aktuelle Verfahren der Digitalisierung, des Maschinellen Lernens und der generativen Künstlichen Intelligenz finden breite Anwendung in verschiedenen Disziplinen. Insbesondere die Quantifizierung natürlicher Sprachen, Bilder und Objekte durch große Sprachmodelle (LLMs) und multimodale KI-Systeme ermöglicht ungeahnte Fortschritte in der Automatisierung kognitiver Arbeit.
Digital Social Sciences and Humanities an der UOL
Die Digital Humanities wenden diese Methoden auf die Erforschung von Kultur, Sprache oder Geschichte an – von der KI-gestützten Erfassung und Auswertung von Objekten und Artefakten über ihre Visualisierung und Zugänglichmachung (u. a. Geovisualisierung, Spatial AI, interaktive, kuratierte Webportale) bis hin zu KI-gestützten Vorschlägen für ihre historische und kulturhistorische Einordnung, die fachwissenschaftlich im Human-in-the-Loop geprüft und verantwortet werden. Gerade diese durchgängige, KI-gestützte und zugleich fachwissenschaftlich kontrollierte Kette – vom Objekt oder Schriftgut bis zur Deutung – markiert eine der zentralen Perspektiven der Initiative.
Parallel dazu nutzen die Digital oder Computational Social Sciences entsprechende Praktiken für Fragestellungen über Gesellschaft, inklusive Bildung und Politik. Grundlegend dienen diese Methoden der Messung, Verdatung und quantitativen Analyse sozialer bzw. kultureller Eigenschaften und Prozesse.
Im Zentrum steht somit die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung der Universität Oldenburg – und die Frage, wie sich Kultur, Sprache, Geschichte und Gesellschaft mit den Mitteln der Digitalisierung, des maschinellen Lernens und der KI neu erschließen lassen. Die Universität verzahnt diese Disziplinen dafür fakultätsübergreifend zu einem strukturierten, universitätsweiten Transformationsprozess: inter- und multidisziplinär innerhalb der beteiligten Fakultäten, transdisziplinär darüber hinaus. Digitale, KI-gestützte Forschung wird dabei samt ihrer kritischen Reflexion dauerhaft in Forschung und Lehre verankert – ausgehend von der Prämisse, dass ihre Verfahren weniger objektiv als vielmehr normativ und soziokulturell eingebettet, also kontextuell bedingt sind. Diesen Prozess bündelt die Universität Oldenburg unter dem Namen Digital Social Sciences and Humanities (DSSH).
Aufgrund der inhärenten Unmöglichkeit der Objektivität von gängigen DSSH-Prozessen sind sie ethisch, sozial und kulturell zu reflektieren. Die Initiative entwickelt deshalb die Anwendung und Analyse sowie Reflexion neuer digitaler Technologien im Kontext der Geistes- und Sozialwissenschaften weiter und schafft Brücken zwischen den verschiedenen Disziplinen. Hierfür entwickeln die Forschenden gemeinsame Werkzeuge zur kritischen Adaption und ethischen, epistemologischen und politischen Einordnung computergestützter Methoden für DSSH. Gleichzeitig unterstützt die Initiative die technische Entwicklung dieser Methoden durch die Bereitstellung kontextspezifischer Trainings- und Validierungsdaten über Text-, Bild- und Objektdaten hinweg, die dem fachwissenschaftlich fundierten Verständnis der jeweiligen Domänen gerecht werden.
Getragen wird dieser Prozess von einer Reihe strategischer, teils vorgezogener Berufungen: Fakultätsübergreifend werden in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen der Fakultäten I, III und IV neue Eckprofessuren definiert und besetzt, die mit bereits bestehenden oder im Zuge des DSSH-Prozesses geschaffenen bzw. zu schaffenden Professuren mit digitalem Forschungsschwerpunkt strukturell verzahnt werden – im Sinne eines multidisziplinären und sich gegenseitig stärkenden Prozesses in Forschung und Lehre. Flankiert werden diese Professuren in den beteiligten DSSH-Fakultäten von PostDoc-Forschenden, die DSSH mitkoordinieren und -steuern.
Daran gliedern sich Digital-Humanities-bezogene Forschungsprojekte an, die über die Förderlinie „Potenziale strategisch entfalten“ gefördert werden – eine Förderung des gemeinsamen Wissenschaftsförderprogramms zukunft.niedersachsen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung, mit der das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung die strategische Profilbildung aller niedersächsischen Hochschulen unterstützen. Diese jeweils auf 5 Jahre angelegten Forschungsprojekte, die sogenannten Impulsgruppen, treiben zukunftssichere, international kompetitive Forschungsthemen aus dem Bereich DSSH gezielt voran.
Daneben bestehen an der Universität Oldenburg bereits Digital-Humanities-Forschungseinheiten und -strukturen, die als strukturelles Vehikel Projekte, Initiativen und internationale Forschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten bündeln (siehe unten). Ergänzend – und dem trans- und multidisziplinären Ansatz von DSSH entsprechend – bestehen enge Kooperationen mit externen nationalen wie internationalen Forschungsinstitutionen in bereits laufenden Projekten, die weitere fachwissenschaftliche Expertise in DSSH einbringen.
DSSH Forschungseinheiten und -strukturen an der Universität Oldenburg
DSSH Forschungsprojekte an der Universität Oldenburg
Nationale Forschungspartnerinstitutionen der DSSH Oldenburg
- Jade Hochschule
- Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität, Oldenburg (HiFMB)
- Universität Bremen (u.a. socium, ZeMKI)
- Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Bremerhaven (DSM)
- Leibniz-institut für Bildungsmedien, Braunschweig (GEI)
- Deutsches Literaturarchiv Marbach
- GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim
- Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Digitale Denkmaltechnologien)
- NFDI4Culture
Internationale Forschungspartnerinstitutionen der DSSH Oldenburg
- Universiteit Groningen/RUG, Niederlande: Centre for Digital Humanities
- Universiteit Groningen/RUG, Niederlande: Faculty of Arts
- University of Haifa
- Hebrew University of Jerusalem (HUJI)
- Israel Antiquities Authority (IAA), Jerusalem
- Deutsches Seminar der Universität Zürich
- Österreichische Nationalbibliothek, Wien
- National Archives London
- Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes Jerusalem