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Internationale Fachtagung am 23. Und 24. September 2011:

„Profiter selon ses besoins avec ce household common sense“.

Die Rezeption ausländischer Literatur in den Niederlanden und Flandern seit 1700

Das Prestigeprojekt bezüglich der Geschiedenis van de Nederlandse literatuur (Geschichte der niederländischen Literatur), eine von der „Nederlandse Taalunie“ initiierten mehrteiligen Geschichte der niederländischsprachigen Literatur in den Niederlanden und Flandern, steht kurz vor der Vollendung. Die bis jetzt publizierten Teile sind sehr unterschiedlich rezipiert worden, aber ziemlich viele Kritiker sind über einen Mangel an internationalem Kontext enttäuscht. Spezifisch spielt die niederländische Rezeption ausländischer Literatur, übersetzt oder nicht, in der Reihe nur eine geringe Rolle.

Bei der Oldenburger Tagung werden wir uns mit der Frage befassen, inwiefern die Forschung nach Literaturtransfers in der Literaturgeschichtsschreibung integriert werden muss. Die Teilnehmer werden einen literaturhistorischen Fall präsentieren. Beim Ausarbeiten dieses Kasus werden sie gebeten, den theoretischen Rahmen, worin der Fall am fruchtbarsten behandelt werden kann, zu reflektieren. Traditionell spielt die Systemtheorie und spezifisch die Polysystemtheorie Even-Zohars eine große Rolle auf diesem Forschungsgebiet. In den letzten Jahren hat man sich dieser Literaturtransfers auch aus einer feldtheoretischen Perspektive angenähert, wobei man sich vielleicht mehr als in systemtheoretischer Praxis auf die Funktion von Institutionen wie das Verlagswesen, die Buchhandlung und auf die Rolle von Übersetzern und/oder „Gate-keepers“ konzentriert. Ergänzen diese Ansätze sich oder können sie sogar kombiniert werden? Was ist ferner die Rolle der historischen Diskursanalyse und spezifisch die Forschung nach nationalen Stereotypen, wie gängig in der Imagologie? Und inwiefern kann empirische Forschung einen Beitrag zur Analyse der Literaturtransfers leisten?

Das Forschungsgebiet der Tagung – die Rezeption ausländischer Literatur in einem spezifischen literarischen System – kennt seiner Art nach eine internationale Orientierung. Durch die Wahl einer Kombination von einer theoretischen Perspektive mit einem Kasus werden die Resultate nicht nur für die Niederlandistik im Besonderen relevant sein, sondern auch für die Literaturwissenschaft und Literaturhistoriographie im Allgemeinen. Der internationale Charakter manifestiert sich auch im Teilnehmerfeld: es gibt Beiträge von renommierten Forscher aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Tschechien. Grenzüberschreitend ist auch die Reihe von Disziplinen, die von den Teilnehmern repräsentiert werden: auβer der Niederlandistik sind die Germanistik, Romanistik, Anglistik, Skandinavistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Übersetzungswissenschaft und Kunstwissenschaft vertreten.

Die Tagung möchte eine Plattform für die Reflektion der Reichweite und Zukunft der Forschung nach Literaturtransfers bieten. Die Gesamtheit der Beiträge wird im Idealfall in eine alternative Literaturgeschichte münden, worin mittels eines exemplarischen Ansatzes ein Bild der Rezeption ausländischer Literatur in den Niederlanden und Flandern gegeben wird.

Diese Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Interessierte können nach Anmeldung im Fachsekretariat (Tel: 0441 798-2346) oder bei PD Dr. Jan Oosterholt (jan.oosterholt@uol.de)  teilnehmen. Die Tagung findet auf Niederländisch statt.

Kontakt:
Carl von Ossietzky Universität
Fakultät III
Institut für Niederlandistik
Tel: 0441 798 2346
E-Mail: sabina.pleye@uol.de

Webmastejskkdrm04 (sabina.aoplei0joye@uol.de) (Stand: 07.11.2019)