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TOLL 2026: Damit Lernen gelingt: Lernstrategien neu denken!
Der TOLL findet am Donnerstag, 01.10.2026 im Hörsaalzentrum (A14) der Universität Oldenburg statt.
TOLL-Begrüßung und Vortrag (8:45 bis 09:45 Uhr)
Begrüßung
Moderation: Dr. Julia Michaelis (Geschäftsführerin DiZ)
Vortrag - Warum selbstreguliertes Lernen der Schlüssel zu nachhaltigem Lernerfolg ist – und welche Rolle KI dabei spielen kann?
Dr. Johannes Hellenbrand, Städtisches Gymnasium Straelen, Experte für Selbstreguliertes Lernen
Wie kann selbstreguliertes Lernen als zentrale Voraussetzung für nachhaltiges Lernen verstanden, aufgebaut und gefördert werden? Der Vortrag geht dieser Frage nach, indem er zunächst klärt, was unter selbstreguliertem Lernen zu verstehen ist, wodurch es sich auszeichnet und warum es nicht mit selbstorganisiertem Lernen gleichgesetzt werden sollte. Im Mittelpunkt steht ein zyklisches Verständnis von Lernen, das die Phasen Planung, Lernhandlung und Reflexion als miteinander verbundene Prozesse begreift. Vor diesem Hintergrund wird aufgezeigt, wie Lernende schrittweise dazu befähigt werden können, realistische Ziele zu setzen, ihr Lernen zu strukturieren, geeignete Lernstrategien auszuwählen, Motivation aufrechtzuerhalten und den eigenen Lernprozess zu überprüfen und reflektieren.
Anhand konkreter Beispiele aus der schulischen Prüfungsvorbereitung wird deutlich, wie sich selbstreguliertes Lernen alltagsnah, systematisch und lernwirksam in Unterricht und Lehrkräftebildung integrieren lässt, ohne diesen vollständig neu organisieren zu müssen. Der Vortrag macht dabei deutlich, dass Lernstrategien, Zielsetzung, Motivation und Reflexion nicht vorausgesetzt werden können, sondern angeleitet, eingeübt und im Lernprozess sichtbar gemacht werden müssen.
Digitale Werkzeuge und KI-Tools können den Lernprozess bei Planung, Motivation, Übung, Rückmeldung und Reflexion sinnvoll unterstützen. Exemplarisch werden im Vortrag die KI-Lernbegleiter Mimir/Mimira und Sid vorgestellt, die Lernende bzw. Lehrkräfte bei der strukturierten Prüfungsvorbereitung unterstützen können. Damit verbindet der Vortrag wissenschaftlich fundierte Perspektiven auf Lernen mit konkreten Impulsen für eine zeitgemäße Gestaltung von Lernbegleitung und Prüfungsvorbereitung.
Ideenwerkstätten am Vormittag (10:15 bis 12:00 Uhr)
Ideenwerkstatt B1 - Selbstreguliertes Lernen: Wie können Lernende dabei unterstützt werden, ihre Lernprozesse zu planen, zu steuern und zu reflektieren?
Richtiges Lernen will gelernt sein oder wie selbstreguliertes Lernen in die DNA einer Schule integriert wird
Janosch Schierke (Herbartgymnasium Oldenburg)
Wie können Schüleri* darin unterstützt werden, ihren eigenen Lernprozess aktiv zu steuern – und wie wird das „Lernen lernen“ zur gelebten Schulkultur? Dieser Beitrag verbindet aktuelle Erkenntnisse der Lernforschung mit schulpraktischer Umsetzung und lädt zur gemeinsamen Weiterentwicklung an der Schnittstelle von Schule, Universität und Studienseminar ein. Vorgestellt wird ein Konzept des Herbartgymnasiums Oldenburg, das Lernende durch Planung, Handlung und Reflexion begleitet – inklusive Lerntechniken, Mindset-Förderung und reflektiertem KI-Einsatz. Zudem wird skizziert, wie das selbstreguliertes Lernen nachhaltig in die Schulkultur überführt werden soll.
Selbstregulation fördern und fordern in der Lesejournal- und Portfolioarbeit
Niels Winkelmann (Cäcilienschule Wilhelmshaven)
Die Lektürearbeit bietet nicht nur Raum für individuelle Text-Lesenden-Beziehungen, sondern auch für die Arbeit an der Selbstregulation. Wenn Lernende sich Ziele setzen, eigene Ressourcen einteilen, Lernprozesse planen und reflektieren, können sich Lehrkräfte auf die Unterstützung fokussieren. Der Beitrag gibt einen kleinen Einblick in die Nutzung von Lesejournals und Portfolios am Beispiel des Deutschunterrichts.
Selbstreguliertes Lernen im JVA-Schulkontext
Dr. Annika Krause (Universität Oldenburg), Marc Thole (JVA Vechta – Jungtätervollzug), Benedikt Käufl (JVA Oldenburg)
Der Beitrag zeigt, wie Studierende im Rahmen erster Praxiserfahrungen im schulischen Setting der Justizvollzugsanstalt (JVA) beim Aufbau selbstregulierter Lernkompetenzen unterstützt werden. Durch die enge Verzahnung von praxisorientierter Begleitung durch Lehrkräfte der JVA und wissenschaftlicher Fundierung sowie Supervision durch die Universität entsteht ein innovatives Lernfeld. Der Beitrag beleuchtet, wie diese Kooperation Lernprozesse strukturiert, Reflexion fördert und Studierende befähigt, selbstreguliertes Lernen sowohl für sich selbst als auch für Lernende im besonderen Kontext der JVA zu gestalten.
Ideenwerkstatt B2 - Growth Mindset: Wie fördern Lehrende eine lernförderliche Haltung bei Lernenden?
Growth Mindset beginnt bei uns – Die Haltung der Lehrkraft
Gunda Hayen (BBS Wechloy, und Studienseminar BBS, Oldenburg)
Beim Growth Mindset liegt der Fokus auf Wachstum und Ressourcen der Menschen. Vor allem die Art und Weise, wie wir denken, Fehler und Misserfolge wahrnehmen und bewerten, entscheidet stark über die Motivation und ein erfolgreiches Leben. Wer ein Growth Mindset hat, ist überzeugt, seine Fähigkeiten weiterentwickeln zu können, lernt, um Dinge besser zu verstehen und mehr zu erfahren und sieht Fehler als Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln. Gerade im Schulalltag begegnen wir vielen Situationen, die unser Mindset herausfordern. Dabei spielt die Haltung der Lehrkraft eine Schlüsselrolle im Lernprozess der Lernenden.
Growth Mindset: Potenziale entfalten und Lernhaltungen nachhaltig stärken
Irina Thiessen (Herbartgymnasium Oldenburg)
Wie können Schüler*innen dazu befähigt werden, Herausforderungen als Entwicklungschancen zu begreifen und ihre Potenziale wirksam zu entfalten? Der Beitrag verbindet zentrale Erkenntnisse der Begabungs- und Lernforschung mit konkreter schulischer Umsetzung und stellt die Entwicklung lernförderlicher Haltungen in den Mittelpunkt.
Vorgestellt werden praxisnahe Ansätze zur Förderung eines Growth Mindsets, darunter der Aufbau einer konstruktiven Fehlerkultur, Selbstreflexionsformate sowie die Arbeit mit individuellen Zielsetzungen. Der Beitrag zeigt, wie Lernhaltungen systematisch entwickelt und in adaptive Förderkonzepte und individuelle Lernentwicklung integriert werden können.
Ideenwerkstatt B3 - Rolle der Lehrenden: Wie verändert sich die Rolle von Lehrenden bei der Förderung von Lernstrategien?
„Lernstrategien fördern – und dabei die eigene Rolle neu entdecken“
Markus Schütze (beWirken gGmbH, Lüneburg)
Lernstrategien fallen nicht vom Himmel – sie brauchen Lehrkräfte, die sie sichtbar machen, modellieren und gezielt begleiten. Dieser Impuls lädt ein, die eigene Rolle zwischen Wissensvermittlung und Lernbegleitung zu reflektieren: Was verändert sich? Was bleibt? Und welche kleinen Schritte machen im Alltag den größten Unterschied?
Vom Lehren zum Begleiten – die Rolle der Lehrkraft im COOL-Konzept
Anneke Meyer und André Bloemen (BBS Wechloy, Oldenburg)
COOL steht für Cooperatives Offenes Lernen und ist ein Unterrichtskonzept, das auf den Prinzipien Freiheit, Kooperation und Selbstverantwortung basiert. Diese didaktische Neuausrichtung ergibt, dass sich die Rolle der Lehrkraft verändert. Sie ist nicht mehr in erster Linie die Wissensvermittlerin, sondern Lernbegleiterin, Coach und Moderatorin von Lernprozessen. Der Beitrag stellt vor, wie offene selbstregulierte Lernsettings den Unterricht verändern und welche Aufgaben sich daraus für die Lehrkräfte entwickeln und wie sie diese lernen.
Das Kompetenzraster für Lehrkräfte an der IGS Flötenteich
Gunther Wieking (IGS Flötenteich, Oldenburg)
Die IGS Flötenteich in Oldenburg ist seit 2025 Zukunftsschule Niedersachsen. Das Modellprojekt der Zukunftsschule Niedersachsen hat unter anderem das Ziel, durch Bildungstransformation selbstreguliertes Lernen zu fördern und zu gestalten. Durch diese Transformation haben sich die Rollen und die Aufgaben der Lehrkräfte verändert. Welche Kompetenzen und Haltungen für diese Transformation notwendig sind, wurde im Rahmen eines Kompetenzrasters zusammengestellt, welches in diesem Beitrag vorgestellt wird.
Ideenwerkstatt B4 - Kooperatives lernen: Wie befähigen wir Lernende, kooperativ und kollaborativ zu lernen?
Lernen lernen: Warum Kooperation zentral ist?
Martina Zilla Seifert (ehemalige Schulleiterin der Green Gesamtschule Duisburg, Lehrbeauftrage der Ruhr Universität Bochum)
„Lernen lernen“ wird häufig auf individuelle Techniken reduziert: Lernstrategien, Zeitmanagement oder Konzentrationstraining. Doch Menschen lernen nicht allein. Lernen entsteht in Beziehung, über Emotionen, Sprache und gemeinsame Bedeutungsbildung. Zahlreiche Studien belegen, dass Kooperatives Lernen die kognitive Aktivierung mit Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und demokratischer Teilhabe verbindet. Der Beitrag zeigt, warum nachhaltiges Lernen auf Co-Konstruktion angewiesen ist – und weshalb Lernen lernen besonders im kooperativen Kontext gelingt.
kits.app als unkomplizierte Anwendung für kooperatives und kollaboratives Lernen in der Grundschule
Linda Kruse (Medienberatung NLQ, kits-Projektteam)
Digitale Anwendungen können kooperative und kollaborative Lernprozesse im Grundschulunterricht sinnvoll unterstützen. Sie eröffnen Möglichkeiten, Themen gemeinsam zu strukturieren, Ideen zu visualisieren, Inhalte zu ordnen und Ergebnisse miteinander zu entwickeln. So lassen sich sowohl Lernformen mit klaren Aufgabenverteilungen als auch gemeinsame Arbeitsprozesse an einem Inhalt oder Produkt gestalten.
Der Beitrag stellt ausgewählte Anwendungen von kits.app vor und zeigt anhand praxisnaher Beispiele aus der Grundschule, wie diese gewinnbringend im Unterricht eingesetzt werden können.
Handlungsorientierter Technikunterricht als kooperative Lernstrategie für Selbstwirksamkeit
Marietta Campbell & Dr. Katharina Dutz (Technische Bildung, Universität Oldenburg), Christian Müller (Von-Aldenburg-Schule, Varel)
Der Text kommt in Kürze.
Ideenwerkstatt B5 - Lernumgebungen: Wie gestalten wir Lernumgebungen, die selbstständiges Lernen unterstützen?
Lernumgebungen aktiv gestalten – Lernkultur neu denken
Jannike Gerlach (BBS Verden)
Nicht die Schülerschaft passt sich der Schule an, sondern die Schule ihrer Schülerschaft. Mit diesem Leitgedanken gestaltet die BBS Verden Lernumgebungen neu. Im Zentrum steht eine ganzheitliche Betrachtung von Lernkultur, in der analoge und digitale Lernformate systematisch verzahnt, strukturierte handlungs- und lebensweltorientierte Lernpfade umgesetzt sowie Lehrkräfte zu Lernbegleitenden fortgebildet werden. Die entstehenden Freiräume münden in Individualität, Coaching und Beratung. So übernehmen die Lernenden die Verantwortung für den Kompetenzzuwachs und Lernen wird selbstständig und nachhaltig. Der Beitrag zeigt anhand konkreter Umsetzungen aus Berufseinstiegsschule, Berufsschule sowie dem Beruflichen Gymnasium schulformübergreifende Prinzipien zur Gestaltung von Lernumgebungen, die selbstständiges Lernen unterstützen, und illustriert, wie diese von Schüler*innen und Lehrkräften der BBS Verden wahrgenommen werden.
„Lernen braucht Räume – wie Lerncluster, Differenzierung und Haltung selbstständiges Lernen ermöglichen“
Jonathan Dauber (Oberschule an der Lerchenstraße, Bremen)
Die Oberschule an der Lerchenstraße hat mit ihrem Neubau ein Raumkonzept entwickelt, das pädagogische Haltung, inklusives Lernen und selbstständige Lernprozesse sichtbar miteinander verbindet. Lerncluster, Differenzierungsräume, offene Lernbereiche, ein klares Farbleitsystem, flexible Möblierung und digitale Infrastruktur schaffen Bedingungen, in denen Schüler*innen zunehmend eigenverantwortlich, kooperativ und projektorientiert arbeiten können. Der Beitrag gibt Einblicke in erste Schritte, die konzeptionellen Grundlagen, konkrete Umsetzungsbeispiele sowie erste Erfahrungen aus der schulischen Praxis. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Räume nicht nur Unterricht ermöglichen, sondern Lernen strukturieren, Haltung ausdrücken und Schulentwicklung unterstützen können.
TOLL-Podium (13:00 bis 13:45 Uhr)
Podiumsgespräch: Neue Lernstrategien – neue Rollen? Gelingensbedingungen für eine veränderte Lernkultur
Dr. Johannes Hellenbrand (Städtisches Gymnasium Straelen), Prof. Dr. Till-Sebastian Idel (Universität Oldenburg), N.N.
Moderation: Dr. Julia Michaelis (Didaktisches Zentrum an der Uni Oldenburg)
Ideenwerkstätten am Nachmittag (14:00 bis 15:45 Uhr)
Ideenwerkstatt D1 - Selbstreguliertes Lernen: Wie können Lernende dabei unterstützt werden, ihre Lernprozesse zu planen, zu steuern und zu reflektieren?
Selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen in der Schule gemeinsam entwickeln
Jan-Henning Paul (Realschule Möörkenschule, Leer)
Zunehmend mehr Schulen verändern ihren Unterricht, indem sie Schüler*innen selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen ermöglichen. Mit diesen Veränderungen in der Unterrichtskultur müssen sich Lehrkräfte und Schulleitungen besonderen Herausforderungen stellen, wie etwa der Entwicklung neuer Lern- und Projektpläne, dem Wandel der Lehrer*innenrolle hin zum Lerncoach oder zur Lernbegleitung, organisatorische Veränderungen der Tagesstruktur und ein verändertes Classroom Management. Im Rahmen dieses Angebots sollen verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten aus der Praxis vorgestellt und in Hinsicht auf die eigene Schule und den eigenen Unterricht reflektiert werden.
Lerntheke in der Emotionalen und Sozialen Entwicklung
Dr. Jessica Wilke (Universität Oldenburg) und Aileen Höper (Schule Am Siel Nordenham)
Der Beitrag fokussiert die Lerntheke als didaktisches Format zur Förderung selbstregulierten Lernens. Vor dem Hintergrund aktueller Forschungsbefunde und praktischer Erfahrungen werden deren Potenziale und Herausforderungen im Kontext des Förderschwerpunktes der emotionalen und sozialen Entwicklung systematisch analysiert. Dabei werden insbesondere Implikationen für die Förderung bei Schüler*innen herausgearbeitet. Ziel ist eine kritisch-reflektierte Einordnung des Ansatzes.
Ideenwerkstatt D2 - Feedbackkultur: Wie unterstützt gezieltes Feedback Lernprozesse?
„Feedback neu denken – wirksam, konkret, entwicklungsorientiert“
Markus Schütze (beWirken gGmbH, Lüneburg)
Was unterscheidet Feedback, das motiviert, von Feedback, das verpufft? In diesem Kurzimpuls geht es um die Grundprinzipien wirksamen Feedbacks: konkret statt pauschal, prozessorientiert statt beurteilend, dialogisch statt einseitig. Mit einem frischen Blick auf alltägliche Situationen im Unterricht – und direkt anwendbaren Impulsen für die eigene Praxis.
Feedbackkultur durch Beziehungsgestaltung
Dr. Jan Michalsky und Christoph Martin (Die PflegeAkademie Syke, Berufsfachschule für Pflegekräfte)
Ratschläge sind auch Schläge. Spätestens beim Äußern von Feedback wird die Stabilität eines Teams auf die Probe gestellt. Feedback ist in seiner Natur eine Form von Kritik, die das Bedürfnis einer Person nach Autonomie und Wertschätzung bedrohen kann. Dadurch kann das Teamklima schnell von einem Miteinander in ein Gegeneinander kippen.
Dem können wir entgegenwirken, indem alle Lernenden diese Problematik verinnerlichen und bewusst, raumgebend sowie wertschätzend kommunizieren. Dies ist keine Technik, sondern eine Haltung, die durch die Anwendung der „Offenen Hand“, einem Framework für gelingende Gesprächskultur, gezielt angebahnt werden kann.
Ideenwerkstatt D3 - Rolle der Lehrenden: Wie verändert sich die Rolle von Lehrenden bei der Förderung von Lernstrategien?
Vom Lehrenden zum Lerncoach: Strukturieren, Motivieren, Begleiten.
Nicola Kurzawa (Institut für Kunst und visuelle Kultur, Universität Oldenburg und IGS Wilhelmshaven)
Die Rolle der Lehrenden im 21. Jahrhundert ist vielseitig und individuell. Jene Vielseitigkeit zeigt sich insbesondere im Bereich der Förderung von Lernstrategien, in welchem die primäre Wissensvermittlung hin zur Lernbegleitung und zielorientiertem Coaching erweitert wird. Die aktive Inhaltsvermittlung wird hierbei in eine passive Vermittlungsform umgewandelt, welche die Lernenden in ihrer Befähigung zu selbstreguliertem und wirksamem Lernen unterstützt, motiviert und begleitet und so einen tiefen Aufbau von Lernkompetenz in den Fokus stellt. Der Beitrag stelle Best Practice Beispiele vor und setzt sie in Bezug zur Rolle der Lehrenden.
Hilft viel viel? Schulbegleitung im Spannungsfeld zwischen Unterstützung und Selbstständigkeit
Eva Kemler (Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Universität Oldenburg)
Schulbegleiter*innen unterstützen Schüler*innen mit unterschiedlichsten Bedarfen im Unterricht und begleiten Lernprozesse durch Strukturierung, Steuerung und Reflexion. In der Praxis zeigt sich ein Spannungsfeld: Während individuelle Unterstützung Lernprozesse fördern kann, besteht zugleich das Risiko wachsender Abhängigkeit. Welche Haltung und welches Rollenverständnis brauchen Schulbegleiter*innen, um Selbstständigkeit zu stärken? Der Beitrag diskutiert diese Frage sowie die Rolle von Lehrkräften in der Zusammenarbeit mit Schulbegleiter*innen als zentrale Gelingensbedingungen für die Förderung von Lernstrategien.
Ideenwerkstatt D4 - Deeper Learning: Wie ermöglichen wir vertiefendes und transferorientiertes Lernen?
Transferorientierte Lernprozesse durch schulische Curricula – auch ein Modell für allgemeinbildende Schulen?
Dr. Astrid Dahnken und Tobias Schulten (Studienseminar Oldenburg für berufsbildende Schulen)
Der Beitrag stellt die Leitlinie "Schulisches Curriculum für berufsbildende Schulen (SchuCu-BBS)" vor, mit der das Land Niedersachsen den berufsbildenden Schulen die didaktische Gestaltung im berufsbezogenen und berufsübergreifenden Unterricht vorschreibt. Warum diese Vorgabe für die Gestaltung von Unterricht sinnvoll ist und wie dadurch das selbstständige Lernen im Sinne des Deeper Lernens gefördert wird, wird an exemplarischen Lern- und Handlungssituationen gezeigt. Sehr gerne möchten wir als BBS-Lehrkräfte in den Austausch zur Übertragbarkeit des Curriculums auf allgemeinbildende Schulen gehen und gemeinsam über Chancen und Grenzen sprechen.
Authentizität als Schlüssel zum Deeper Learning im Unterricht
Elisabeth Charlotte Dietel und Thalia Schmock genannt von Ohr (Didaktik der Chemie, Universität Oldenburg)
In diesem Beitrag wird Deeper Learning am Beispiel einer Lerneinheit aus dem Fach Chemie vorstellt und als übertragbarer Leitfaden für andere Fächer und Kontexte zusammengefasst. Beginnend mit einer Erkundungsphase werden durch die kontextorientierte Erarbeitung von Polymerkonzepten fachliche Grundlagen geschaffen. Anschließend entwickeln Lernende in Kleingruppen eine polymerbasierte Wundauflage für einen neuen, ungewöhnlichen Patientenfall, wobei sie die erarbeiteten Konzepte anwenden und unter Recherche von Forschungsliteratur neu denken. Als Produkt werden die Lernergebnisse auf Forschungspostern präsentiert. Der vorgestellte Leitfaden ermöglicht den Transfer in andere Fächer und soll helfen, das Deeper Learning Konzept einfacher im Unterricht umzusetzen.
Ideenwerkstatt D5 - Lernumgebungen: Wie gestalten wir Lernumgebungen, die selbstständiges Lernen unterstützen?
Lernumgebungen, die Spannungen halten
Jan Mohrmann (Institut für expansive Pädagogik und Schulentwicklung, Sulingen)
Lernförderliche Umgebungen entstehen nicht nur durch Räume, Materialien oder Methoden, sondern auch durch die Art, wie mit Unsicherheit, Konflikten und Widersprüchen umgegangen wird. Der Kurzbeitrag zeigt praxisnah, wie Resonanz, Zugehörigkeit, transparente Anforderungen und kleine strukturelle Hilfen Lernumgebungen schaffen, in denen Lernende auch in schwierigen Situationen ansprechbar bleiben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Lernräume so gestaltet werden können, dass Resonanz und Widerspruch im Alltag rhythmisiert werden können, und Lernen weiter möglich bleibt.
Churermodell – das Klassenzimmer als Lernlandschaft gestalten
Nina Düring und Katharina Kausch (Grundschule Halsbek, Westerstede)
Im Churermodell unterstützt die Lernumgebung das selbstständige Lernen, besonders durch den festen Sitzkreis und die freie Wahl des Lernplatzes. Den Schüler*innen wird mehr Verantwortung für ihren Lernprozess übertragen und es werden gleichzeitig klare Strukturen geboten. Das Klassenzimmer wird dabei als Lernlandschaft gestaltet, in der verschiedene Arbeitsplätze und Lernorte zur Verfügung stehen. Die Lernenden können selbst entscheiden, wo und mit wem sie arbeiten möchten. Dadurch lernen sie, ihre Arbeit eigenständig zu organisieren und passende Lernbedingungen für sich auszuwählen. In diesem Beitrag wird über unsere dreijährige Erfahrung mit dem Churermodell berichtet und wie es sich auf das Lernen (und auch auf das Lehren) in der Schule auswirkt.