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COUNTS

Das „Netzwerk Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen (HochNiNa)“ wurde 2018 gegründet, um den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Zuständigen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz an niedersächsischen Hochschulen zu fördern.
 
Seit August 2023 koordiniert HochNiNa das Projekt COUNTS (Standardisierung, Weiterentwicklung und Kommunikation von Treibhausgasbilanzen niedersächsischer Hochschulen), das über drei Jahre mit rund 210.000 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz gefördert wird. Die Projektleitung hat stellvertretend für das Netzwerk die Universität Oldenburg inne.

Im Rahmen des Projekts wird ein standardisierter Treibhausgas-Bilanzierungsrahmen für niedersächsische Hochschulen erarbeitet, der die spezifischen Gegebenheiten und Anforderungen von Hochschulen berücksichtigt. Auf dieser Grundlage entsteht in Zusammenarbeit mit ATMINA Solutions GmbH ein webbasiertes Open-Source-Tool. Ziel des Tools ist die Vereinheitlichung der THG-Bilanzierung nach dem GHG-Protocol Standard, basierend auf der gemeinsam erarbeiteten Methodik und den Qualitätsstandards. 

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Projektabschlussveranstaltung von COUNTS

Am 11. März 2026 fand im niedersächsischen Umweltministerium in Hannover die Abschlussveranstaltung des Projekts COUNTS statt. Unter dem Motto „Klimaschutz wirksam steuern“ kamen rund 60 Projektbeteiligte und Interessierte zusammen, um einen Einblick in die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse des Projekts zu erhalten und die Zukunft von Nachhaltigkeitscontrolling im Kontext der Klimaziele des Bundes und des Landes Niedersachsen zu diskutieren.

Die Veranstaltung begann mit einleitenden Grußworten durch die niedersächsische Umweltstaatssekretärin Anka Dobslaw und den niedersächsischen Staatsekretär für Wissenschaft und Kultur Prof. Joachim Schachtner. Anschließend stellte die Projektleiterin Anna Krämer von der Universität Oldenburg die Entstehung von COUNTS aus dem Netzwerk Nachhaltigkeit Niedersächsischer Hochschulen (HochNiNa) vor. Projektkoordinatorin Judith Wehrend führte die Teilnehmenden durch drei Jahre Projektarbeit und präsentierte die zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse, die sich im Rahmen ihrer Arbeit an dem Projekt offenbart hatten: THG-Bilanzierung bildet zwar die Grundlage für praktische Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und ein wichtiges Controlling-Instrument. Gleichzeitig sollte sie Mittel zum Zweck bleiben: Dem Schutz unserer Lebensgrundlage und dem Ergreifen von zielführenden Maßnahmen. In der Klimadebatte - insbesondere auch an wissenschaftlichen Einrichtungen - gibt es jedoch eine Tendenz der Fokusverschiebung. Methodenkritik und das Infragestellen von Zuständigkeiten verschieben den Fokus weg vom Handeln und hin zu immer detailreicheren Bilanzierung und Datenaufbereitung. Diese Verschiebung verbraucht Ressourcen wie Zeit, Aufmerksamkeit, Geld und Arbeitskraft, die gleichermaßen beim Klimaschutz fehlen. Im Kontext der THG-Bilanzierungspraxis sind erfahrungsgemäß fehlende oder schwer verarbeitbare Daten und dadurch entstehende blinde Flecken weiterhin ein größeres Problem als falsche Daten oder unsichere Annahmen. Klimaschutz kann auch in Zukunft folglich nicht durch Perfektion in der Bilanzierung erreicht werden, sondern durch gemeinsame, praktikable Strukturen, die Ressourcen sparen und Daten arbeitsfähig sichtbar machen.

Aufbauend auf diesen zentralen Erkenntnissen wurde das im Projekt entwickelte THG-Bilanzierungstool „COUNTS” live präsentiert und dessen Vorzüge veranschaulicht: Das Tool bietet eine einfache und intuitive Bedienung, ist Open Source und webbasiert, ermöglicht automatisierte Berechnungen und Datenexport und kann mehrere Bilanzjahre bearbeiten und Ergebnisse auch visuell darstellen und vergleichen. 

Auf die Projektpräsentation folgte eine Würdigung der projektbeteiligten Hochschulen für ihr Engagement und ihre inhaltliche Arbeit im Projekt. Im Anschluss an eine Podiumsdiskussion über die Zukunft von Nachhaltigkeitscontrolling endete die Veranstaltung mit der klaren Vision: 

Auch in Zukunft gemeinsame Strukturen für den Klimaschutz stärken!

Zur Pressemitteilung der Projektabschlussveranstaltung

Was kommt als Nächstes?

Das Projekt COUNTS hat ein wichtiges Fundament geschaffen, um Synergien durch gemeinsame Strukturen zu nutzen und den Klimaschutz an Hochschulen zu stärken. Das webbasierte, Open Source THG Bilanzierungstool „COUNTS“ und die THG-Bilanzierungsleitfäden bieten eine solide Grundlage für die Praxis. In den kommenden Jahren sollen diese Leitfäden und das Tool nun in der Praxis erprobt und weiterentwickelt werden. Hierfür wird für eine Laufzeit von 2 Jahren eine Projektstelle an der Universität Oldenburg eingerichtet, die die Weiterentwicklung koordiniert. Das Tool wird auf einem Server der Universität Oldenburg gehostet. Die Kosten für die professionelle Aktualisierung des Tools sowie die Programmierung von Toolerweiterungen werden durch eine Umlagefinanzierung durch die das Tool nutzenden Hochschulen gesichert.

Die Zukunft der THG-Bilanzierung sollte jedoch nicht (nur) auf bessere Daten, sondern (auch) auf die weitere Schaffung gemeinsamer Strukturen abzielen. Die Nutzung von COUNTS durch Hochschulen außerhalb Niedersachsens ist perspektivisch angestrebt.

Eine über das Projekt hinausgehende Vision besteht darin, existierende Doppelstrukturen abzubauen und zusammen mit anderen Akteur*innen der Nachhaltigkeitslandschaft an einem einheitlichen THG-Bilanzierungstool für Hochschulen in Deutschland mitzuwirken. Das COUNTS-Tool bietet durch seinen webbasierten Ansatz und die Open Source Programmierung einen soliden möglichen Grundstein für weitere gemeinsame Entwicklungen.

Das originäre Projekt COUNTS, welches der Erarbeitung der Bilanzierungsleitfäden und des Tools diente, läuft noch bis zum 31.07.2026. Noch offen sind aktuell folgende Bausteine:

  • Finalisierung des Tools
  • Open Source Veröffentlichungen des Tool-Codes 
  • Finalisierung der Bilanzierungsleitfäden

Diese Bausteine sollen zeitnah abgeschlossen werden. In den kommenden zwei Jahren soll dann der Fokus darauf liegen mit den das Tool nutzenden Hochschulen an der Erweiterung des Tools zu arbeiten. Im Verlauf der nächsten zwei Jahre soll außerdem eine Strategie für die langfristige Verstetigung entwickelt und umgesetzt werden, die die dauerhafte Verfügbarkeit des Tools gewährleistet.

Meilensteine

September 2023: 

  • Projektpräsentation und virtuelle Auftaktveranstaltung mit allen projektbeteiligten Hochschulen

April 2024:

  • erfolgreicher Abschluss der Projektphase 1 „Aufnahme des Ist-Zustandes“ und Übergabe des Ergebnisberichts
  • Präsentation der zentralen Ergebnisse der Projektphase 1 auf der HochNiNa Jahrestagung
  • Projektzwischenpräsentation unter Beteiligung des nds. MU und des nds. MWK

Juni 2024:

  • Auftaktworkshop Projektphase 2 „Bilanzierungsrahmenwerk und Informations- und Bilanzierungstool“
  • Bildung der vier thematischen Taskforces „Basisbilanz“, „Dienstreisen & Auslandssemester“, „Alltagsmobilität“, „Beschaffung“

Oktober 2024:

  • Aufnahme der Jade Hochschule und der Stiftung Universität Hildesheim als projektbeteiligte Hochschulen

November 2024:

  • Veröffentlichung des Ergebnisberichts
  • Taskforce-Workshop 1 an der Stiftung Universität Hildesheim

Februar 2025:

  • Taskforce Workshop 2 an der Universität Osnabrück

April 2025:

  • Präsentation der Taskforce Ergebnisse auf der HochNiNa Jahrestagung in Braunschweig

Mai 2025:

  • Beginn der Zusammenarbeit mit ATMINA Solutions GmbH und der gemeinsamen Toolentwicklung

November 2025:

  • Projekttreffen an der Hochschule Hannover

Februar 2025:

  • Projektinterne Tool-Testphase

11. Mai 2026:

  • Abschlussveranstaltung von COUNTS im nds. Ministerium für Umwelt, Energie & Klimaschutz in Hannover

Juli 2026 (geplant):

  • Veröffentlichung der Bilanzierungsleitfäden
  • Open Source Veröffentlichung des Tool-Programm-Codes
  • Finalisierung des COUNTS Bilanzierungs-Tools
     

Hintergrund

Viele niedersächsische Hochschulen fördern bereits eine nachhaltige Transformation und die Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG) ihrer Einrichtung. Eine THG-Bilanz und ein transparenter, plausibler Bilanzrahmen sind wichtige Voraussetzungen, um THG-Quellen zu quantifizieren und Minderungspotentiale der jeweiligen Hochschule sowie passgenaue Maßnahmen zu identifizieren.

Aktuell sind Bilanzierungsaufwand, Datenverfügbarkeit, uneinheitlicher Bilanzrahmen sowie unterschiedliche Annahmen und Methoden dabei für Hochschulen die wesentlichsten Herausforderungen.

Um hierfür Lösungen zu entwickeln und anwendungsorientierten Klimaschutz an Hochschulen zu beschleunigen, führt das Netzwerk HochNiNa das Projekt COUNTS (Standardisierung, Weiterentwicklung und Kommunikation von Treibhausgasbilanzen niedersächsischer Hochschulen) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) durch.

Projektsteckbrief

Ziele

  1. Unterstützung bei der Ableitung von Maßnahmen zur THG-Reduktion
  2. Erarbeitung eines einheitlichen Bilanzrahmens auf Grundlage des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol); insbesondere Klärung aller für den Scope 3 relevanten Bereiche und Vereinheitlichung der Emissionsfaktoren
  3. Entwicklung eines Informations- und Bilanzierungstool in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Niedersachsen
  4. Beratung bei der Anwendung des Bilanzierungsrahmens und -tools sowie der Erstellung von THG-Bilanzen

Projektphasen

Phase 1: Aufnahme des Ist-Zustandes

Zeitraum: August 23 – Januar 24

Zunächst werden bereits erstellte THG-Bilanzen niedersächsischer Hochschulen erfasst und mit dem Greenhouse Gas Protocol verglichen. Anhand dieser Datengrundlage werden Herausforderungen in der Bilanzierung identifiziert und Lücken insbesondere hinsichtlich Scope 3 sichtbar gemacht. Abschließend werden in dieser Phase des Projekts die Emissionen für Scope 1, Scope 2 und Scope 3 bestimmt, die die Hochschulen zukünftig im Rahmen ihrer THG-Bilanzierung berücksichtigen sollten.

Fortschritt 

Im April 2024 konnte die erste Projektphase „Aufnahme des Ist-Standes“ mit einer Präsentation und Evaluation der Ergebnisse auf der HochNiNa Jahrestagung, sowie der Übergabe des Ergebnisberichts zur Ist-Analyse an alle projektbeteiligten Hochschulen erfolgreich abgeschlossen werden. Zentrale Inhalte des Ergebnisberichts sind eine Übersicht über Gesetze und Regularien sowie Standards und Normen im Kontext von Nachhaltigkeitsberichterstattung und THG-Bilanzierung, die Analyse der THG-Bilanzierung an niedersächsischen Hochschulen und daraus abgeleitete Empfehlungen zur THG Bilanzierung an Hochschulen.

Phase 2: Bilanzierungsrahmenwerk & Informations- und Bilanzierungstools

Zeitraum: Februar 24 – Februar 26

In der zweiten Projektphase wird in enger Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Hochschulen ein gemeinsamer Bilanzrahmen erarbeitet, der neben der Identifikation geeigneter Emissionsfaktoren für die jeweiligen Quellen insbesondere auch Standardwerte für bestimmte Bereiche umfasst, in denen die Datengrundlage bisher nicht vorhanden oder nur schwer verfügbar ist. Ziel dieser Standardwerte ist es, den Bilanzierungsaufwand und die Komplexität zu reduzieren, um die Kapazitäten der Hochschulen für die Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen zu erhöhen.

Der daraus entstehende THG-Bilanzrahmen für niedersächsische Hochschulen wird zurzeit als webbasiertes Informations- und Bilanzierungstool umgesetzt. Das Tool wird die Möglichkeit bieten, die verursachten THG-Emissionen anhand der eingegebenen Werte unmittelbar tabellarisch und grafisch darzustellen.

Fortschritt

Im Juni 2024 startete die zweite Projektphase „Bilanzierungsrahmenwerk und Informations- und Bilanzierungstool“ im Rahmen eines Online-Projekttreffens. Es haben sich aus den projektbeteiligten Hochschulen vier thematische Taskforces gebildet:

  • Taskforce 1: Basisbilanz
  • Taskforce 2: Pendelmobilität
  • Taskforce 3: Dienstreisen und Auslandssemester
  • Taskforce 4: Beschaffung

Aufgabe der Taskforces ist es, in einem iterativen Prozess Leitfäden zur Datenerfassung und -auswertung der THG-Emissionen zu erarbeiten. Dazu zählen die Definition eines einheitlichen Bilanzstandards, die Beschreibung einer einheitlichen Methodik auch für herausfordernde Datenlage, die Vorgabe von Standardwerten bei nicht vorhandener oder schwer verfügbarer Datenlage, die Vorgabe geeigneter Emissionsfaktoren sowie geeigneter Kennzahlen zur Relation der Emissionen (z.B. CO2e/Universitätsangehörige). Im weiteren Verlauf des Projekts bilden die Taskforces für ihre jeweiligen Themenschwerpunkte außerdem die erste Anlaufstellen für Fragen, die im Rahmen der Tool-Entwicklung aufkommen, und geben Feedback.

Im Oktober 2024 konnten mit der Jade Hochschule und der Stiftung Universität Hildesheim zwei weitere Hochschulen ins Projekt aufgenommen werden. Damit sind 12 der insgesamt 20 Hochschulen Niedersachsens in staatlicher Verantwortung am Projekt beteiligt.

Nach umfangreicher Recherche und Ausarbeitung eines einheitlichen THG-Bilanzrahmens für Hochschulen begann im Mai 2025 die Entwicklung des entsprechenden Bilanzierungstools, in Kooperation mit ATMINA Solutions GmbH. Eine erste Testphase ist für November 2025 geplant, die endgültige Fertigstellung soll bis März 2026 erfolgen.

Phase 3: Weiterentwicklung und Einführung des Informations- und Bilanzierungstools

Zeitraum: März 26 – Juli 26

Das Bilanzierungs- und Informationstool wird in der abschließenden dritten Projektphase kontinuierlich weiterentwickelt, angepasst und aktualisiert. Hierfür werden allen niedersächsischen Hochschulen Informations- und Beratungsformate zur THG-Bilanzierung angeboten und so die Handhabung des Tools getestet und optimiert. Darüber hinaus erfolgt eine Empfehlung von Maßnahmen, die zur Erreichung der Klimaneutralität von Hochschulen beitragen.

Auch über das Projektende hinaus bleibt das Tool durch den Open-Source-Ansatz langfristig transparent, flexibel nutzbar und offen für stetige Weiterentwicklung.

Auftraggeber

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Laufzeit

August 2023 – Juli 2026

Projektbeteiligte Hochschulen

  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Hochschule Emden-Leer
  • Hochschule Hannover
  • Jade Hochschule
  • Leuphana Universität Lüneburg
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
  • Stiftung Universität Hildesheim
  • Technische Universität Braunschweig
  • Technische Universität Clausthal
  • Universität Osnabrück
  • Universität Vechta
     

Ansprechpartner*innen

Projektleitung

Anna Krämer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (stellvertretend für das HochNiNa Netzwerk)

Projektkoordination

Judith Wehrend, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

(Stand: 24.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p98494
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