Navigation

Oliver Klaassen

  • kunst- und medienwissenschaftliche Queer und Gender Studies
  • Theorie und Geschichte der Fotografie
  • kritische Ausstellungs- und Vermittlungspraxis
  • ästhetische Theorien im Zusammenhang mit politischer Philosophie
  • Ethik und Visualität 

https://uol.de/kunst/lehrende/mitarbeiterinnen-und-lehrkraefte/klaassen-oliver-1

Institut für Kunst und visuelle Kultur  (» Postanschrift)

https://www.kunst.uni-oldenburg.de/

A09 2-206 (» Adresse und Lageplan )

Fr, 11:00 - 12:00 Uhr

vorl.freie Zeit: - Fr, 04.09. --> 11-12 Uhr - Fr, 11.09. --> 11-12 Uhr - Fr, 18.09. --> 11-12 Uhr Online

+49 441 798-2336  (F&P


Zur Person

Oliver Klaassen, derzeit wissenschaftlicher* Mitarbeiter* am Institut für Kunst und visueller Kultur an der Carl von Ossietzky (C.v.O.) Universität Oldenburg, studierte Materielle Kultur: Textil und Kunst und Medien im Bachelor (2009-13) an der C.v.O. Universität Oldenburg sowie Kunst- und Medienwissenschaft im Master (2013-16) an der C.v.O. Universität Oldenburg und an der University of Wisconsin-Superior in den USA. Klaassen verfügt über Berufserfahrungen in den folgenden Bereichen (Auswahl):

 

(1) FORSCHUNG:

  • 2016-19: Doktorand* am International Graduate Center for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen
  • 2019: Gastwissenschaftler* an der Roski School of Art and Design der University of Southern California in Los Angeles in den USA
  • 2018: Archivrecherchen in New York in den USA
  • 2017: Gastwissenschaftler* an der State University of New York at Buffalo in den USA
  • 2016-17: Sprecher* des Forschungsbereichs 4 Visual and Material Culture Studies am GCSC der JLU Gießen
  • 2013-16: wissenschaftliche Hilfskraft am IfMK der C.v.O. Universität Oldenburg
  • 2010-13: studentische Hilfskraft am Institut für Materielle Kultur (IfMK) an der C.v.O. Universität Oldenburg

 

(2) LEHRE:

  • seit 2016: Lehrbeauftragter* an verschiedenen Universitäten (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, JLU Gießen, Phillips-Universität Marburg und C.v.O. Universität Oldenburg)

 

(3) REDAKTION:

 

(4) MUSEUM, AUSSTELLUNG & KUNSTVERMITTLUNG:

  • 2015-16: Werkstudent* bei Konzept und Kommunikation – Museumsberatung Dr. Beate Bollmann in Oldenburg
  • 2013-16: Kunstvermittler* am Horst-Janssen-Museum in Oldenburg
  • 2013: Praktikant* im Leslie-Lohman Museum of Art in New York
  • 2012: Praktikant* im Schwulen Museum in Berlin
  • seit 2010: freiberuflicher* Kurator*

 

Für seine* Studien- und Forschungsleistungen hat Oliver Klaassen verschiedene Stipendien erhalten (u.a. Fulbright-Promotions- & Reisestipendium, Promotionsstipendium, Dr. h.c. Waskönig-Stipendium, PROMOS-Stipendium und Deutschlandstipendium).

Seit 2020 ist Klaassen außerdem Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft Geschlechterstudien.

Forschungsschwerpunkte

  • kunst- und medienwissenschaftliche Queer und Gender Studies
  • Theorie und Geschichte der Fotografie
  • kritische Ausstellungs- und Vermittlungspraxis
  • ästhetische Theorien im Zusammenhang mit politischer Philosophie
  • Ethik und Visualität

Promotionsvorhaben

Radikal-ambigue Politiken queerer Un__Sichtbarkeiten in zeitgenössischer künstlerischer Fotografie (Arbeitstitel)

Wie können queere Bestrebungen in Kunst und visueller Kultur hegemoniale Repräsentationsregime unterwandern und assimilatorische und intelligible Raster der Verstehbarkeit infrage stellen? Meine Doktorarbeit möchte dieser Frage vor dem Hintergrund einer paradoxen politischen Situation auf den Grund gehen, die sich spätestens seit 2000 im Globalen Norden immer weiter zuspitzt: gemeint ist die kommerzielle, kapitalistische und rechtliche Vereinnahmung der LSBT*I*Q+-Kultur bei gleichzeitiger Zunahme des rechtsextremen Nationalismus mit seinen rassistischen, fremdenfeindlichen, homophoben und sexistischen Tendenzen. Folgende vier zeitgenössische künstlerische Fotoserien, die nicht zwangsläufig einen menschlichen Körper zur Identifikation, Dis- oder Gegenidentifikation zu sehen geben, bilden den Ausgangspunkt meines Promotionsvorhabens: (1) Außenfassaden ehemaliger und noch bestehender lesbischer Bars in The Boy Mechanic/Los Angeles (seit 2005) von Kaucyila Brooke; (2) (menschen-)leere Betten in privaten Räumen geschlossener und noch existierender gay bathhouses in In Between Days (Without You) (1998) von Dean Sameshima; (3) US-amerikanische Nationalparks in Climate Vortex Sutra(2014) von David Benjamin Sherry und (4) kameralos erzeugte Lichträume, sogenannte Luminogramme, in Freischwimmer(seit 2001) von Wolfgang Tillmans.

Ausgehend davon, dass das auf den Fotoserien Zu-Sehen-Gegebene in Abhängigkeit steht zu individuellen und sozialen Kontexten, die Bedeutungen konstituieren und strukturieren, ist der Ausstellungskontext vom besonderen (Erkenntnis-)Interesse: Denn hier hängen die Fotografien räumlich häufig mit anderen Exponaten zusammen, wodurch Mehr- und Uneindeutigkeiten, unlösbare Widersprüche und Ungewissheiten entstehen. Für die Analyse der Fotoserien unter exemplarischer Berücksichtigung ihrer Präsentation in Ausstellungen habe ich Displays aus folgenden Ausstellungskontexten ausgewählt: für The Boy Mechanic/Los Angeles (seit 2005) ein Display aus der Ausstellung Warum etwas zeigen, was man sehen kann? (25.02.-07.05.2006) in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig; für In Between Days (Without You )(1998) ein Display aus der Ausstellung Art AIDS America (01.12.2016-02.04.2017) in der Alphawood Gallery in Chicago; für Climate Vortex Sutra (2014) ein Displays aus der Ausstellung Climate Vortex Sutra – David Benjamin Sherry (07.09.-31.10.2014) in der Galerie Salon 94 Bowery in New York und für Freischwimmer (seit 2001) eine (Foto-)Installation (2004-09) in der Panorama Bar im Berliner Nachtclub Berghain.

Da jede Lesart von visuellem Material abhängig ist von Begehren, Gefühlen und Affekten sowie von Sehgewohnheiten, Erwartungen und Vorwissen der Rezipierenden, liegt meinem Promotionsvorhaben ein experimentell-exploratives Untersuchungsdesign mit transdisziplinären, konzeptbasiertem und normkritischem Charakter zugrunde. Folgende Forschungsfrage möchte ich beantworten: Inwiefern intervenieren die Fotografien von Brooke, Sameshima, Sherry und Tillmans und ihre Präsentation in Ausstellungskontexten in normative Diskurse von Sexualität, Geschlecht und Begehren? Für die Beantwortung verschränke ich im Rahmen queerender (Re-)Lektüren zwei Analysestränge miteinander: Zum einen beschäftige ich mich im Rahmen repräsentationskritischer Analysen mit der jeweils spezifischen Weise der Gemachtheit des Zu-Sehen-Gegebenen; zum anderen ergründe ich das antizipative und transformatorische Bewegungen ermöglichende Potenzial psychoanalytischer und phänomenologisch-affektiver (Erfahrungs-)Dimensionen im Rezeptionsprozess. Meine Hypothese ist, dass die Serien zusammen mit ihren Ausstellungspräsentationen ‚radikal-ambigue Politiken queerer Un_Sichtbarkeit(en)‘ (Arbeitbegriff) hervorbringen, die nach bekannten Mustern nicht abschließend gelöst werden können und stattdessen im Zittern verharren und dadurch letztlich Räume der Unklärbarkeit und des Dazwischen-Seins herstellen, die von Normierungszwängen zu befreien vermögen.

Die gesamtgesellschaftliche Relevanz der Dissertation liegt im Erforschen ästhetischer Strategien, die Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Sexualität und Begehren entgegenwirken. In einer engen Verzahnung von Wissenschaft, Kunstkritik und Aktivismus nehme ich die soziale (queere) Produktivität von künstlerischen Fotografien zusammen mit ihren Ausstellungspräsentationen in den Blick und entwickle neue Denkansätze für das Verständnis von Politik und emanzipatorischer Gestaltbarkeit im Feld von Kunst und visueller Kultur.

Organisation von wissenschaftlichen Events (Auswahl)

  • Renegotiating Minoritarian In__Visibilities (12.-14.11.2019) / Internationale und interdisziplinäre Konferenz / GCSC, JLU Gießen (zusammen mit Catheriné Ludwig-Ockenfels, Jana Tiborra und Katharina Wolf)
  • Exploring Political Dimensions of the Visual (18.-19.01.2018) /  Interdisziplinäre Methodenwerkstatt / GCSC / JLU Gießen (zusammen mit Astrid Groholsky, Laura Holderied und Katharina Stornig)

 

Vorträge & Workshops (Auswahl)

(1) KONFERENZEN:

  • A Place, Promise, That Has Not Yet Been‘ Queer Environmental Ethics in David Benjamin Sherry’s Climate Vortex Sutra (2014) / Territories that Matter: Gender, Art and Ecology (23/11–24/11/2018) / Universidad Autónoma de Madrid & Huesca Convention Center, Madrid, ESP
  • Zur Aktualität radikal-ambiguer Ästhetiken in queerer Fotografie / Das ist Ästhetik! – X. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik (14/02–17/02/2018) / Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main

 

(2) GASTVORTRÄGE:

  • Thinking-&-Feeling-Photography. A Toolbox for a Queer Reading of Radically Ambiguous Politics of Representation / Ringvorlesung How to Do Literary and Cultural Studies: Methods of Analysis (am 14/06/2018) / Department of English, JLU Gießen
  • Swimming Against the Tide: A Queer Reading of Wolfgang Tillmans’ Panorama Bar Installation (2004-09) at Berlin’s Nightclub Berghain / Queer Studies Research Network (am 07/11/2017) / State University of New York at Buffalo, USA
  • US-amerikanische ‚Landschaften’ als Symbol für die unbegrenzten Möglichkeiten queerer Erfahrungswelten in David Benjamin Sherrys Fotoserie Climate Vortex Sutra (2014) / Ringvorlesung exploring decolonial and queer feminisms (am 26/06/2017) / JLU Gießen

 

(3) SUMMER SCHOOLS:

  • Thinking and Feeling Queerness through Wolfgang Tillmans’ Cameraless Photo Series Freischwimmer / Summer School for Sexualities, Cultures and Politics (SSSCP) (21/08–27/08/2017) / Research Center for Cultures, Politics and Identities (IPAK.Center) / Singiduum University, Belgrad, SRB
  • »Swimming Away from Normative Fixations« The Politics of Wolfgang Tillmans’ Cameraless Photo Series Freischwimmer in the Context of Techno and Rave Club Culture / The Hermes Summer School for Literary and Cultural Studies (12/06–16/06/2017) / Aarhus University, DNK

 

(4) FORSCHUNGSTAGE:

  • QUE(E)Rschwimmen. Wolfgang Tillmans’ radikal-ambigue Politiken der Repräsention (kommentiert von Dr. Antke Engel) / Forschungstag der GGS-Sektion Soziale Ungleichheit und Geschlecht (23/05/2018) / Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtwissenschaften (GGS), JLU Gießen
  • Zum queer-feministischen Potenzial radikal-ambivalenter UnSichtbarkeiten / Briefings2 – Innovative Research in the Fields of Art Education, Media Studies, Art Studies, and Visual Culture (08/02/2017) / Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

(5) WORKSHOPS:

  • Queere Zustände radikaler Ambiguität aushalten. Ein kunstpädagogisches Experiment / Ambiguität. Demokratische Haltungen bilden in Kunst und Pädagogik (23.02.2019) – Tagung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) / K20 – Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • »Queerseum« Zur Rolle des Museums als diskursiver Verhandlungsort von Geschlecht und Sexualität / Ausstellung OFFEN GEFRAGT! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen (am 26/04/2016) / bau_werk Halle, Oldenburg

Veröffentlichungen (Auswahl)

(1) HERAUSGEBERSCHAFTEN:

 

(2) ARTIKEL:

 

(3) REZENSIONEN:

Webmaster (zoe.wegener@uol.de) (Stand: 27.04.2020)