Energie der Zukunft
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Energie der Zukunft
Der Oldenburger Weg: Energieforschung an der Universität Oldenburg
Zukunftsweisende Energieforschung hat in Oldenburg eine lange Tradition. Forschende der Universität gehörten zu den ersten, die sich in den 1970er Jahren mit erneuerbaren Energien befassten. Bereits in den 1980er Jahren wurde auf dem Campus ein „Energielabor“ mit eigenständiger Solar- und Windstromversorgung eingerichtet – der Grundstein für den heutigen Forschungsschwerpunkt Erneuerbare Energien. Bis heute ist die Energieforschung hier ein Aushängeschild – ungewöhnlich an einer Universität ohne Ingenieurswissenschaften.
Inzwischen bilden rund 30 Professor*innen mit ihren Arbeitsgruppen den Kern der Oldenburger Energieforschung, von den Naturwissenschaften (z. B. Materialforschung für Solarzellen und Batterien, Windphysik) über die Informatik (digitale Energiesysteme) bis hin zu Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die die Transformation des Energiesystems aus ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive untersuchen.
Das Energielabor ist eins der wenigen baulichen Zeugnisse aus der Zeit, in der die Energiewende ihren Ursprung nahm. Das für damalige Verhältnisse außergewöhnlich energieeffiziente Gebäude ging 1982 in Betrieb. (Foto: Universität Oldenburg / Daniel Schmidt)
Oldenburger Energieforschung – von ihren Anfängen bis heute
Ausgewählte Beispiele aus der Energieforschung – von der Windphysik bis zur Innovationssoziologie
Das Ziel: Nachhaltige Energietransitionen gestalten
Expertisen, Institute, Netzwerke und Ausbildungsangebote wurden zu einem interdisziplinärem Forschungscampus „Energie der Zukunft“ vernetzt mit dem Ziel, eine nachhaltige Energietransition zu gestalten. Diese Zusammenarbeit zahlt sich in regionalen, nationalen und internationalen Projekten und Kooperationen sowie Lehrangeboten (Studienprogramme und Weiterbildungen) aus.
Die gemeinsamen Forschungsaktivitäten sind maßgeblich in zwei interdisziplinären Clustern formiert, von denen eines den Schwerpunkt „Material“, das andere den Schwerpunkt „Systeme und Vernetzung“ verfolgt. Die in diesen beiden Clustern forschenden Wissenschaftler*innen sind in eine Vielzahl (inter-)nationaler Forschungsverbünde eingebunden, die das gesamte Forschungsspektrum von Grundlagen der Energiewandlung, technischen Wandlungssystemen bis hin zur systemischen Vernetzung und Bewertung abbilden.
Komplementiert wird dieser umfassende Forschungsansatz durch einzigartige und international alleinstellende Experimentalfelder (Windkanal, Smart City Reallabor, Cyber-Resilience-Labor, Attosekunden-Labor, Ultrakurzzeit-Elektronenmikroskop), die in der Lehre in profilbildenden Studiengängen verankert sind.
Beim Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis profitiert der Schwerpunkt von langjährigen Kooperationsbeziehungen zu regionalen Unternehmen der Energiewirtschaft (z.B. EWE, Enercon), die am Standort gemeinsam mit der Universität im Oldenburger Energiecluster (OLEC) organisiert sind.
Cluster Material
Das Forschungcluster „Material“ bündelt die Aktivitäten im Bereich der Nano-, Quantum- und Energieforschung. Die drittmittelstarken Forschungsgruppen sind gut vernetzt; eine zentrale Kollaboration der Akteure findet im Projekt „Dynamics at the Nanoscale“ statt. Übergeordnetes Ziel ist die Erforschung grundlegender Energiewandlungsprozesse und deren Quantendynamik in Nanostrukturen, die oft auf extrem kurzen räumlichen und zeitlichen Skalen stattfinden und vielfach noch unverstanden sind. Der Transport von Elektronen, Kernen, Spins und elektromagnetischer Strahlung auf der Nanoskala ist für zukünftige Anwendungen von Nanomaterialien in der Quantenkryptographie, der Quanteninformationsverarbeitung (z.B. in Quantencomputern), in der Quantensensorik, aber auch in ultra-schnellen optischen Computern, optoelektronischen Bauelementen, Solarzellen oder Batterien unabdingbar und wird mit innovativen experimentellen und theoretischen Methoden untersucht. Die Entwicklung des Forschungsclusters wurde in den vergangenen Jahren durch DFG-Förderungen unterstützt und durch fünf strategische forschungsstarke Neuberufungen – zwei Lichtenberg-Professuren, eine Professur im Professorinnenprogramm des Bundes und des Landes sowie zwei Berufungen von ERC-Starting Grants-Geförderten) – gestärkt und zukunftsorientiert aufgestellt.
Forschungsgruppen im Cluster Material
Electronic Structure Theory – EST
- Theoretical Solid State Physics (Prof. Dr. Caterina Cocchi)
- Ultrafast Nano-Optics (Prof. Dr. Christoph Lienau)
- Ultrafast Nanooptics (Dr. Antonietta De Sio)
- Attosecond Nano-Optics (Dr. Jan Vogelsang)
Ultrafast Coherent Dynamics
- Ultrafast Coherent Dynamics - ULTRA (Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt)
Scanning Probe Spectroscopy
- Scanning Probe Spectroscopy (Prof. Dr. Niklas Nilius)
QuantumBio
- Quantum Biology and Computational Physics group (Prof. Dr. Ilia A. Solov'yov)
- Quantum Materials - QMat (Prof. Dr. Christian Schneider)
Technical Chemistry 1
- Photocatalysis and Charge Carrier Dynamics (Prof. Dr. Michael Wark)
Physikalische Chemie 2
- Electrochemistry and Interfaces of Condensed Systems (Prof. Dr. Gunther Wittstock)
Cluster Systeme und Vernetzung
Im Forschungscluster „Systeme und Vernetzung“ sind neben den Forschungsbereichen Windphysik und Energieinformatik insbesondere auch außeruniversitäre Akteure wie das universitäre An-Institut OFFIS und das Institut für Vernetzte Energiesysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) integriert – insgesamt also circa 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das übergeordnete Ziel des Clusters zusammen mit energieaffinen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften am Standort Oldenburg ist die Vernetzung von Energiesystemkomponenten, -technologien, -materialien und -modellen zu großskaligen Systemen, um nachhaltige Energietransitionen zu gestalten. In zahlreichen Projekten wird dieser interdisziplinäre Ansatz vertieft. Mehrere Forschungsgruppen verbinden die einschlägige Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, die Windenergieforschung, Forschungen zu Energietechnologien, Energieinformatik und Energiesystemen sowie die Physikalische und technische Chemie.
Die Oldenburger Energieforschung ist nicht nur innerhalb der Universität stark aufgestellt. Diese ist eng mit mehreren Forschungsinstituten am Standort verbunden: dem ForWind – Zentrum für Windenergieforschung, dem OFFIS – Institut für Informatik und dem DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme.
Zudem ist die Oldenburger Energieforschung ist aktiv in regionalen und überregionalen Netzwerken. Die Universität Oldenburg ist Gründungsuniversität im Energieforschungsnetzwerk Niedersachsen efzn, beteiligt sich aktiv in regionalen, überregionalen, nationalen und internationalen Initiativen, Programmen, Netzwerken und Kooperationen. Neben dem efzn gehören hierzu Powerhouse Nord, das Oldenburger Energiecluster OLEC und die Metropolregion Nordwest.
Forschungsgruppen im Cluster Systeme und Vernetzung
Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Den Wandel verstehen
- Organisation und Innovation (Prof. Dr. Jannika Mattes)
- Ökologische Ökonomie (Prof. Dr. Bernd Siebenhüner)
- Sustainability and Supply Chain Management (Prof. Dr. Christian Busse)
- Innovations- und Nachhaltigkeitsmanagement (Prof. Dr. Jörn Hoppmann)
Windenergieforschung
Die Kraft des Windes
- Windenergiesysteme (Prof. Dr. Martin Kühn, ForWind)
- Turbulenz und komplexe Systeme (Prof. Dr. Kerstin Avila, ForWind)
Energietechnologien, Energieinformatik, Energiesysteme
Auf das Netz kommt es an
- Verteilte Regelung in Vernetzten Systemen (Prof. Dr. Andreas Rauh)
- Energieinformatik (Prof. Sebastian Lehnhoff)
- Digitalisierte Energiesysteme (Prof. Dr. Astrid Nieße)
- Vernetzte Energiesysteme (Prof. Dr. Carsten Agert)
Physikalische und technische Chemie
Materialien verstehen
- Forschungsgruppe Technische Chemie (Prof. Dr. Michael Wark)
Forschungsinstitute Energie
ForWind – Zentrum für Windenergieforschung (Dr. Stephan Barth – Geschäftsführung)
OFFIS – Institut für Informatik (Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff – Bereichsvorstand Energie)
DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme (Prof. Dr. Carsten Agert – Institutsdirektion)