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Referatsleitung Referat Forschung und Transfer

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Versorgungssysteme und Patientenorientierung

Versorgungssysteme und Patientenorientierung

Der Schwerpunkt „Versorgungssysteme und Patientenorientierung“ untersucht medizinische, pflegerische sowie andere gesundheitsrelevante Versorgungsprozesse im Übergang zwischen dem stationären und ambulanten Sektor sowie in der Häuslichkeit. Ziel ist die valide Beschreibung der Versorgungsrealität, die Ableitung von digitalen, technischen und organisatorischen Konzepten zur Verbesserung der Versorgung und die Evaluation von Eingriffen in das Gesundheitssystem sowie die datenschutzkonforme Verarbeitung von Patientendaten. Darüber hinaus integriert der Schwerpunkt in besonderem Maße die Sicht der Nutzerinnen und Nutzer von Gesundheitsleistungen mit ihren individuellen Bedarfen und Bedürfnissen und zielt dadurch auf eine Stärkung der Patientensouveränität ab.

Das Projekt INGVER (Intersektorale Versorgung vulnerabler Gruppen, BMFTR, 2024-2027) widmet sich der Verbesserung der Versorgung gesundheitlich vulnerabler Gruppen durch eine sektorenübergreifende, individualisierte und interdisziplinäre Herangehensweise. Diese Gruppen – darunter Risikogeborene, onkologische Patient:innen und ältere Menschen – haben spezifische, teils komplexe medizinische und psychosoziale Bedarfe und Bedürfnisse, die eine intensive und personalisierte Betreuung und Versorgung erfordern. Dazu ist eine intersektorale Vernetzung, also die Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen sowie der häuslichen Versorgung, besonders wichtig. Ein zentrales Element ist dabei die Entwicklung eines Diagnostik- und Datenintegrationszentrums, das kontinuierlich Daten sammelt und integriert. Dadurch sollen sektorenübergreifende Informationen in personalisierte Behandlungspläne einfließen, um eine nahtlose und interdisziplinäre Versorgung zu gewährleisten. Zudem wird die Grenzregion zwischen Deutschland und den Niederlanden genutzt, um informelle Unterstützungsstrukturen zu identifizieren und in die Versorgungsmodelle zu integrieren. Hier setzen auch die Projekte CHARE-GD I und II (Comparison of healthcare structures, processes and outcomes in the Northern German and Dutch cross-border region, MWK, 2021-2024 und 2022-2025, in Kooperation mit der Universität Groningen) an. Sie untersuchen die Unterschiede in der Gesundheitsversorgung zwischen Deutschland und den Niederlanden in der Grenzregion. Die Schwerpunkte der Studien sind unter anderem der Umgang mit Antibiotikaresistenzen, die Ergebnisse von Hüftoperationen oder die Verbreitung von multiresistenten Bakterien. Ziel ist es, die Versorgungssysteme beider Länder miteinander zu vergleichen, voneinander zu lernen und durch diesen Wissensaustausch die Gesundheitsversorgung in der Grenzregion zu optimieren.

Im vom BMBF seit 2017 geförderten Forschungscluster „Zukunft der Pflege“  werden technologische Innovationen in der Pflege entwickelt und in die Breite getragen. Im Teilprojekt PIZ 2.0 (Pflegeinnovationszentrum, BMFTR, 2024-2029, in Kooperation mi der Universität Bremen) werden innovative Technologien entwickelt, um Pflegefachpersonen körperlich und mental zu entlasten und die Selbstständigkeit von pflegebedürftigen Personen zu fördern. Ziel dieses Projektes sind der Aufbau und die Verstetigung eines Kompetenzzentrums für Innovationen in der Pflege am An-Institut OFFIS, das kontinuierlich technische Innovationen zur Unterstützung der Pflegefachpersonen entwickelt, Produkte am Markt und aus Forschungsprojekten erprobt, sowie die Ergebnisse in Reallaboren für die Fachöffentlichkeit und für die Weiter- und Ausbildung zugänglich macht.

In der vom BMFTR geförderten Nachwuchsgruppe „Ernährung und Funktionalität im Alter“ läuft das Projekt AS-Tra (Assistenzsystem zur nachhaltigen Verbesserung des Ernährungs- und Bewegungsstatus von Senioren unter Berücksichtigung des Transtheoretischen Modells zur Verhaltensänderung, BMBF, 2022-2027) wird ein technisches Assistenzsystem zur Unterstützung von Senioren ab 70 Jahren entwickelt, um ihren Ernährungs- und Bewegungsstatus zu verbessern. Eine Tablet-basierte App und eine Messstation ermöglichen eine personalisierte und eigenständige Anwendung. Hierbei stehen die Integration in die Gesundheitsversorgung und die Reduktion von Nutzungsbarrieren im Fokus. 

In dem vom MWK geförderten Projekt TransVer – „Digitale Transformation der Versorgung in der Fläche“ (MWK / zukunft.niedersachsen, 2026-2030, in Kooperation mit den Universitäten Groningen und Vechta) wird der Wandel medizinischer Strukturen im Nordwesten Niedersachsens untersucht. Im Fokus stehen die Chancen einer zentralisierten Krankenhauslandschaft – am Beispiel der geplanten Zentralklinik in Ostfriesland – sowie der Einsatz telemedizinischer und -robotischer Angebote für ortsunabhängige Diagnosen und Sprechstunden. Ziel ist es, die Abstimmung zwischen Vorsorge, Behandlung und Notfallversorgung zu verbessern.

(Stand: 24.04.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p46236
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