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Andrea Lübben 
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Nachruf

Im September 2017 ist Dr. Peter U. Klinger, der langjährige wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, verstorben. Peter Klinger wurde am 23.04.1934 geboren und wurde 83 Jahre alt.

Nach einer Gärtnerlehre studierte er Biologie an der Universität Kiel und promovierte dort über Torfmoose. Am 01.10.1971 nahm er eine Stelle als wissenschaftlicher Leiter des damals staatlichen Botanischen Gartens an. Nach der Eingliederung des Botanischen Gartens in die Universität 1976 nahm er auch Lehraufgaben wahr. Diese Aufgaben erfüllte er bis zu seiner Pensionierung am 30.09.1997. Die Studierenden schätzten seine fachliche Kompetenz und Hilfsbereitschaft. Generationen von Biologiestudenten lernten bei ihm Pflanzenbestimmung.

Im Botanischen Garten war er besonders für die Bestimmung von Pflanzen, die Pflanzenauswahl in den systematischen und geographischen Revieren und die Beschilderung zuständig. Außerdem schätzen Gartenbesucher seine lehrreichen Führungen.

Seine ganze Leidenschaft galt den Pflanzen der Mittelmeerregion. Er hat zahlreiche Exkursionen mit Studenten nach Südfrankreich, Nordspanien und besonders nach Sardinien unternommen. Dort saß er oft von morgens bis abends im Feld zwischen seinen Pflanzen und konnte Profanitäten wie Essen und Trinken schier vergessen. Von Sardinien hat er immer wieder Pflanzen und Saatgut nach Oldenburg gebracht und so eine bis heute existierende, wertvolle Lebendsammlung mediterraner Pflanzen im Botanischen Garten aufgebaut. Peter Klinger war während seiner Zeit auch verantwortlich für mehrere größere Änderungen im Garten, wie die komplette Neugliederung des Alpinums oder des Sukkulentenhauses.

Privat hatte Peter Klinger eine künstlerische Ader: er zeichnete gern und schrieb zahlreiche Gedichte. Diese reichten vom lustigen Knüttelvers bis zu längeren Balladen. Seine (Bleistift-) Zeichnungen waren meist ruhige Landschaften des Oldenburger Landes, der Nordsee-Küste oder auch Sardiniens.

Peter Klinger zeichnete sich durch seine ruhige und immer freundliche Art gegenüber den Gärtnern und den Mitarbeitern des Gartens aus. Er liebte es, sein umfangreiches Wissen mit anderen zu teilen, seien es Gärtner, Besucher oder Studenten. Wir werden ihn sehr vermissen.

Von Giftpflanzen und grüner Apotheke

Um Arzneipflanzen und giftige Gewächse geht es in zwei neuen Ausstellungen im Botanischen Garten der Universität, die noch bis Ende September im Botanischen Garten zu sehen sind.

Die Schau „Die grüne Apotheke – vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung“ stellt die Geschichte der pharmazeutisch wirksamen Pflanzen vor. Die einzelnen Tafeln der Ausstellung sind im gesamten Garten bei den jeweiligen Pflanzen zu finden. Der Botanische Garten der Universität Bonn hat die Ausstellung für den Deutschen Verband der Botanischen Gärten (VBG) erarbeitet. Die zweite Ausstellung mit dem Titel „Giftpflanzen - verteufelt, verlockend, verflixt“ wurde vom Regionalverband Umweltberatung Nord e.V. erstellt und ist im Glashaus neben dem Sukkulentenhaus zu sehen. Sie zeigt, welche einheimischen Pflanzen starke Giftstoffe enthalten und wie man sie erkennen kann. Der Botanische Garten der Universität ist wochentags von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 10.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Broschüre zur Ausstellung "Die Grüne Apotheke" kann in der Geschäftsstelle des Botanischen Gartens zu den Geschäftszeiten für 7,00 € erworben werden. Sie enthält alle Poster der Ausstellung.

Andrea Lübben (Stand: 13.09.2018)