„Legalisierung – und dann? Ein Ansatz zur kontextstrukturierten Einbindung von Drogenprävention und Aufklärung über Cannabinoide im Fach Chemie” von Elisabeth Dietel.
Abstract:
Abnehmendem Interesse an Chemie kann unter anderem durch den Besuch außerschulischer Lernorte entgegengewirkt werden. Themen mit aktuellem Lebensweltbezug, z. B. Cannabinoide, insbesondere im Kontext des neuen Cannabisgesetzes, stoßen auf großes Interesse bei Jugendlichen. Aus einer generell offenen Einstellung von Jugendlichen gegenüber psychoaktiven Drogen wie Cannabis ergibt sich allerdings auch Missbrauchs- und Suchtpotenzial. Durch die Verwendung dieses spannenden Kontexts ist eine Interessenförderung in Chemie möglich, andererseits kann dadurch gesundheitliche Aufklärung und Präventionsarbeit hinsichtlich des eigenen Konsumverhaltens betrieben werden. Bestehende Materialien binden Drogen und Drogenpräventionsaspekte häufig ohne Anbindung an chemische Inhalte ein. Mit dem vorgestellten Lernset wird die Chemie der Cannabinoide in gesellschaftliche und persönliche Kontexte eingebettet. Auf flexiblen Lernwegen werden im Schüler:innenlabor zugehörige Experimente mit der Modellsubstanz CBD angeboten. Erste Perspektiven aus Pilotierungserfahrungen mit Schüler:innen und Lehrkräften werden reflektiert. Aus den gewonnenen Erfahrungen lassen sich Schlussfolgerungen für eine Weiterentwicklung der Materialien zur Kopplung von naturwissenschaftlicher Kompetenzentwicklung und Drogenprävention ableiten.