Ein Team von Studierenden des Instituts für Sozialwissenschaften hat beim data4good Festival der Hertie School in Berlin den Runner-Up Award in der Kategorie "Technical Excellence" gewonnen. Mit ihrem Projekt "North Rhine-WestFEARia" überzeugten sie die Jury durch innovative Datenanalyse im Dienste des Gemeinwohls.
Beim diesjährigen Hackathon traten insgesamt 80 Bachelor-Studierende in 16 Teams aus 11 europäischen Ländern gegeneinander an. Die überwiegend aus den Computer- und Data Sciences stammenden Teilnehmenden, ergänzt durch einige Sozialwissenschaftler, bearbeiteten zwei verschiedene Datensätze mit dem Fokus auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen.
Carlotta Steimke, Charlotte Keyßler und Michel Janssen widmeten sich dem ReligionMonitor der Bertelsmann Stiftung – einer Umfrage zu Religion und sozialem Zusammenhalt – und entwickelten daraus ein ambitioniertes Forschungsprojekt. Unter dem Titel "North Rhine-WestFEARia – Perceived Threats in Population and State Parliaments" untersuchten die Studierenden, inwieweit von der Bevölkerung wahrgenommene Bedrohungen auch im Landtag Nordrhein-Westfalens thematisiert werden.
Die methodische Stärke des Projekts lag in der Kombination verschiedener Datenquellen: Die Studierenden analysierten Landtagsreden mithilfe eines Zero-Shot BERT-Classifiers und führten diese Erkenntnisse mit den Umfragedaten des ReligionMonitors zusammen. Dabei erstellten sie einen neuen, gemergten Datensatz, der erstmals diese beiden Perspektiven – Bevölkerungswahrnehmung und parlamentarische Kommunikation – systematisch miteinander verknüpft.
Neben der Kategorie "Technical Excellence" wurden beim data4good Festival auch Preise in den Bereichen "Data Storytelling" und "Social Impact" vergeben. Das Festival unterstreicht die wachsende Bedeutung datengetriebener Ansätze für gesellschaftliche Herausforderungen und fördert den interdisziplinären Austausch junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa