Forschung

Forschung

Die Forschung der Abteilung Sport und Bewegung ist zumeist anwendungsorientiert und interdisziplinär ausgerichtet. Anwendungsorientiert arbeiten wir unter anderem mit dem Deutschen Handballbund, dem Deutschen Tischtennis-Bund und dem Deutschen Curling Verband sowie der Queensland Academy of Sport  zusammen. In der interdisziplinären Forschung kooperieren wir mit Oldenburger Kolleg:innen aus der Psychologie, der Pädagogik sowie der Geriatrie. Außerdem kooperieren wir mit anderen internationalen und nationalen Forschungsgruppen, u. a. den Abteilungen von Prof. Joe Baker (University of Toronto, Kanada), Prof. Nick Wattie (Ontario Tech University, Kanada) und Prof. Karen Zentgraf (Goethe-Universität Frankfurt). Ausführlichere Informationen zu aktuell laufenden Qualifikationsarbeiten sowie drittmittelgeförderten Projekten finden sie unten auf dieser Seite. Bei einem Interesse Ihrerseits mit uns zu kooperieren, melden Sie sich gerne bei uns.

Diagnostik und Training der Antizipation von Handballtorhüter*innen

Die rechtzeitige und richtige Antizipation einer gegnerischen Handlung basierend auf vor dem Ballflug zur Verfügung stehenden (Bewegungs-)Informationen ist ein zentraler Baustein der Torhüter*innen-Taktik und eine wesentliche Voraussetzung für herausragende Abwehrleistungen von Handballtorhüter*innen. Die in der nationalen und internationalen Leistungsspitze des Erwachsenenbereichs anzutreffenden antizipatorischen Anforderungen stellen insbesondere Nachwuchstorhüter*innen im Übergang in den Erwachsenenbereich vor eine große Herausforderung.

Ziel dieses vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft finanzierten Projekts (Laufzeit April 2021 bis März 2023) ist, das abwehrtaktische Verhalten von Handballtorhüter*innen – und hier insbesondere deren Antizipationsleistung – zu diagnostizieren sowie durch ergänzende Trainingsmaßnahmen zu verbessern und so die Lücke zwischen den perzeptiv-kognitiven Anforderungen im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich zu reduzieren. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Deutschen Handballbund durchgeführt.

Projektpartner:

Projektförderung durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (ZMVI4-070716/21-23)

Ansprechpartnerin: Kim Huesmann

Der professionelle Blick von Sportlehrkräften

Der professionelle Blick bezeichnet die domänenspezifische Wahrnehmung von Sportlehrkräften, Informationen innerhalb des Unterrichts wahrzunehmen und situationsangemessen zu interpretieren. Zentrale Prozesse des Konzeptes sind „Noticing“ und „Reasoning“. Im Rahmen des „Noticings“ werden selektiv relevante Informationen aus einer Bewegung oder Interaktion des komplexen Unterrichtsgeschehens wahrgenommen. Im zweiten interdependenten „Reasoning“-Prozess werden diese visuellen Informationen pädagogisch fundiert, unter Berücksichtigung bspw. der Situation, motivationalen und Überzeugungs-Dispositionen, eingeordnet und interpretiert. Im Laufe der Jahre wurde das Konzept um einen weiteren Teil, „deciding how to respond“ erweitert. Dieser bezieht über die Wahrnehmung hinaus, situationsspezifische Handlungskonsequenzen für die Unterrichtssituation in das Konzept mit ein.

Ziel des Projektes „Der professionelle Blick von Sportlehrkräften“ im Rahmen Graduiertenkollegs „Lehrkräftebildung 2040“ (Laufzeit Mai 2022- April 2025) ist es, das „Reasoning” von Sportlehrkräften in verschiedenen Erfahrungsstufen mittels Eye-Tracking quantitativ und das „Noticing” qualitativ mittels Verbalprotokollen zu erfassen. Im Rahmen der Analysen identifizierte visuelle Expertise, gekennzeichnet durch systematische Gruppenunterschiede bei quantitativen Blickmaßen wie Fixationsanzahl, -Dauer oder -Verteilung, kann so möglicherweise im Rahmen von deliberate-pratice Ansätzen für die Vermittlung von professionellem Blick bei Referendar*innen verwendet werden und die Professionalisierung von Sportlehrkräften unterstützen. 

Projektpartner:

  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Sportwissenschaft, Abteilung „Sport und Bewegung“ (Prof. Dr. Jörg Schorer, Jelto Witt)
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Pädagogik, Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie (Dr. Ingo Roden)
  • Deutsche Sporthochschule Köln, Abteilung „Leistungspsychologie“ (PD Dr. Florian Loffing)
  • ZfsL Krefeld, Fachleitung Sport, (Dr. Rebecca Rienhoff)

Ansprechperson: Jelto Witt

Technische Fertigkeiten in der Talentforschung im Sport

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl nationaler Sportinstitutionen, kommerzieller Agenturen und professioneller Sportvereine mit Maßnahmen zur Talentidentifikation und -entwicklung (TIE) stark angestiegen. Sie eint das Ziel der möglichst frühen Erkennung talentierter junger Spieler:innen, um hiermit vermeintlich die Basis für ausgezeichnete langfristige Leistung zu legen. Es steht außer Frage, dass sich sowohl ‚Talent‘ als auch Höchstleistung in den meisten Sportarten aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt, wie z.B. Wahrnehmung, Kognition, Psychologie, Taktik und Technik. Hierbei steht den technischen Fertigkeiten eine zentrale Rolle zu, besonders in Anbetracht der bereits im Jugendalter in vielen Sportarten geforderten, höchst spezialisierten Fertigkeiten.

Im Rahmen des Projekts wird die Rolle der sportart-spezifischen, technischen Fertigkeiten im Kontext der Talentforschung in verschiedenen Sportarten tiefgehend beleuchtet. Hierbei steht die Erforschung der Bedeutung der sportart-spezifischen Technik bei der Talentidentifikation und -förderung im Vordergrund. Zudem wird das Potenzial der bisher zurückhaltend verwendeten biomechanischen Messmethoden ergründet und in diesem Kontext innovative und neue Erhebungs- und Analyseverfahren (z. B. Inertial Measurement Units (IMUs) oder markerlose Bewegungsanalyse) erprobt. Im Endeffekt sollen die Erkenntnisse sowohl die wissenschaftliche Talentforschung als auch die sportliche Praxis voranbringen und fördern.

Ansprechperson: Dr. Till Koopmann

(Stand: 10.02.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p5523
Zum Seitananfang scrollen Scroll to the top of the page