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Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt: Analyse, Prävention, Forschung und Beratung für pädagogische Arbeitsfelder (ARFG)

Rassismen und Fundamentalismen, die zur Begründung von Gewaltideologien und Gewaltpraktiken dienen und da­durch eine spezifische Ausdrucksform finden, lassen sich in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ge­sellschaften beobachten. Die Formationen sind vielfältig, komplex und widersprüchlich. Sie reichen von politischen Rechts-Außen-Positionen in der öffentlichen Debatte und gewalt­tätigen Organisationen im ‚Untergrund‘ über sektenartige Gruppierungen bis hin zu internationalen Netz­­werken, in denen mit pseudo-reli­giösen Bezugnahmen auf­ge­treten und beispielsweise zu einem terroristischen ‚Dschihad‘ aufgerufen wird. Solche Phänomene lassen sich in ihrer Entstehungs- und Wirkungsgeschichte innerhalb von Ländergrenzen oder Regionen verorten, sind aber meist zugleich durch eine transnationale oder grenzüberschreitende Dimension unterlegt.

Oft haben die entsprechenden Ideologien und Prak­tiken ein inhaltlich-thema­ti­sches Vor- und Umfeld, das aus im Alltag eher unauffälligen Denk- und Handlungsmustern be­steht, mit diskur­siven und strukturellen Verhältnissen verstrickt ist und einen Resonanzboden zur An­rufung und Verstär­kung bildet. Extreme Formen stellen dann besondere Zuspitzungen, Ver­absolu­tie­rungen, Verdichtungen und Über­­höhungen dar, die mit Autoritarismus und einer spezifischen Gewalt­bereit­schaft einhergehen.

Häufig liegt die Attraktivität von Gewaltideologien und Gewaltpraktiken (für neue und junge) Akteure darin, dass eine einfache Antwort auf als ungenügend empfundene Verhältnisse in ihren jeweiligen Lebenswelten suggeriert wird. Allerdings sind diese ‚Ant­worten‘ mit Diskursen und Praktiken verbunden, die sich gegen grundlegende Menschenrechte richten, Menschenwürde, Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Partizipation nicht für alle Menschen zulassen und stattdessen ausgrenzende Feindbilder oder gar Begründungen zur Vernichtung anderer Menschen produzieren. Sie sind meist durchwoben von verschiedenen Formen von Antisemitismus und gekoppelt an sexistische Ideologien und Praktiken.

Auch pädagogische Arbeitsfelder müssen sich mit solchen Gewaltideologien und Gewaltpraktiken ausein­ander­setzen,

  • weil sie damit konfrontiert sind, dass ihre Adressatinnen und Adressaten umworben und angesprochen werden;
  • weil zu ihren Adressatinnen und Adressaten Kinder, Jugendliche und Eltern gehören, die in besonderer Weise zur ‚Zielscheibe‘ dieser Ideologen und Praktiken werden;
  • weil unter ihren Adressatinnen und Adressaten Kinder und Jugendliche sind, die als besonders anfällig für diese Ideologien und Praktiken wahrgenommen werden;
  • weil sich Peers oder Eltern an Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort wenden und um Rat und Unterstützung bitten;
  • weil sich gewaltideologische Denkmuster und/oder Aktivitäten im Kontext von Rassismen und Fundamentalismen im eigenen nahen Umfeld (vielleicht sogar im eigenen Kreis von Kolleginnen/Kol­legen) entwickeln oder zu entwickeln drohen.

Die Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt (ARFG) betrachtet es als ihre Aufgabe, zur Analyse, zur Forschung, zur Entwicklung von Gegenkonzepten, zur Prävention und zur Beratung für pädagogische Arbeitsfelder beizutragen. Dies reicht von der Untersuchung und Evaluation bereits vorhandener Programme und Angebote, der eigenen Material- und Konzeptentwicklung, ihrer Erprobung für die politische Bildungs­arbeit in schulischen und außerschulischen Handlungsfeldern bis hin zur Weiterbildung von pädagogischem Fachpersonal. Aber auch die gegenstandsbezogene Grundlagenforschung zu Orientierungen, Handlungspraxen und Medienverhalten von Kindern/Jugendlichen und Analysen zu Diskursen und Medien, auf die sich Kinder/Jugendliche im Kontext von Rassismen und Fundamentalismen beziehen, gehören zum Aufgabenbereich der Arbeitsstelle.

Webmastyju4merifuc3: Bettinpqona a2wMenfhzcyeryuz3n (bettina/irsg.meauyer@uol9o+la.de0w) (Stand: 21.08.2020)