Wie lassen sich komplexe Genehmigungsverfahren für Wind- und Solarparks, für Großspeicher und Wasserstoffprojekte beschleunigen? Darüber diskutierten Gesprächspartner aus der Branche sowie von Behörden und Vereinen Ende Februar im Oldenburger Technologie- und Gründerzentrum. Das Dialogforum „Energiewende & Genehmigungspraxis“ bildet den Abschluss der Pilotphase einer neuen Weiterbildung des C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. In dem von der Metropolregion Nordwest und der Stadt Oldenburg geförderten Programm „Genehmigungspraxis für die Energiewende“ haben 17 Teilnehmende aus Verwaltung und Energiewirtschaft gelernt, Verfahren effizienter durchzuführen.
Beim Dialogforum werden ihre Erkenntnisse mit weiteren Expertinnen und Experten diskutiert, und zwar Dr. Jan Christoph Weise, Leiter der Servicestelle Erneuerbare Energien des niedersächsischen Umweltministeriums, Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest, Roland Hentschel, Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Energieclusters, Matthias Wenholt, Erster Kreisrat des Landkreises Wesermarsch, Dr. Sebastian Rohe von der Alterric Deutschland GmbH und Christoph Brand, Fachanwalt für Verwaltungsrecht sowie für Bau- und Architektenrecht. Der Jurist wird im Eingangsvortrag auf aktuelle Herausforderungen bei der Genehmigungspraxis eingehen.
„Durch rechtliche Änderungen ist die Genehmigungspraxis für Anlagen erneuerbarer Energien ein äußerst dynamischer Bereich“, erklärt Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, wissenschaftlicher Leiter des C3L-Programms. „Deshalb bedarf es intensiver Weiterbildung der Fachkräfte, um Verfahren effizient und zügig zu gestalten. Gut qualifiziertes Personal ermöglicht zudem, einen breiten Rückhalt für Projekte zu erreichen.“ „Als Metropolregion ist es unser zentrales Ziel, die Energietransformation voranzutreiben. Doch das gelingt nur, wenn auch die bürokratischen Prozesse im Hintergrund verschlankt werden. Deshalb unterstützen wir das Weiterbildungsprogramm des C3L, da es neben dem klassischen Wissenstransfer vor allem die Menschen an einen Tisch bringt, die diese Großprojekte umsetzen sollen. So werden – ganz nebenbei – wichtige Netzwerke zwischen Energiewirtschaft und Verwaltung geschaffen, um die Energiewende langfristig zu tragen“, betont Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest.
Bei der Weiterbildung haben die Teilnehmenden über sechs Monate hinweg ihre Kenntnisse online und vor Ort vertieft, um Genehmigungsverfahren zügig umsetzen zu können. Der zweite Durchgang startet voraussichtlich im April.