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Angebote für Studierende

Aktuelle Lehrveranstaltungen im Rahmen der GIP Oldenburg-Olomouc

Lehrveranstaltungen, die im Rahmen der GIP angeboten werden, erweitern Ihren Horizont: Sie lernen Lehrende und Studierende aus Olomouc kennen, gewinnen neue Perspektiven auf Lehrinhalte und können bei den gemeinsamen Seminaren auch mehrere Tage in Tschechien verbringen (finanziert durch Reise- und Aufenthaltsstipendien des DAAD). Die Lehrveranstaltungen sind voll auf Ihr Studium anrechenbar und gelten am jeweiligen Studienort als ganz "normale" Veranstaltungen. Einziger Unterschied: Für die gemeinsamen Seminare (mit gegenseitigem Besuch und mehrtägigem Aufenthalt in Tschechien) gilt eine Teilnehmerbeschränkung; Sie müssen sich deshalb vorab dafür bewerben. Wenn Sie zugelassen werden, bedeutet dies zugleich, dass Sie ein DAAD-Stipendium für den Aufenthalt in Tschechien erhalten, das im Normalfall alle Reise- und Aufenthaltskosten abdeckt. Für die gemeinsame (Ring-)Vorlesungen gilt die Teilnehmerbegrenzung dagegen nicht.

Aufgrund der COVID19-Pandemie können im WS 2020/21 leider keine gemeinsamen Seminare mit gegenseitigem Besuch durchgeführt werden; es gibt deshalb auch keine Reise- und Aufenthaltsstipendien. Wir führen jedoch eine gemeinsame digitale Vorlesung durch, die im Folgenden beschrieben wird. Dazu melden sich die Oldenburger Studierenden ganz wie gewohnt über StudIP an!

Semester: Wintersemester 2020

3.01.231 Vorlesung: Utopische und dystopische Literatur (online-Angebot) -  


Veranstaltungstermin

  • Montag: 12:00 - 14:00, wöchentlich (19.10.2020 - 01.02.2021)

Beschreibung

Anmeldung über Stud.IP ab 24.08.2020. Keine Teilnehmer*innenbeschränkung, da Vorlesung.

Die Utopie als literarisches Genre entstand im Humanismus. Namensgebend war die Schrift Utopia, in der Thomas Morus 1516 den chaotischen politischen Verhältnissen seiner Zeit ein fiktives ordnungspolitisches Modell entgegenstellte, das in der dialogischen Anlage des Textes freilich auch sogleich problematisiert wird. Damit bestimmte er auch die narrative Grundstruktur der (nicht nur) literarischen Utopie, die aus dem Zusammenspiel von kritischer Gegenwartsanalyse und dem Entwurf konstruktiver Gegenbilder zur historischen Wirklichkeit besteht. Diese Struktur blieb bis in die Gegenwart konstant, trotz aller Kritik an der Realitätsflucht der Utopisten und trotz allen Wandels des Genres bis hin zu den Dystopien des 20. Jahrhunderts (Semjatow, Orwell, Huxley). Ziel der Vorlesung ist es, einerseits die Prozesse der Literaturgeschichte mittels einer Funktionsgeschichte der Utopie aufzuzeigen, anderseits den Experimentalcharakter und das anthropologisch grundierte Möglichkeitsdenken utopischen Schreibens offenzulegen. Zu fragen ist aber auch, wie überhaupt von der Utopie „spannend“ erzählt werden kann, wenn die als ideal gedachte erzählte Welt das Engagement eines Helden und seine Taten gar nicht mehr benötigt. Woher also beziehen utopische Romane ihr „Sujet“ (im Sinne Jurij Lotmans)?
Die Veranstaltung wird anhand von eingehenden Analysen literarischer Texte und ihrer soziopoli-tischen Bedingungen zentrale Phasen im wandelbaren Genre der Utopie aufzeigen. Besondere Schwerpunkte sind dabei: Utopische Vorstufen in der Antike, eschatologische/chiliastische Aus-prägungen im Mittelalter, die Renaissance als erster Höhepunkt der Utopie, Entstehung der Zeitutopie in der Aufklärung, utopisches Möglichkeitsdenken in der Moderne, dystopische Untergangsszenarien im 20. Jahrhundert, feministische Utopien/Dystopien der Gegenwartsliteratur.

Diese Veranstaltung findet digital im Rahmen der Institutspartnerschaft mit der Universität Olomouc (Tschechien) statt und wird von Dozent*innen aus Oldenburg und Olomouc bestritten, so dass Sie verschiedene Dozent*innen kennenlernen können.


Prüfungsart: Mündliche Prüfung

DozentIn

Studienbereiche

  • Studium generale / Gasthörstudium

SWS
--

empfohlenes Fachsemester
--

Für Gasthörende / Studium generale geöffnet:
Ja

Hinweise zum Inhalt der Veranstaltung für Gasthörende
Die Utopie als literarisches Genre entstand im Humanismus. Namensgebend war die Schrift Utopia, in der Thomas Morus 1516 den chaotischen politischen Verhältnissen seiner Zeit ein fiktives ordnungspolitisches Modell entgegenstellte, das in der dialogischen Anlage des Textes freilich auch sogleich problematisiert wird. Damit bestimmte er auch die narrative Grundstruktur der (nicht nur) literarischen Utopie, die aus dem Zusammenspiel von kritischer Gegenwartsanalyse und dem Entwurf konstruktiver Gegenbilder zur historischen Wirklichkeit besteht. Diese Struktur blieb bis in die Gegenwart konstant, trotz aller Kritik an der Realitätsflucht der Utopisten und trotz allen Wandels des Genres bis hin zu den Dystopien des 20. Jahrhunderts (Semjatow, Orwell, Huxley). Ziel der Vorlesung ist es, einerseits die Prozesse der Literaturgeschichte mittels einer Funktionsgeschichte der Utopie aufzuzeigen, anderseits den Experimentalcharakter und das anthropologisch grundierte Möglichkeitsdenken utopischen Schreibens offenzulegen. Zu fragen ist aber auch, wie überhaupt von der Utopie „spannend“ erzählt werden kann, wenn die als ideal gedachte erzählte Welt das Engagement eines Helden und seine Taten gar nicht mehr benötigt. Woher also beziehen utopische Romane ihr „Sujet“ (im Sinne Jurij Lotmans)? Die Veranstaltung wird anhand von eingehenden Analysen literarischer Texte und ihrer soziopoli-tischen Bedingungen zentrale Phasen im wandelbaren Genre der Utopie aufzeigen. Besondere Schwerpunkte sind dabei: Utopische Vorstufen in der Antike, eschatologische/chiliastische Aus-prägungen im Mittelalter, die Renaissance als erster Höhepunkt der Utopie, Entstehung der Zeitutopie in der Aufklärung, utopisches Möglichkeitsdenken in der Moderne, dystopische Untergangsszenarien im 20. Jahrhundert, feministische Utopien/Dystopien der Gegenwartsliteratur. Diese Veranstaltung findet digital im Rahmen der Institutspartnerschaft mit der Universität Olomouc (Tschechien) statt und wird von Dozent*innen aus Oldenburg und Olomouc bestritten, so dass Sie verschiedene Dozent*innen kennenlernen können.

Gef+a+rmr2cd5anidlkjstik-Webma4xqstolnber (eske++6b.broer1nb6en@uowal.dexw) (Stand: 27.08.2020)