Narrative weiblichen Widerstands in deutscher Literatur des Mittelalters
Dr. Britta Bußmann
- Übertragen und Übersetzen im Mittelalter, Übersetzungstheorien
- Ekphrasis und Text-Bild-Relationen
- Genese und Tradierung religiöser Wissensbestände in der Vormoderne
- Schweigemotive in der mittelalterlichen Epik
- Artusromane
- Wolfram von Eschenbach, ‚Parzival‛ und ‚Titurel‛
- Albrecht, ‚Jüngerer Titurel‛
- Mönch von Salzburg, geistliche Lieder
- hoch- und spätmittelalterliche Marienlieder
Institut für Germanistik (» Postanschrift)
Narrative weiblichen Widerstands in deutscher Literatur des Mittelalters
Dr. Britta Bußmann in Kooperation mit Prof. Dr. Anja Becker (Universität Bremen, Antragstellerin und 1. Sprecherin)
Kooperationsprojekt zwischen der Universität Bremen und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; gefördert durch die Zentrale Forschungsförderung der Universität Bremen, Förderlinie 06 A Explorations-projekte zu neuen Themen; Projektzeitraum: 01.11.2025–31.10.2027. Beteiligte: Prof. Dr. Anja Becker (Universität Bremen) (Antragstellerin und 1. Sprecherin), Dr. Britta Bußmann (2. Sprecherin), Prof. Dr. Albrecht Hausmann (Universität Oldenburg), PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock (Universität Bremen)
Das Projekt untersucht mittelhochdeutsche literarische Narrationen weiblicher Widerstandshandlungen sowohl hinsichtlich ihrer Erzählinhalte und -formen als auch ihrer innerliterarischen Funktionen sowie ihrer kulturell-historischen Sinnstiftung als Narrative.
Das aktuelle Thema des Widerstands hat viele Facetten, die unsichtbar bleiben, wenn man Widerstand auf den Bereich des Politischen und des aktiven Handelns reduziert. Frauen haben zu jeder Zeit Widerstand geleistet, wovon literarische Texte Zeugnis ablegen, auch im Mittelalter. Allerdings ist dieses Thema in der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang übersehen worden, weshalb es zunächst gilt, weiblichen Widerstand in literarischen Texten des Mittelalters sichtbar zu machen und seine Dimensionen zu kartographieren. In welchen Konstellationen, mit welchen Mitteln und mit welchem Ausgang leisten Frauenfiguren in mittelhochdeutscher Literatur Widerstand? Da es sich um literarische Narrationen widerständiger Akte handelt, müssen zudem die Techniken und Verfahren des Erzählens in den Blick genommen werden. Wer erzählt wie und mittels welcher Muster von weiblichem Widerstand? Diese Erzählungen sind meist Teile eines größeren narrativen Zusammenhangs, weshalb nach ihren Funktionen in Bezug auf das übergreifende Sinngefüge des literarischen Werks gefragt werden muss: Bieten sie exemplarische, alternative oder gar subversive Sinnangebote? Bieten sie darüber hinaus der mittelalterlichen (und heutigen) Kultur sinnstiftende Deutungsangebote und Denkmuster? Wenn ja, stabilisieren diese bereits bestehende Überzeugungen oder eröffnen sie neue Weisen des Verstehens, gar neue kulturelle Narrative?
Das Projekt exploriert nicht nur ein innovatives mediävistisch-literaturwissenschaftliches Forschungsfeld, es stellt ein zentrales Element einer interdisziplinären Forschungsinitiative des Fachbereichs 10 der Uni-versität Bremen zu „Konstellationen der Verweigerung“ dar. Hierzu ist ein Verbundforschungsprojekt in Vorbereitung. In diesem Rahmen nimmt das kooperative Projekt eine wichtige Position ein. Das Explorationsprojekt zum Weiblichen Widerstand zielt somit auf die Einwerbung von Drittmitteln (geplant bei der DFG).
Nächste Aktivitäten:
19.05.2026 ir liute, ir lant, ir lîp. Weiblicher Widerstand in der Condwiramurs-Episode von Wolframs Parzival. Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe „Kultur im Kloster“ in Rostock (Dr. Britta Bußmann)
21.–23.09.2026 zusammen mit Prof. Dr. Anja Becker: Interdisziplinäre und internationale Tagung: „Weiblicher Widerstand in mittel-alterlicher Literatur. Formen, Narrationen, Funktionen“ (Universität Bremen)
WS 2026/2027 Vertretung der W3-Professur „Germanistische Mediävistik und Frühneuzeit-forschung bis zum Ausgang des 16. Jahrhunderts“ durch Dr. Britta Bußmann (Universität Bremen)