Ansprechpartner Projekt SeeUS

Sebastian Storey

Carl von Ossietzky Universität 
Oldenburg
ICBM / AG Geoökologie
Schleusenstr. 1
26382 Wilhelmshaven

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SeeUS - Seegras unter Stress

In einem Kooperationsprojekt mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN, Betriebsstelle Oldenburg/Brake) untersucht die Arbeitsgruppe Geoökologie des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) die Ursachen für den starken Rückgang der Seegrasbestände im niedersächsischen Wattenmeer. Das Projekt „Seegras unter Stress – Standort- und Habitatanalyse zur Ermittlung des Resilienz-Potenzials“ (SeeUS) wurde im August 2021 gestartet.

Seegraswiesen erfüllen wichtige ökologische Funktionen im Wattenmeer. Sie tragen zur Primärproduktion und zum Nährstoffkreislauf bei, bieten Lebens- und Rückzugsräume für zahlreiche Organismen, fördern die Sedimentation und Stabilisierung des Sediments und fungieren als marine Kohlenstoffsenke. Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gegenüber Umweltveränderungen werden die Seegrasarten Zostera noltii und Zostera marina außerdem im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zur Bewertung des ökologischen Zustands von Übergangs- und Küstengewässern herangezogen.

Die Seegrasbestände an der niedersächsischen Wattenmeerküste haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Nach einer deutlichen Erholung seit Beginn der 2000er Jahre erreichte die kartierte Seegrasfläche 2013 rund 37,6 km². Seitdem ist ein starker Rückgang zu beobachten; bei der Kartierung 2019 wurden nur noch rund 8,6 km² erfasst. Untersuchungen der Bestandsentwicklung zeigen zudem, dass der Rückgang dichter besiedelter Seegrasbestände bereits ab etwa 2009 einsetzte. Die Ursachen dieser Entwicklung lassen sich bislang nicht auf einen einzelnen Belastungsfaktor zurückführen.

Ziel des Projekts SeeUS ist es deshalb, Standortbedingungen und potenzielle Umweltbelastungen an ausgewählten Seegraswiesen systematisch zu erfassen und mit dem Zustand sowie der Vitalität der Seegräser in Beziehung zu setzen. Untersucht werden unter anderem Sedimentationsdynamik, Lichtverhältnisse und Trübung, Wetter- und Wassertemperaturdaten, Nährstoffkonzentrationen im Sediment und in der Wassersäule, Strömungsverhältnisse, Makrozoobenthos, Schwermetalle, Glyphosat und potenzielle Pathogene. Ergänzend werden verschiedene physiologische Parameter der Seegräser analysiert.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen zwei Seegraswiesen an der niedersächsischen Küste: die Lütetsburger Plate im Rückseitenwatt von Norderney und das Seefelder Watt im Jadebusen. Die Standorte unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihrer hydrodynamischen und geomorphologischen Bedingungen als auch in der Intensität des beobachteten Seegrasverlustes. An beiden Standorten sind die Bestände bis 2025 weiter deutlich zurückgegangen.

Um die Situation in Niedersachsen mit vitalen und stabileren Seegrasbeständen vergleichen zu können, besteht zusätzlich eine Zusammenarbeit mit der Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts. Die Seegraswiesen im Hörnumer und Keitumer Watt dienen dabei als Vergleichsstandorte und ermöglichen es, Unterschiede zwischen stark rückläufigen und gut entwickelten Seegrasbeständen zu untersuchen.

Projektbeginn: August 2021

 

 

Publikationen aus dem Projekt "SeeUS"

2025  D.S. Storey, D. Thewes, M. Prinz, U. Uebel, H. Freund (2025): Seagrass under Stress - A measurement and testing design for the assessment of environmental factors in the intertidal zone of the Lower Saxony Wadden Sea. Erdkunde, https://doi.org/10.3112/erdkunde.2025.03.09

2021  Osterholz H, Kilgour D, Storey DS, Lavik G, Ferdelman TG, Niggemann J, Dittmar T (2021): Accumulation of DOC in the South Pacific Subtropical Gyre from a molecular perspective. Marine Chemistry, https://doi.org/10.1016/j.marchem.2021.103955

 

(Stand: 30.08.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p120951
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