Spiekeroog

ICBM-Forschung auf Spiekeroog

Projekt DynaCom

Rasche Umweltveränderungen –regionale und lokale Auswirkungen

Ändert sich sich die Umwelt schnell, bestimmen vor allem regionale Entwicklungen und lokale Wechselbeziehungen, wie sich ökologische Lebensgemeinschaften verändern. Dabei geht es einerseits vor allem darum, wie sich Organismen ausbreiten und neues Terrain für sich gewinnen, zum anderen, wie sie miteinander konkurrieren und wie sie in Nahrungsnetzen miteinander verbunden sind.

Fundamentale Rolle in der Ökologie

Bedeutende ökologische Theorien spiegeln dieses Zusammenspiel wider. Was Wissenschaftler weltweit im Freiland und im Experiment bislang beobachtet haben, erlaubt es jedoch nicht, die Kernaussagen zum regionalen und lokalen Wechselspiel der Lebensgemeinschaften zu erhärten.
Hier setzt die Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft DynaCom an: Sie erarbeitet ein umfassendes Verständnis dafür, welche Rolle die regionale Ausbreitung von Arten und ihre örtlichen Wechselbeziehungen für die Lebensvielfalt („Biodiversität“) und deren Verkettungen im Nahrungsnetz spielen, wenn sich Landschaften rapide verändern. Dabei vereinen die Wissenschaftler Erkenntnisse über Eigenschaften von Lebewesen („trait-basierte Ökologie“) und deren Verknüpfungen im Nahrungsnetz.

Der Ansatz

Künstliche Inseln im Wattenmeer sind ein ideales Werkzeug für beobachtende und experimentelle Erforschung von Biodiversität. So finden sich in der Küstenzone marine und terrestrische Nahrungsnetze sowie deren Übergänge nebeneinander. Darüber hinaus ist das Wattenmeer ein äußerst wandelbarer Lebensraum. Er erlaubt es, Modellvorstellungen auch außerhalb von Gleichgewichtsbedingungen zu prüfen.
Die Forschergruppe DynaCom untersucht an ihnen, in Teilprojekte gegliedert, marine und terrestrische Nahrungsnetzanteile („Primärproduzenten“, „Primärkonsumenten“, „Prädatoren“). Die Verschneidung der Ergebnisse miteinander wird es ermöglichen, gefundene Muster hinsichtlich verschiedener Organismentypen umfangreich zu verallgemeinern. Auf Basis der theoretischen Vorhersagen sollen sie auch für größere ökologische Einheiten – bis hin zum globalen Maßstab – geprüft und gegebenenfalls übertragen werden.

Dauermessstation Spiekeroog

Kontinuität seit 2002

Nach wie vor müssen die komplexen Zusammenhänge im Ökosystem Wattenmeer tiefgreifender verstanden werden. Hierzu betreibt das ICBM der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg seit Herbst 2002 eine Dauermessstation im Seegatt zwischen den Ostfriesischen Inseln Langeoog und Spiekeroog. Zunächst erforschten Geochemiker, Sedimentologen, Meeresphysiker, Mikrobiologen und mathematische Modellierer im Rahmen des Projektes BioGeoChemie des Watts das Wattenmeer mit Hilfe dieser Messstation. Die Arbeit der DFG finanzierten Forschergruppe endete 2009. Ihre fachübergreifende Zusammenarbeit wurde im Winter 2012 mit dem ersten Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Bereits 2017 konnte das 15-jährige Bestehen der Station gefeiert werden.

Schlüsselfunktion in Forschung und Lehre

Der überaus erfolgreiche Einsatz des Großinstruments machte es möglich, es im Rahmen des Projektes COSYNA (Coastal Observation System vor Northern and Arctic Seas) am Helmholtz Zentrum Geesthacht (HZG) mit neuer Technik und Sensorik auszustatten und somit seine Standzeit zu verlängern.

In aktuelle Verbundvorhaben des ICBM, wie DynaCom und Macroplastics sowie in Kooperationen mit Unternehmen ist die Station ebenfalls eingebunden.

Für die aktuelle Nordseeforschung am ICBM hat die Station inzwischen eine Schlüsselfunktion. Darüber hinaus werden auch Studierende der Universität Oldenburg an ihr ausgebildet.

Echtzeitdaten gibt es hier.

Neuankömmlinge im Küstenraum

Immer mehr Pflanzen und Tierarten gelangen als (oft ungewolltes) Reisemitbringsel oder über die weltweiten Handelsrouten zu uns. Die Wissenschaft spricht im Falle der pflanzlichen Neuankömmlinge von Neophyten. Oft fügen sich diese in ihrem neuen Lebensraum problemlos ein. Wenn sie sich jedoch an ihrem neuen Standort massiv ausbreiten, diesen verändern und heimische Arten verdrängen, werden sie als invasiv bezeichnet.

Strand, Dünen und Salzwiesen der Ostfriesischen Inseln und des nordwestdeutschen Küstenraums beherbergen stark an das dortige Leben angepasste Arten. Breiten sich in ihren Lebensbereichen Neophyten aus, sind die spezialisierten heimischen Arten besonders gefährdet, da sie nicht in andere Bereiche ausweichen können.

Seit Beginn der 2000er Jahre sind invasive Neophyten für den Nordwestdeutschen Küstenraum nachgewiesen und dokumentiert. In der Arbeitsgruppe Geoökologie wird u.a. untersucht, wie die Eindringlinge Lebensvielfalt und Stabilität der Küstenökosysteme beeinflussen. Es werden zudem Managementstrategien erarbeitet.

 

Zu den untersuchten Neophyta auf Spiekeroog gehören etwa das ursprünglich vor allem auf der Südhalbkugel verbreitete Kaktusmoos und das aus Südafrika stammende Schmalblättrige Greiskraut.
Weiter Informationen zur Forschungsarbeit der Arbeitsgruppe Geoökologie am ICBM rund um Neophyta erhalten Sie hier.

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Hier finden Sie öffentlichkeitsgerechte Zusammenfassungen der Forschungsarbeiten des Instituts
für Chemie und Biologie des Meeres  (ICBM) auf der Insel Spiekeroog. Weitere Informationen folgen.

Die zusätzlich hier abgelegten links zu wissenschaftlichen Seiten des Instituts vermitteln Ihnen weitere Orientierung zur Forschung des ICBM auf der Insel:

  1. Dauermessstation
  2. Projekt DynaCom
  3. Projekt BIME
  4. Untersuchungen zu Neophyta auf den Ostfriesischen Inseln und an der Küste
(Stand: 21.08.2020)