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13.10.2022 Raum ohne Echo

Eine Welt der Stille eröffnet sich hinter der Tür des sogenannten „reflexionsarmen Freifeldraums” auf dem Campus Wechloy. Zentrales Element des kürzlich renovierten Akustiklabors sind riesige Schallabsorber.

Geräusche von außen können nicht hinein, alle Schallwellen innen werden geschluckt: Der sogenannte „Reflexionsarme Freifeldraum“ der Universität Oldenburg ist einer der leisesten Räume Oldenburgs – und wohl einer der leisesten in ganz Deutschland. Nach knapp 40 Jahren war es notwendig geworden, das außergewöhnliche Akustiklabor umfassend zu renovieren: die keilförmigen Schallabsorber mussten allesamt ausgetauscht werden. Die Baumaßnahme wurde vom Staatlichen Baumanagement Region Nord-West und vom Büro Architekt Fritsch geplant und durchgeführt. Die Universität trägt die Kosten aus Eigenmitteln.

„Der reflexionsarme Raum ist eine zentrale Forschungseinrichtung für das Exzellenzcluster Hearing4all, den Sonderforschungsbereich Hörakustik sowie für viele weitere unserer Forschungsprojekte. Nicht zuletzt nutzen auch außeruniversitäre Hörforschungseinrichtungen den Raum“, betont der Akustiker Prof. Dr. Steven van de Par, dessen Abteilung das Labor betreibt. „Der renovierte Raum bietet nun wieder bestmögliche Bedingungen und die nötige Flexibilität für zahlreiche technische Messungen und unsere Tests mit Probandinnen und Probanden.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen das Labor zum einen, um die akustischen Eigenschaften von Geräten wie Lautsprechern und Mikrofonen besonders präzise zu bestimmen, die sie für bestimmte Forschungsfragen benötigen. Zum anderen finden im Labor auch Hörexperimente mit Versuchspersonen statt, insbesondere zur räumlichen Wahrnehmung

Eine Akustik wie auf einer Bergspitze bei Windstille

Der renovierte Messraum befindet sich in einem eigenen Gebäudeteil, der an den Physik-Trakt auf dem Campus Wechloy angrenzt. Das fensterlose Labor wurde gemeinsam mit dem Hauptgebäude 1984 fertiggestellt und ist als „Raum im Raum“ konstruiert: Der Boden des Quaders steht auf Federn, die wiederum auf der Bodenplatte des Gebäudes ruhen. Alle anderen Wände haben einen Abstand von einem Meter zur Außenhülle, dazwischen befindet sich ein Hohlraum. Lüftung und Lampen lassen sich extrem geräuscharm betreiben. Alle sechs Wände – auch Decke und Boden – sind mit 1,50 Meter langen, keilförmigen Schallabsorbern isoliert. „Insgesamt sind es mehr als 2.500 Keile“, berichtet Dr. Stephan Töpken, der die Renovierung von fachlicher Seite gemeinsam mit dem Techniker Christoph Scheicht betreute.

Um Schallreflexionen innerhalb des Raumes zu vermeiden, war einiges an Aufwand nötig: So sind die neuen Absorber mit einer speziellen, nicht brennbaren Gewebehülle überzogen, die gleichzeitig kaum Schall zurückwirft. Um Versuchsaufbauten und Messgeräte installieren zu können, sind zwischen den Schallabsorbern an Boden und Decke einige wenige Stangen und Haken angebracht. „Unser Raum verfügt über kontrollierte akustische Bedingungen über fast den gesamten Hörfrequenzbereich“, betont Töpken.

Eine Besonderheit des Oldenburger Labors: Dank der enormen Ausmaße der Absorber werden auch Schallwellen bei tiefen Frequenzen effektiv absorbiert. Die Dämpfung reicht hinunter bis zu einer Frequenz von 50 Hertz, einem sehr tiefen Brummton. Weil der Schall aus keiner der drei Raumrichtungen zurückgeworfen wird, herrschen Bedingungen wie im Freien auf der Spitze eines Berges – Fachleute sprechen von „Freifeldbedingungen“.

Das Akustiklabor wird nicht nur von Forschenden verschiedener Fachbereiche der Universität genutzt, sondern auch von Teams der Jade Hochschule und des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT.

[Text/Bild: Pressemitteilung der Universität Oldenburg, Bereich Forschung, Thema Medizinische Physik und Akustik, 13.10.2022 ]

22.09.2022 Auszeichnung für Akustikerin und „internationale Brückenbauerin“

Anna Warzybok-Oetjen erhält Preis der Deutschen Gesellschaft für Audiologie

Oldenburg. Die Deutsche Gesellschaft für Audiologie (DGA) hat den mit 3.000 Euro dotierten Meyer-zum-Gottesberge-Preis an die Hörforscherin Dr. Anna Warzybok-Oetjen von der Universität Oldenburg verliehen. Mit dem Preis zeichnet die DGA Forschende aus, die nach ihrer Promotion wichtige Arbeiten auf dem Gebiet der Hörforschung veröffentlicht haben. Warzybok-Oetjen promovierte 2012 an der Universität Oldenburg und war anschließend als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenzcluster „Hearing4all“ tätig. Seit Kurzem koordiniert sie im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereich Hörakustik die Projekte, die sich mit den Grundlagen der Sprachwahrnehmung beschäftigen.

Warzybok-Oetjen hat dazu beigetragen, anerkannte deutschsprachige Tests, mit denen Forschende das Sprachverstehen einer Person messen, auch in anderen Sprachen verfügbar zu machen. Ihre Arbeiten auf diesem Gebiet seien von fundamentaler Bedeutung für die Übertragbarkeit von Testergebnissen in einer Sprache zur jeweiligen anderen Sprache und leisteten einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der Sprachaudiologie, würdigte Laudator Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter der Abteilung Medizinische Physik an der Universität Oldenburg und Sprecher des Exzellenzclusters „Hearing4all“, die Preisträgerin. „Ihre internationalen Kontakte unter anderem nach Polen, Russland, in die Ukraine, nach Italien, China, Rumänien und Brasilien haben ihr den Ruf als internationale Brückenbauerin eingebracht“, so Kollmeier weiter.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Forscherin damit, die Effekte einer Hörminderung zu modellieren. Ziel ist, mithilfe automatischer Spracherkennung voraussagen zu können, welche Gesprächsfetzen eine Person mit Höreinschränkungen versteht und welche nicht.

Anna Warzybok-Oetjen wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lothar-Cremer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Den Meyer-zum-Gottesberge-Preis nahm sie jetzt im Rahmen der DGA-Jahrestagung in Erfurt entgegen. Sie ist die vierte Preisträgerin der Universität Oldenburg.

Kontakt

Dr. Anna Warzybok-Oetjen, Tel.: 0441/798-5499, E-Mail:

08.07.2022 Oldenburger Hörforschung blickt auf erfolgreiches Jahrzehnt zurück

Zehn Jahre Exzellenzcluster und Department für Medizinische Physik und Akustik

Oldenburg. Sie verfolgen ein gemeinsames Ziel – das Hören für alle – und forschen, entwickeln und lehren an den Schnittstellen zwischen Medizin, Physik und Ingenieurwissenschaften: die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Departments für Medizinische Physik und Akustik an der Universität Oldenburg und des dort verankerten Exzellenzclusters Hearing4all. Heute feierten sie mit Ehemaligen und Gästen in einem Festkolloquium das zehnjährige Jubiläum sowohl des Exzellenzclusters als auch des Departments – eines von fünf der ebenfalls 2012 gegründeten Medizinischen Fakultät.

„Wir haben damit gleich doppelt und dreifach Grund zum Feiern“, so der Gründungsdirektor des Departments und Hearing4all-Sprecher Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier. Zu den Jubiläen hinzu komme die Freude über die kürzliche Zusage weiterer Förderung für den ebenfalls am Department angesiedelten Sonderforschungsbereich „Hörakustik“. Die vor fast 30 Jahren begründete Oldenburger Hörforschung blicke auf ein äußerst erfolgreiches Jahrzehnt als eine „Schrittmacherin“ der Universität zurück, resümierte der Physiker und Mediziner.

„Dass in etwa 80 Prozent der Hörgeräte weltweit Know-How aus Oldenburg steckt, illustriert eindrucksvoll die Bedeutung unserer Hörforschung. Sie genießt national wie international höchste Anerkennung“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder.  Neben Hearing4all, das im Jahr 2018 in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern zum zweiten Mal punktete und bis Ende 2025 gefördert wird, habe sich auch die Struktur als Department bewährt. Dessen Absolventinnen und Absolventen seien „von Industrie, Klinik und Wissenschaft enorm nachgefragt“.

Einige aus diesem Kreis kehrten anlässlich des Jubiläums nach Oldenburg zurück und trafen sich zu einem Alumni-Vormittag. Die Festvorträge beim anschließenden Kolloquium hielten die Bremer Informatikerin Prof. Dr. Tanja Schultz, Expertin für Kognitive Systeme, und der Dresdner Nachrichtentechnik-Experte Prof. Dr. Gerhard Fettweis. Nachmittägliche Führungen durch die Labors des Departments auch für die allgemeine Öffentlichkeit rundeten den Tag ab.

Die Wurzeln der Oldenburger Hörforschung liegen am Institut für Physik, wo ab 1974 der Akustiker Prof. Dr. Volker Mellert lehrte und forschte, sowie am damaligen Institut für Mensch-Umwelt-Beziehungen, das ebenfalls 1974 den Psychologen und Lärmforscher Prof. Dr. August Schick berief. 1993 kam Kollmeier mit einer damaligen Fiebiger-Professur hinzu – einem Förderprogramm für Nachwuchsforschende – und baute in der Folge die Abteilung für Medizinische Physik auf. Der Grundstein für die Oldenburger Hörforschung war gelegt.

Heute sind in den zehn Abteilungen und sieben weiteren Arbeitsgruppen des Departments für Medizinische Physik und Akustik insgesamt knapp 120 Mitarbeitende tätig. Vor zehn Jahren war es maßgeblich am Aufbau der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften beteiligt. Im Exzellenzcluster Hearing4all kooperieren die Forschenden des Departments sowie derjenigen für Neurowissenschaften und für Psychologie mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Hannover. Weitere Partner sind die Jade Hochschule, die Hörzentren Oldenburg und Hannover, das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie sowie das Laserzentrum Hannover.

Weblinks

 

[Text/Foto: Pressemitteilung der Universität Oldenburg, 08.07.2022]

22.06.2022 - ARD/ZDF-Förderpreis: Dritter Platz für Oldenburger Forscherin:
Wiebke Middelberg in Bonn ausgezeichnet

Oldenburg. Wiebke Middelberg, Doktorandin am Department für Medizinische Physik und Akustik der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg, ist am Dienstag in Bonn mit dem mit 2.000 Euro dotierten dritten Platz beim ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ 2022 ausgezeichnet worden. Erstmals ist eine Absolventin der Universität Oldenburg bei diesem Wettbewerb erfolgreich.

Middelberg wurde für ihre Masterarbeit ausgezeichnet, mit der sie im vergangenen Jahr ihr Engineering-Physics-Studium abgeschlossen hat. Darin beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Menschen, die ein Hörgerät nutzen, Gesprächen besser folgen können. Ihr Ansatz: Die im Alltag zahlreich – zum Beispiel in Smartphones – vorhandenen Mikrofone können dabei helfen, Störgeräusche und erwünschte Sprachsignale besser zu unterscheiden. Am Beispiel einer Cocktailparty hat sie durch die Verwendung dieser Mikrofone zusätzlich zu den Hörgerätemikrofonen aus dem Stimmenmix eine einzige Stimme in ihrer Verständlichkeit erhöht und alle anderen als unerwünschte Schallquellen unterdrückt. „Anwendungsgebiete von neuen Lösungen durch verbesserte Algorithmen liegen nicht nur in der untersuchten Hörgerätetechnik, sondern zum Beispiel auch in der Sprachsteuerung digitaler Medien“, hieß es in der Begründung der Jury. Middelbergs Arbeit entstand im Sonderforschungsbereichs Hörakustik, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Aktuell promoviert die 25-Jährige in der Arbeitsgruppe Signalverarbeitung von Prof. Dr. Simon Doclo.

Mit dem zum 14. Mal vergebenen Förderpreis zeichnen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Absolventinnen von Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Ziel ist, talentierte Frauen zu motivieren, sich im Rahmen des Studiums und ihrer Forschung mit dem Bereich der audiovisuellen Medienproduktion und -distribution zu befassen. Unter dem Motto „Meine Idee schreibt Zukunft“ können Frauen Abschlussarbeiten einreichen, die sich mit aktuellen Fragestellungen aus dem Bereich der Medientechnik befassen. Die Teilnehmerinnen sollen durch den Wettbewerb außerdem karrierefördernde Kontakte in die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erhalten.

Weblinks

[Text: Pressemitteilung der Universität Oldenburg, 22.06.2022]

27.05.2022 - Erneuter Erfolg für Oldenburger Hörforschung:
Sonderforschungsbereich der Universität erhält Förderung für weitere vier Jahre

Oldenburg. Intelligente Hörgeräte, die sich individuell an ihre Nutzerinnen und Nutzer anpassen: An diesem Ziel arbeiten Forschende des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Hörakustik“ seit vier Jahren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Vorhaben nun erneut Mittel bewilligt: Bis zu 8,1 Millionen Euro erhält das vom Oldenburger Hörforscher Prof. Dr. Volker Hohmann geleitete Vorhaben von 2022 bis 2026 für die zweite Phase. Der SFB mit dem offiziellen Titel „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen“ (HAPPAA) arbeitet an Hörgeräten und Hörassistenzsystemen, die sich mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) selbstständig an unterschiedliche Umgebungen anpassen und sich dabei immer besser auf die individuellen Nutzerinnen und Nutzer einstellen. An dem Großprojekt, dessen Gesamtlaufzeit auf zwölf Jahre angelegt ist, sind neben der Universität Oldenburg mit der Jade Hochschule, dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT, der Hörzentrum Oldenburg gGmbH, der RWTH Aachen und der TU München weitere führende Einrichtungen aus der Hörforschung beteiligt.

„In unserer alternden Gesellschaft wird es immer drängender, Hörgeräte und andere Kommunikationshilfen zu entwickeln, die auch in schwierigen akustischen Umgebungen funktionieren und im täglichen Leben wirklich weiterhelfen. Die Oldenburger Hörforschung leistet hervorragende Arbeit und ist national wie international hoch anerkannt. Die erneute Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstreicht dies eindrucksvoll“, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder.

Der Sonderforschungsbereich „Hörakustik“ verbindet verschiedene Disziplinen, insbesondere Akustik, Psychoakustik, Audiologie, Ingenieurswissenschaften und physikalische Modellierung. In der ersten Förderperiode stand die Wechselbeziehung zwischen Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen und ihrer akustischen Umgebung im Fokus. „In der Realität verändert sich eine Hörsituation ständig, weil Menschen auf Stimmen und Geräusche reagieren. Sie wenden zum Beispiel ihren Kopf zur Schallquelle oder bewegen ihre Augen. Wir bezeichnen das als ‚akustische Kommunikationsschleife‘“, erläutert Hohmann. In der Hörakustik sei dies zuvor kaum berücksichtigt worden.

Dem Team ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Hörgerät in diese Kommunikationsschleife einzubeziehen. „Wir haben eine erste Version des sogenannten ‚immersiven Hörgeräts‘ entwickelt. Es überprüft laufend die aktuelle Hörsituation und schätzt ab, auf welche Schallquelle eine Versuchsperson gerade ihre Aufmerksamkeit richtet“, sagt Hohmann. Das Gerät misst Blickrichtung und Kopfbewegung und passt daraufhin die Signalverarbeitung so an, dass diese Schallquelle für die Versuchsperson optimal zu hören ist. Der bisherige Prototyp ist nicht nur im Labor, sondern auch in Feldversuchen einsetzbar.

Grundlage für diesen Erfolg waren unter anderem neue Wahrnehmungsmodelle, die das Forschungsteam für verschiedene Anwendungsfälle entwickelte. „Diese Modelle sagen vorher, wie Probandinnen und Probanden ein Schallsignal wahrnehmen, ob sie etwa einem Gespräch in einer lauten Umgebung folgen können oder nicht“, erläutert Hohmann. Das Hören mit und ohne Hörverlust in verschiedenen Hörsituationen mit Störgeräuschen und Nachhall zu simulieren, sei essentiell, um neuartige Verfahren für die Signalverarbeitung in Hörhilfen entwickeln und bewerten zu können, so der Forscher.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der ersten Förderperiode ist das sogenannte „Hearpiece“. Dabei handelt es sich um einen speziellen, besonders hochwertigen Ohrhörer für die Forschung: Dank mehrerer Mikrofone und Lautsprecher kann das im Ohr platzierte Gerät Schall genau wie ein Hörgerät verstärken. Die Forschenden nutzen es, um zum Beispiel neue Algorithmen für die Signalverarbeitung direkt im Ohr zu testen. Das Besondere dabei: Das Hearpiece ist akustisch transparent – das Hören mit dem Gerät entspricht also dem normalen Hören mit offenem Ohr. „Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit im SFB konnten wir Methoden der Akustik und der Signalverarbeitung verbinden und haben dadurch große Fortschritte gemacht“, erläutert Hohmann.

Das Team entwickelte zudem eine interaktive, audiovisuelle virtuelle Realität im Labor, um Hörversuche mit Versuchspersonen unter kontrollierten Bedingungen durchführen zu können – in realistischeren Situationen, als dies bisher möglich war. Dazu wurden mehrere komplexe audiovisuelle Szenen geschaffen, in die Versuchspersonen gewissermaßen eintauchen können, etwa eine virtuelle Gaststätte, ein U-Bahnhof oder ein Wohnzimmer. Die Szenen mitsamt den zugehörigen Daten stehen Forschungslabors weltweit für Hörversuche zur freien Verfügung.

In der nun beginnenden zweiten Förderperiode will das SFB-Team die Wahrnehmungsmodelle, Algorithmen und Anwendungen weiterentwickeln und zusammenführen. Ein Ziel ist es, für das Hearpiece und das immersive Hörgerät Algorithmen zur aktiven Geräuschkontrolle zu entwickeln, die von der jeweiligen akustischen Szene abhängen. Dabei greifen die Forschenden auf neueste, selbst entwickelte KI-Verfahren zurück. Langfristiges Ziel ist es, dass jedes Hörgerät ständig dazulernt und immer besser vorhersieht, welche Einstellung für die jeweilige Nutzer*in in einer bestimmten Situation optimal ist. Das notwendige Feedback sollen die Schwerhörenden über ihr Smartphone selbst eingeben können. „Bis wir am Ziel sind, werden wir allerdings noch viel Arbeit investieren müssen“, sagt Hohmann.

Das Team arbeitet außerdem daran, internationale Standards für komplexe akustische Szenen in der Hörforschung und Audiologie zu etablieren, um einen besseren Austausch zwischen Laboren zu ermöglichen. Daneben sollen im SFB neue hörakustische Tests in virtuellen Umgebungen entstehen, mit deren Hilfe sich individuelle Wahrnehmungsunterschiede ermitteln lassen. So soll es möglich werden, Diagnostik und Hörgeräte-Rehabilitation so individuell wie möglich zu gestalten.

Der Sonderforschungsbereich ergänzt die Forschung des Exzellenzclusters Hearing4all, das ebenfalls unter Oldenburger Leitung arbeitet. Zudem fördert er mit einem integrierten Graduiertenkolleg aktiv Promotionsprojekte junger Wissenschaftler*innen.

[Text: Pressemitteilung der Universität Oldenburg vom 27. Mai 2022]

22.03.2022 - DEGA-Studienpreis für Wiebke Middelberg

M.Sc. Wiebke Middelberg, Doktorandin in der Abteilung Signalverarbeitung von Prof. Dr. Simon Doclo, hat für ihre Masterarbeit am 22.03.2022 auf der DAGA-Tagung den Studienpreis der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) bekommen.

In ihrer im Rahmen des SFB 1330 Hörakustik entstandenen Masterarbeit mit dem Titel „GSC-based noise and interferer reduction for binaural hearing aids exploiting external microphones“ erforschte Frau Middelberg die Möglichkeiten zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit in Hörgeräten, indem sie externe Mikrophone zur Reduzierung von Störgeräuschen und konkurrierenden Sprechern mitnutzte.

Für weitere Informationen siehe:

19.02.2021
15. EFAS Kongress findet dieses Jahr vom 20.-21. Mai online statt

Der 15. EFAS Kongress wird in diesem Jahr als Online-Kongress vom 20.-21. Mai 2021 stattfinden.
Neben Live-Vorträgen werden zusätzlich Vortrags- und Poster-Präsentationen angeboten, bei denen die Vorträge jederzeit abrufbar sind.

Bitte besuchen Sie die Webseite www.efas-virtual.org für mehr Informationen.

Einsendeschluss für Paper oder Poster ist der 1. April, 2021 (siehe efas-virtual.org/#/call-for-contributions).

Wir laden Sie herzlich ein teilzunehmen und freuen uns auf Ihre Beteiligung!

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier
Universität CvO Oldenburg
EFAS Präsident 2019-2021
www.efas.ws

06.06.2019
Eine Ode an das Ohr - Florian Denk gewinnt 9. Oldenburger Science Slam

Oldenburg. Zehn Minuten, wissenschaftliche Inhalte und eine Menge Spaß: Das waren die Regeln beim 9. Oldenburger Science Slam. Fünf Nachwuchswissenschaftler traten dieses Jahr in der ausverkauften Exerzierhalle an. Am Ende des Abends kürte das Publikum Florian Denk, Doktorand im Department Medizinische Physik und Akustik der Universität Oldenburg, zum Sieger. Er gewann das „Goldene Gehirn“ und ein Preisgeld in Höhe von 150 Euro, das die Graduiertenakademie der Universität Oldenburg stiftete. 

„Schräge Formen, tolle Akustik – Eine Ode an das Ohr“ lautete der Titel von Denks Slam. Der Doktorand verdeutlichte, weshalb die Form des menschlichen Ohres maßgeblich dazu beiträgt, dass es so gut funktioniert. Die 150 Gäste stimmten mittels unterschiedlich dosiertem Applaus über die Vorträge ab, der vom „Slam-o-Meter“ aufgezeichnet wurde. Außer Konkurrenz lieferte der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Torsten J. Selck mit „Die EU, der Brexit und ich“ den ersten Slam des Abends, zum großen Vergnügen des Publikums.

Wie Selck und Denk brachten auch die übrigen Slammer die Stimmung in der Exerzierhalle im wahrsten Sinne des Wortes zum Kochen. Neben Sprachwissenschaftler Dr. François Conrad von der Leibniz Universität Hannover waren drei weitere Oldenburger Doktoranden vertreten. Während der gebürtige Luxemburger erklärte, warum Deutsch für Nichtmuttersprachler so hart klingt, slammte Nina Gmeiner (Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften) über Samen als Allgemeingut und was philippinische Reisbauern mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun haben. Rosanna Schöneich-Argent (Institut für Chemie und Biologie des Meeres) veranschaulichte den Einfluss des kalten Ostwindes auf die Strömungsrichtung der Nordsee mittels Fön und Teetasse. Schon fast ein wenig schaurig wurde es im Spiegelkabinett über die Entfremdung in der serviceorientierten Systemgastronomie, inszeniert von Jonathan Gilbert (Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften). Die Nachwuchswissenschaftler belegten die Plätze zwei bis fünf und wurden mit Abonnements von Fachzeitschriften belohnt.

Wieder auf dem Programm stand das „Power-Point-Karaoke“. Dabei präsentieren zwei Professoren den Vortrag des jeweils anderen – ohne Vorbereitung oder das Thema zu kennen. In diesem Jahr wagten sich der Neurologe Prof. Dr. Karsten Witt und die Historikerin Prof. Dr. Almut Höfert ins Rampenlicht. Ihre Improvisationskünste wurden mit tosendem Beifall belohnt.

Organisatoren der Veranstaltung sind das Forschungszentrum Neurosensorik, die Graduiertenakademie und die Graduiertenschulen für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) sowie für Naturwissenschaft, Medizin und Technik (OLTECH) der Universität Oldenburg. Kooperationspartner ist das Oldenburgische Staatstheater.

Uni-Pressemitteilung vom 06.06.2019

06.05.2019
Simon Doclo ist neuer Direktor des Departments Medizinische Physik und Akustik

Oldenburg. Prof. Dr. Simon Doclo, Hochschullehrer für Angewandte Physik mit dem Schwerpunkt Signalverarbeitung, ist neuer Direktor des Departments für Medizinische Physik und Akustik der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg. Zu seinen Stellvertretern wurden Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und Prof. Dr. Volker Hohmann gewählt.

Doclo studierte Elektrotechnik an der Katholischen Universität Leuven (Belgien), wo er auch 2003 promovierte und anschließend am Department für Elektrotechnik tätig war. Bevor er 2009 dem Ruf auf die Professur für Angewandte Physik mit dem Schwerpunkt Signalverarbeitung der Universität Oldenburg folgte, war Doclo als wissenschaftlicher Leiter der Arbeitsgruppe Sound and Acoustics der Firma NXP Semiconductors tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die akustische Signalverarbeitung zur Verbesserung der Sprachqualität, computerbasierte akustische Szenenanalyse und assistive Audiotechnologie. Simon Doclo zählt zu den leitenden Forschern im Exzellenzcluster Hearing4all und im Sonderforschungsbereich Hörakustik.   

Weitere Infos: uol.de/sigproc/

Uni-Pressemitteilung vom 06.05.2019

18.04.2019
Hörforscher Steven van de Par ist Mitinitiator eines neuen DFG-Schwerpunktprogramms

Oldenburg. Prof. Dr. Steven van de Par, Hochschullehrer für Angewandte Physik und Akustik an der Universität Oldenburg, hat gemeinsam mit vier weiteren Expertinnen und Experten ein Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) initiiert. Die DFG fördert das Programm „Auditive Kognition in interaktiven virtuellen Umgebungen (AUDICTIVE)“ ab dem kommenden Jahr. Koordinatorin des Schwerpunktprogramms ist Prof. Dr. Janina Fels von der RWTH Aachen, der Oldenburger Physiker van der Par ist Mitglied des Programmausschusses.

Das Schwerpunktprogramm verknüpft die Disziplinen Akustik, Kognitionspsychologie und Informatik. Die Forschung soll unter anderem das Wissen über hörbezogene kognitive Leistungen in realen Szenen erweitern – etwa in akustisch ungünstigen Umgebungen wie Klassenzimmern oder Großraumbüros. Zudem sollen Situationen im Freien analysiert werden, bei denen mehrere, sich teilweise bewegende Schallquellen zum Einsatz kommen. Eine weitere Fragestellung ist, wie akustische und visuelle Komponenten sowie weitere Faktoren die Fähigkeit zur Interaktion mit der Szene beeinflussen.

Van de Par studierte an der Technischen Universität Eindhoven Angewandte Physik, wo er auch promovierte. Dabei untersuchte er die binaurale (beidohrige) Wahrnehmung akustischer Signale bei tiefen und hohen Frequenzen. Im Jahr 2000 wechselte van de Par an das Forschungszentrum von Philips Research in Eindhoven, 2010 folgte er dem Ruf an die Universität Oldenburg. Hier leitet van de Par die Abteilung Akustik, die sich mit der menschlichen Wahrnehmung von Schallen und der gehörbezogenen Analyse von akustischen Signalen auseinandersetzt.

In DFG-Schwerpunktprogrammen werden grundlegende Fragestellungen in besonders aktuellen oder sich gerade bildenden Forschungsgebieten untersucht. Anfang April wurden insgesamt 14 Programme bewilligt, die zum Jahr 2020 ihre Arbeit aufnehmen werden. Sie sind interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch den Einsatz innovativer Methoden aus.

Weitere Infos: uol.de/akustik/

Uni-Pressemitteilung vom 18. April 2019

25.01.2019
Medizinische Fakultät ehrt ihre Absolventinnen und Absolventen
Promotionsbetreuungspreis der Fakultät VI geht an Simon Doclo

Oldenburg. In einer Feierstunde hat die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg ihre  Absolventinnen und Absolventen geehrt. Dazu gehören auch die ersten vier des Modellstudiengangs Humanmedizin der „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS). Dieser ging im Wintersemester 2012/13 an den Start. Weitere 37 Studierende der EMS haben das Äquivalent zum ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung bestanden. Diese, früher „Physikum“ genannt, umfasst zum Beispiel die sogenannten vorklinischen Fächer wie Anatomie, Physiologie, Chemie und Physik. Über ihren erfolgreichen Abschluss freuten sich auch 32 Absolventinnen und Absolventen des internationalen Master-Studiengangs „Neurocognitive Psychology“. Dekan Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang gratulierte zudem 18 Graduierten zur Promotion in Naturwissenschaften und Humanmedizin sowie einem Habilitanden im Fach Urologie.  

„Neben den persönlichen Erfolgen unserer Absolventen feiern wir heute auch einen Erfolg unserer noch jungen Medizinischen Fakultät: Vor sechs Jahren gegründet, können wir uns nun über die ersten fertig ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte freuen“, sagte Prof. Dr. Meinhard Simon, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Universität Oldenburg. Auch die inhaltliche Bandbreite der Fakultät – von der Humanmedizin über die Medizinische Physik und Akustik, die Neurowissenschaften bis hin zur Psychologie und Versorgungsforschung – sei „ein Pfund, mit dem die Universität wuchern kann“, so Simon.

Im Rahmen der Feierstunde würdigte Dekan Hans Gerd Nothwang auch herausragende Leistungen: Nadine Jacobsen erlangte den besten Masterabschluss im Studiengang „Neurocognitive Psychology“, Dr. Andreas Schönfeld wurde für seine Promotion in der Medizinischen Physik geehrt. Der mit 1.000 Euro dotierte Promotionsbetreuungspreis der Fakultät VI ging an Prof. Dr. Simon Doclo vom Department für Medizinische Physik und Akustik. „Unser Anspruch ist es, allen Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine hervorragende Ausbildung und Förderung zu bieten. Hierfür haben wir in den letzten sechs Jahren alle wichtigen Voraussetzungen geschaffen und werden uns auch weiterhin mit ganzer Kraft dafür einsetzen“, erklärte Nothwang.

Prof. Dr. Reto Weiler, Neurobiologe und Mitinitiator der Oldenburger Universitätsmedizin, unterstrich in seiner Festrede den hohen Stellenwert der Universitätsmedizin für den Nordwesten Deutschlands. Prof. Dr. Erik Boddeke, Forschungsdekan des Universitätsklinikums Groningen (UMCG), gratulierte im Namen der niederländischen Partner den geehrten Studierenden und Absolventinnen und Absolventen der Oldenburger Fakultät.

Uni-Pressemitteilung vom 25.01.2019

10.01.2019
Feierlicher Neujahrsempfang mit Ehrungen
Ehrenplakette des Präsidenten geht an Birger Kollmeier, Volker Hohmann, Henrik Mouritsen, Kirsten Gehlhar und Klaus Peter Kohse

Traditioneller Empfang von Universität und Universitätsgesellschaft mit Wissenschaftsminister

Oldenburg. „2018 war ein Jahr der großen Erfolge für die Universität Oldenburg. Herauszuheben ist hier sicherlich die Hörforschung mit dem Exzellenzcluster ‚Hearing4all‘ und dem neuen Sonderforschungsbereich ‚Hörakustik‘“, sagte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs von Universität und Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) im Oldenburgischen Staatstheater.

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper ehrte an diesem Abend fünf Persönlichkeiten für ihre herausragenden Verdienste um die Universität Oldenburg. Vor rund 550 Gästen vergab Piper die Ehrenplakette des Präsidenten an den Mediziner und Physiker Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, den Psychoakustiker Prof. Dr. Volker Hohmann, den Biologen Prof. Dr. Henrik Mouritsen sowie an Dr. Kirsten Gehlhar und Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Kohse als verantwortliche Leitung des Studiendekanats der Medizinischen Fakultät.

„Es ist mir eine große Freude, in diesem feierlichen Rahmen – und in Anwesenheit des Wissenschaftsministers – fünf Persönlichkeiten zu würdigen, die sich mit höchstem Engagement und in ganz außergewöhnlicher Art und Weise um die Universität Oldenburg verdient gemacht haben“, betonte Piper.

Der Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier erhielt die Auszeichnung als Sprecher des erneut eingeworbenen Exzellenzclusters „Hearing4all“ („Hören für Alle“). Der Cluster hat in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gepunktet und wird für sieben weitere Jahre gefördert. Er sei das Flaggschiff der renommierten Oldenburger Hörforschung, die Kollmeier seit 1993 konsequent und strategisch aufgebaut habe, erklärte Piper.

Der Hörforscher Prof. Dr. Volker Hohmann wurde ebenfalls für sein außergewöhnliches Engagement für die Forschung gewürdigt: Als Sprecher war er verantwortlich für das erfolgreiche Einwerben des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs „Hörakustik: Perzeptive Prinzipien, Algorithmen und Anwendungen“. Das Vorhaben eröffne eine neue Dimension für elektroakustische Kommunikationssysteme, sagte Piper. Dies lege die Grundlagen für neuartige Hörhilfen, die sich auf wechselnde akustische Umgebungen aktiv einstellen können.     

Auch Prof. Dr. Henrik Mouritsen habe sich um den Forschungsstandort Oldenburg in herausragender Weise verdient gemacht: Der Biologe ist Sprecher des jüngst eingeworbenen DFG-Sonderforschungsbereichs „Magnetrezeption und Navigation in Vertebraten: von der Biophysik zu Gehirn und Verhalten“. Mouritsen sei es damit gelungen, einen neuen Schwerpunkt der biologischen Forschung in Oldenburg zu etablieren, sagte Piper. Das Thema Tiernavigation in das Zentrum eines interdisziplinären wissenschaftlichen Vorhabens zu rücken, sei weltweit einzigartig.

Für ihren außerordentlichen Einsatz für die Universitätsmedizin Oldenburg würdigte Piper Dr. Kirsten Gehlhar und Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Kohse. Als Leitung des Studiendekanats der Medizinischen Fakultät verantworten sie den Aufbau und Ausbau des Modellstudiengangs Humanmedizin. Beide hätten zudem in besonderem Maße dazu beigetragen, die Fakultät hervorragend auf die diesjährige Begutachtung durch den Wissenschaftsrat vorzubereiten, so Piper.     

Zur aktuellen Entwicklung der Oldenburger Universitätsmedizin hatte sich zuvor auch Minister Thümler geäußert: „Mit der Verdoppelung der Studienanfängerplätze der EMS zum kommenden Wintersemester konnte ein Meilenstein bei der Schaffung neuer Medizinstudienplätze in Niedersachsen gesetzt werden. Damit leistet die Universität Oldenburg einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum“, so Thümler.

Kultureller Höhepunkt des Abends im Staatstheater war das musikalische Schauspiel „Comedian Harmonists“. Die Gäste, die zuvor von Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Universitätspräsident Piper und dem UGO-Vorsitzenden Hon.-Prof. Dr. Werner Brinker begrüßt worden waren, konnten in die Musik der in den 1920/1930er Jahren so erfolgreichen Gruppe eintauchen. An die Aufführung schloss sich der traditionelle „Plausch danach“ an.

Mit dem Kauf ihrer Eintrittskarte unterstützten die Gäste des Neujahrsempfangs erneut das Programm „Deutschlandstipendium“, mit dem besonders begabte und engagierte Studierende gefördert werden.

Uni-Pressemitteilung vom 10.01.2019

(Stand: 01.12.2022)