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Kompetenzverbund zur Strahlenforschung nimmt Forschungsarbeit auf

 

Der Kompetenzverbund zur Dosisreduktion in der computertomografischen Bildgebung, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist, nimmt seine Arbeit auf. Weitere Mitglieder des Verbundes, der vom Helmholtz Zentrum München für Gesundheit und Umwelt koordiniert wird, sind das Deutsche Krebsforschungszentrum, die Universitäten, Heidelberg und Mannheim, die TU München und die Charité Berlin sowie das Bundesamt für Strahlenschutz. Das Projekt wird drei Jahre lang mit insgesamt etwa drei Millionen Euro gefördert.

In Deutschland machen Computertomografien nur einen Bruchteil der Röntgenuntersuchungen aus, verursachen aber etwa 50 Prozent der zivilisatorischen Strahlenbelastung der Bevölkerung. Neuere Studien gehen von bis zu 2.000 zusätzlichen Krebsfällen pro Jahr in Deutschland aufgrund der Röntgendiagnostik aus. Nicht jeder Mensch wird jährlich geröntgt, aber die Strahlendosis, mit der Patienten bei Computertomografien belastet werden, beträgt das Vielfache einer normalen Röntgenaufnahme. Hier setzt das Verbundprojekt an: Die Forschungsarbeiten haben das Ziel, die Strahlenbelastung der Bevölkerung durch technische Verbesserungen der Computertomografie zu verringern und geeignete Bildgebungstechniken zur Charakterisierung der Tumorbiologie sowie der Bioverteilung, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Substanzen, die die Strahlenwirkung modifizieren, zu entwickeln und im Rahmen vorklinischer Studien zu evaluieren.

Die gemeinsam von der Universität und dem Pius-Hospital getragene Oldenburger Arbeitsgruppe unter der wissenschaftlichen Leitung des Medizin-Physikers Prof. Dr. Björn Poppe hat dabei die Aufgabe übernommen, theoretische Modelle und Rechenprogramme zur individuellen Bestimmung der physikalischen Strahlendosisverteilung der PatientInnen zu erarbeiten. Zum Einsatz kommen dabei erstmals Methoden und Modelle, die die Gruppe u.a. für die Strahlentherapie mitentwickelt hat und die nun auch für den Einsatz in der Radiologie angepasst werden sollen. Die Praxis-Erprobung wird anschließend durch die klinischen Kooperationspartner durchgeführt wie etwa das Pius-Hospital Oldenburg, die Universitätsklinik Heidelberg oder das Klinikum Rechts der Isar in München.

Der Kompetenzverbund zur Dosisreduktion in der computertomografischen Bildgebung ist hervorgegangen aus einer Kompetenzinitiative des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesforschungsministeriums (BMBF). Sie wurde im Jahr 2007 initiiert, um der in Deutschland verloren gegangenen Forschungskompetenz in Bereich Strahlenforschung neue Impulse zu geben.
Der Kompetenzverbund wurde aus über 200 Anträgen zur Förderung ausgewählt.

Web+ymastvpkjerf7y (katja.warnkll849en@uk89iiol.urzde) (Stand: 07.11.2019)