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"Künstliches Hören": Vom menschlichen Gehirn lernen

Workshop "Computational Audition" am Hanse-Wissenschaftskolleg

Wie kann Computern das (Zu-)Hören beigebracht werden? Diese Frage stand im Zentrum des Workshops "Computational Audition", der vom 24. bis 26. Oktober am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst stattfand. Veranstalter waren das Zentrum für Hörforschung der Universität Oldenburg und der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Sonderforschungsbereich "Das aktive Gehör". Zu der Tagung waren 50 Hörforscher, Neuro- und Computerwissenschaftler aus den USA, England, Frankreich und den Niederlanden gekommen.

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Ziel der Tagung war es, die Grundlagenforschung zum "künstlichen Hören" voranzutreiben. Bislang existiert keine Technik, die wie das menschliche Gehör funktioniert und Sprache in lärmenden Situationen verstehen kann. Deshalb versuchen WissenschaftlerInnen vom menschlichen Gehirn zu lernen, wie es akustische "Szenen" entschlüsselt und die Informationen verschiedener Schallquellen herausfiltert. Sie wollen Computer in die Lage versetzen, die Störschall-Anteile zu unterdrücken oder gesprochene Sprach-Befehle auch unter Störschall sicher zu entschlüsseln. Erkenntnisse in diesem Bereich sind für die Verbesserung mobiler Audiokommunikation sowie von Hörgeräten von unschätzbarem Nutzen.

"Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Workshop zum künstlichen Hören einen Nerv bei zahlreichen renommierten Forschern getroffen haben, die aus sehr unterschiedlichen Bereichen kommen", sagt der Oldenburger Hörforscher PD Dr. Volker Hohmann, der den Workshop organisiert hat. Für die Tagung seien hochkarätige Referenten gewonnen worden. Sie bot ihnen die Möglichkeiten für eine intensive Diskussion neuer Forschungserkenntnisse, von der alle beteiligten Disziplinen profitieren und die interessante neue Forschungsfragestellungen erwarten ließen. "Wegen der positiven Resonanz haben wir vereinbart, dieses Treffen regelmäßig zu wiederholen, um einen langfristigen Austausch zu gewährleisten und neu geknüpfte Kontakte zu festigen", erklärte Hohmann. 

Das gemeinsame Zentrum für Hörforschung der Universität Oldenburg und der Medizinischen Hochschule Hannover befindet sich zurzeit mit nationalen und internationalen Partnern, darunter das Hanse-Wissenschaftskolleg, im Exzellenzclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Mit dem Antrag "Hearing4all" gehört das Cluster zu den 27 Finalisten, die einen Vollantrag einreichen durften. "Im Sommer 2012 fällt die Entscheidung", sagt Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, der Sprecher des Clusters. "Der Antrag enthält verschiedene Arbeitspakete, durch die entscheidende Fortschritte auch im Bereich des ,künstlichen Hörens' erreicht werden könnten", erläutert Kollmeier. Gefördert wird die Tagung durch den SFB „Das aktive Gehör“ und das HWK.

Zum Tagungsprogramm

We/ybmasterqz (katj4uq0a.wncsh9arnkdh755en@0juolvkyh.de) (Stand: 07.11.2019)