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Dienstag, 10-11 Uhr

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SS 2019

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

Methoden und Medien des Geschichtsunterrichts

WS 2018/2019

Die nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft‘ vor Ort

Die Veranstaltung umfasst fachwissenschaftliche und fachdidaktische Anteile und ist auf 4 SWS angelegt. Eine Kombination mit einer weiteren Veranstaltung ist NICHT notwendig. Um die Kompetenzen der Studierenden in der Planung, Begründung und Reflexion von Lehr-Lernprozessen weiter auszubilden, setzt das Seminar auf die enge Verknüpfung von fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Expertise. Am Beispiel des Themas „Die NS-Volksgemeinschaft vor Ort“ sollen unterrichtliche Angebote analysiert und auf Grundlage eigener Recherchen entwickelt werden. Dahinter steht die im Geschichtsunterricht zu vermittelnde Einsicht, dass Geschichte ein auf Quellen basierendes, zugleich aber vages und immer wieder neu erschaffenes Konstrukt ist.
Nach einer theoretischen Klärung des Begriffs der NS-Volksgemeinschaft folgt dessen Anwendung auf die Geschichte des Landes bzw. der Stadt Oldenburg. Im Niedersächsischen Landesarchiv Oldenburg erhalten die Studierenden eine Einführung in die Archivarbeit und die Gelegenheit, den Weg der historischen Quelle von ihrem aktuellen Aufbewahrungsort ins Schulbuch bzw. ins Klassenzimmer nachzuvollziehen oder ggfs. erstmalig zu bereiten. Am konkreten Beispiel sollen unterschiedliche Lehr- und Lernformen durchdacht und für den Unterricht aufbereitet werden. So können die Studierenden lernen, Geschichtsunterricht auf forschungsmethodische Kompetenzen hin auszurichten, um es ihren späteren Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, mit Geschichte im Alltag reflektiert und kritisch umzugehen.

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

SS 2018

Methoden und Medien des Geschichtsunterrichts

In der Übung werden die Grundlagen und Potentiale verschiedener Methoden und Medien des Geschichtsunterrichts erarbeitet und diskutiert. Quellen und Darstellungen finden dabei gleichermaßen Berücksichtigung. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, unterschiedliche Medien sach- und adressatengerecht für historische Lernprozesse auszuwählen und zu reflektieren. Aufbauend auf den geschichtsdidaktischen theoretischen Grundlagen werden Arbeitsmaterialien für den Geschichtsunterricht analysiert und kritisch hinterfragt. Darüber hinaus sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erste Vorschläge für den Unterricht erarbeiten und gemeinsam erörtern. Inhaltlich orientiert sich das Seminar am Thema „Geschichte der DDR“.
Für die erfolgreiche Teilnahme wird vorausgesetzt: Bereitschaft zur Mitarbeit und zum Mitdiskutieren, Gründliche Vorbereitung aller wöchentlich zu lesenden Texte, schriftliche Bearbeitung kleinerer Seminarleistungen während des Semesters, Prüfungsleistung in der vorlesungsfreien Zeit.

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland I: Angebote, Abläufe, Erwartungen

WS 2017/2018

Der Erste Weltkrieg

"In ganz Europa gehen die Lichter aus; wir werden es nicht mehr erleben, dass sie wieder angezündet werden" konstatierte im August 1914 der britische Außenminister Sir Edward Grey. Vier Jahre später gab es, so die neuesten Schätzungen, weltweit ca. 20 Millionen militärische und zivile Opfer zu beklagen, hinzu kamen ca. 21 Millionen Verwundete. Der Erste Weltkrieg fand in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und der Geschichtswissenschaft wie nie zuvor. Lange stand die Zeit von 1914 bis 1918 im Schatten des Zweiten Weltkrieges, stellte als "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts quasi ein Vorspiel für die kommenden Ereignisse dar. In Großbritannien und Frankreich hatte der "Great War" bzw. "Grande Guerre" von Anfang an einen anderen Stellenwert.

Das Seminar bietet einen Einstieg in die Geschichte des Ersten Weltkrieges. Im Fokus stehen dabei der Kriegsbeginn, der Verlauf des Krieges an der Front und in der Heimat sowie die Auswirkungen nach 1918. Gleichzeitig führt das Seminar in die vergangenen und aktuellen Forschungsdebatten zum Ersten Weltkrieg ein.

Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland I: Angebote, Abläufe, Erwartungen

SS 2017

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquim Museum und Ausstellung

Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland I: Angebote, Abläufe, Erwartungen

Geschichte der DDR

"Es wird keine DDR mehr geben. Sie wird nichts sein als eine Fußnote der Weltgeschichte." Mit diesen Worten kommentierte der Autor Stefan Heym am Abend des 18. März 1990 den Ausgang der ersten und letzten freien Wahlen zur Volkskammer. Die Befürworter der schnellen Vereinigung hatten einen klaren Sieg errungen und die von Heym erhoffte Reformierung der DDR erhielt eine eindeutige Absage. Mit dem
3. Oktober 1990 war die DDR endgültig Geschichte und wurde sofort als Forschungsgegenstand von den Historikern und Historikerinnen aufgegriffen. Schnell war dabei klar, dass der fast 41 Jahre bestehende SED-Staat nicht nur eine Fußnote darstellte. Mit den seit 1990 entstandenen Büchern ließe sich mittlerweile eine ganze Bibliothek füllen.

Das Seminar bietet einen Überblick über die Geschichte der DDR an und soll zugleich eine Schneise durch die vielfältige Forschung schlagen. In den ersten Sitzungen wird es um die zugrundeliegende Ideologie und den Aufbau des Staates gehen. Im Anschluss daran wird der Alltag der DDR-Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur in den Blick genommen. Das Seminar bietet aber ebenso Hilfestellung und praktische Übungen zum Verfassen einer Hausarbeit, zum Halten eines Referates und zur Vorbereitung einer mündlichen Prüfung an.

WS 2016/2017

Deutsche Kolonialgeschichte

Die koloniale Vergangenheit Deutschlands ist bis heute allgegenwärtig. So erinnern nach wie vor zahlreiche Straßennamen an die Zeit des Kolonialismus, Akteure des kolonialen Regimes werden durch Denkmäler geehrt und der Bundestag konnte sich erst 2015 dazu durchringen, den Mord an den Herero und Nama im Jahr 1904/1905 als das zu bezeichnen, was er war, ein Genozid.

Das Seminar bietet einen Überblick über die deutsche Kolonialgeschichte von 1884-1918. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Wie wurde Deutschland überhaupt eine Kolonialmacht? Wer waren die führenden Leute innerhalb der Kolonialbewegung? Welche Rolle spielten Frauen innerhalb der Bewegung? Wie wirkte sich die Fremdherrschaft auf die Kolonisierten aus? Wie wehrten sich diese gegen die Deutschen Besatzer? Der Blick wird aber auch auf das Deutsche Reich gerichtet: Welche rassistischen Argumente wurden genutzt, um den Kolonialismus zu legitimieren? Welche Spuren wiederum hinterließ dies? Als Beispiel sei hier auf die "Völkerschau" verwiesen, die 1905 auf den Oldenburger Dobbenwiesen zu sehen war.

Das Seminar bietet neben der fachlichen Einführung ebenso Hilfestellung und praktische Übungen zum Verfassen einer Hausarbeit. Im Rahmen des Seminars wird es zwei Exkursionen geben, die beide nach Bremen führen. Ziel ist zum einen die Afrika-Ausstellung im Überseemuseum. Zum anderen werden wir gemeinsam die szenische Lesung der Bremer Shakespeare Comany besuchen, die den Titel "Bremen - Stadt der Kolonien?" trägt.

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquim Museum und Ausstellung

Vorbereitung auf ein Studium in Deutschland I: Angebote, Abläufe, Erwartungen

SS 2016

Heimerziehung nach 1945. Das Oldenburger Mädchenheim Dietrichsfeld

Berichte früherer Heimkinder haben in den letzten Jahren die Öffentlichkeit erschüttert und zahlreiche geschichtswissenschaftliche Forschungen nach sich gezogen. Deutlich zeigt sich, dass die Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren dominiert war von strikten Vorstellungen von Ordnung und Disziplin. Im Zentrum der Diskussionen der letzten Jahre standen die rigiden Disziplinierungspraxen, die im Heim geleistete (häufig erzwungene) Arbeit und die mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten.

Im Mittelpunkt des Seminars steht das Mädchenheims Dietrichsfeld, zu dem bislang fast keine Forschungen vorliegen. Die im Stadtarchiv Oldenburg überlieferten Akten versprechen jedoch zahlreiche spannende Erkenntnisse. Diese sollen in einer Sondernummer der Zeitung forsch! publiziert werden. Das Seminar wendet sich daher an Studierende, die gerne selber recherchieren, in Archiven arbeiten und Interesse an einer ersten wissenschaftlichen Publikation haben.

Die nationalsozialistische "Volksgemeinschaft". Anspruch und Wirkmächtigkeit eines propagandistischen Leitbegriffs

Mit Parolen wie "Du bist nichts, Dein Volk ist alles!" oder "Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" propagierten die Nationalsozialisten die Volksgemeinschaft. Die Idee der Volksgemeinschaft war 1933 alles andere als neu. Seit dem Kaiserreich geisterte der Terminus nicht nur durch die Literatur und Presse der bürgerlich-konservativen und völkischen Kreise, sondern fand auch breiten Niederschlag im sozialdemokratischen Milieu. Trotz der unterschiedlichen politischen Ansichten verbanden alle mit dem Begriff "Volksgemeinschaft" die Aussöhnung zwischen den gesellschaftlichen Klassen, die Überwindung der Vereinzelung des Menschen und die Geschlossenheit der Nation. Während die Linken dabei auf das integrierende Moment setzten, gründete sich die zu schaffende Volksgemeinschaft in der Auslegung der Rechten eher auf Exklusion. Die propagierte Volksgemeinschaft der Nationalsozialisten setzte auf den Zusammenhalt der "wertvollen" Deutschen gegen die gemeinsamen Feinde im Inneren und später auch im Äußeren. Sie war, und das macht einen der Unterschiede zu den Ideen der Weimarer Republik aus, im Kern eine "Kampfgemeinschaft", wie es Sybille Steinbacher nannte. Eines machen fast alle Untersuchungen zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft deutlich: Wirkungsmächtig und auch mobilisierend waren die Hoffnungen, die sich an die Idee knüpften. Es handelte sich jedoch in erster Linie um eine Fiktion, die für die nationalsozialistischen Ziele genutzt wurde.

Zum Auftakt des Seminars werden wir uns die unterschiedlichen Konzepte der Volksgemeinschaft anschauen. Der eindeutige Schwerpunkt liegt jedoch auf der Zeit des Nationalsozialismus. Wie genau sah das Konzept der Volksgemeinschaft aus? Wen schloss es ein und wen schloss es aus? Handelte es sich um ein bloßes propagandistisches Konstrukt oder hatte es auch Bedeutung für das alltägliche Leben?

WS 2015/2016

Geschichte der Bundesrepublik

"The times they are a-changing" sang 1963 Bob Dylan und charakterisierte damit ein ganzes Jahrzehnt. Ein Wandel in Politik, Gesellschaft und Kultur deutete sich bereits zum Ende der 1950er Jahre an und wirkte bis in die 1970er Jahre fort. Peter Pulzer ging sogar so weit, von einer "zweiten Gründung" der Bundesrepublik in den 1960er Jahren zu sprechen. Im Seminar wird es darum gehen, einen Überblick über die Geschichte der Bundesrepublik zu gewinnen und dabei vor allem aktuellen Forschungen in den Blick zu nehmen. Ein kleiner Schwerpunkt wird dabei auf den 1960er Jahren und den "68er" liegen. Das Seminar bietet neben der fachlichen Einführung aber ebenso Hilfestellung und praktische Übungen zum Verfassen einer Hausarbeit.

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquim zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

SS 2015

Geschichte der DDR

"Es wird keine DDR mehr geben. Sie wird nichts sein als eine Fußnote der Weltgeschichte." Mit diesen Worten kommentierte der Autor Stefan Heym am Abend des 18. März 1990 den Ausgang der ersten und letzten freien Wahlen zur Volkskammer. Die Befürworter der schnellen Vereinigung hatten einen klaren Sieg errungen und die von Heym erhoffte Reformierung der DDR erhielt eine eindeutige Absage. Mit dem 3. Oktober 1990 war die DDR endgültig Geschichte und wurde sofort als Forschungsgegenstand von den Historikern und Historikerinnen aufgegriffen. Schnell war dabei klar, dass der fast 41 Jahre bestehende SED-Staat nicht nur eine Fußnote darstellte. Mit den seit 1990 entstandenen Büchern ließe sich mittlerweile eine ganze Bibliothek füllen.

Das Seminar bietet einen Überblick über die Geschichte der DDR an und soll zugleich eine Schneise in die vielfältige Forschung schlagen. In den ersten Sitzungen wird es um die zugrundeliegende Ideologie und den Aufbau des Staates gehen. Im Anschluss daran wird der Alltag der DDR-Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur in den Blick genommen. Das Seminar bietet aber ebenso Hilfestellung und praktische Übungen zum Verfassen einer Hausarbeit, zum Halten eines Referates und zur Vorbereitung einer mündlichen Prüfung an.

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquim zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

WS 2014/2015

Von der Demokratie zur Diktatur. Die Endphase der Weimarer Republik und der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft

Mit den "Goldenen Zwanziger Jahren", der Zeit von 1924 bis 1929, schienen die anfänglichen Krisen der Weimarer Republik überwunden zu sein. Beginnend mit der Weltwirtschaftskrise zeigte sich jedoch schnell die Brüchigkeit dieser relativen Stabilität. Bereits seit 1930 gab es keine regierungsfähige Koalition mehr, nur mit Hilfe des § 48 konnten noch per Notverordnung regiert werden. Das auch schon zuvor weit verbreitete antidemokratische Denken führte zur schwersten Krise der Republik und zur späteren Machtübergabe an Hitler. Die ansteigende soziale Not begünstigte den Zulauf zu den radikalen Parteien auf der rechten und der linken Seite.
Im Seminar werden vor allem die Jahre 1927 bis 1933 genau in den Blick genommen. Themen werden der Übergang von der Großen Koalition zu den Präsidialkabinetten und die Präsidialkabinette selber sowie die Machübertragung an Hitler sein. Was waren die Spezifika des jeweiligen Zeitabschnitts? In welche Richtung entwickelte sich die fragile Demokratie? Wer stand für sie ein und wer arbeitete an ihrem Zusammenbruch? Im Hintergrund all dieser Fragen steht die große Frage, wie es zur Machtübertragung an Hitler kommen konnte.

Kolloquim zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

SS 2014

Der Erste Weltkrieg. Ursachen, Verlauf und Folgen

"In ganz Europa gehen die Lichter aus; wir werden es nicht mehr erleben, dass sie wieder angezündet werden" konstatierte im August 1914 der britische Außenminister Sir Edward Grey. Vier Jahre später gab es, so die neuesten Schätzungen, weltweit ca. 20 Millionen militärische und zivile Opfer zu beklagen, hinzu kamen ca. 21 Millionen Verwundete. Der Erste Weltkrieg findet in diesem Jahr durch das hundertste Wiederkehren des Kriegsbeginns so viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und der Geschichtswissenschaft wie nie zuvor. Lange stand die Zeit von 1914 bis 1918 im Schatten des Zweiten Weltkrieges, stellte als "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts quasi ein Vorspiel für die kommenden Ereignisse dar. In Großbritannien und Frankreich hatte der "Great War" bzw. "Grande Guerre" von Anfang an einen anderen Stellenwert.

Das Seminar bietet einen Einstieg in die Geschichte des Ersten Weltkrieges. Im Fokus stehen dabei der Kriegsbeginn, der Verlauf des Krieges an der Front und in der Heimat sowie die Auswirkungen nach 1918. Gleichzeitig führt das Seminar in die vergangenen und aktuellen Forschungsdebatten zum Ersten Weltkrieg ein

Kompaktveranstaltung Erster Weltkrieg

Einführung in die Theorie des Museums

Das Museum hat wie kaum eine andere kulturelle Institution in den letzten Jahren eine Konjunktur erlebt. Vor allem sogenannte Blockbuster-Ausstellungen zogen tausende Besucher und Besucherinnen an. Das Seminar bietet eine Einführung in die theoretischen Grundlagen des Museums. Gemeinsam werden die Aufgaben des Museums (Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln) analysiert und reflektiert. Es wird aber auch um den Stellenwert und die Funktion dieser Institution für unsere heutige Gesellschaft gehen

Geschichte und Theorie des Museums

Kolloquim zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

WS 2013/2014

Die Revolution von 1848/1849 - Ein deutscher Erinnerungsort

"Die Revolution von 1848 - Vorbild oder Warnung?" titelte die ZEIT im Mai 1948, um daran anschließend zu fragen, ob das "nationale Unglück" der Vorjahre sich gar nicht ereignet hätte, wären die Revolutionäre 1848 nur erfolgreich gewesen. Gleichzeitig seien die Ereignisse der Jahre 1848/1849 auch eine Warnung: Von den Forderungen nach Freiheit und Einheit sei 1871 nur die letztere erfüllt worden. Auf die Freiheit hätten die Deutschen noch länger warten müssen. In den folgenden Jahren wurde in der Bundesrepublik vor allem der parlamentarischen Entwicklung der Jahre 1848/1849 gedacht, hingegen in der DDR der Schwerpunkt der Erinnerungen auf den revolutionären Abläufen lag. Die Erinnerungen standen jeweils im engen Zusammenhang mit der Entwicklung der beiden deutschen Staaten. Um genau diese Zusammenhänge von Erinnerung und Verfasstheit des jeweiligen Landes soll es im Seminar gehen. Dabei setzt die Erinnerungsgeschichte nicht erst 100 Jahre später ein, sondern direkt nach 1849.
Im Seminar werden zunächst die Ereignisse 1848/1849 genau untersucht, um darauf aufbauend nach der Erinnerungsgeschichte zu fragen. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Frage, wie die Jahre in den späteren Zeiten gedeutet wurden. Welche Rückschlüsse lassen sich von der Erinnerung auf die Verfasstheit der jeweiligen Gesellschaft ziehen? Wer hatte ein Interesse daran, die Erinnerung an die Revolution aufrecht zu erhalten, und wer wollte diese möglichst schnell vergessen machen? Abschließend wird es darum gehen, wie die heutige Sicht auf die Zeit 1848/1849 ist.

Bürgertum im 19. Jahrhundert

Das "lange 19. Jahrhundert" wird oft auch als das "bürgerliche Jahrhundert" bezeichnet. Wer aber gehörte zum Bürgertum, und was machte dieses aus? Wie konnte es so wirkmächtig werden, dass es ein ganzes Jahrhundert zu charakterisieren scheint? Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es 'das' Bürgertum nicht gab, sondern es in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht äußerst heterogen war. Zusammengehalten wurde es durch eine gemeinsame bürgerliche Kultur und bürgerliche Lebensvorstellungen. Das Basisseminar gibt eine Einführung in die Geschichte des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Themen werden zum einen die Entstehung und Ausprägungen des Bürgertums sein, zum anderen das bürgerliche Leben und der verbindende Habitus.
Anhand des Themas wird im Seminar das wissenschaftliche Arbeiten praktisch erprobt, und es werden erste Vorarbeiten für die Hausarbeit angestellt. Dazu gehört u. a. die Themenfindung, die Fragestellung, das Erstellen einer Literaturliste und einer Gliederung.

SS 2013

Von der Wunderkammer zum White Cube. Die Geschichte des Museums

Als Vorläufer der Museen gelten die fürstlichen Wunderkammern, in denen alles gesammelt wurde, was erstaunte, wertvoll erschien oder künstlerisch ansprechend war. Diese Sammlungen waren jedoch nur einem kleinen Kreis zugänglich. Einen entscheidenden Schritt in der Museumsgeschichte stellt daher die Eröffnung des Louvre dar, in dem 1793 erstmals Gemälde öffentlich gezeigt wurden. Im 19. Jahrhundert setzte eine Ausdifferenzierung der Museen ein, wie wir sie auch heute noch kennen. Es entstanden die Sparten Kunst, Kunstgewerbe, Völkerkunde, Geschichte und viele mehr. Das 20. Jahrhundert, vor allem die zweite Hälfte, ist gekennzeichnet durch einen "Museums-Boom".
Gerade in den letzten Jahren hat das Thema "Geschichte des Museums" sich als eigener Forschungsstrang etabliert und zahlreiche Publikationen sind erschienen. Das Seminar bietet eine Einführung in das Thema.

Im Dienste der Macht. Museen und Ausstellungen im Nationalsozialismus

Zahlreiche Museen haben in den letzten Jahren begonnen, die Geschichte ihres Hauses in der Zeit der Nationalsozialismus zu erforschen. Der gerne geglaubte Mythos, dass sich ihr Haus aus der Politik weitestgehend raushalten konnte, zerbrach dabei. Museen befanden sich in politischen Abhängigkeiten, leisteten Gehorsam und dies häufig bevor es überhaupt von ihnen gefordert wurde. Im Seminar wird es um die Rolle der Museen und Ausstellungen in der Zeit des Nationalsozialismus gehen. Inwiefern lassen sich diese als Stabilisatoren des Regimes deuten? Wie wurde die nationalsozialistsiche Ideologie über das Medium Ausstellung transportiert? Welche Spielräume blieben bei der Konzeption und Umsetzung von Ausstellungen?

Tagung "Museen im Nationalsozialismus" (DHM Berlin, 13.-15. Juni)

Geschichte und Theorie des Museums

WS 2012/2013

Geschichte der DDR

Für den Schwerpunkt "Geschichte des 19./20. Jh.s" im BM 3 belegen Sie bitte dieses Seminar zusammen mit der Vorlesung Nr. 4.02.041.
"Es wird keine DDR mehr geben. Sie wird nichts sein als eine Fußnote der Weltgeschichte." Mit diesen Worten kommentierte der Autor Stefan Heym am Abend des 18. März 1990 den Ausgang der ersten und letzten freien Wahlen zur Volkskammer. Die Befürworter der schnellen Vereinigung hatten einen klaren Sieg errungen und die von Heym erhoffte Reformierung der DDR erhielt eine eindeutige Absage. Mit dem 3. Oktober 1990 war die DDR endgültig Geschichte und wurde sofort als Forschungsgegenstand von den Historikern und Historikerinnen aufgegriffen. Schnell war dabei klar, dass der fast 41 Jahre bestehende SED-Staat nicht nur eine Fußnote darstellte. Mit den seit 1990 entstandenen Büchern ließe sich mittlerweile eine ganze Bibliothek füllen.
Das Seminar bietet einen Überblick über die Geschichte der DDR an und soll zugleich eine Schneise in die vielfältige Forschung schlagen. In den ersten Sitzungen wird es um die zugrundeliegende Ideologie und den Aufbau des Staates gehen. Im Anschluss daran wird der Alltag der DDR-Bevölkerung unter den Bedingungen der Diktatur in den Blick genommen. Das Seminar bietet aber ebenso Hilfestellung und praktische Übungen zum Verfassen einer Hausarbeit, zum Halten eines Referates und zur Vorbereitung einer mündlichen Prüfung an.

Von der Demokratie zur Diktatur. Die Endphase der Weimarer Republik und der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft

Mit den "Goldenen Zwanziger Jahren", der Zeit von 1924 bis 1929, schienen die anfänglichen Krisen der Weimarer Republik überwunden zu sein. Beginnend mit der Weltwirtschaftskrise zeigte sich jedoch schnell die Brüchigkeit dieser relativen Stabilität. Bereits seit 1930 gab es keine regierungsfähige Koalition mehr, nur mit Hilfe des § 48 konnten noch per Notverordnung regiert werden. Das auch schon zuvor weit verbreitete antidemokratische Denken führte zur schwersten Krise der Republik und zur späteren Machtübergabe an Hitler. Die ansteigende soziale Not begünstigte den Zulauf zu den radikalen Parteien auf der rechten und der linken Seite.
Im Seminar werden vor allem die Jahre 1927 bis 1933 genau in den Blick genommen. Themen werden der Übergang von der Großen Koalition zu den Präsidialkabinetten und die Präsidialkabinette selber sowie die Machübertragung an Hitler sein. Was waren die Spezifika des jeweiligen Zeitabschnitts? In welche Richtung entwickelte sich die fragile Demokratie? Wer stand für sie ein und wer arbeitete an ihrem Zusammenbruch? Im Hintergrund all dieser Fragen steht die große Frage, wie es zur Machtübertragung an Hitler kommen konnte.

Theorie und Geschichte des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

SS 2012

Die nationalsozialistische Volksgemeinschaft.
Anspruch und Wirkmächtigkeit eines propagandistischen Leitbegriffs

Mit Parolen wie "Du bist nichts, Dein Volk ist alles!" oder "Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" propagierten die Nationalsozialisten die Volksgemeinschaft. Die Idee der Volksgemeinschaft war 1933 alles andere als neu. Seit dem Kaiserreich geisterte der Terminus nicht nur durch die Literatur und Presse der bürgerlich-konservativen und völkischen Kreise, sondern fand auch breiten Niederschlag im sozialdemokratischen Milieu. Trotz der unterschiedlichen politischen Ansichten verbanden alle mit dem Begriff "Volksgemeinschaft" die Aussöhnung zwischen den gesellschaftlichen Klassen, die Überwindung der Vereinzelung des Menschen und die Geschlossenheit der Nation. Während die Linken dabei auf das integrierende Moment setzten, gründete sich die zu schaffende Volksgemeinschaft in der Auslegung der Rechten eher auf Exklusion. Die propagierte Volksgemeinschaft der Nationalsozialisten setzte auf den Zusammenhalt der "wertvollen" Deutschen gegen die gemeinsamen Feinde im Inneren und später auch im Äußeren. Sie war, und das macht einen der Unterschiede zu den Ideen der Weimarer Republik aus, im Kern eine "Kampfgemeinschaft", wie es Sybille Steinbacher nannte. Eines machen fast alle Untersuchungen zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft deutlich: Wirkungsmächtig und auch mobilisierend waren die Hoffnungen, die sich an die Idee knüpften. Es handelte sich jedoch in erster Linie um eine Fiktion, die für die nationalsozialistischen Ziele genutzt wurde.

Zum Auftakt des Seminars werden wir uns die unterschiedlichen Konzepte der Volksgemeinschaft anschauen. Der eindeutige Schwerpunkt liegt jedoch auf der Zeit des Nationalsozialismus. Wie genau sah das Konzept der Volksgemeinschaft aus? Wen schloss es ein und wen schloss es aus? Handelte es sich um ein bloßes propagandistisches Konstrukt oder hatte es auch Bedeutung für das alltägliche Leben?

Hitlers Schreibtisch im Museum oder wie lässt sich der Nationalsozialismus ausstellen?
(mit Exkursion nach Berlin)

Über 250.000 Besucher sahen im Winter 2010/2011 die Ausstellung "Hitler und die Deutschen" im Deutschen Historischen Museum Berlin. Damit gehörte die Schau zu einer der erfolgreichsten des Hauses. Die Zeit des Nationalsozialismus nimmt auch in der Dauerausstellung einen breiten Raum ein, eines der zentralen Ausstellungsstücke ist dabei Hitlers Schreibtisch, den er in der Reichskanzlei nutzte. An diesem Objekt entzündeten sich aber auch zahlreiche Debatten. Was "sagt" ein Ausstellungsstück wie dieses über die Zeit aus? Besteht nicht die Gefahr, dass die Besucher der "Aura des Objekts" (Walter Benjamin) erliegen ohne in die Hintergründe tiefer einzusteigen? Die Übung führt in einem ersten Teil in die Geschichte und Theorie des Museums ein, um dann im Haupteil der Frage nachzugehen, welche besondere Anforderungen damit verbunden sind, die Zeit des Nationalsozialismus auszustellen. Den Abschluss des Seminars bildet eine mehrtägige Exkursion nach Berlin, wo sich wie nirgends sonst, eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte und Herangehensweisen bei Ausstellungen zum Nationalsozialismus untersuchen lässt. (Exkursionswoche: 24.-27. Juli 2012)

Geschichtsvermittlung im Museum

Geschichtsmuseen haben seit Jahrzehnten eine ungebrochene Konjunktur. Neben dem Sammeln, Bewahren, Erforschen und Ausstellen ist die Vermittlung eine ihrer Kernaufgaben. Im Seminar sollen Museumstheorie und -praxis miteinander verknüpft werden. Anhand von Grundlagentexten werden wir den Fragen nachgehen, welche Möglichkeiten im Museum bestehen, Geschichte auszustellen und wie die Vermittlung für Schüler/innen und Erwachsene aussehen kann. Darüber hinaus nehmen wir uns die Oldenburger Museen als Untersuchungsgegenstand vor. Was vermitteln die Ausstellungen? Welche museumspädagogischen Angebote werden vorgehalten? Die Analysen in den Museen werden durch Gespräche mit den zuständigen Museumspädagogen ergänzt.

WS 2011/2012

Niedergang des Bürgertums?
Diskurse um das Ende des Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert

Unter Titeln wie "Rückkehr der Bürgerlichkeit" oder "Das neue Bürgertum" feierte das Feuilleton namenhafter Zeitschriften in den letzten Jahren das 'comeback' des Bürgertums. Millionen sahen in den Kinos Filme wie die Buddenbrooks oder Effi Briest, in denen die bürgerliche Welt auferstand. Die Lobeshymnen auf die neue Bürgerlichkeit blieben nicht ohne Entgegnungen und so wurde in den gleichen Feuilletons ein Ende des "Bürgerlichkeitsgeschätzes" (Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung vom 31.1.2006) gefordert.

Debatten um das Bürgertum und sein vermeintliches Ende und Wiederaufstieg sind fast so alt wie das Bürgertum selbst. Bis heute ist strittig, ob und wenn wann das Bürgertum unterging: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts? Im und nach dem Ersten Weltkrieg? Mit der Zeit des Nationalsozialismus bzw. mit dem Jahr 1945? Oder ist das Bürgertum nie untergegangen, sondern hat sich nur stetig gewandelt? Im Seminar werden wir die Untergangsdebatten vom ausgehenden 19. Jahrhundert an analysieren, der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem 20. Jahrhundert, insbesondere auf der Zeit nach 1945. Abgeschlossen wird das Seminar durch eine gemeinsame Exkursion nach Hamburg in das Museum für Hamburgische Geschichte.

Theorie und Geschichte des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

SS 2011

Medizin im Dienste der Rassenideologie.
Medizin und Gesundheitspolitik in der Zeit des Nationalsozialismus

Die Zahl der zwangssterilisierten Frauen und Männer wird heute auf 400.000 geschätzt, mehr als 200.000 Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung oder psychisch Kranke wurden Opfer der nationalsozialistischen Rassenideologie. Nur wer in dieser Systematik als "arisch" und "erbgesund" galt, hatte ein Recht auf Leben und Fortpflanzung. Wer diesem nicht entsprach, wurde schnell Opfer der Erbgesundheits- und Rassenpolitik. Umgesetzt werden konnte diese Ideologie nur mit Hilfe von Ärzten, Pflegern und Verwaltungspersonal.

Im Juli 1933 wurden mit dem "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" Zwangssterilisierungen möglich gemacht. Ab dem Jahr 1939 kam es zum vielfachen Krankenmord. Diese Mordaktionen wurden dann zum "Modell" für den folgenden millionenfachen Mord an den europäischen Juden.

Im Seminar geht es zum einen um die Erbgesundheits- und Rassenideologie und zum anderen um die Rolle, die der Medizin dabei zugedacht war und diese auch annahm. Ein Schwerpunkt ist dabei das Thema Zwangssterilisierungen in Oldenburg. Ingo Harms wird als Experte auf diesem Gebiet dazu vortragen. Gemeinsam werden wir die zahlreichen Akten im Staatsarchiv zu dem Themenkomplex anschauen. In der Hausarbeit soll dann die Lebensgeschichte jeweils eines Opfers aus dem Oldenburger Land aufgearbeitet werden.

Theorie und Geschichte des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

WS 2010/2011

Frauenarbeit - Männerarbeit.
Zur Geschichte ungleicher Erwerbschancen im 19. und 20. Jh.

Eine Frau regiert im Bundeskanzleramt, Frauen managen Firmen und Unis, immer mehr Männer entscheiden sich für die Elternzeit. Es scheint, dass die alte geschlechtsbedingte Arbeitsteilung ein Ende gefunden hat. Frauen verdienen aber nach wie vor im Durchschnitt weniger als Männer und sind in Spitzenpositionen immer noch unterrepräsentiert. Dies liegt daran, dass der Arbeitsmarkt in den vorangegangen zwei Jahrhunderten einer geschlechterspezifischen Aufteilung unterlag (und noch unterliegt), die mit den jeweils gültigen Geschlechterhierachien eng verbunden ist. Die Arbeitsgebiete wurden einem der beiden Geschlechter zugeordnet. Den Frauen oblag der häusliche und pflegerische Bereich. Die Männer hingegen sollten sich in Richtung Technik, Wirtschaft und Wissenschaft orientieren. Das Seminar thematisiert, wie sich die Geschlechterhierachien im 19. und 20. Jahrhundert gestalteten und analysiert die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Erwerbschancen von Männern und Frauen.

SS 2010

Theorie und Geschichte des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

WS 2009/2010

Theorie und Geschichte des Museums

Kolloquium Museum und Ausstellung

Regionale Erinnerungsorte

Das Konzept der "lieux de mémoire" von Pierre Nora hat in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug in der Geschichtswissenschaft vollbracht. "Erinnerungsorte" stellen, laut der Definition von Etienne Franois und Hagen Schulze, "langlebige, Generationen überdauernde Kristallisationspunkte kollektiver Erinnerung und Identität" dar. Das Konzept wurde seit der Enstehung dahingehend erweitert, dass neben den nationalen Erinnerungsorten verstärkt transnationale und europäische Erinnerungsorte untersucht wurden. Die Übung nimmt sich die regionalen Erinnerungsorte des Landes Oldenburg vor. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit in das theoretische Konzept, werden gemeinsam die hiesigen Erinnerungsorte herauskristallisiert, um diese dann genauer zu erforschen. Da die Ergebnisse publiziert werden sollten, richtet sich das Seminar an hoch motivierte Studierende, die Lust haben an eigener Forschung und gerne wissenschaftlich schreiben.

SS 2009

Arbeiterschaft im 19. und 20. Jahrhundert

Das Seminar führt sowohl in die Geschichte der Arbeiterschaft als auch in die Geschichte der Arbeiterbewegung ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bildung der Arbeiterklasse, der Klassenkampf und die Auflösung der Arbeiterklasse. Aber auch die Bereiche Arbeiterkultur und Arbeitsalltag werden ein Thema sein. Im Rahmen des Seminars findet eine Exkursion zur Nordwolle Delmenhorst/Museum für Industriekultur statt.

WS 2008/2009

Das Deutsche Kaiserreich und die Dritte Französische Republik

Sowohl das Deutsche Kaiserreich als auch die Dritte französische Republik gingen aus dem Krieg von 1870/1871 hervor. Während Frankreich 1870 wieder von der Monarchie zur Republik wurde, einte sich Deutschland mit der Reichsgründung 1871 erstmals zum Nationalstaat. Die Politik beider Länder war stark geprägt von der gegenseitigen Feindschaft. Im Seminar wird vergleichend den innen- und außenpolitischen Entwicklungen nachgegangen. Unter anderem wird es dabei um die Kolonialpolitik, die Bündnissysteme, die zunehmenden Krisen und den Ersten Weltkrieg gehen. Ebenso werden kulturelle und gesellschaftliche Aspekte eine gewichtige Rolle spielen. Kenntnisse der französischen Sprache sind wünschenswert.

SS 2008

Unternehmen im "Dritten Reich"

In den letzten Jahren haben etliche große Unternehmen, aber auch zahlreiche mittelständische Betriebe, sich daran gemacht, ihre Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus zu erforschen bzw. erforschen zu lassen. Allen voran die Deutsche Bank, die 1997 Historiker beauftragte, die Firmengeschichte aufzuarbeiten. Allerdings gibt es nach wie vor noch zahlreiche Unternehmen, die bei der Aufarbeitung zögern. Über die Verstrickungen der Lufthansa in das System des Nationalsozialismus ist öffentlich nur wenig bekannt. Andere Konzerne, z.B. Oetker, belassen ihre Geschichte während der Jahre 1933-1945 bislang ganz im Dunkeln.

Das Seminar führt zunächst knapp in die Wirtschaftspolitik des NS-Regimes ein, um sich dann ganz auf das Agieren der Unternehmen in dieser Zeit zu konzentrieren. Beispielhaft werden die Verstrickungen der Deutschen Bank, des Volkswagen-Werkes, der Deutschen Reichsbahn und der IG Farben beleuchtet. Die Themen Aufarbeitung und Zwangsarbeiterregelung werden am Ende des Seminars stehen.

WS 2007/2008

Gesellschaftliche Ursachen und Folgen der Studentenbewegung 1968

Fast vierzig Jahre sind seit 1968 vergangen. Die Medien nehmen dies derzeit zum Anlass zur kritischen Rückschau. Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 als Ausgangspunkt für die bundesweiten Proteste stand dabei bislang im Mittelpunkt. Gab es "die" 68er überhaupt? Was waren ihre Ziel und ist der angestrebte "Marsch durch die Institutionen" gelungen? Wo sind sie kläglich gescheitert? Wie ist ihre Rolle in Hinblick auf die RAF zu sehen? Und wieso interessiert das alles heute immer noch so viele? Das Blockseminar rückt die Ereignisse vor und nach 1968 in den Mittelpunkt. Neben der inhaltlichen Erarbeitung des Themas wird es auch die Möglichkeit eines Zeitzeugengesprächs geben.

WS 2006/2007

Ein Orchester feiert Geburtstag

Im November 2007 feiert das Orchester Oldenburg sein 175-jähriges Bestehen. Bei der Durchsicht alter Festschriften fiel den Orchestermusikern auf, dass die Geschichte des Ensembles während der Zeit des Nationalsozialismus bislang kaum untersucht wurde. Diese Lücke soll nun geschlossen werden. Neben der Veröffentlichung eines Buches soll eine Ausstellung zum Thema im Foyer des Theaters gezeigt werden, die von den TeilnehmerInnen der Übung inhaltlich vorbereitet werden soll. Welche Aspekte könnten ein breiteres Publikum interessieren? Welche Ausstellungstücke sollen gezeigt werden? Zur Klärung dieser und noch weiterer Fragen werden zunächst einige Grundlagen der Museumsdidaktik gelegt. Dabei werden wir auch analysieren, wie die Museen in Oldenburg mit der Geschichte des Nationalsozialismus umgehen. Außerdem wird ein Teil der Sitzungen im Staatsarchiv Oldenburg stattfinden, wo gemeinsam die Akten zum Orchester eingesehen werden.

Berichte aus der Ferne. Reisebeschreibungen als Quelle

Das das Seminar kurzfristig aufgrund von gestiegenen Studentenzahlen angeboten wurde, liegt keine Beschreibung vor.

SS 2006

Geschichte des Reisens

Im Jahr 1841 organisierte der englische Laienprediger Thomas Cook für 500 Teilnehmer eines Abstinenzlertreffens eine Fahrt von Leicester ins zehn Meilen entfernte Loughborough: Die Pauschalreise war erfunden. Doch auch schon zuvor reisten die Menschen. Pilger legten weite Strecken zurück und die Grand Tour gehörte lange Zeit zum Pflichtprogramm in der Ausbildung adliger Herrscher. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts konnten durch die sich stetig verbessernde Infrastruktur immer mehr Menschen auf Reisen gehen. Nicht nur die Art des Reisens wandelte sich, sondern auch die Motive und Ziele der Verreisenden. Zunehmend stand die Erholung im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Nationalsozialisten machten sich dies zu Nutze und organisierten durch die Kraft-durch-Freude Organisation Massenreisen. Im Proseminar soll diesen Wandlungen des Reisens in ihrem jeweiligen historischen Kontext vom 18. bis zum 20. Jahrhundert nachgegangen werden.

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