Anschütz

Anschütz, Klaus-Hermann

Statement / Zitat

„Bey einer andächtigen Musique ist allezeit Gott mit seiner Gnadengegenwart”

Randbemerkung in Johann Sebastian Bachs Hausbibel zu 2 Chr. 5, 12-14

Credo

Ich bin durch lebenslange Beschäftigung mit der reichen Tradition christlicher Musik geprägt. Kompositorisch bedeutet dies zugleich Lust und Last, Geborgenheit und Enge: Freiheit reibt sich an Bindung; aber oft befruchten sich die beiden Pole gegenseitig.

In meiner Arbeit als Kirchenmusiker habe ich zahlreiche Werke für gottesdienstliche Anlässe geschrieben. Zunächst war ich durch die Jugendsingbewegung (Hugo Distler, u.a.) geprägt. Dann war ich lange Jahre in der Diözese Hildesheim zuständig für musikalische Jugendarbeit und habe zahllose Stücke und Arrangements im Stil Neuer Geistlicher Lieder (Peter Janssens, u.a.) geschrieben. Es kann durchaus befriedigend für mich sein, wenn meine Musik in liturgischen oder sozialen Zusammenhängen gebraucht wird.

Aber ich schreibe auch immer wieder Neue Musik, die sich weiter und freier mit existentiellen Fragen nach Gott, nach dem Menschen, nach dem Wesen von Religion beschäftigt. Erstes Vorbild für diese Werke war die Musik von Olivier Messiaen, später aber auch zahllose andere Einflüsse. Dabei mache ich die Erfahrung, dass Fragen nicht beantwortet werden, Suchen nicht zu Ende geht - aber es bereichert das Leben ungemein, beides mit Klängen zu gestalten. Ich glaube daher, dass religiöse und künstlerische Erfahrung dicht beisammen liegen - ja, dass alle große Musik - in einem weiten, überkonfessionellen Sinn - „religiös“ ist.

Kurzbiographie

Klaus-Hermann Anschütz, geboren 1959 in Uelzen studierte nach dem Abitur Schulmusik für das Künstlerische Lehramt an Gymnasien, Kirchenmusik (A - Examen) an der Hochschule für Musik und Theater, Hannover sowie Geschichte an der Universität Hannover. Seine Lehrer waren u.a. Prof. Hans-Christoph Becker-Foss (Orgel), Prof. Heinz Hennig (Dirigieren) und Prof. Alfred Koerppen (Komposition). Er besuchte zahlreiche Meisterkurse bei international bekannten Dozenten, u.a. mehrmals die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. 1991 war Anschütz Preisträger beim Orgelwettbewerb der Internationalen Frühjahrsakademie für zeitgenössische Orgelmusik, Kassel. Er gab zahlreiche Orgelkonzerte in der Bundesrepublik Deutschland, in den USA und in Rußland.

1989-1998 wirkte er als Regionalkantor und Orgelsachverständiger der Diözese Hildesheim für Salzgitter und Goslar. Seit 1998 ist er Dekanatskirchenmusiker an der St. Ludwigs-Kirche in Celle. Zum Weltjugendtag 2005 in Köln war Klaus-Hermann Anschütz Preisträger für die Lieder des Eröffnungsgottesdienstes. Seit 2013 ist er künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Nachtklänge“ in Celle, in der er immer wieder als Organist und Komponist hervortritt.

Werkverzeichnis (Auswahl)

Neue Musik

--„Präludium“ und „Kanon“ für Orgel, (1992 / 10’)

--„Credo“ für großen Chor, 3 Trompeten, 3 Posaunen, 6 Saxophone, 2 Percussion, Orgel) (1997, 6')

--Zwei Lieder für Klarinette, Viola und Mezzosopran, (1997 / 10’)

--Choral, Intermezzo und Invention für Klarinette und Viola ( 2000 / 10’)

--Zwei Motetten und Choral für gemischten Chor, Klarinette und Violoncello (2001 /15’, Texte: Bibel)

--Meditation über einen byzantinischen Kirchengesang für Saxophon (in Es Alt und B Sopran) und Orgel (2002/ 17')

--„Eli, eli, lama sabachtani” - Phantasie nach einem Text von Jean Paul für Sprecher, Kinderstimme, Tontechnik, Schlagzeug und Orgel (2007 / 38’)

--Befiehl du deine Wege – Fragmente und Metamorphosen für Schlagzeug, Akkordeon, Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello (2008 (Auftragswerk), 20’)

--Psalm - Spiel - für zehn Sänger, 2 Percussion und Akkordeon (2012, 13')

--Kreislauf - für Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette in B, Horn in F, Fagott) und Tontechnik (2014, 11')

--Die Kunst der Aufspaltung - Hommage á J.S.B. für Bläserquintett (Altflöte in G, Englischhorn in F, Klarinette in B, Horn in F, Fagott) (2015, 5')

--Die Rose wartet auch - für Sopran und Klavier oder e-piano (Text: SAID, 2016, Dauer: 10')

--Ecce Homo - für Akkordeon und Sprecher (mit einem Text von Matthias Claudius, (2017, Dauer: 12')

--Drei Geistliche Lieder - für Sopran und Klavier (2018, 17’)

 

Kirchenmusik/Liturgische Musik (größere Werke)

--„Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“, Liedkantate für Bariton-Solo, Chor und Orchester (1994 /10’)

--„Das Weltall ist sein Heiligtum", Psalmkantate für Kinderchor, 2 Oboen, 1 Klarinette, Fagott, Schlagzeug, Kontrabass und Orgel  (1996 (Auftragswerk) / ca. 25’)

--Drei kleine Kantaten für Solo, Chor und Orchester zu Texten der Zwischengesänge der Messfeier, (1997/ jeweils 4’)

--„Messe (Proprium) für ein Heiligenfest“ für gemischten Chor, drei Trompeten, drei Posaunen und Orgel (1998 / 40’)

-- u. a.

 

Neue Geistliche Lieder, christliche Popularmusik

70 Lieder und Messen für (Jugend-) Chor und Band

 

Partiturseite

(Stand: 30.04.2021)