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04. April 2006   097/06   Forschung

Hören lernen von Mäusen und Vögeln
Universität Oldenburg plant biomedizinische Forschungsstation

Oldenburg. Mehr als 16 Millionen Bundesbürger leiden nach aktuellen Angaben des „Forum Besser Hören“ an Hörverlusten. Wie solche Hörverluste entstehen und wie Schädigungen des Gehörs kompensiert werden, das können Wissenschaftler auch von Mäusen und Vögeln lernen. Die Universität Oldenburg plant mit ihrem Sonderforschungsbereich „Das aktive Gehör“ derzeit die Errichtung einer biomedizinischen Forschungsstation. In dem dazugehörigen Tierhaus sollen zukünftig Mäuse und andere Nagetiere sowie verschiedene Vogelarten beheimatet sein. Die artgerechte Haltung der „tierischen Lehrmeister“ wird dabei selbstverständlich groß geschrieben.

„Für die Lebensqualität von Menschen mit Hörproblemen ist es ausgesprochen wichtig, die Ursachen für angeborene und altersbedingte Funktionsstörungen des Gehörs besser zu verstehen und in der Folge neue Therapien zu entwickeln. Einen Schlüssel zum besseren Verständnis bietet das Lernen von der Natur und den Tieren. So weisen beispielsweise viele Mäusezuchtlinien angeborene Hörstörungen auf, die denen von Menschen entsprechen“, so Prof. Dr. Georg Klump, Leiter des Sonderforschungsbereichs „Das aktive Gehör“ der Universität Oldenburg.
Die geplante biomedizinische Forschungsstation soll in Oldenburg-Wechloy entstehen. Der moderne Neubau wird den Wissenschaftlern optimale Forschungsbedingungen und den Tieren eine artgerechte Unterbringung bieten. Für die Planung des Bauprojekts, das überwiegend von der VolkswagenStiftung finanziert wird, waren die aktuellen Standards zum Tierschutz von Anfang an maßgeblich.
„Von den Studien in unserer zukünftigen Forschungseinrichtung erhoffen wir uns einen immensen Kenntnisgewinn“, so Klump. „Rennmäuse hören beispielsweise tiefe Töne wie wir; und im Alter von drei Jahren zeigen sie eine ähnliche Altersschwerhörigkeit wie ein 70-jähriger Mensch. Von ihnen können wir also lernen, welche Veränderungen beim Hören im Alter auftreten, um entsprechende Behandlungsmethoden zu entwickeln. Wieder anders sieht es bei Vögeln aus. Bei ihnen heilt eine Schädigung des Innenohrs, die bei uns Menschen zu einem dauerhaften Hörverlust führen würde. Natürlich hoffen wir, dass man diese Fähigkeit zur Heilung auch auf den Menschen übertragen kann. Eine Hoffnung, die übrigens auch durch neueste amerikanische Studien gestützt wird.“

Die Universität Oldenburg ist mit einem Antrag zum Thema „Hören und seine Störungen“ weiterhin im Rennen bei der mit 1,9 Milliarden Euro ausgestatteten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Ziel ist die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für Patienten. Mit der Forschungsstation werden die infrastrukturellen Voraussetzungen für die zukünftige Arbeit dieses Bereichs geschaffen.

ⓘ www.uni-oldenburg.de/sfb-tr31/index.html
 
ⓚ Kontakt:
Prof. Dr. Georg Klump, Tel.: 0441/798-3400, E-Mail: georg.klump(Klammeraffe)uni-oldenburg.de
 
(Stand: 29.05.2024)  | 
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