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"Młoda Polska", "Молодая [русская] поэзия" und "Hrvatska mlada lirika": Grenzphänomen (in) der Literaturgeschichte - Rainer Grübel

Der Beitrag hat eine literarhistorische, eine komparativistische und eine literaturtheoretische Komponente. Die beiden modernistischen und sich zugleich von bestimmten Traditionen der Moderne abhebenden Bewegungen Młoda Polska und Mlada Hrvatska werden vor dem Hintergrund analoger innovativer Bestrebungen in anderen europäischen Literaturen (z.B. frz. und russ. Symbolismus, Wiener Sezession) als Grenzphänomene (in) der Literaturgeschichte und ihrer Historiographie untersucht. Als Grenzerscheinungen haben sie sich mit Blick auf die polnische und kroatische Literatur- und Kunstentwicklung entworfen, doch auch als Neukonzipierungen des Verhältnisses von Literatur und Welt sowie als Gruppenbildungen mir prononcierter Profilierung der Generations-Grenze. Dabei zeichnen sich Unterschiede der beiden Bewegungen im Vergleich miteinander ab: Während Młoda Polska (A. Górski) als gegen den literarischen Positivismus gerichtete Bewegung multimedial operierte, zeigte Hrvatska mlada eine starke Inklination zum Einzelmedium der Lyrik (поэзия) (vgl. Hrvatska mlada lirika von 1914 und Grič von 1919). Unter literaturtheoretischem Gesichtspunkt wird die Frage aufgeworfen, ob dieses Beispiel nicht zeigt, dass nationalphilologische Literaturbetrachtung notwendig defektiv ist.

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