Auf der ACM CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (CHI 2026) – der weltweit führenden Konferenz im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion – wurden Julien Gori, Aurelien Nioche, Christoph A. Johns und Antti Oulasvirta mit dem prestigeträchtigen Best Paper Award für die Top 1% der akzeptierten Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Ihr Beitrag „A decision-theoretic representation of assistive interfaces“ adressiert eine fundamentale Lücke in der Entwicklung von Assistenzsystemen.
Während adaptive Schnittstellen, Empfehlungsdienste und intelligente Assistenten in der Informatik allgegenwärtig sind, fehlte es bisher an einer gemeinsamen konzeptionellen Basis über verschiedene Disziplinen hinweg. Die Autoren präsentieren in ihrer Arbeit ein formales Modell, das Assistenz als sequenziellen Entscheidungsprozess unter Unsicherheit zwischen zwei Agenten – dem Nutzenden und dem Assistenten – beschreibt.
Die Forschungsarbeit, die auch im Rahmen der Dissertation von AAI-Postdoc Christoph A. Johns an der Aarhus University entstand, nutzt sogenannte Partially Observable Stochastic Games (POSGs), um Interaktionsdynamiken mathematisch greifbar zu machen. Das Modell erlaubt es erstmals, Begriffe wie Adaption, Augmentierung und Delegation mathematisch zu definieren und Assistenz als Optimierungsproblem zu behandeln. Neben der theoretischen Herleitung stellten die Forscher eine Implementierung in Form einer Python-Bibliothek vor, die den praktischen Einsatz dieses Frameworks ermöglicht.
Paper in der ACM Digital Library: https://doi.org/10.1145/3772318.3791819
