Kontakt

Leitung

Prof. Dr. med. Michael Freitag MPH

+49 (0)441 798-5824

Postanschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Versorgungsforschung
Abteilung Allgemeinmedizin
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Besucheranschrift

Campus Haarentor, Gebäude V04
Ammerländer Heerstraße 140
26129 Oldenburg

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Forschung

Forschungsprojekte

Target-AF

Gezielte Vorhofflimmern-Früherkennung in der Hausarztpraxis


Hintergrund
Vorhofflimmern (VHF) ist eine sehr häufige Herzrhythmusstörung, die oft auch wiederholt kurzzeitig als paroxysmales VHF auftritt. Schon sehr kurzzeitiges VHF erhöht das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Paroxysmales VHF bleibt oft unentdeckt oder wird nur zufällig entdeckt. Wird VHF jedoch rechtzeitig erkannt, kann eine orale Antikoagulation das Schlaganfallrisiko deutlich senken. Es gibt bisher unzureichende Evidenz für einen optimalen Screening-Ansatz für VHF. VHF-Screening benötigt einen Ansatz, der eine Präselektion von Patient*innen mit erhöhtem Risiko vornimmt und die Dauer und Häufigkeit des EKG-Monitorings optimiert. Bekannt ist, dass die Prävalenz mit dem Lebensalter sowie bei Bluthochdruck steigt.

Ziele
Das Projekt „Target-AF“ zielt darauf ab, die hausärztliche Versorgung älterer Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko durch eine evidenzbasierte, systematische Früherkennung von VHF zu verbessern. Hierzu wird die Wirksamkeit einer strukturierten Screening-Intervention bei Patient*innen mit einem hohen Risiko für VHF sowie Ansätze zur Risikostratifizierung in hausärztlichen Praxen in Deutschland untersucht.

Methoden
Target-AF ist eine multizentrische, offene, zweiarmige (Intervention vs. Kontrolle, 1:1) randomisierte kontrollierte Studie (RCT). Patient*innen aus hausärztlichen Praxen im Alter von 70 Jahren oder älter mit bekanntem Bluthochdruck, ohne vorherige Diagnose von VHF und ohne Antikoagulation kommen für die Teilnahme an der Studie in Frage. Bis zu 1000 Teilnehmer werden in 72 hausärztlichen Praxen des FoPraNet Nord rekrutiert. In jeder der sechs Regionen rekrutieren 12 Praxen jeweils 13–14 Patient*innen. Alle Teilnehmenden erhalten zunächst ein 24-Stunden-Holter-EKG, um ein bestehendes VHF auszuschließen und auf häufige supraventrikuläre Extrasystolen, einen potenziellen Risikomarker, zu untersuchen. Es wird eine Blutprobe entnommen, um Biomarker zu messen, die möglicherweise VHF vorhersagen können (NTproBNP, CDT, TSH und Kreatinin). Die Teilnehmenden werden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhalten entweder die übliche Versorgung nach Ermessen des behandelnden Arztes (Kontrollgruppe) oder eine Intervention mit 7-Tage-EKG-Überwachung bei Studienaufnahme, nach 3, 12, 24 und 36 Monaten oder bis zum Nachweis von Vorhofflimmern >30 Sekunden (Interventionsgruppe). Alle Patient*innen werden bei Studienaufnahme sowie nach 3, 12, 24 und 36 Monaten befragt zu ihrer Lebensqualität, ihrem Gesundheitszustand, kardiovaskulären und Blutungsereignissen sowie zur Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Der primäre Endpunkt ist der Nachweis von VHF (>30 Sek.) innerhalb von 36 Monaten. Sekundäres Ziel ist die Bewertung des prädiktiven Werts von Biomarkern und supraventrikulären Extrasystolen sowohl einzeln als auch in Kombination.

Relevanz der erwarteten Ergebnisse
Das Projekt wird Daten zu Effektstärken und Durchführungsparametern liefern, die als Grundlage für die Konzeption einer künftigen, statistisch aussagekräftigen randomisierten kontrollierten Studie zur Schlaganfallprävention durch gezieltes Screening auf Vorhofflimmern dienen sollen.

Förderung
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) (Förderkennzeichen 01GK2502A) gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt 60 Monate (01.05.2026 bis 31.04.2031).

 

Projektleitung

  • Prof. Dr. Eva Hummers und Dr. Eva Maria Noack, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen

Projektpartner

  • Prof. Dr. Martin Scherer, Institut und Poliklinik Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. Nils Schneider, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Medizinische Hochschule Hannover
  • Prof. Dr. Michael Freitag, Abteilung Allgemeinmedizin, Department für Versorgungsforschung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Jean-François Chenot, Abteilung Allgemeinmedizin, Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald
  • Prof. Dr. Ralf Jendyk, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Rostock
  • Prof. Dr. Rolf Wachter, Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universität Leipzig
  • Priv.-Doz. Sara Yasemin Nußbeck, Zentrale Biobank, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. Christian Thies, Fakultät Informatik, Hochschule Reutlingen
  • Prof. Dr. Markus Bleckwenn, Institut für Allgemeinmedizin, Universität Leipzig
  • Prof. Dr. Tim Friede, Institut für Medizinische Statistik, Universitätsmedizin Göttingen

Ansprechpartnerin

  • Dr. Imke Aits M.Sc.:
     

SCOPE-D

Leitliniengerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Depression in hausärztlichen Praxen: Multizentrische, cluster-randomisierte Intervention unter Nutzung eines Online-Selbsthilfetools


Hintergrund
Depressionen gehören weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Das individuelle Erkrankungsrisiko sowie die bevölkerungsbezogene Krankheitslast sind hoch und weiter zunehmend, insbesondere auch für Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Bei der Versorgung von Menschen mit Depressionen spielen Hausärzt*innen eine zentrale Rolle. Eine leitliniengerechte Diagnostik und Behandlung wird jedoch in der Primärversorgung häufig unzureichend umgesetzt.


Ziele
Ziel der Projektes SCOPE-D ist es, die hausärztliche Versorgung von Patient*innen mit Depressionen in Deutschland zu verbessern, indem 1.) die Implementierung der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression gefördert und 2.) die psychosomatische Grundversorgung durch Integration des Online-Selbsthilfetools deprexis® gestärkt wird.


Methoden
SCOPE-D ist eine multizentrische, cluster-randomisierte Interventionsstudie an sechs Standorten unter dem Dach des überregionalen Forschungspraxennetzes FoPraNet-Nord. Mittels Interviews mit Hausärzt*innen, Analyse von Routinedaten und Fragebogenerhebungen bei Patient*innen sollen Veränderungen in Versorgungsroutinen sowie die Effektivität des Online-Selbsthilfetools deprexis® im Rahmen der psychosomatischen Grundversorgung untersucht werden.
Relevanz der erwarteten.

Ergebnisse
Die Ergebnisse haben hohe praktische Bedeutung, da sie fachliche Expertise, Forschungskompetenz und die Implementierung einer leitliniengerechten Depressionsversorgung in hausärztlichen Praxen nachhaltig fördern sollen. Sie können zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von klinischen Leitlinien und Curricula der psychosomatischen Grundversorgung beitragen, insbesondere durch systematische Integration digitaler Selbsthilfetools.
 

Förderung
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) (Förderkennzeichen 01GK2505A) gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt 42 Monate (01.04.2026 bis 30.09.2029).

Konsortialführung

  • Prof. Dr. Nils Schneider und PD Dr. Kambiz Afshar, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Medizinische Hochschule Hannover

Konsortialpartner

  • Prof. Dr. Martin Scherer, Institut und Poliklinik Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. Eva Hummers, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. Michael Freitag, Abteilung Allgemeinmedizin im Department Versorgungsforschung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Jean-François Chenot, Abteilung Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Greifswald
  • Prof. Dr. Ralf Jendyk, Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsmedizin Rostock
  • Prof. Dr. Christian Krauth, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Medizinische Hochschule Hannover
  • Prof. Dr. Antonia Zapf, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Christian Thies, Fakultät Informatik, Hochschule Reutlingen

Ansprechpartner:innen

Nina Willerscheidt M.Sc.:  
Dr. Imke Aits M.Sc.:  
 

CARE

CARE - Comprehensive Assessment of Renal Health for Everyone

Verbesserung der Primärversorgung bei chronischer Nierenkrankheit - eine Studie zur Umsetzung der CKD-Leitlinie

Die Chronische Nierenkrankheit (CKD) betrifft 8-10 Millionen Menschen in Deutschland und wird überwiegend in der hausärztlichen Versorgung betreut. Das Projekt CARE untersucht, wie die hausärztliche Versorgung von Menschen mit nicht-nierenersatztherapiepflichtiger chronischer Nierenkrankheit verbessert werden kann.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine individuelle Risikoeinschätzung für ein mögliches Nierenversagen zu einer leitliniengerechteren Behandlung beiträgt. Grundlage hierfür sind Nierenfunktionswerte aus Blut- und Urinuntersuchungen sowie Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten. In teilnehmenden Praxen werden diese Daten systematisch erfasst. Ein Teil der Praxen erhält eine Rückmeldung zur Behandlung.

Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob dieser Ansatz die Versorgungsqualität verbessert und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt, insbesondere im Hinblick auf das Fortschreiten der Nierenerkrankung.

Laufzeit: 01.04.2026-30.09.2030

Finanzierung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Ansprechpartner:innen:
Marianne Timper M.Sc.:
Dr. Imke Aits M.Sc.:  

Projektpartner:innen:
FoPraNet-Nord

GUBER

Der Einfluss der Beratung im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen in der Allgemeinmedizin auf den Lebensstil von Patient:innen

 

Hintergrund

Prävention stellt einen wichtigen Teil der allgemeinmedizinischen Arbeit dar. Die gesetzliche Gesundheitsuntersuchung (Gesundheits-Check-Up) umfasst neben der Erhebung des Ganzkörperstatus auch ein Beratungsgespräch mit der Ärztin/ dem Arzt. Der Einfluss dieser Beratung soll im Rahmen dieses Forschungsprojektes untersucht werden. 

Ziel

Ziel der GUBER-Studie ist es, die Auswirkungen der Beratung von Hausärzt:innen auf den Lebensstil der Patient:innen zu untersuchen:

  • Welche Bereiche des Lebensstils werden thematisiert?
  • Welchen Einfluss können Allgemeinmediziner:innen mit der Beratung ausüben?

Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Querschnittserhebung mit quantitativem Studiendesign. Mit Hilfe eines (Online-) Fragebogens werden Patient:innen in Hausarztpraxen zu ihren Erfahrungen befragt. Die Ergebnisse können Rückschlüsse auf die Bedeutung des hausärztlichen Beratungsgesprächs geben. 

 

Laufzeit: ab November 2024

Ansprechpartner:in:

Christian Hübner (Doktorand Humanmedizin): >

Dr. Imke Aits M.Sc.:  

VURO

Die Inanspruchnahme urologischer Vorsorgeuntersuchungen - eine qualitative Analyse der Teilnahmeentscheidungen von Patienten

 

Hintergrund

Die urologische Früherkennungsuntersuchung wird in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen für Männer ab 45 Jahren angeboten und umfasst die digital-rektale Untersuchung der Prostata und des Enddarms, die Abtastung der Leistenlymphknoten sowie der äußeren Geschlechtsorgane. Die Bestimmung des PSA-Wertes (Prostataspezifsches Antigen) im Rahmen des Screenings ist eine Selbstzahlerleistung. Nutzen und Schaden der Untersuchung werden nach wie vor diskutiert. Insgesamt wird die gesetzliche urologische Screeninguntersuchung wird von nur ca. einem Drittel der Männer in Deutschland in Anspruch genommen. 

Ziel

Die niedrige Inanspruchnahmerate in Verbindung mit der aktuellen Debatte um die urologische Früherkennungsuntersuchung, insbesondere die Bestimmung des PSA-Wertes, gibt Anlass zur näheren Untersuchung. 

Zielstellungen des Forschungsprojektes sind

  1. die Erhebung von Gründen für oder gegen eine Teilnahme an der urologischen Vorsorgeuntersuchung.
  2. die Ermittlung von weiteren Faktoren, die die Inanspruchnahme der urologischen Vorsorgeuntersuchung beeinflussen.
  3. die Untersuchung verschiedener Perspektiven auf die urologische Früherkennungsuntersuchung.

Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Querschnittserhebung mit qualitativem Studiendesign. Mittels leitfadengestützter Interviews werden Patienten sowie Hausärzt:innen und  Urolog:innen befragt.

 

Laufzeit: ab Dezember 2024 

Ansprechpartnerin:

Carlotta Martin (Studentin Humanmedizin): carlotta.marie.martin@uni-oldenburg.de 

Dr. Imke Aits M.Sc. (PH):  

 

PEGOM

Psychische Gesundheit und deren Einflussfaktoren im Medizinstudium – eine Querschnittsbefragung der Medizinstudierenden in Oldenburg

 

Hintergrund

Vorangegangene Forschung hat eine hohe Prävalenz depressiver Symptome bei Medizinstudierenden gezeigt. Depressive Störungen gehen für die betroffenen Personen oftmals mit einer deutlich erniedrigten Lebensqualität und Leistungsfähigkeit einher. Da nur gesunde Ärztinnen und Ärzte ihre Patient*innen bestmöglich versorgen können, sollte die psychische Gesundheit dieser Berufsgruppe bereits im Studium beachtet werden.

 

Ziel

Dieses Projekt zielt darauf ab, bestimmte Aspekte der psychischen Gesundheit der Studierenden des Studienfachs Humanmedizin an der Universität Oldenburg regelmäßig zu erfassen. Anhand der Ergebnisse können bereits bestehende Unterstützungsangebote evaluiert und ggf. neue, auf die Bedürfnisse der Studierenden zugeschnittene, Angebote implementiert werden. Ziele sind…

  1. Regelmäßige Erfassung der Häufigkeiten depressiver Symptome unter den Oldenburger Medizinstudierenden
  2. Identifikation von Einflussfaktoren in Form von Stressoren oder soziodemografischen Merkmale
  3. Evaluation bereits bestehender Unterstützungsangebote und Erhebung des Bedarfs und der gewünschten Form weiterer Angebote

 

Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Querschnittserhebung mit quantitativem Studiendesign. Mit Hilfe eines entwickelten Online-Fragebogens sollen die oben genannten Angaben unter den Oldenburger Medizinstudierenden erhoben und anschließend deskriptiv ausgewertet werden.

 

Laufzeit: ab November 2023

Verantwortlichkeiten
Jana, Paehl1, Dr. Imke Aits1

1Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland

Ansprechpartnerin::

Jana Paehl (Doktorandin Humanmedizin):  

Dr. Imke Aits M.Sc. (PH):  

TRACE-UTI (CHARE GD I)

Teilprojekt 2: Diagnose und Behandlung von Harnwegsinfektionen in niederländischen und deutschen Primärversorgungseinrichtungen und deren Einfluss auf die Prävalenz von antibiotikaresistenten Bakterien

Hintergrund

Resistenzen gegen Antibiotika sind ein globales Problem der öffentlichen Gesundheit. Infektionen mit resistenten Bakterien sind schwieriger zu behandeln und bislang gut behandelbare Infektionskrankheiten können lebensbedrohlich werden. Weltweit unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten von Infektionskrankheiten einschließlich der Verschreibung von Antibiotika zwischen den Ländern, Auch zwischen benachbarten Ländern wie Deutschland und den Niederlanden finden sich auffällige Unterschiede, deren Ursachen jedoch noch weitestgehend unbekannt sind.

Ziel

Dieses Projekt zielt darauf ab, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Management, im Auftreten und in der Behandlung von Infektionskrankheiten in der Ems-Dollart-Region mit Fokus auf die Primärversorgung zu untersuchen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Harnwegsinfektionen (HWI) gelegt, da diese zu den häufigsten Infektionskrankheiten in der Primärversorgung gehören und einer der Hauptgründe für die Verschreibung von Antibiotika sind. Spezifische Ziele des Projektes sind:

  1. der systematische Vergleich der Primärversorgungssysteme auf beiden Seiten der Grenze, einschließlich Aspekten der Infrastruktur, Leitlinien, Finanzierung der Diagnostik und Behandlung von Patientinnen mit Harnwegsinfektionen (HWI),
  2. ein besseres Verständnis der täglichen Routine und Realität der Hausärzt*innen bei der Behandlung von HWI und
  3. die Bestimmung der Prävalenz von antibiotikaresistenten Erregern, die aus HWI isoliert wurden.

Dabei sollen folgende Methoden zum Einsatz kommen

  • Literaturrecherchen zur Infrastruktur, zu den allgemeinen Bedingungen der Gesundheitsversorgung und den Praxisleitlinien zur Behandlung von HWI
  • Interviews mit deutschen und niederländischen Hausärzt*innen, um die Unterschiede in der Diagnose und Behandlung von Patientinnen mit einem Harnwegsinfekt zu untersuchen
  • Untersuchungen von Patientinnen mit Symptomen einer unkomplizierten Harnwegsinfektion im Norden der niederländisch-deutschen Grenzregion, um die ursächlichen Erreger und ihre Resistenzmuster zu bestimmen und zu vergleichen
  • Vergleich der Ergebnisse mit stationären Daten von hospitalisierten Patientinnen mit Harnwegsinfektionen

Laufzeit: April 2021 bis Oktober 2024

Förderer: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Verantwortlichkeiten

Dr. Corinna Glasner1 ,Prof. Dr. Michael Freitag2

Projektmitglieder*innen

Prof. Dr. Axel Hamprecht2, Dr. Marco Blanker1, Prof. Dr. Alexander Winter2, Dr. Bianca Michalik2, Dr. Henk van der Worp1, Dr. Matthijs Berends1,3, Dr. Joppe van Duijn3, Dr. Alewijn Ott3, Dr. Imke Aits2, Aida Bedri2

1 University Medical Center Gronigen, University of Groningen, Groningen, Niederlande
2 Universitätsmedizin Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
3 Certe Medische Diagnostiek en Advies [Certe Medizische Diagnostik und Beratung], Groningen, Niederlande

Ansprechpartnerin::

Aida Bedri, M.Sc. Epidemiologie (Wissenschaftliche Mitarbeiterin):

Department für Versorgungsforschung, Abteilung Allgemeinmedizin unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Freitag

SchlafCheck (abgeschlossen)

Identifikation von Herausforderungen und Lösungsansätzen zur Verbesserung der schlafmedizinischen Versorgung über die hausärztliche Vorsorge

Hintergrund

Unversorgte Schlafstörungen mindern Lebensqualität und Leistungsfähigkeit und erhöhen die Risiken für Folgeerkrankungen. Sie verursachen neben dem Leid der Betroffenen hohe medizinische und volkswirtschaftliche Kosten. Eine schlafmedizinische Primärversorgung über HausärztInnen könnte die Versorgung von PatientInnen mit Insomnie verbessern, die in aktuellen Studien als unterversorgt gelten.

Ziel

Das SchlafCheck Projekt zielt darauf ab, den routinemäßigen CheckUp-35 zur Früherkennung von Krankheiten bei Bedarf bzw. entsprechenden Hinweisen in der Anamnese, um ein Zwei-Stufen-Diagnostik im Bereich Schlaf zu ergänzen, um gesundheitsschädliche Schlafprobleme frühzeitig zu erkennen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Ziele sind…

  1. die Erprobung eines Diagnostikfragebogens zum Schlafverhalten im Rahmen der hausärztlichen Sprechstunde.
  2. Identifikation von Hürden, Erwartungen und Wünschen der schlafmedizinischen Versorgung in der hausärztlichen Versorgung im Rahmen von ExpertInneninterviews
  3. die Erprobung einer innovativen Schlafdiagnostik mit Hilfe eines Home-Monitoring-System, zur Aufzeichnung eines Schlaf-Elektroenzephalogramms (EEG)

Dabei sollen folgende Methoden zum Einsatz kommen

  • Interviews mit Hausärzt*innen, um Wünsche, Erwartungen und Hürden einer schlafmedizinischen Diagnostik sowie der Einsatz technischer Innovationen zu ermitteln
  • Erprobung eines validierten Insomniefragebogens (Insomnia Severity Index) im Rahmen des Check-Up 35
  • Feldstudie mit Patient*innen mit Auffälligkeiten im Schlafverhalten und Versorgung mit einem Home-Monitoring-System zur Erhebung der Schlafdaten (EEG)

 

Laufzeit: April 2023 – September 2024

Förderer: Bundesministerium für Gesundheit

Verantwortlichkeiten
Prof. Dr. Michael Freitag1, Dr. Insa Wolf2

Projektmitgliederinnen:
Marianne Timper M.Sc.1, Dr. Wiebke Pätzold2


1Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie IDMT, Oldenburg, Deutschland

Ansprechpartnerin::

Marianne Timper, M.Sc. Public Health (Wissenschaftliche Mitarbeiterin):

BRIDGE (abgeschlossen)

Gemeinsam mit der KV Niedersachsen, der European Medical School Oldenburg, der Stadt Emden, dem Landkreis Aurich und weiteren Kooperationspartnern hat am 1.1.2020 das BRIDGE Projekt gestartet, das zugewanderte Ärzt:innen im Rahmen eines Traineeprogramms bis zur Anerkennung begleitet.

 

WIE?

Im Projekt BRIDGE soll eine eine Willkommensstruktur entwickelt werden, die die ansässigen Ärzt:innen unterstützt, zugewanderte Ärzt:innen bei sich aufzunehmen, anzulernen und für-, mit und bei sich arbeiten zu lassen. Bekannt ist dieses Vorgehen zu Teilen aus Kliniken; im Hausarztsystem ist diese Form von Hospitation noch unüblich. Das wiederum führt wahrscheinlich dazu, dass generell wenig zugewanderte Ärzt:innen die Facharztausbildung zum/zur Allgemeinmediziner:in beginnen – dem möchten wir mit diesem Projekt proaktiv entgegenwirken.

 

ABLAUF

Im Projekt werden die zugewanderten, meist schon in Deutschland lebenden Ärzt:innen, 12 Monate in Lehrpraxen arbeiten, um die Sprache und das deutsche Gesundheitssystem intensiv kennenzulernen. Begleitet werden die Ärzte:innen während des Projektes von Experten im Rahmen der Vorbereitungslehrgänge und weiteren Angeboten. Weitere Qualifizierungen werden über das bestehende Weiterbildungsprogramm der European Medical School Oldenburg angeboten, um bereits im Traineejahr die fachliche Kompetenz innerhalb der Allgemeinmedizin zu schärfen und ein Netzwerk zwischen den deutschen und zugewanderten Ärzt:innen zu fördern.

 

ZIEL UND KOSTENÜBERNAHME

Ziel des Traineeprogramms ist es, dass die Ärzt:innen nach der Anerkennung in der jeweiligen Hausarztpraxis bleiben, und ihre Fachweiterbildung zum/zur Allgemeinmediziner:in beginnen. Finanziert wird die Ärztin/der Arzt im ersten Jahr  durch auserwählte Kostenträger. Wohnraum wird über die Stadt Emden und dem Landkreis Aurich bereitgestellt. Sollte sich die Ärztin/der Arzt für die Allgemeinmedizin entscheiden, wird ab dem Folgejahr ein großer Teil der Lohn- und Fortbildungskosten über den „Weiterbildungsfonds für Allgemeinmedizin“ finanziert (weitere Information kvn.de).

 

START

Der erste Durchgang mit ca. 10 Ärzt:innen hat im April 2021 gestartet. Grundvoraussetzung ist es, dass die Bewerber:innen ein B2 Niveau nachweisen und alle Unterlagen ihres Studiums vorweisen können.

 

 

Ansprechpartner für das Projekt BRIDGE an der EMS Universität Oldenburg:

Sabine Kurpgoweit, Fachärztin für Allgemeinmedizin:

 

Webseite des Projekts:

www.projekt-bridge.de

KOPAL (abgeschlossen)

Entwicklung und Evaluation eines Konzeptes zur berufsübergreifenden Zusammenarbeit

bei Patientinnen und Patienten mit palliativem Versorgungsbedarf

 

Hintergründe und Ziele

Die Versorgung von Menschen mit progredienten nicht-onkologischen chronischen Erkrankungen ist eine Herausforderung in der hausärztlichen Praxis. Betroffene Patientinnen und Patienten leiden oft jahrelang unter starken Schmerzen, Luftnot, Angst oder anderen Begleiterscheinungen. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) konzentriert sich auf die Kontrolle dieser Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankungen erfolgen häufig Krankenhaus­einweisungen, die durch frühzeitige Symptomlinderung und -kontrolle potenziell vermeidbar gewesen wären. Trotz des Ausbaus der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) – 2017 ergänzt durch die besonders qualifizierte und koordinierte ambulante palliativmedizinische Versorgung (BQKPMV) – sind fallbezogene Beratungen zwischen Hausärztinnen/Hausärzte und SAPV als Teil der Regelversorgung nicht vorgesehen.

Die KOPAL-Studie hat zum Ziel, durch Intensivierung der ambulanten berufs- und fachübergreifenden Zusammenarbeit die Versorgung am Lebensende zu optimieren und dadurch Krankenhausaufenthalte zu reduzieren, die Symptomlast zu verringern und die Lebensqualität zu steigern.

Design und Methodik

  • Zweiarmige cluster-randomisierte, kontrollierte Interventionsstudie an vier norddeutschen Standorten.
  • Einschluss von 608 Patientinnen und Patienten mit dokumentierter gesicherter Diagnose Herzinsuffizienz (NYHA 3-4), COPD (GOLD 3-4, Gruppe D) oder Demenz (GDS ≥ 4) in 56 Hausarztpraxen.
  • Standardisierte Befragung zur gesundheitlichen Situation zur Baseline und nach 6, 12, 24 und 48 Wochen.
  • Primärer Endpunkt: Gesamtzahl der Krankenhauseinweisungen während des Beobachtungszeitraumes;
  • Sekundäre Endpunkte: Aktuelle Versorgungssituation, Gesundheitskosten (ökonomische Effizienz), Symptomlast, gesundheitsbezogene Lebensqualität.
  • Abschließende qualitative Evaluation der Intervention.

Intervention

Hausbesuch einer SAPV-Pflegekraft mit strukturiertem Gespräch zur Vorbereitung der einmaligen strukturierten telefonischen Fallbesprechung zwischen SAPV-Pflegekraft, SAPV-Ärztin/SAPV-Arzt und Hausärztin/Hausarzt.

Geplante Ergebnisverwertung

Das KOPAL-Konzept kann bei Erfolg eine leicht zu implementierende niedrigschwellige Vorgehensweise zur Stärkung der berufs- und fachübergreifenden ambulanten palliativen Versorgung sein.

Förderer: Innovationsausschuss des G-BA

Laufzeit: Juni 2019 bis Mai 2022

Partner: UKE Hamburg, Universitätsmedizin Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg

 

Ansprechpartnerinnen in Oldenburg:

Silke Böttcher, M.A. Public Health (Wissenschaftliche Mitarbeiterin): 

 

 

Forschungspraxennetz Nord (FoPraNet-Nord)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Studien „aus der Praxis für die Praxis“ haben eine deutlich höhere Relevanz für Ihre tägliche Arbeit. Deshalb sind Ihre Erfahrungen und Ihre Bereitschaft, an einem Forschungsprojekt in welchem Umfang auch immer teilzunehmen, von großer Bedeutung.

Das Netzwerk FoPraNet-Nord ist ein überregionaler Zusammenschluss der lokalen Netzwerke der Institute für Allgemeinmedizin an den Universitätsstandorten Hamburg, Hannover, Göttingen, Oldenburg, Greifswald und Rostock. Jeder Standort verfügt über eigene hausärztliche Praxisnetzwerkstrukturen für die Lehre und Forschung, die nun unter der gemeinsamen Dachstruktur des FoPraNet-Nord zusammengefasst werden. Das FoPraNet-Nord verfolgt das übergreifende Ziel, Kompetenzen in der allgemeinmedizinischen Forschung zu bündeln, Kooperationen auszubauen und so die hausärztliche Versorgung in Norddeutschland nachhaltig zu stärken.

Dazu laden wir Sie herzlich ein, mitzumachen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier: UKE - FoPraNet-Nord

Fragen beantworten wir gerne über: 

 

(Stand: 13.05.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p105786
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