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Fach-Bachelor Sozialwissenschaften

Regelstudienzeit: 3 Studienjahre

Kreditpunkte:      180 KP

Inhalt

Der Fach-Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften ist einer der vom Institut für Sozialwissenschaften angebotenen grundständigen Studiengänge. Dieser Studiengang, den alle Studierenden mit dem Interessensgebiet Sozialwissenschaften belegen können, eröffnet als polyvalenter Studiengang zwei Perspektiven:

  1. Der Fach-Bachelor Sozialwissenschaften mit einem fachwissenschaftlichen Studienumfang von 120 KP erfüllt die Eingangsbedingung für den Fachmaster-Studiengang Sozialwissenschaften. Berufsziel: Ein in den Sozialwissenschaften ausgebildeter Master mit beruflichen Perspektiven in wissenschaftlichen und wissenschaftsverwertenden Bereichen.
  2. Studienabschluss und Berufseinstieg als Bachelor.

Im Unterschied zu dem ebenfalls angebotenen Zwei-Fächer-Bachelor, der durch seinen Aufbau eine breite Ausbildung in beiden Fächern ermöglicht, kann der Fach-Bachelor Sozialwissenschaften stärker fachwissenschaftlich fokussieren. Sowohl das deutlich tiefere Fachverständnis, das durch größere Wahlmöglichkeiten angestrebt wird, als auch die zusätzlichen Anforderungen auf theoretischem und methodischem Gebiet ermöglichen die Ausbildung sozialwissenschaftlicher ExpertInnen, die auf dem Arbeitsmarkt durch spezifische Kompetenzen bestehen können.

Obwohl dem Studienfach Sozialwissenschaften auf dem aktuellen Arbeitsmarkt nach wie vor nur wenige Berufsfelder direkt zugeordnet sind, werden die Anforderungen vieler Stellenprofile aufgrund der Ausbildungsinhalte von sozialwissenschaftlichen AbsolventInnen erfüllt und diese Stellen auch regelmäßig an qualifizierte SozialwissenschaftlerInnen vergeben. Die hierzu im Studium vermittelten Qualifikationen sind vor allem die breite politikwissenschaftliche und soziologische Grundbildung, eine weiterführende fachliche Spezialisierung anhand persönlicher Interessen, die Fähigkeit zur Bearbeitung des Sozialen auf verschiedenen Abstraktionsgraden und daraus resultierend die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handelns im Kontext sozialer Zusammenhänge. Als besonders ausgebildete Schlüsselkompetenzen sind weiterhin Reflexions- und Argumentationsfähigkeit, ein solides und multiperspektivisches methodisches Grundwissen sowie soziale Kompetenz und Kreativität zu nennen.

Neben der klar umrissenen Tätigkeit im klassischen Berufsfeld der Arbeit an Hochschulen sind aus den genannten Gründen Tätigkeiten in allen Bereichen der Medienlandschaft, dem außerschulischen Bildungswesen, bei Behörden, Verbänden und im politischen Bereich gängige Arbeitsgebiete für SozialwissenschaftlerInnen. Hinzu kommen in jüngster Zeit verstärkt Beschäftigungen in Presse, Redaktion und Publizistik, in Unternehmensberatungen, Werbung und Personalwesen sowie in den Bereichen Unternehmens-, Kultur- und Wissenschaftsmanagement.

Qualifikationsziele des Studiengangs

Für die Sozialwissenschaften steht der Zusammenhang zwischen sozialen Phänomenen im Mittel­punkt des Interesses. Das Soziale an diesen Phänomenen äußert sich in einer über die Individualität einzelner Akteurinnen und Akteure hinausgehenden Gemeinsamkeit – die Produktion von Sinn als emergente Eigenschaft des Sozialen. Hierbei wird jedoch implizit oder explizit auf indivi­duelles Handeln rekurriert, das sowohl als Folge als auch als Ursache sozialer Phänomene auftritt.

Das zentrale Ziel des grundständigen sozialwissenschaftlichen Fach-Studiums ist daher die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handelns im Kontext des Sozialen auf verschiedenen Emergenzebenen. Die Sozialwissenschaften

  • verstehen soziologische und politische Phänomene als Aggregationen des Sozialen in unterschiedlichen Abstraktionen: Während das Problem der Emergenz in der Soziologie als Bedingung und Folge individuellen Handelns formuliert wird, entsteht es für die Politikwissenschaft als Problem kollektiven Handelns sowie dessen Bedingungen und Folgen,
  • entwickeln ihre Fragestellungen daher aus dem Spannungsverhältnis zwischen individuellen Handlungen und sozialen Strukturen, die als Leitdifferenz des Lehr- und Forschungsprofils gesetzt werden,
  • sind prinzipiell offen und verändern und erweitern ihre Gebiete kraft ihrer internen Dynamik und dank der immer neuen grundsätzlichen Fragen, die auch von anderen Disziplinen an sie herangetragen werden.

Als Qualifikationsziele für die Studierenden ergeben sich aus diesem Selbstverständnis sowohl Kriterien auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene. Ziele sind

  • einen Überblick über die zentralen Gebiete der traditionellen Disziplinen Politikwissenschaft und Soziologie zu gewinnen,
  • ausgewählte Theorien der Disziplinen zu erfassen,
  • ein tiefgehendes Verständnis für die fachlichen Zusammenhänge innerhalb eines begrenzten Fachspektrums zu erlangen,
  • theoretische Ansätze so zu analysieren, dass sie in Übereinstimmungen und Differenzen verstanden sind und einander ergänzend eingesetzt werden können,
  • methodisch fundiert sowohl mit Quellen und Texten, als auch mit quantitativen und qualitativen empirischen Daten umgehen zu können,
  • auf Basis der eigenen Interessen ein individuelles fachbezogenes Wissensportfolio innerhalb des Fachkanons auszubilden, das im Sinne einer Profilbildung die persönliche Fachausrichtung begründet,
  • didaktische Kompetenz im Bezug auf fachliche Inhalte, aber auch auf eigene Gedankengänge zu entwickeln,
  • kritischen Umgang mit Quellen, Daten und Inhalten zu erlernen, der mit argumentativer Klarheit und Genauigkeit sowohl schriftlich als auch mündlich angewendet wird und auf Bereiche außerhalb der Fachwissenschaft übertragen werden kann.

Ziel des gesamten Fach-Bachelor-Studiengangs ist es, die geschilderten sozialwissenschaftlichen und persönlichen Ziele auf einem sehr guten grundständigen und fortgeschrittenen akademischen Niveau zu realisieren. Dabei wird die fachspezifische Ausbildung so umfassend und umfangreich gestaltet, dass sie zu einer Fortsetzung der Ausbildung in den verschiedenen Master-Studiengängen auf gehobenem wissenschaftlichen Niveau befähigt. Die vorgestellten Ziele und die damit implizit verbundenen persönlichen Kompetenzen machen den Bachelor auch zu einem berufsqualifizierenden Abschluss für diejenigen, die mit diesem Abschluss in einen Beruf oder andere Bereiche wechseln möchten.

 

Curriculum

Das Lehrangebot im Fach-Bachelor-Studium Sozialwissenschaften ist als Vollzeitstudium mit einer Dauer von drei Studienjahren/sechs Semestern konzipiert. Es lässt sich aber auch als Teilzeitstudium mit entsprechend verlängerter Studiendauer absolvieren.

Das Bachelorstudium Sozialwissenschaften ist als Präsenzstudium ausgelegt: Da der Besuch der angebotenen Lehrveranstaltungen in der Workloadberechnung der einzelnen Module als Präsenzzeit einbezogen ist, wird von den Studierenden die regelmäßige Teilnahme erwartet. Darüber hinaus wird die Präsenzphase der Veranstaltungen durch umfangreiche Selbststudienzeiten und praktische Anwendungen ergänzt. Teilweise wird hierfür auch die internetbasierende Plattform Stud.IP genutzt, die als Diskussionsforum, zur Vorbereitung von Veranstaltungen oder zur Verteilung von Unterrichtsmaterialien genutzt wird.

Struktur des Curriculums

Im Fach-Bachelor Sozialwissenschaften wird das Fach Sozialwissenschaften mit einem Umfang von 120 KP studiert.

Der Fach-Bachelor Sozialwissenschaften hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern. Während aller Studiensemester werden Lehrveranstaltungen besucht, die Bachelor-Arbeit wird im letzten Semester verfasst. Inhaltlich gliedert sich der Studiengang in drei curriculare Stufen:

  • Erste Stufe ist das Basiscurriculum mit einem Umfang von 30 KP. Dieser Studienabschnitt muss von allen BA-Studierenden belegt werden und wird in der Regel im ersten Studienjahr absolviert.
  • Zweite Stufe ist das Aufbaucurriculum, das mit einem Umfang von weiteren 30 KP belegt wird. Es wird in der Regel im zweiten bzw. zweiten und dritten Studienjahr belegt.
  • Dritte Stufe ist das Akzentsetzungscurriculum, in dem 60 KP erworben werden. Die enthaltenen Pflichtmodule werden parallel zum Basis- und Aufbaucurriculum belegt, die Wahlpflichtmodule als Spezialisierungen im Anschluss an das Aufbaucurriculum.

Basiscurriculum (30 KP)

Das für alle BA-Studierenden verpflichtende Basiscurriculum vermittelt Grundlagenkenntnisse in den Fächern Soziologie und Politikwissenschaft und führt in die Didaktik der Politischen Bildung ein. Damit ist auch der Erwerb einer basalen Methodenkompetenz sowie grundlegender Techniken wissenschaftlichen Arbeitens verbunden.

Im Basiscurriculum werden insgesamt fünf Module angeboten, die verpflichtend belegt werden müssen. Im ersten Wintersemester werden grundlegend die beiden fachspezifischen Module sow019 Einführung in die Soziologie und sow021 Einführung in die Politikwissenschaft belegt. Sie bestehen aus jeweils einer Vorlesung und einem begleitenden Seminar, in welchen Überblicke über die Bandbreite der Fächer und Einblicke in die spezifischen Denkweisen vermittelt werden. Im folgenden Semester wird dies weitergeführt durch die Module sow031 Politisches System Deutschlands und der EU, sow041 Sozialstrukturanalyse und sow051 Politische Theorie. In sow031 und sow041 werden die Grundlagen des politischen Systems und der Sozialstruktur Deutschlands dargestellt und in historischer und  europäischer Perspektive verortet. Hierdurch werden für das ganze Studium wichtige Basiselemente wie die verschiedenen politischen Institutionen und konstituierende Elemente der Sozialstruktur eingeführt und können als Schlüsselbegriffe vorausgesetzt werden. Das Modul sow051 vermittelt eine strukturierte Einführung in die Begriffe, Gegenstände, Reflexionsebenen und Aufgabenfelder der Politischen Theorie.

Aufbaucurriculum (24 KP)

Im Aufbaucurriculum ist es Ziel, neben der Vermittlung grundlegender inhaltlicher und methodischer Kenntnisse der Fächer Soziologie und Politikwissenschaft ein Studium der theoretischen Ansätze der Sozialwissenschaften und ausgewählter Anwendungsfelder zu ermöglichen, wodurch die Kompetenz zur analytischen Durchdringung gesellschaftlicher und politischer Strukturen vermittelt wird. Vertieft werden in diesem Kontext auch die didaktischen Fähigkeiten der Studierenden.

Strukturell besteht das Lehrangebot im Aufbaucurriculum aus vier Pflichtmodulen, und zwar den Modulen sow239 Einführung in die Methoden der empirischen Sozialforschung, sow469 Statistik II, sow275 Qualitative Sozialforschung und sow059 Soziologische Theorie.

Akzentsetzungscurriculum (66 KP)

Das Akzentsetzungscurriculum für den Fach-Bachelor Sozialwissenschaften kann strukturell in einen Wahlpflicht- und eine Pflichtbereich unterteilt werden:

a) Akzentsetzung als Spezialisierung (Wahlpflichtbereich)

Im Rahmen des Akzentsetzungscurriculums werden auf der Basis der vermittelten grundlegenden Kenntnisse in den Sozialwissenschaften vertiefte theoretische, analytische und didaktische Kompetenzen erworben, die es erlauben, die sozialen und politischen Strukturen gesellschaftlicher Systeme zu erfassen, zu vergleichen und darzustellen.

In den vier zu belegenden Wahlpflichtmodulen werden vier politikwissenschaftliche und elf soziologische Module angeboten. Sie dienen der fachlichen Spezialisierung. Eine Übersicht findet sich im Studienverlaufsplan.

b) Akzentsetzung als begleitende Vertiefung (Pflichtbereich)

Zusätzlich zu den beschriebenen Wahlpflichtmodulen sind im Akzentsetzungsbereich sieben Pflichtmodule zu belegen, die parallel zu Basis- und Aufbaucurriculum (Semester 1 bis 4) besucht werden. Es handelt sich um die Module sow24 Einführung in das wissenschaflichte Arbeiten, sow259 Mikrosoziologie, sow475 Statistik II, sow580 Lehrforschung Teil I, sow590 Lehrforschung Teil II, sow269 Organisationssoziologie und sow261 Internationale Beziehungen.

Wesentlicher Vorteil dieser begleitenden Vertiefung im Akzentsetzungsbereich ist, dass neben der ausführlichen Methodenausbildung in der parallelen fachlichen Ausbildung der Aufbau- und Akzentsetzungscurricula die Wahlmöglichkeiten weiter ausgebaut werden können.

In der vorgestellten Studienstruktur sind das Verfassen der Bachelorarbeit und der Besuch des dazugehörigen Abschluss-Kolloquiums für das sechste Semester vorgesehen. Für die Bachelorarbeit sind 12 KP angesetzt, für das Kolloquium zur Arbeit 3 KP.

Das Institut für Sozialwissenschaft unterstützt Studierende bei der Durchführung von Auslandssemestern, die sich je nach individuellem Studienplan für das dritte oder vierte Semester anbieten. Obwohl ein Auslandssemester von Seiten der Lehreinheit empfohlen wird, ist dies nicht obligatorisch, da finanzielle oder persönliche Gründe sonst den gesamten Studienerfolg gefährden könnten.

 

Fkuknzw. I Gescftsyonstelle (sidcglvia.krcd3eys8dgqing@uol.de+y) (Stand: 30.07.2020)