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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
ZFG Zentrum für interdisziplinäre
Frauen- und Geschlechterforschung
Ammerländer Heerstraße 114 -118
D-26129 Oldenburg

Gastprofessuren

Die Finanzierung des Maria-Goeppert-Mayer Programms wurde von Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zum Wintersemester 2010/2011 eingestellt. Eine Stellungnahme der Konferenz der Einrichtungen für Frauen- und Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum (KEG) finden Sie hier.

Im Rahmen des Maria-Goeppert-Mayer-Programms für internationale Frauen- und Genderforschung arbeiteten die folgenden internationalen Gastwissenschaftlerinnen am ZFG: Dr. Sheila Meintjes, Prof. Dr. Bożena Chołuj, Prof. Dr. Amatalrauf Al-Sharki, Prof. Dr. Victoria Grace, Dr. Ingrid Oswald, Prof. Dr. Young-ok Kim, Prof. Dr. Londa Schiebinger, Prof. Dr. Bonnie Spanier, Prof. Dr. Ann A. Phoenix, Dr. Helene Götsche, HD Dr. Sigrid Schmitz, Prof. Dr. Cornelia Klinger.

Eine Übersicht zum Lehr- und Vortragsangebot im Rahmen der Maria-Goeppert-Mayer-Professuren am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg von 2001 - 2010 finden Sie im Archiv.

 


Nachruf Prof. Dr. Amatalrauf Al-Sharki, Jemen, ehemalige Maria-Goeppert-Mayer-Gastprofessorin am ZFG

Im Alter von 53 Jahren starb am 27. April 2011 in Kairo die Journalistin und Aktivistin Prof. Dr. Amatalrauf Alsharki, besser bekannt als Raufa Hassan. Sie wurde zwei Tage später in Sana'a/Jemen begraben. 'Doktora Raufa' war in ihrem Heimatland eine prominente Persönlichkeit. Schon als 13jährige wurde sie beim Premierminister vorstellig: mit einer Beschwerde über die Qualität der Mädchenbildung. In den folgenden vier Lebensjahrzehnten bleiben die Rechte der Frauen und Mädchen Leitmotiv, verknüpft mit anderen zentralen Fragen der Entwicklung Jemens und der arabischen Welt: Pressefreiheit und Demokratie, Kampf gegen die Volksdroge Qat, Hochschulbildung - um nur einige zu nennen. Ihre Stimme hatte Gewicht in der Öffentlichkeit. Sie war in einer geschlechtersegregierten Gesellschaft eine der wenigen Frauen, die überall von Menschen jeden Alters und Geschlechts anerkannt und verehrt wurde.

Unter ihrer Leitung entstand an der Universität Sana'a das erste Zentrum für Frauenforschung des Landes, das 1999 nach heftigen Angriffen von islamistischer Seite geschlossen wurde. Mehrere beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verließen das Land. Raufa Hassan stand besonders unter Beschuss, das Apostasieverfahren gegen sie wurde erst Jahre später eingestellt. Seither hat sie ihr Weg immer wieder auch nach Oldenburg geführt: zunächst zu Gastvorträgen und Konferenzen, 2003 erhielt sie eine Maria-Goeppert-Mayer Gastprofessur für internationale Frauen- und Geschlechterforschung am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung. Die ideensprühende, charismatische Medien- und Genderforscherin bereitete von hier aus erfolgreich ihre Rückkehr nach Jemen vor - und lud dann Oldenburger Lehrende und Studierende ein. Es folgten gemeinsam veranstaltete Tagungen, Lehr- und Forschungsprojekte, studentische Exkursionen und Praktika.

Trotz der Erfolge, die Raufa Hassan erlebte, ist die tragische Dimension unverkennbar: der Premierminister, der 1971 von den Mädchen aufgesucht wurde, erlaubte ihnen den Besuch der Schulen für Jungen. Er machte also eine Ausnahme, statt den Weg zu Geschlechtergerechtigkeit in Hinblick auf Bildung einzuschlagen. Und noch Jahrzehnte später ist das Land weit von diesem Ziel entfernt. Raufa Hassan starb in Kairo, im Zentrum des 'arabischen Frühlings'. Die Hoffnungen, die Millionen Menschen mit ihm verbinden, sind das Verdienst vieler - unter ihnen Raufa Hassan.

Lydia Potts

Webwjqkumadhhsterxr7r (karola.gebauer@uk6j/ol.de) (Stand: 07.11.2019)