DA:O | Digitale Altertumswissenschaften Oldenburg | Digital Ancient Studies Oldenburg
Direktor
Prof. Dr. Benedikt Hensel - Professur für Altes Testament und Biblische Archäologie
Stellvertretender Direktor
Dr. Patrick Leiverkus - Stellvertretender Direktor DA:O und Wissenschaftlicher Koordinator „Digital Humanities"
DA:O | Digitale Altertumswissenschaften Oldenburg | Digital Ancient Studies Oldenburg

Direktor: Prof. Dr. Benedikt Hensel - Professur für Altes Testament und Biblische Archäologie
Die Digitalen Altertumswissenschaften in Oldenburg (DA:O) wurden 2025 gegründet und bündeln als institutsübergreifende Forschungsinfrastruktur unter der Leitung von Prof. Dr. Benedikt Hensel an der Fakultät IV der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Forschung, Methodentransfer und Drittmittelprojekte im Schnittfeld von (biblischer) Archäologie und Altertumswissenschaften mit Digital Humanities. Verortet in der Villa Geistreich der Fakultät IV in Oldenburg mit mehreren Forschungsbüros, entwickelt und erprobt die Forschungsstelle u. a. 3D-Digitalisierung/Photogrammetrie, GIS in 2D/3D, VR/AR-Anwendungen, KI-gestützte Analyseverfahren, geophysikalische Prospektion sowie nachhaltiges Forschungsdatenmanagement (FAIR) und öffnet diese Infrastruktur perspektivisch auch für kooperative Formate in Fakultät(en), Universität(en), Fachhochschulen und Stadtöffentlichkeit.
Wissenschaftlich mitverantwortlich für das DA:O sind neben dem Direktor Prof. Dr. Benedikt Hensel auch Prof. Dr. Michael Sommer und Prof. Dr. Torsten Jantsch. Die stellvertretende Direktion und die Koordination Digital Humanities liegen bei Dr. Patrick Leiverkus; ein internationales Advisory Board begleitet die Arbeit der Forschungsstelle.
Das DA:O ist Teil der universitätsweiten Initiative Digital Social Sciences and Humanities (DSSH) und dort als eine der Forschungseinheiten und -strukturen ausgewiesen, die den digitalen Wandel der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg strukturell tragen. Die DSSH verbindet fakultätsübergreifend digitale und KI-gestützte Forschung mit deren kritischer Reflexion — ausgehend von der Prämisse, dass solche Verfahren weniger objektiv als vielmehr normativ und soziokulturell eingebettet sind. In diesen Verbund bringt das DA:O die altertumswissenschaftliche Perspektive ein: methodisch kontrollierbare Workflows für die Materialität von Grabung, Objekt und Schriftgut — und damit einen Anwendungsfall, an dem sich Reichweite und Grenzen KI-gestützter Erkenntnis exemplarisch prüfen lassen.
→ Die DSSH-Initiative der Universität Oldenburg
Ausblick: Zwei Promotionsstellen ab 2027
Zum 1. Januar 2027 nimmt das DA:O zwei Promotionsstellen auf, die aus der strategischen Entwicklungslinie Digital Social Sciences and Humanities hervorgehen. Die eine ist in der Digitalen Archäologie der Südlevante angesiedelt (Prof. Dr. Benedikt Hensel) und arbeitet am Aufbau der Cultural Data Pipeline — von der digitalen Dokumentation archäologischer Objekte und Befunde über KI-gestützte Analyseverfahren bis zur historischen Interpretation, verbunden mit dem Deutschen Evangelischen Institut in Jerusalem. Die andere widmet sich der Digitalen Prosopographie des römischen Kaiserkults (Prof. Dr. Michael Sommer) und erschließt mit digitalen und KI-gestützten Verfahren die Personen und Beziehungen des Kaiserkults der frühen Kaiserzeit.
Beide Stellen sind über die Northwest Alliance mit der Universität Bremen und der Rijksuniversiteit Groningen verbunden — einschließlich der Möglichkeit eines Double Doctorate — und werden aus der Förderlinie Potenziale strategisch entfalten des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung finanziert.
Ausblick: Masterstudiengang „Digitale Altertumswissenschaften"
In Entwicklung ist derzeit ein Masterstudiengang „Digitale Altertumswissenschaften", der im Kontext der DSSH-Initiative steht und in Zielsetzung, Arbeitsweisen und Themenfeldern eng an das DA:O anschließt. Er führt zusammen, was bislang selten zusammenkommt: die fachwissenschaftliche Tiefe der Oldenburger Altertumswissenschaften — Alte Geschichte, Biblische Archäologie, Altes Testament und Neues Testament — und die Methodenkompetenz der Digital Humanities. Sachlich verantwortet wird er von den Professuren und Fachgebieten von Prof. Dr. Michael Sommer, Prof. Dr. Torsten Jantsch und Prof. Dr. Benedikt Hensel.
Der Studiengang antwortet auf eine strukturelle Lücke. Forschende, die historische und archäologische Fragestellungen mit belastbarer digitaler Methodik verbinden, sind bislang selten — und sie haben beide Seiten meist eher durch biographischen Zufall erworben als planvoll erlernt. Genau diese hybride Qualifikation soll in Oldenburg zu einem verlässlichen Profil werden: international anschlussfähig und getragen von einer Infrastruktur, an der sich die Verfahren im laufenden Forschungsbetrieb erproben lassen.
Bereits jetzt entstehen interdisziplinäre Qualifikationsarbeiten aus DA:O bezogenen Themen auf allen vier Ebenen — Bachelor, Master, Promotion und Habilitation; weitere sind in Absprache mit den drei beteiligten Professuren gerne möglich.

Die Oldenburger digital-archäologische Processing-Pipeline
Digitale Verfahren sind in der Archäologie längst erprobt — Geoinformationssysteme, Datenbanken, 3D-Dokumentation und -Scanning, Retrodigitalisierung analoger Altdokumentation, Machine Learning. In der Praxis bleiben sie jedoch meist Einzelfalllösungen: methodenspezifisch zugeschnitten, auf einzelne Aspekte gerichtet, ohne als Gesamtprozess ineinanderzugreifen. Genau hier setzt das DA:O an.
Die in Entwicklung befindliche Oldenburger Processing Pipeline bildet das Grabungsprojekt als durchgängigen, multimodalen Prozess ab — von Planung und Organisation über die tägliche Felddokumentation bis zu KI-gestützter Auswertung, Geovisualisierung, Publikation und Langzeitarchivierung. Text-, Foto-, 3D-, Vermessungs- und GIS-Daten laufen in einem gemeinsamen Dateninformationssystem zusammen; leitend sind dabei die FAIR-Prinzipien. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der teilautomatisierten Auswertung: Bildsegmentierung, Vektorisierung und KI-gestützte Befunderkennung überführen den Befund im Planum in auswertungsfähige Plandaten — eine Übersetzungsleistung, die bislang vollständig von Hand erbracht wird. Erprobt wird beides im laufenden Grabungsbetrieb, insbesondere im Projekt „Hazor Digital".
An der Professur für Altes Testament und Biblische Archäologie entsteht in diesem Zusammenhang die Habilitation von Dr. Patrick Leiverkus: „Evidentia — Evidence. Connected.", eine offene, modulare Plattform zur Erfassung, Modellierung, Analyse und Publikation archäologischer Evidenz — von der Feldarbeit bis zur wissenschaftlichen Synthese.
Evidentia ist dabei ein zentraler Baustein einer größeren Entwicklung: Die Oldenburger digital-archäologische Processing-Pipeline entsteht Modul für Modul im Kontext der Oldenburger Feldprojekte und Forschungsvorhaben — in reziproken Prozessen, in denen Feldbeobachtungen das Datenmodell revidieren und das Modell umgekehrt sichtbar macht, wo die bisherige Forschungen Lücken lassen.








