Bultmann-Konferenz 2026

Am 30. Juli 2026 jährt sich der Todestag von Rudolf Bultmann zum 50. Mal – ein Anlass, um seines Wirkens und Werks zu gedenken. Das Spezifikum des Oldenburger Symposiums besteht in zwei Aspekten: Im Fokus stehen Rudolf Bultmanns „Zeit“ – d. h. biographische und historische Aspekte – und „sein Erbe“ als Exeget und Theologe. Rudolf Bultmann wurde am 20. August 1884 in Wiefelstede im Großherzogtum Oldenburg – ca. 20 Kilometer von der Stadt entfernt – geboren und besuchte das „Alte Gymnasium“ in Oldenburg (1895–1903). Anknüpfend an diesen biographischen Hintergrund, beleuchtet das Symposium zum einen Aspekte der Biographie und ordnet Rudolf Bultmann in eine Zeit ein. Neben Fachvorträgen behandelt auch ein öffentlicher Abendvortrag diese Thematik.

Der größere Schwerpunkt des Symposiums beschäftigt sich mit Rudolf Bultmanns Erbe. Rudolf Bultmann war einer der prägendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Die neutestamentliche Forschung im 20. und im frühen 21. Jahrhundert entwickelte sich in Anknüpfung an und Widerspruch gegen Bultmanns Thesen. Neben seiner Hermeneutik der Entmythologisierung und der existenzialen Interpretation befruchtete Bultmann mit zahlreichen Einzelthesen zu vielen Themen der neutestamentlichen Exegese ganze Generationen von Neutestamentlerinnen und Neutestamentlern. Vorträge des Oldenburger Symposiums verorten den Exegeten Rudolf Bultmann in seiner Zeit und erörtern sein Erbe: Was ist der forschungsgeschichtliche Kontext der von Bultmann vertretenen Positionen? Welche Vorgänger gab es, zu welchen ähnlichen oder gegnerischen Positionen anderer steht die jeweilige These Bultmanns in Beziehung? Welche Impulse hat Bultmann der neutestamentlichen Exegese und Theologie in den fol­genden Generationen gegeben? Welche seiner Fragestellungen und Lösungsversuche haben die zeitgenössischen und nachfolgenden Forschenden in „Anknüpfung und Widerspruch“ geprägt? Welche der von Bultmann vorgeschlagenen Lösungen und welche Fragestellungen sind für die Gegenwart neutestamentlicher Forschung relevant? Was verdient es, neu bedacht und wieder beachtet zu werden?

Fachvorträge beleuchten unter diesen Perspektiven Themen der exegetischen Arbeit Bultmanns, zu denen besonders die Formgeschichte, die Religionsgeschichte, der historische Jesus, das Kerygma des frühesten Christentums, Paulus und die johanneische Literatur gehören. Auch das Weiterwirken und die Transformation seiner existenzialen Hermeneutik und seines Programms der Entmythologisierung in späteren theologischen und philosophischen Debatten wird thematisiert. Ergänzt wird dies durch biographische und zeitgeschichtliche Perspektiven, die das Werk Rudolf Bultmanns historisch kontextualisieren. Die Vorträge sollen eine Länge von ca. 40 Minuten haben, worauf eine kurze Diskussion folgt. Beabsichtigt ist, die Vorträge in einem Aufsatzband zu veröffentlichen, um die Erkenntnisse einem breiten Fachpublikum zugänglich zu machen.

(Stand: 09.04.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p118590
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